Detaildaten zu Beinträchtigungen: FFH-Arten

Großes Mausohr - Myotis myotis

Natura 2000-Code: 1324; Bearbeitungstand: III

Wirkfaktorengruppe: 6 Stoffliche Einwirkungen
Wirkfaktor: 6-3 Schwermetalle
Relevanz des Wirkfaktors:  regelmäßig relevant (2)

     Auswertekategorien:

  1. Empfindlichkeiten/Wirkungen (5)
  2. Regenerationsfähigkeit (0)
  3. Prognosemethoden (1)
  4. Relevanzschwelle (1)
  5. Erheblichkeitsschwelle (2)

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1. Empfindlichkeiten/Wirkungen

1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) (o. J.)

Grundsätzlich können Schwermetalle bei Fledermäusen - wie auch bei anderen Tieren - verschiedenste schädigende Wirkungen entfalten (vgl. "Vertiefende Ausführungen" unter "Wirkfaktoren").

Für Fledermäuse sind vorrangig akute und chronische Vergiftungen mit den Schwermetallen Blei und Cadmium relevant. Blei steht im Verdacht, v. a. in den 1960-70er Jahren "Schwerhörigkeit" bei Fledermäusen ausgelöst zu haben (Hartmann 2002).

Differenzierte Ausführungen und Untersuchungen zur Schwermetall-Belastung von Fledermäusen, eine Zusammenstellung verschiedener Hinweise, Fakten und Beispiele finden sich z. B. bei: Braun (2003:237f.), Lüftl et al. (2003:353ff.), Rudolph (2004:372), Walker et al. (2007:483ff.), Zocche et al. (2010), Zukal et al. (2015).

Konsequenzen einer erhöhten Schwermetallbelastung können - abhängig vom Umfang - z. B. Verringerung des Reproduktionserfolgs bzw. der Überlebenswahrscheinlichkeit von Individuen, Bestandsrückgang oder Beeinträchtigung bzw. Erlöschen lokaler (Teil-) Populationen sein.

Qualifizierung der Quelle: E



1.02 Hartmann, R. (2000)

Es gibt verschiedene Ursachen der Schwermetallbelastung von Fledermäusen: die Verbrennung verbleiter Kraftstoffe, die Vorbelastungen im Boden (z. B. im Harz) und die wasserlöslichen Holzschutzmittel.

Qualifizierung der Quelle: C



1.03 Hartmann, R. (2000)

"Grundsätzlich ist zunächst festzustellen, daß die vorliegenden Daten in keinem Falle Hinweise auf eine akute Schwermetallintoxikation geben, die zum Tode eines Tieres hätte führen können." Der Autor vermutet, dass die erhöhten inkorporierten Bleigehalte bei Fledermäusen eine Reduzierung der Leistungsfähigkeit des Nervensystems (Echoortung) bewirken, wodurch sich der Jagderfolg im Vergleich zu anderen Säugern in besonderer Weise vermindert. "Aufgrund der Ergebnisse [...] kann [...] davon ausgegangen werden, daß der seit etwa Mitte des 20. Jahrhunderts beobachtete Bestandsrückgang der Fledermäuse auch durch den steigenden Bleigehalt in allen Umweltkompartimenten mit verursacht worden ist."

Qualifizierung der Quelle: C



1.04 Pikula, J., Zukal, J., Adam, V., Bandouchova, H., Beklova, M., Hajkova, P., Horakova, J., Kizek, R. & Valentikova, L. (2010)

Pikula et al. (2010:504f.) stellten bei Untersuchungen in der Tschechischen Republik fest, dass Blei in Individuen des Großen Mausohrs (M. myotis) mit dem Alter akkumuliert wird. In den Muskeln adulter Tiere fanden sich doppelt so hohe Bleigehalte wie in denen juveniler Tiere.

Qualifizierung der Quelle: A



1.05 Flache, L., Becker, N. I., Kierdorf, U., Czarnecki, S., Düring, R. A. & Encarnação, J. A. (2015)

Flache et al. (2015:180) führten in Mitteldeutschland eine Studie durch, in der sie die Konzentrationen von Zink, Mangan, Kupfer, Blei und Cadmium in unterschiedlichen Fledermäusen untersuchten. Dabei wurden im Großen Mausohr (M. myotis) vor allem größere Mengen an Zink (88,5 µg/g dw) und Mangan (65,5 µg/g dw) gefunden. Die Schwermetalle werden vermutlich hauptsächlich über die Nahrung aufgenommen. Die Autoren nennen keine physiologischen bzw. pathologischen Auswirkungen.

Qualifizierung der Quelle: A



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Reports: aktueller Wirkfaktor   aktuelle Wirkfaktorengruppe   alle Wirkfaktoren
 

Qualifizierung der Quellen für FFH-Arten

Averallgemeinerbarer, in der Literatur dokumentierter Nachweis für diese spezielle Art
Bin der Literatur dokumentierter Nachweis für diese spezielle Art, aber möglicherweise Ausnahmefall
Cin der Literatur dokumentierter Nachweis für verwandte Arten bzw. andere Arten dieser Artengruppe, der als übertragbar eingestuft wird
Din der Literatur dokumentierter Hinweis für diese spezielle Art oder verwandte Arten bzw. andere Arten dieser Artengruppe
Eeigene Einschätzung oder Aussage Dritter, ohne in der Literatur dokumentierten Nachweis/Hinweis (Experteneinschätzung)
Fkeine Literatur verfügbar / Auswertung bzw. Einschätzung mit aktuellem Bearbeitungsstand noch nicht erfolgt

Legende: Bearbeitungsstand zum Bereich "Beeinträchtigungen"

-bislang noch nicht bearbeitet
Iderzeit nur Einschätzungen zur Relevanz der Wirkfaktoren vorhanden
IIzudem Detaildaten zur Auswertekategorie "1. Empfindlichkeiten/Wirkungen" vorhanden
IIIzudem Detaildaten zu den weiteren Auswertekategorien "2. bis 5." vorhanden
ihre meinung

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dirk.bernotat@bfn.de