Detaildaten zu Beinträchtigungen: FFH-Arten

Luchs - Lynx lynx

Natura 2000-Code: 1361; Bearbeitungstand: III

Wirkfaktorengruppe: 4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust
Wirkfaktor: 4-1 Baubedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust
Relevanz des Wirkfaktors:  gegebenenfalls relevant (1)

     Auswertekategorien:

  1. Empfindlichkeiten/Wirkungen (5)
  2. Regenerationsfähigkeit (0)
  3. Prognosemethoden (0)
  4. Relevanzschwelle (0)
  5. Erheblichkeitsschwelle (0)

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1. Empfindlichkeiten/Wirkungen

1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) (o. J.)

Baubedingte Beeinträchtigungen sind prinzipiell den anlage- und betriebsbedingten Beeinträchtigungen vergleichbar (vgl. Wirkfaktoren 4-2 u. 4-3) und i. d. R. nur durch andere Elemente (z. B. Baustraßen, Baugruben, Bauzäune, Baubetrieb) ausgelöst sowie zeitlich in ihrer Dauer beschränkt.

Die möglichen Konsequenzen für die Individuen und Bestände sind daher prinzipiell ebenfalls vergleichbar, in ihrer Intensität jedoch auf Grund der befristeten Dauer oft geringer bzw. durch räumliche und zeitliche Steuerung besser vermeidbar.

Qualifizierung der Quelle: E



1.02 Kowalczyk, R., Górny, M. & Schmidt, K. (2015)

Die Fragmentierung von Luchshabitaten könnte nach wie vor einen der Hauptfaktoren darstellen, welcher das Wachstum und die Ausbreitung der Bestände behindert, da Ausbreitung und Genfluss zwischen den Beständen starken Randeffekten bezüglich der Mortalität unterworfen sind (Kowalczyk et al. 2015:7). Dies unterstreicht die Notwendigkeit der Verknüpfung von Lebensräumen durch ökologische Korridore und die Einrichtung von geeigneten Querungshilfen an Strukturen mit Barrierewirkung als wichtige Maßnahmen für den erfolgreichen Schutz des Luchses.

Qualifizierung der Quelle: D



1.03 Mueller, S. A., Reiners, T. E., Middelhoff, T. L., Anders, O., Kasperkiewicz, A. & Nowak, C. (2020)

Bei der Untersuchung von Eurasischen Luchsen im Harz konnten Mueller et al. (2020:584) feststellen, dass einzelne männliche Luchse aus dem Harz Distanzen von bis zu 280 km überwinden können. Dies dokumentiert das Ausbreitungspotenzial des Luchses. Problematisch ist allerdings die starke Fragmentierung der mitteleuropäischen Landschaften. Dies erschwert bzw. behindert den gentischen Austausch, was in der Folge zu Generosion führt: "The ongoing genetic erosion in the Harz population along with a lack of geneflow from adjacent populations indicates that such connectivity is urgently needed to ensure long-term population persistence."

Qualifizierung der Quelle: B



1.04 Filla, M., Premier, J., Magg, N., Dupke, C., Khorozyan, I., Waltert, M., Bufka, L. & Heurich, M. (2017)

Rehe weichen den harten Winterbedingungen höherer Lagen aus, indem sie in tiefere Gebiete abwandern. Da Rehe die Hauptbeutetiere des Eurasischen Luchses darstellen, folgen Luchse dieser Abwanderung (Filla et al. 2017:6378). Hierfür ist es wichtig, Strukturen mit Barrierewirkung mit geeigneten Querungshilfen zu versehen.

Qualifizierung der Quelle: A



1.05 Kusak, J., Huber, D., Gomer?i?, T., Schwaderer, G. & Gu?vica, G. (2009)

Kusak et al. (2009:7) untersuchten die Auswirkungen einer 100 m breiten Grünbrücke bei Dedin (Kroatien). Hierbei konnten 41 Überquerungen von "radio-tracked large carnivores" nachgewiesen werden, wodurch die Autoren zu folgendem Schluss kamen: "[T]his green bridge, constructed as a measure to mitigate the negative effects of the studied highway, served its purpose acceptably. [...] Overall, the highway in Gorski kotar does not seem to be a barrier. This demonstrates that it is possible to maintain habitat connectivity during the process of planning the highway route."

Qualifizierung der Quelle: A



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Reports: aktueller Wirkfaktor   aktuelle Wirkfaktorengruppe   alle Wirkfaktoren
 

Qualifizierung der Quellen für FFH-Arten

Averallgemeinerbarer, in der Literatur dokumentierter Nachweis für diese spezielle Art
Bin der Literatur dokumentierter Nachweis für diese spezielle Art, aber möglicherweise Ausnahmefall
Cin der Literatur dokumentierter Nachweis für verwandte Arten bzw. andere Arten dieser Artengruppe, der als übertragbar eingestuft wird
Din der Literatur dokumentierter Hinweis für diese spezielle Art oder verwandte Arten bzw. andere Arten dieser Artengruppe
Eeigene Einschätzung oder Aussage Dritter, ohne in der Literatur dokumentierten Nachweis/Hinweis (Experteneinschätzung)
Fkeine Literatur verfügbar / Auswertung bzw. Einschätzung mit aktuellem Bearbeitungsstand noch nicht erfolgt

Legende: Bearbeitungsstand zum Bereich "Beeinträchtigungen"

-bislang noch nicht bearbeitet
Iderzeit nur Einschätzungen zur Relevanz der Wirkfaktoren vorhanden
IIzudem Detaildaten zur Auswertekategorie "1. Empfindlichkeiten/Wirkungen" vorhanden
IIIzudem Detaildaten zu den weiteren Auswertekategorien "2. bis 5." vorhanden
ihre meinung

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dirk.bernotat@bfn.de