Detaildaten zu Beinträchtigungen: FFH-Arten

Eschen-Scheckenfalter - Euphydryas maturna

Natura 2000-Code: 1052; Bearbeitungstand: III

Wirkfaktorengruppe: 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung
Wirkfaktor: 2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
Relevanz des Wirkfaktors:  regelmäßig relevant - besondere Intensität (3)

     Auswertekategorien:

  1. Empfindlichkeiten/Wirkungen (4)
  2. Regenerationsfähigkeit (0)
  3. Prognosemethoden (1)
  4. Relevanzschwelle (1)
  5. Erheblichkeitsschwelle (1)

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1. Empfindlichkeiten/Wirkungen

1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) (o. J.)

Die Beseitigung oder Veränderung typischer Vegetations- oder Biotopstrukturen kann zu einer Minderung der Habitatqualität und -funktionen für die Art führen, im Extremfall bis hin zum Verlust der Habitatfunktion.

In bestehenden Habitaten kann auch die Neuschaffung von Strukturen - sofern sie den Ansprüchen der Art entgegenstehen oder nicht entsprechen - zu einer Beeinträchtigung der Habitatqualität führen.

Konsequenzen können - abhängig vom Umfang - z. B. der Verlust von Teilhabitaten, die Verringerung der Fortpflanzungsrate bzw. der Überlebenswahrscheinlichkeit von Individuen, Bestandsrückgang oder Beeinträchtigung bzw. Erlöschen lokaler (Teil-)Bestände sein.

Qualifizierung der Quelle: E



1.02 Drews, M. (2003e)

Die Art besiedelt warmfeuchte, sehr lichte Laubmischwälder, und zwar Hartholz-Auenwälder, Eschen-Erlen-Sumpfwälder, Eichen-Hainbuchenwälder und Mittelwälder mit hohem Grundwasserstand. Dabei ist das Vorhandensein von freistehenden, besonnten Jungeschen und reicher Kraut-Strauchschicht unerlässlich.

Qualifizierung der Quelle: D



1.03 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) (o. J.)

Als Beispiele für Veränderungen von Vegetationsstrukturen, die zur Gefährdung führen können, führt Drews (2003e:476) die Aufforstung von Waldlichtungen, forstliche Eingriffe im Bereich des Waldmantels und die Beseitigung oder Mahd blütenreicher Waldwegsäume auf.

Qualifizierung der Quelle: E



1.04 Dolek, M., Freese-Hager, A., Geyer, A., Balletto, E. & Bonelli, S. (2013)

Dolek et al. (2013:361) untersuchten die Eiablage- und Futterstrategien von Euphydryas maturna in Norditalien und Bayern. Während die eigentlich polyphage Art mit 24 nachgewiesenen Raupenfutterpflanzen in Bayern fast ausschließlich an Fraxinus excelsior (Gemeiner Esche) vorkam, wurden in Italien nach der Überwinterung auch Raupen an Plantago major (Breitwegerich), Plantago minor [Anm.: vermutlich ist Plantago lanceolata var. minor gemeint, BearbeiterInnen FFH-VP-Info] (Spitzwegerich) und Veronica hederifolia (Efeu-Ehrenpreis) gefunden. Die Autor*innen vermuten außerdem, dass die Larven von den bereits früh im Jahr verfügbaren krautigen Pflanzen auf Eschen zurück wandern, sobald diese auszutreiben beginnen. Daher sollten diese krautigen Pflanzenarten in unmittelbarer Nähe der Eschen vorkommen.

Qualifizierung der Quelle: A


3. Prognosemethoden

3.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) (o. J.)

I. d. R. erfolgt die Wirkungsbeurteilung durch Überlagerung der vom Projekt entsprechend beeinflussten Flächen mit allen nach den Erhaltungszielen zu bewahrenden bzw. zu entwickelnden (Teil-)Habitaten.

Die betroffenen Habitate bzw. Habitatstrukturen sind hinsichtlich ihrer längerfristigen Entwicklung und der qualitativen Abweichung zu bewerten. Soweit erforderlich, sind unterschiedliche Teilhabitate der Art in der Prognose differenziert zu betrachten. Dabei sind zum einen die absoluten Habitatverluste bzw. -verschlechterungen (m²) sowie die relativen (%) bezogen auf den Gesamtbestand im Gebiet bzw. die funktional zusammengehörenden Habitate der Art zu ermitteln bzw. abzuschätzen.

Darauf aufbauend sind die qualitativen und quantitativen Funktionsverluste für die betroffenen Individuen bzw. (Teil-)Bestände zu beurteilen. Soweit möglich, ist die Prognose durch Vergleich mit standörtlich und strukturell ähnlichen Habitaten bzw. solchen, die bereits entsprechenden Veränderungen unterlagen, abzusichern.

Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.

Etwaige kumulative Wirkungen additiver oder synergistischer Art durch andere Wirkfaktoren des Projekts / Plans oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten / Plänen sind zu berücksichtigen.

Im Einzelfall können aus Gründen der Prognosesicherheit auch weitergehende Methoden notwendig werden (z. B. Populationsgefährdungsanalysen, s. Rassmus et al. 2003, Lambrecht et al. 2004).

Qualifizierung der Quelle: E



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Reports: aktueller Wirkfaktor   aktuelle Wirkfaktorengruppe   alle Wirkfaktoren
 

Qualifizierung der Quellen für FFH-Arten

Averallgemeinerbarer, in der Literatur dokumentierter Nachweis für diese spezielle Art
Bin der Literatur dokumentierter Nachweis für diese spezielle Art, aber möglicherweise Ausnahmefall
Cin der Literatur dokumentierter Nachweis für verwandte Arten bzw. andere Arten dieser Artengruppe, der als übertragbar eingestuft wird
Din der Literatur dokumentierter Hinweis für diese spezielle Art oder verwandte Arten bzw. andere Arten dieser Artengruppe
Eeigene Einschätzung oder Aussage Dritter, ohne in der Literatur dokumentierten Nachweis/Hinweis (Experteneinschätzung)
Fkeine Literatur verfügbar / Auswertung bzw. Einschätzung mit aktuellem Bearbeitungsstand noch nicht erfolgt

Legende: Bearbeitungsstand zum Bereich "Beeinträchtigungen"

-bislang noch nicht bearbeitet
Iderzeit nur Einschätzungen zur Relevanz der Wirkfaktoren vorhanden
IIzudem Detaildaten zur Auswertekategorie "1. Empfindlichkeiten/Wirkungen" vorhanden
IIIzudem Detaildaten zu den weiteren Auswertekategorien "2. bis 5." vorhanden
ihre meinung

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dirk.bernotat@bfn.de