Ziele und Aufgaben von FFH-VP-Info

Übergeordnetes Ziel ist es, durch FFH-VP-Info zentrale Informationen zu den relevanten Wirkfaktoren von Projekten und Plänen sowie zu den potenziellen Beeinträchtigungen von Arten und Lebensraumtypen zusammenzustellen, aufzubereiten und für eine Nutzung im Kontext von FFH-Verträglichkeitsprüfungen zur Verfügung zu stellen.

Im Rahmen konkreter Planungen sollen Vorhabenträger unterstützt werden, in dem sie u.a. über projekttypspezifische Steckbriefe schnell und effizient einen ersten Überblick über ggf. relevante und konfliktträchtige Wirkfaktoren ihres Vorhabens gewinnen können.

Durch die Zusammenstellung und strukturierte Darstellung des ökologischen Kenntnisstands zu den verschiedenen Lebensräumen und Arten und durch die Vermittlung methodischer Hinweise und Empfehlungen zur fachlich validen Analyse, Prognose und Bewertung von Beeinträchtigungen sollen Gutachter bei der Erstellung von Verträglichkeitsstudien unterstützt werden. Dies soll auch eine Reduktion des zeitlichen, personellen und finanziellen Aufwands für Verträglichkeitsprüfungen in der Praxis ermöglichen.

Nutzer sollen über die art- und lebensraumspezifischen Recherche- bzw. Abfrageoptionen schnelle Zugriffsmöglichkeiten auf die Informationen haben. Dies soll auch Naturschutz- und Genehmigungsbehörden im Rahmen ihrer Prüfaufgaben unterstützen, in dem für Stellungnahmen schnell und effizient auf differenzierte und aktuelle Daten und Informationen zurückgegriffen werden kann.

Die Bereitstellung der systematisch ausgewerteten Daten und die methodischen Hinweise sollen grundsätzlich einen Zuwachs an Prognosegenauigkeit, Prognosesicherheit und Nachvollziehbarkeit der Prüfergebnisse gewährleisten.

Damit sollen nicht zuletzt auch:
  • eine Steigerung des qualitativen fachlichen Niveaus von Verträglichkeitsstudien und -prüfungen erreicht,
  • der Ermittlungs- und Prüfaufwand im Rahmen der Studien reduziert und somit ein Beitrag zu Erleichterungen und Vereinfachungen bei der Erstellung der Unterlagen gewährleistet und
  • die Erhöhung der Planungs- und Rechtssicherheit sowie die Beschleunigung von Prüfungen und Verfahren unterstützt werden.

Durch die multifunktionale Nutzbarkeit vieler inhaltlicher und methodischer Informationen im Kontext anderer naturschutzbezogener Instrumente bzw. Rechtsnormen wie Eingriffsregelung, Umweltverträglichkeitsprüfung, Artenschutz oder Umwelthaftung sind zudem entsprechende Synergieeffekte zu erwarten.

Darüber hinaus soll das Fachinformationssystem auch die wissenschaftliche Weiterentwicklung von Methoden der Wirkungsprognose und der Ermittlung und Bewertung von Beeinträchtigungen unterstützen und einen Beitrag zur im Naturschutz vielfach geforderten Verständigung auf einheitlichere und objektivere methodische Herangehensweisen in der Praxis leisten.