Detaildaten zu Beinträchtigungen: FFH-Arten

Eschen-Scheckenfalter - Euphydryas maturna

Natura 2000-Code: 1052; Bearbeitungstand: III

Wirkfaktorengruppe: 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung
Wirkfaktor: 2-5 (Länger) andauernde Aufgabe habitatprägender Nutzung / Pflege
Relevanz des Wirkfaktors:  regelmäßig relevant (2)

     Auswertekategorien:

  1. Empfindlichkeiten/Wirkungen (6)
  2. Regenerationsfähigkeit (0)
  3. Prognosemethoden (1)
  4. Relevanzschwelle (1)
  5. Erheblichkeitsschwelle (1)

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1. Empfindlichkeiten/Wirkungen

1.01 Weidemann, H.-J. (1995)

"Der [...] beherbergt solche Wälder nur bei extensiver Bewirtschaftung. Mit Beendigung der traditionellen Waldnutzung wachsen diese zum Hochwald durch. Die lichtbedürftigen, wärmeliebenden Arten der Säume und Mäntel verlieren derart ihren Lebensraum."

Da die Habitate keine "Klimax"-Stadien darstellen, führt die Aufgabe prägender Nutzungen oder von Pflegemaßnahmen über standortabhängig unterschiedliche Zeiträume zum kompletten Habitatverlust und damit zum Erlöschen der jeweiligen Population.

Qualifizierung der Quelle: A



1.02 Pretscher, P. (2000c)

"Hauptursache für das Verschwinden des 'Verbuschungsflüchters' ist die rasche Wiederbewaldung der austrocknenden Pfeifengras-Lichtungen. Hier sind Entbuschungsmaßnahmen wichtiger als Einstandsdickungen für das Wild."

Qualifizierung der Quelle: A



1.03 Drews, M. (2003e)

"E. maturna ist ein "Verbuschungsflüchter", d. h. sobald auf einer Lichtung die Bedingungen für die Eiablage durch die Wiederbewaldung oder fehlende Jungeschen nicht mehr akzeptabel sind, verlassen die Falter die Fläche (vgl. Schiller & Graul 2000a)."

Qualifizierung der Quelle: A



1.04 Dolek, M., Freese-Hager, A., Geyer, A. & Liegl, A. (2008)

In den Mittelwäldern werden nur bestimmte Flächen mittleren Hiebsalters besiedelt, die bei einer Nutzungsaufgabe verloren gehen würden.

"Im Steigerwald werden bevorzugt lichte Wälder besiedelt. Die durch Mittelwaldbewirtschaftung sieben bis über 20 Jahre alten Schläge bieten das notwendige warm-luftfeuchte Mikroklima." Die vom Maivogel "benötigten Biotopausprägungen sind Phasen des Lebensraumes, die sich mit keiner der heutigen Landnutzungen vereinbaren lassen. Die prägenden Prozesse (Flussauendynamik, Entstehung unbestockter Flächen aus unterschiedlichsten Gründen, Sukzession nach der Zerfallsphase des Waldes) sind unerwünschte Störungen. Die einzige Ausnahme, die Stotzjausschlagswirtschaft, gilt ebenfalls als nicht zeitgemäße Waldbewirtschaftung." "Für die als Mittel- oder Niederwald genutzten Bestände heißt dies, dass die Durchführung der Stockhiebe sicher gestellt werden muss."

Qualifizierung der Quelle: A



1.05 Dolek, M., K?rösi, Á. & Freese-Hager, A. (2018)

Ein vertragsbasiertes Schutzprogramm für Wälder soll seit 2005 in Bayern unter anderem das Verschwinden von seltenen Niederwäldern aufhalten. Dolek et al. (2018:78f., 82) untersuchten die Auswirkungen dieses Programms und der Niederwaldbewirtschaftung im Allgemeinen auf die seltenen Schmetterlingsarten Euphydryas maturna und Eriogaster catax. Die höchste Anzahl an Larvengespinnsten von E. maturna konnte etwa 10-15 Jahre nach dem Rückschnitt beobachtet werden. Insgesamt wird zur Förderung der gefährdeten Falterarten eine Umtriebszeit von etwa 25 Jahren empfohlen. Die Autor*innen konnten nachweisen, dass das Auftreten von E. maturna auf jungen und mittelalten Flächen signifikant wahrscheinlicher war als in den umgebenden Hochwäldern. Insgesamt konnten im Untersuchungszeitraum 1.544 Raupengespinnste in Niederwäldern und lediglich 187 in Hochwäldern gefunden werden, wobei Letztere mehr als die doppelte Fläche aufwiesen.

Qualifizierung der Quelle: A



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Reports: aktueller Wirkfaktor   aktuelle Wirkfaktorengruppe   alle Wirkfaktoren
 

Qualifizierung der Quellen für FFH-Arten

Averallgemeinerbarer, in der Literatur dokumentierter Nachweis für diese spezielle Art
Bin der Literatur dokumentierter Nachweis für diese spezielle Art, aber möglicherweise Ausnahmefall
Cin der Literatur dokumentierter Nachweis für verwandte Arten bzw. andere Arten dieser Artengruppe, der als übertragbar eingestuft wird
Din der Literatur dokumentierter Hinweis für diese spezielle Art oder verwandte Arten bzw. andere Arten dieser Artengruppe
Eeigene Einschätzung oder Aussage Dritter, ohne in der Literatur dokumentierten Nachweis/Hinweis (Experteneinschätzung)
Fkeine Literatur verfügbar / Auswertung bzw. Einschätzung mit aktuellem Bearbeitungsstand noch nicht erfolgt

Legende: Bearbeitungsstand zum Bereich "Beeinträchtigungen"

-bislang noch nicht bearbeitet
Iderzeit nur Einschätzungen zur Relevanz der Wirkfaktoren vorhanden
IIzudem Detaildaten zur Auswertekategorie "1. Empfindlichkeiten/Wirkungen" vorhanden
IIIzudem Detaildaten zu den weiteren Auswertekategorien "2. bis 5." vorhanden
ihre meinung

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dirk.bernotat@bfn.de