Detaildaten zu Beinträchtigungen: FFH-Arten

Luchs - Lynx lynx

Natura 2000-Code: 1361; Bearbeitungstand: III

Wirkfaktorengruppe: 4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust
Wirkfaktor: 4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust
Relevanz des Wirkfaktors:  regelmäßig relevant (2)

     Auswertekategorien:

  1. Empfindlichkeiten/Wirkungen (23)
  2. Regenerationsfähigkeit (0)
  3. Prognosemethoden (1)
  4. Relevanzschwelle (1)
  5. Erheblichkeitsschwelle (1)

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1. Empfindlichkeiten/Wirkungen

1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) (o. J.)

Gewisse anlagebedingte Barrierewirkungen können beim Luchs (L. lynx) durch technische Bauwerke bzw. anlagebezogene Bestandteile (z. B. Straßen, Zäune, Kanäle, künstliche Seen, größere Gebäudekomplexe bzw. Siedlungen) hervorgerufen werden. Einrichtungen der Verkehrsinfrastruktur haben i. d. R. sowohl anlage- als auch betriebsbedingte Barrierewirkungen und Mortalität zur Folge (vgl. auch Wirkfaktor 4-3).

Daneben haben jedoch auch größere waldfreie Bereiche, die vom Luchs weitestgehend gemieden werden, sowie starke landschaftliche Fragmentierungen und Zerschneidungen Barrierewirkungen zur Folge (s. auch nachfolgende Datensätze).

Barrierewirkungen führen zu Lebensraumzerschneidung und somit u. a. zur Trennung räumlich-funktionaler Beziehungen zw. Teilhabitaten, zu Verinselung, Verhinderung des Individuen- / Genaustauschs zw. Populationen bzw. einer Neubesiedlung von Räumen (s. a. "Vertiefende Ausführungen" unter "Wirkfaktoren").

Barrierewirkungen und Mortalität können - abhängig vom Umfang - zu Verlust von (Teil-)habitaten, Bestandsrückgang oder zur Beeinträchtigung lokaler (Teil-)Populationen bzw. zur Gefährdung von Metapopulationen führen.

Qualifizierung der Quelle: E



1.02 Schadt, S., Revilla, E., Wiegand, T., Knauer, F., Kaczensky, P., Breitenmoser, U., Bufka, L., Cerveny, J., Koubek, P., Huber, T., Stanisa C. & Trepl, L. (2002a)

Nach Aussage dieser Autoren sind die geringen Populationsgrößen in Deutschland in ihrer Isolation und der geringen Ausdehnung geeigneten Lebensraumes begründet. 81% der Landesfläche werden als ungeeignet für eine Besiedlung erachtet, geeignete Habitate sind oft nur fragmentarisch vorhanden.

Qualifizierung der Quelle: A



1.03 Okarma, H. & Olzsanska, A. (2004)

Die Autoren machen bezüglich der Habitatfragmentierung in Polen folgende Aussage: "An important threat is the fragmentation of forest habitats resulting in a lack of migration possibilities, when forest corridors between major forest complexes inhabited by lynx are interrupted. Often the habitat is fine, however lynx are not able to recolonise a given area because there is a lack of dispersal routes (mainly forest belts connecting larger complexes of forests)."

Qualifizierung der Quelle: D



1.04 Haller, H. & Breitenmoser, U. (1986)

"Waldfreie, vom Menschen besiedelte Talböden von 1 km Breite stellen [...] bereits beträchtliche Hindernisse dar." Des Weiteren bezeichnen die Autoren Siedlungen und Verkehrsachsen als Ausbreitungsbarrieren.

Qualifizierung der Quelle: A



1.05 Breitenmoser-Würsten, C., Zimmermann, F., Ryser, A., Capt, S., Laass, J., Siegenthaler, A. & Breitenmoser, U. (2001)

Jungtierdispersal: "Die während der Abwanderung zurückgelegte Distanz betrug im Mittel 68 km (2-164 km; Tab. 4.7)." Dass Autobahnen während dieser Abwanderungsphase Ausbreitungsbarrieren darstellen, konnten die Autoren bei einer Telemetrierungsstudie nachweisen: "Drei Tiere kehrten um, nachdem sie auf eine Autobahn gestoßen waren."

Qualifizierung der Quelle: A



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Reports: aktueller Wirkfaktor   aktuelle Wirkfaktorengruppe   alle Wirkfaktoren
 

Qualifizierung der Quellen für FFH-Arten

Averallgemeinerbarer, in der Literatur dokumentierter Nachweis für diese spezielle Art
Bin der Literatur dokumentierter Nachweis für diese spezielle Art, aber möglicherweise Ausnahmefall
Cin der Literatur dokumentierter Nachweis für verwandte Arten bzw. andere Arten dieser Artengruppe, der als übertragbar eingestuft wird
Din der Literatur dokumentierter Hinweis für diese spezielle Art oder verwandte Arten bzw. andere Arten dieser Artengruppe
Eeigene Einschätzung oder Aussage Dritter, ohne in der Literatur dokumentierten Nachweis/Hinweis (Experteneinschätzung)
Fkeine Literatur verfügbar / Auswertung bzw. Einschätzung mit aktuellem Bearbeitungsstand noch nicht erfolgt

Legende: Bearbeitungsstand zum Bereich "Beeinträchtigungen"

-bislang noch nicht bearbeitet
Iderzeit nur Einschätzungen zur Relevanz der Wirkfaktoren vorhanden
IIzudem Detaildaten zur Auswertekategorie "1. Empfindlichkeiten/Wirkungen" vorhanden
IIIzudem Detaildaten zu den weiteren Auswertekategorien "2. bis 5." vorhanden
ihre meinung

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dirk.bernotat@bfn.de