Detaildaten zu Beinträchtigungen: FFH-Arten

Großer Feuerfalter - Lycaena dispar

Natura 2000-Code: 1060; Bearbeitungstand: III

Wirkfaktorengruppe: 3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren
Wirkfaktor: 3-3 Veränderung der hydrologischen / hydrodynamischen Verhältnisse
Relevanz des Wirkfaktors:  regelmäßig relevant (2)

     Auswertekategorien:

  1. Empfindlichkeiten/Wirkungen (7)
  2. Regenerationsfähigkeit (0)
  3. Prognosemethoden (1)
  4. Relevanzschwelle (1)
  5. Erheblichkeitsschwelle (1)

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1. Empfindlichkeiten/Wirkungen

1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) (o. J.)

Je nach Dauer und Zeitpunkt können Überflutungen / Überstauungen für die Art von Bedeutung sein. Die Toleranz gegenüber Hochwasserereignissen im Winterhalbjahr scheint relativ hoch im Gegensatz zu solchen im Sommer.

Rumex hydrolapathum, R. crispus, R. obtusifolius sind Halblichtpflanzen, Mäßigwärme- bis Wärmezeiger, die sich lediglich hinsichtlich ihrer Feuchte- und Stickstofftoleranz deutlich unterscheiden. Alle drei sind nicht salzertragend (Ellenberg 1992:137). R. hydrolapathum besiedelt als Wechselwasserzeiger die feuchtesten, oft überfluteten Standorte; R. obtusifolius ist dagegen die Art, die die größte Stickstofftoleranz zeigt und sogar als Verschmutzungszeiger eingestuft wird.

Neben Überflutungen / Überstauungen kann die Entwässerung von Standorten indirekt negativ auf die Art wirken. Die Entwässerung von Feuchtwiesen (s. a. Wirkfaktor 2-3) wird von vielen Autoren als Ursache für den Rückgang der Art angegeben.

Qualifizierung der Quelle: E



1.02 Schweizerischer Bund für Naturschutz/ Lepidopterologen-Arbeitsgruppe (Hrsg.) (1991)

"Überflutung von drei bis vier Wochen Dauer schadet den überwinternden Raupen nicht."

"An natürliche (bzw. naturnahe) Hochwasserereignisse ist der Große Feuerfalter als charakteristische Flußauen-Art gut angepaßt. Zumindest Winter- und Frühjahrshochwässer werden von den Raupen offenbar überstanden [...]" (Hermann 1997:10).

Qualifizierung der Quelle: A



1.03 Pullin, A. S., McLean, I. F. G. & Webb, M. R. (1995)

In England ist L. dispar ausgestorben. Das Verschwinden der Art wird dort v. a. auf die Entwässerung von Feuchtstandorten zurückgeführt: "There is a consensus of opinion that the decline was an inevitable consequence of habitat loss due to widespread drainage of the offenlands [...]. The draining of the complex of meres adjacent to Holme and Woodwalton fens during the 1840s, culminating in the drainage of Whittlesey Mere in 1851 [...], gives some indication of the extensive drainage activity at the time of the butterfly's disappearance [...]."

Hochwasserereignisse im Sommer stellen eine deutliche Gefährdung für L. dispar dar: "An abnormal flood in July of 1968 caused a dramatic decline in the number of eggs in the remaining population. By 1969 only five adults remained and these failed to reproduce. The Woodwalton colony was completely wiped out [...]."

Qualifizierung der Quelle: A



1.04 Ebert, G. & Rennwald, E. (Hrsg.) (1991b)

Die Autoren zitieren einige Mitteilungen, bei denen der Rückgang von L. dispar auf die Entwässerung von Feuchtwiesen zurückgeführt wird. Gleichzeitig wiesen sie aber darauf hin, dass die Art sehr anpassungsfähig ist und die Tatsache, dass auch andere Ampferarten als Rumex hydrolapathum befressen werden, dem Falter eine Überlebenschance sichert.

Qualifizierung der Quelle: A



1.05 Nicholls, C. N. & Pullin, A. S. (2003)

Eine Überflutung des Habitats wirkt sich laut Nicholls & Pullin (2003:65ff.) direkt nach dem 28. Tag dramatisch und unabhängig von der Überflutungsdauer in späteren Entwicklungsstadien in Form von höheren Mortalitätsraten aus.

"Previous work suggests that submergence of Lycaena dispar larvae during overwintering may play a significant role in this butterfly's population dynamics. Since potential re-introduction sites in eastern England are prone to regular seasonal flooding, we further studied the species' submergence tolerance with a view to formulating management protocols conducive to larval survivorship under periodic flood conditions. Simulated flooding regimes using captive-reared larvae showed that enforced submergence has a twofold effect: firstly, a direct increase in mortality after 28 days under water and, secondly, a longer term, post-diapause increase in mortality; manifest either as an inability of larvae to resume feeding, or a failure to complete development. Additionally, there was a marked difference in the response of 'early' and 'late' diapause larvae; the latter generally succumbing after shorter periods under water, and suffering higher total mortalities. Behavioural investigations suggest that, if afforded the opportunity, diapausing larvae can evade submergence by climbing onto the exposed sections of partially flooded host plants. Significantly, survival on partially flooded plants was found to be comparable to that on unflooded controls. Further re- introductions of L. dispar in the U.K. will probably necessitate a direct translocation of wild Dutch stock. As the flood tolerance of this source population remains largely undetermined, and given that re-introduction site hydrology will be generally unamenable to conservation-oriented manipulation, it is recommended. that restoration management be directed towards creating structural diversity in the vegetation of overwintering habitats, thereby providing potential 'flood refugia' for hibernating larvae."

Qualifizierung der Quelle: D



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Reports: aktueller Wirkfaktor   aktuelle Wirkfaktorengruppe   alle Wirkfaktoren
 

Qualifizierung der Quellen für FFH-Arten

Averallgemeinerbarer, in der Literatur dokumentierter Nachweis für diese spezielle Art
Bin der Literatur dokumentierter Nachweis für diese spezielle Art, aber möglicherweise Ausnahmefall
Cin der Literatur dokumentierter Nachweis für verwandte Arten bzw. andere Arten dieser Artengruppe, der als übertragbar eingestuft wird
Din der Literatur dokumentierter Hinweis für diese spezielle Art oder verwandte Arten bzw. andere Arten dieser Artengruppe
Eeigene Einschätzung oder Aussage Dritter, ohne in der Literatur dokumentierten Nachweis/Hinweis (Experteneinschätzung)
Fkeine Literatur verfügbar / Auswertung bzw. Einschätzung mit aktuellem Bearbeitungsstand noch nicht erfolgt

Legende: Bearbeitungsstand zum Bereich "Beeinträchtigungen"

-bislang noch nicht bearbeitet
Iderzeit nur Einschätzungen zur Relevanz der Wirkfaktoren vorhanden
IIzudem Detaildaten zur Auswertekategorie "1. Empfindlichkeiten/Wirkungen" vorhanden
IIIzudem Detaildaten zu den weiteren Auswertekategorien "2. bis 5." vorhanden
ihre meinung

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dirk.bernotat@bfn.de