Detaildaten zu Beinträchtigungen: FFH-Arten

Großer Feuerfalter - Lycaena dispar

Natura 2000-Code: 1060; Bearbeitungstand: III

Wirkfaktorengruppe: 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung
Wirkfaktor: 2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
Relevanz des Wirkfaktors:  regelmäßig relevant - besondere Intensität (3)

     Auswertekategorien:

  1. Empfindlichkeiten/Wirkungen (7)
  2. Regenerationsfähigkeit (0)
  3. Prognosemethoden (1)
  4. Relevanzschwelle (1)
  5. Erheblichkeitsschwelle (1)

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1. Empfindlichkeiten/Wirkungen

1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) (o. J.)

Die Beseitigung oder Veränderung typischer Vegetations- oder Biotopstrukturen kann zu einer Minderung der Habitatqualität und -funktionen für die Art führen.

In bestehenden Habitaten kann auch die Neuschaffung von Strukturen - sofern sie den Ansprüchen der Art entgegenstehen oder nicht entsprechen - zu einer Beeinträchtigung der Habitatqualität führen.

Konsequenzen können - abhängig vom Umfang - z. B. der Verlust von Teilhabitaten, die Verringerung der Fortpflanzungsrate bzw. der Überlebenswahrscheinlichkeit von Individuen, Bestandsrückgang oder Beeinträchtigung bzw. Erlöschen lokaler (Teil-)Bestände sein.

Qualifizierung der Quelle: E



1.02 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) (o. J.)

Gehölzpflanzungen können zur Vernichtung von Habitaten führen, teilweise betrifft dies flächenmäßig große Bereiche. Bei starker Beschattung durch Gehölze wird die Fraßpflanze verdrängt. Ebert & Rennwald (1991:222) weisen im Zusammenhang mit der Rekultivierung von Baggerseen ausdrücklich darauf hin, dass flächendeckende Gehölzanpflanzungen unterbleiben sollten.

Qualifizierung der Quelle: D



1.03 Drews, M. (2003c)

Der Große Feuerfalter kommt auf ampferreichen Feuchtwiesen und deren Brachestadien, an ungemähten Grabenrändern, See- und Flussufern mit Seggen- und Röhrichtbeständen, in Niedermooren, an feuchten Gebüsch- und Wegrändern sowie an Störstellen in Auenwäldern vor.

Qualifizierung der Quelle: D



1.04 Martin, L. A. & Pullin, A. S. (2004b)

Nach den Untersuchungen von Martin & Pullin (2004b:57) haben nördliche Populationen nur eine Futterpflanze (Rumex hydrolapathum), südliche dagegen weitere Rumex-Arten (zumindest in Großbritannien). Die Wintermortalität war je nach Futterpflanze unterschiedlich, wobei auf R. crispus und R. obtusifolius die Mortalität 100 % betrug.

Hieraus ist zu schließen, dass die Habitatansprüche ganzjährig im Detail bekannt sein müssen, bevor bei projektbedingten Veränderungen einfache Ausweichmöglichkeiten (alternative Futterpflanzen) angenommen werden [Anm. BearbeiterInnen FFH-VP-Info].

"The Large Copper butterfly, Lycaena dispar batavus, is extinct in Britain and rapidly declining in Europe, due predominantly to loss of its wetland habitats. Northern populations have more specialised foodplant and habitat requirements than their more southerly counterparts and rely solely on Rumex hydrolapathum, the Great Water Dock, as their hostplants. Southern colonies use a greater range of Rumex. Previous work has shown that specialisation is not due to foodplant chemistry and in this paper we investigate the ability of different Rumex species to Support the larval stages of L. cl batavus in a natural environment. Comparisons were also made between a captive colony at Woodwalton Fen, Cambridgeshire, UK and native larvae at De Weerribben, Netherlands. Field experiments using a captive colony revealed that other Rumex hosts call successfully support larvae throughout each of their larval stages in wet grassland and fenland habitats with no significant differences ill Survival rates compared with their natural hostplant R. hydrolapathum. An overwintering experiment using a native wild population of both butterfly and Rumex species in De Weerribben found 25% of larvae survived on the natural hostplant R. hydrolapathum and no survivors on alternative Rumex hosts. It is suggested that R. crispus and R. obtusifolius growing in their natural habitat may harbour significant competitors to L. d. batavus leading to its specialisation on R. hydrolapathum in fenland habitats."

