Detaildaten zu Beinträchtigungen: FFH-Arten

Großer Feuerfalter - Lycaena dispar

Natura 2000-Code: 1060; Bearbeitungstand: III

Wirkfaktorengruppe: 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung
Wirkfaktor: 2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
Relevanz des Wirkfaktors:  regelmäßig relevant (2)

     Auswertekategorien:

  1. Empfindlichkeiten/Wirkungen (8)
  2. Regenerationsfähigkeit (0)
  3. Prognosemethoden (1)
  4. Relevanzschwelle (1)
  5. Erheblichkeitsschwelle (1)

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1. Empfindlichkeiten/Wirkungen

1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) (o. J.)

Die Wiederaufnahme intensiver landwirtschaftlicher Nutzung auf bisherigen Brachflächen kann Populationen von L. dispar in wenigen Jahren zum Erlöschen bringen. Unabhängig davon führte die mit Intensivlandwirtschaft verbundene Eutrophierung (in SW-Deutschland) auch zu einer erheblichen Ausbreitung der stickstoffliebenden Raupennahrungspflanzen Rumex obtusifolius und R. crispus und damit zur Entstehung zahlreicher zusätzlicher Habitate in der Kontaktzone zu intensiv genutzten Flächen.

Anmerkung: Pestizide werden separat unter Wirkfaktor 8-3 behandelt.

Qualifizierung der Quelle: E



1.02 Ebert, G. & Rennwald, E. (Hrsg.) (1991b)

Als Hauptursachen für den Rückgang der Art nennen die Autoren die Entwässerung von Feuchtwiesen (s. a. Wirkfaktor 3-3) und die großflächige Mahd gerade auch von Gräben und Wegrändern. In diesem Zusammenhang wird Zinnert (1966a) zitiert:

"Durch die Rheinkorrektion, [...] die fortschreitende Drainierung [...] ist der Grundwasserspiegel stark abgesunken, wodurch die Futterpflanze und damit der Falter in diesem Gebiet bedroht oder wahrscheinlich sogar verschwunden ist."

Ein Beispiel für die Vernichtung einer Population von L. dispar an einem Tag durch nicht angepaßte Mahd wird von Rennwald (1986) dokumentiert.

Qualifizierung der Quelle: A



1.03 Drews, M. (2003c)

"L. dispar ist vor allem durch die Nutzungsintensivierung oder Nutzungsänderung landwirtschaftlicher Flächen gefährdet. Dazu gehören: Grundwasserabsenkung, Entwässerung, Grünlandumbruch, intensive Mahdnutzung der Wiesen (drei- bis viermal jährlich, tiefschürig und großflächig), rigorose Mahd von Grabenrändern, Bach- und Flussbegradigung und damit einhergehend Zerstörung von Ufervegetation, Aufforstung von Wiesenflächen."

Qualifizierung der Quelle: A



1.04 Loritz, H. & Settele, J. (2006)

Intensivierung der Landwirtschaft führt laut Loritz & Settele (2007:252) zu einem Verlust der typischen Eiablagepflanze Ampfer, da dieser nur auf lückigen, weniger dichtwüchsigen Wiesen zu finden ist.

Qualifizierung der Quelle: D



1.05 Pascher, K. & Raab, R. (2002)

Geeignete Mahd und sinnvolles Management von Wiesen führt nach den Untersuchungen von Pascher & Raab (2002:151) in Österreich zu einem großen Reichtum an Schmetterlingen und fördert u. a. auch L. dispar.

"With approximately 187 Papillonoidea- und 25 Hesperioidea-species (Huemer & Tarmann 1993) Austria is by far the richest Central European country concerning lepidopteran species diversity. Due to intense agricultural activities and destruction of existing intact habitats during the last decades, a severe decline of distribution and abundance of the butterfly fauna has been recorded. Too little has been done for conservation, consequently a carefully directed management to protect species and biotopes is urgently needed. The Danube Island with its diverse habitats represents a refugium with special importance because of its location in the Viennese urban area. During field-work in summer 1995 ten locations on the Danube Island were investigated with regard to diversity of vegetation and occurrence of butterflies. 170 plant species could be registered, ten of which are classified as endangered in different categories according to the "Red List" for Austria (critically endangered species: Agropyron pectinatum and Vulpia bromoides; Niklfeld et al. 1999). 32 butterfly species were found, especially noteworthy is the occurrence of the endangered butterflies Apatura ilia, Aricia agestis, Lycaena dispar rutilus and Plebicula thersites. A ruderal site in the south of the Danube Island exhibited the highest numbers of species for plants as well as for butterflies. This diversity is due to the heterogeneity of landscape-elements surrounding the location, such as an old riverine forest, old stocks of trees, wet biotopes, hedges, ruderal sites etc. which create favourable living conditions. The species-rich occurrence of butterflies in an intensively used meadow in the north of the island can be explained by the uncut flowering border zones, which offer a rich nectar-supply for the butterflies. Frequently cut meadows generally accommodate very few butterflies. The presence of a sufficient range of food- and nectar-plants is the basis for a high species richness of butterflies. Therefore, species protection is only practicable in connection with biotope protection. As a general rule the meadows should only be cut once a year at the most early in October, with the exception of those regions, which are frequently visited by people. These areas need to be cut three times a year. The hay should be lying for three to seven days on the meadows cut once a year, in order to allow an escape and the discovery of new food-plants especially for the caterpillars. On principle, no fertilisation should take place. A mosaic of undisturbed areas left to succession, consisting of bushes and extensively used meadows, is the basic requirement to achieve a successful protection of butterfly species."

Qualifizierung der Quelle: D



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Reports: aktueller Wirkfaktor   aktuelle Wirkfaktorengruppe   alle Wirkfaktoren
 

Qualifizierung der Quellen für FFH-Arten

Averallgemeinerbarer, in der Literatur dokumentierter Nachweis für diese spezielle Art
Bin der Literatur dokumentierter Nachweis für diese spezielle Art, aber möglicherweise Ausnahmefall
Cin der Literatur dokumentierter Nachweis für verwandte Arten bzw. andere Arten dieser Artengruppe, der als übertragbar eingestuft wird
Din der Literatur dokumentierter Hinweis für diese spezielle Art oder verwandte Arten bzw. andere Arten dieser Artengruppe
Eeigene Einschätzung oder Aussage Dritter, ohne in der Literatur dokumentierten Nachweis/Hinweis (Experteneinschätzung)
Fkeine Literatur verfügbar / Auswertung bzw. Einschätzung mit aktuellem Bearbeitungsstand noch nicht erfolgt

Legende: Bearbeitungsstand zum Bereich "Beeinträchtigungen"

-bislang noch nicht bearbeitet
Iderzeit nur Einschätzungen zur Relevanz der Wirkfaktoren vorhanden
IIzudem Detaildaten zur Auswertekategorie "1. Empfindlichkeiten/Wirkungen" vorhanden
IIIzudem Detaildaten zu den weiteren Auswertekategorien "2. bis 5." vorhanden
ihre meinung

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dirk.bernotat@bfn.de