Detaildaten zu Beinträchtigungen: FFH-Arten

Großer Feuerfalter - Lycaena dispar

Natura 2000-Code: 1060; Bearbeitungstand: III

Wirkfaktorengruppe: 1 Direkter Flächenentzug
Wirkfaktor: 1-1 Überbauung / Versiegelung
Relevanz des Wirkfaktors:  regelmäßig relevant - besondere Intensität (3)

     Auswertekategorien:

  1. Empfindlichkeiten/Wirkungen (5)
  2. Regenerationsfähigkeit (1)
  3. Prognosemethoden (1)
  4. Relevanzschwelle (1)
  5. Erheblichkeitsschwelle (2)

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1. Empfindlichkeiten/Wirkungen

1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) (o. J.)

Überbauung / Versiegelung führt grundsätzlich zum vollständigen und i. d. R. dauerhaften Verlust der Lebensraumfunktionen der betreffenden Flächen und ihrer Eignung als Habitat der Art (s. "Vertiefende Ausführungen" unter "Wirkfaktoren").

Konsequenzen können - abhängig vom Umfang - z. B. Verlust von Teilhabitaten, Verringerung der Fortpflanzungsrate bzw. der Überlebenswahrscheinlichkeit von Individuen, Bestandsrückgang oder Beeinträchtigung bzw. Erlöschen lokaler (Teil-)Bestände sein.

Qualifizierung der Quelle: E



1.02 Drews, M. (2003c)

Nach Drews (2003c:519) gehört der direkte Habitatverlust, z. B. durch Grünlandumbruch oder Bach- und Flussbegradigung und damit einhergehend Zerstörung von Ufervegetation zu den wichtigen Gefährdungsursachen.

Qualifizierung der Quelle: A



1.03 Martin, L. A. & Pullin, A. S. (2004a)

Direkte Flächenverluste (d. h. Habitatverlust durch Trockenlegung von Feuchtgebieten) werden von Martin & Pullin (2004:51) als Hauptgefährdungsursache angesehen. Ihre Untersuchungen ergaben zwar keine direkte Abhängigkeit von der larvalen Futterpflanze in Bezug auf Inhaltsstoffe, jedoch konnten sie im Freiland nur Eiablagen auf Rumex hydrolapathum feststellen.

"The Large Copper butterfly, Lycaena dispar, is extinct in Britain and rapidly declining in the rest of Europe, due predominantly to loss of its wetland habitats. In the Netherlands the Sub-species L. d. batavus is at the edge of its range in Northern Europe and, as with most marginal butterflies, has more specialised food plant and habitat requirements than the core Populations of L. d. rutilus. We investigate reasons for the relative specialisation of L. d. batavus on Rumex hydrolapathum in a fenland habitat when compared to the more widespread and common L. d. rutilus. Host-plant choice by ovipositing females and by larvae are measured as well as larval performance oil alternative hosts. Laboratory experiments reveal that larvae are able to feed on other Rumex species without detriment to their overall survival and can utilise these alternative host plants at least as efficiently as their natural host plant. This suggests that plant chemistry is not responsible for their lack of utilisation in the wild. Under greenhouse conditions, females showed all equal willingness to oviposit on host and alternative Rumex, expressing no significant preference for any particular plant species. However, in field experiments using free-ranging females in a fenland habitat, eggs were laid only on R. hydrolapathum. Our interpretation is that there are no short distance cues discriminating between the three Rumex species but longer distance cues in the field situation may operate to maintain this host-plant specialisation. The selection pressure maintaining L. cl. batavus as a specialist on R. hydrolapathum in a wetland may underlie its current rarity."

Qualifizierung der Quelle: D



1.04 Hermann, G. & Bolz, R. (2003)

L. dispar hat ein sehr breites Habitatspektrum und kommt auch auf eutrophen Standorten vor. Nach Weidemann (1995:332) sind die Habitate "sumpfige Wiesen, besonders Naßwiesen (Calthion) in Auen von Strömen, Flüssen, Bächen [...]" (Hermann & Bolz 2003:21).

Qualifizierung der Quelle:



1.05 Swaay, C. van, Collins, S., Du?ej, G., Maes, D., Munguira, M. L., Rakosy, L., Ryrholm, N., ?a?i?, M., Settele, J., Thomas, J. A., Verovnik, R., Verstrael, T., Warren, M., Wiemers, M. & Wynhoff, I. (2012)

Van Swaay et al. (2012:95ff.) geben Empfehlungen zum Management gefährdeter Schmetterlingsarten in der Europäischen Union. Als Lebensraum des Großen Feuerfalters (Lycaena dispar) werden Marschgebiete, torfige Gewässerufer und mehr oder weniger feuchte Brachlandschaften genannt. Die Marschgebiete sind durch Urbarmachung, Entnahme von Grundwasser und Trockenlegung bedroht während Gras- und Brachflächen durch Sukzession für L. dispar ungeeignet werden. Zum Erhalt der Bestände wird extensive Mahd/Beweidung nasser Wiesen empfohlen. Trockenlegungen oder andere Maßnahmen zur Grundwasserabsenkung sowie eine Nutzungsintensivierung oder auch Aufgabe der Flächen wirken sich negativ auf die Falter aus.

Qualifizierung der Quelle: A



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Reports: aktueller Wirkfaktor   aktuelle Wirkfaktorengruppe   alle Wirkfaktoren
 

Qualifizierung der Quellen für FFH-Arten

Averallgemeinerbarer, in der Literatur dokumentierter Nachweis für diese spezielle Art
Bin der Literatur dokumentierter Nachweis für diese spezielle Art, aber möglicherweise Ausnahmefall
Cin der Literatur dokumentierter Nachweis für verwandte Arten bzw. andere Arten dieser Artengruppe, der als übertragbar eingestuft wird
Din der Literatur dokumentierter Hinweis für diese spezielle Art oder verwandte Arten bzw. andere Arten dieser Artengruppe
Eeigene Einschätzung oder Aussage Dritter, ohne in der Literatur dokumentierten Nachweis/Hinweis (Experteneinschätzung)
Fkeine Literatur verfügbar / Auswertung bzw. Einschätzung mit aktuellem Bearbeitungsstand noch nicht erfolgt

Legende: Bearbeitungsstand zum Bereich "Beeinträchtigungen"

-bislang noch nicht bearbeitet
Iderzeit nur Einschätzungen zur Relevanz der Wirkfaktoren vorhanden
IIzudem Detaildaten zur Auswertekategorie "1. Empfindlichkeiten/Wirkungen" vorhanden
IIIzudem Detaildaten zu den weiteren Auswertekategorien "2. bis 5." vorhanden
ihre meinung

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dirk.bernotat@bfn.de