Qualifizierung der Quelle: D



1.05 Lindman, L., Remm, J., Saksing, K., Sõber, V., Õunap, E. & Tammaru, T. (2015)

Lindman et al. (2014:11ff.) untersuchten Habitate und Eiablagepflanzen des Großen Feuerfalters (Lycaena dispar) in Estland. Außerdem wurden ab 2011 Laborversuche unternommen, deren Ergebnisse mit den Feldversuchen aus dem Jahr 2013 verglichen werden konnten. Die Untersuchungen ergaben, dass viele Arten der Gattung Rumex als Eiablageplätze des Großen Feuerfalters akzeptiert wurden. Im Gegensatz zu ähnlichen Studien aus Großbritannien ergaben sich dabei jedoch keine Präferenzen für bestimmte Eiablagepflanzen. Aufgrund ihrer Häufigkeit können R. crispus, R. longifolius und R. obtusifolius im Untersuchungsgebiet als Hauptablageplätze angesehen werden. In Feldversuchen ergaben sich allerdings Vorteile für R. obtusifolius: "In some contrast to the results of laboratory trials, our field observations and experiments suggest that, of the two most common hosts, R. obtusifolius is superior over R. crispus as a host plant for L. dispar. Indeed, we were able to show that the larvae of L. dispar disappear 2 weeks earlier from the plants of R. crispus than R. obtusifolius, regardless of whether or not they were protected by mesh bags. The most likely explanation is the more ephemeral character of R. crispus plants: these tend to wilt (leaf surface turns brown and dry) much earlier than those of R. obtusifolius." Im Gegensatz zu britischen Faltern war die Eiablage hier an beiden Seiten der Blätter üblich. Es zeigte sich auch, dass die häufig vorkommende Eiablagepflanze R. obtusifolius von menschlichen Siedlungen profitiert, da sie gerne an anthropogen beeinflussten Gräben und anderen durch Menschen veränderte Feuchthabitate auftritt. Um den Fortbestand der Bestände von L. dispar zu gewährleisen, ist der Erhalt einer ausreichenden Zahl geeigneter Raupenfutterpflanzen erforderlich.

Qualifizierung der Quelle: A



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Reports: aktueller Wirkfaktor   aktuelle Wirkfaktorengruppe   alle Wirkfaktoren
 

Qualifizierung der Quellen für FFH-Arten

Averallgemeinerbarer, in der Literatur dokumentierter Nachweis für diese spezielle Art
Bin der Literatur dokumentierter Nachweis für diese spezielle Art, aber möglicherweise Ausnahmefall
Cin der Literatur dokumentierter Nachweis für verwandte Arten bzw. andere Arten dieser Artengruppe, der als übertragbar eingestuft wird
Din der Literatur dokumentierter Hinweis für diese spezielle Art oder verwandte Arten bzw. andere Arten dieser Artengruppe
Eeigene Einschätzung oder Aussage Dritter, ohne in der Literatur dokumentierten Nachweis/Hinweis (Experteneinschätzung)
Fkeine Literatur verfügbar / Auswertung bzw. Einschätzung mit aktuellem Bearbeitungsstand noch nicht erfolgt

Legende: Bearbeitungsstand zum Bereich "Beeinträchtigungen"

-bislang noch nicht bearbeitet
Iderzeit nur Einschätzungen zur Relevanz der Wirkfaktoren vorhanden
IIzudem Detaildaten zur Auswertekategorie "1. Empfindlichkeiten/Wirkungen" vorhanden
IIIzudem Detaildaten zu den weiteren Auswertekategorien "2. bis 5." vorhanden
ihre meinung

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dirk.bernotat@bfn.de