Detaildaten zu Beinträchtigungen: FFH-Arten

Eschen-Scheckenfalter - Euphydryas maturna

Natura 2000-Code: 1052; Bearbeitungstand: III

Wirkfaktorengruppe: 3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren
Wirkfaktor: 3-3 Veränderung der hydrologischen / hydrodynamischen Verhältnisse
Relevanz des Wirkfaktors:  regelmäßig relevant - besondere Intensität (3)

     Auswertekategorien:

  1. Empfindlichkeiten/Wirkungen (6)
  2. Regenerationsfähigkeit (0)
  3. Prognosemethoden (1)
  4. Relevanzschwelle (1)
  5. Erheblichkeitsschwelle (1)

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1. Empfindlichkeiten/Wirkungen

1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) (o. J.)

Die Feuchteverhältnisse spielen für die Auswahl der zur Eiablage geeigneten Eschen-Zweige eine entscheidende Rolle. Belegt werden exponierte, besonnte Zweigpartien warm-luftfeuchter Umgebung (Weidemann 1995:484). Da die Luftfeuchte von der Bodenfeuchte abhängig ist, können sich insbesondere die Faktoren negativ auswirken, die die Bodenfeuchte auf Dauer absenken, z. B. Meliorationsmaßnahmen.

Eine zeitweise Überflutung besiedelter Lebensräume scheint unproblematisch. Der Zeitpunkt der Überflutung ist unkritisch, da die Entwicklungsstadien des Falters sich meist in größerer Höhe befinden bzw. die Raupengespinste schwimmfähig scheinen.

Qualifizierung der Quelle: E



1.02 Pretscher, P. (2000c)

"Bei Auenwaldzerstörungen durch Gewässerausbau (z. B. Flussbegradigungen, Schleusenbau, Grundwasserabsenkung), [...] durch Trockenlegung von Sumpfwäldern durch Meliorationsmaßnahmen in der Vergangenheit [...] wurde dieser 'Lichtungs- und Waldrandsiedler', 'Schlagflurhüpfer' und 'Verbuschungsflüchter' aus den meisten seiner angestammten Lebensräume verdrängt."

Durch eine Absenkung des Grundwasserspiegels wurden die Habitate also vielerorts ungeeignet für die Art.

Qualifizierung der Quelle: A



1.03 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) (o. J.)

Eine zeitweise Überflutung der Lebensräume scheint unproblematisch, weil die Eiablage und die Verpuppung überschwemmungssicher erfolgen. Da einige Raupen der Art bis zu drei mal überwintern, können derartige Katastrophen überlebt werden. Die Angaben zu Eiablagebeobachtungen reichen von bodennah bis 4 m (Weidemann 1995:484), 2-4 m (Schiller & Graul 2000:54), bis zu 10 m über dem Boden (Eberhard in Ebert & Rennwald 1991:540), 0,5-15 m mit einer Mehrheit (2. und 3. Quartile aller Daten) der Gelege bzw. Nester in 1,5-3 m Höhe über Boden (Freese et al. 2006:391), Verpuppung wurde in 1-1,5 m Höhe beobachtet (Pretscher 2000c:444).

"Da das von den Raupen angefertigte Überwinterungsgespinst je nach Lokalität auch aus trockenen, gerollten (Erlen-) Blättern bestehen kann, ist fernerhin eine gewisse Schwimmfähigkeit bei Hochwasser gewährleistet" (Pretscher 2000c:443).

Qualifizierung der Quelle: E



1.04 Drews, M. (2003e)

"Der Standort der Esche muss grundwassernah und wechselfeucht sein, wodurch ein luftfeuchtes Mikroklima entsteht. Die Ablagehöhe beträgt meist 1-3 m, kann aber auch von 0,2 bis zu 15 m über dem Boden variieren (Bolz 2001b). [...] Nach der ca. 320 Tage umfassenden Larvalphase verpuppen sich die Raupen (Stürzpuppe) in ungefähr 1-1,5 m Höhe an Jungbäumen. Während des ca. 18 Tage dauernden Puppenstadiums ist ein warmfeuchtes Milieu lebenswichtig, da die Puppen sonst vertrocknen."

Als Gefährdungsursachen für E. maturna werden genannt: "Absenkung des Grundwasserspiegels und sonstige Entwässerungsmaßnahmen in feuchten Wäldern".

Qualifizierung der Quelle: A



1.05 Dolek, M., Freese-Hager, A., Geyer, A., Balletto, E. & Bonelli, S. (2013)

Dolek et al. (2013:364) untersuchten die Eiablage- und Futterstrategien von Euphydryas maturna in Norditalien und Bayern. Allgemein empfehlen die Autor*innen zum dauerhaften Schutz der Art neben dem Erhalt einer lichten Waldstruktur auch die Gewährleistung einer hohen Luftfeuchtigkeit. Diese kann beispielsweise durch ein nahegelegenes Gewässer oder einen feuchten Boden aufrechterhalten werden. Eine Veränderung der hydrologischen Verhältnisse kann sich daher möglicherweise negativ auf die Art auswirken.

Qualifizierung der Quelle: D



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Reports: aktueller Wirkfaktor   aktuelle Wirkfaktorengruppe   alle Wirkfaktoren
 

Qualifizierung der Quellen für FFH-Arten

Averallgemeinerbarer, in der Literatur dokumentierter Nachweis für diese spezielle Art
Bin der Literatur dokumentierter Nachweis für diese spezielle Art, aber möglicherweise Ausnahmefall
Cin der Literatur dokumentierter Nachweis für verwandte Arten bzw. andere Arten dieser Artengruppe, der als übertragbar eingestuft wird
Din der Literatur dokumentierter Hinweis für diese spezielle Art oder verwandte Arten bzw. andere Arten dieser Artengruppe
Eeigene Einschätzung oder Aussage Dritter, ohne in der Literatur dokumentierten Nachweis/Hinweis (Experteneinschätzung)
Fkeine Literatur verfügbar / Auswertung bzw. Einschätzung mit aktuellem Bearbeitungsstand noch nicht erfolgt

Legende: Bearbeitungsstand zum Bereich "Beeinträchtigungen"

-bislang noch nicht bearbeitet
Iderzeit nur Einschätzungen zur Relevanz der Wirkfaktoren vorhanden
IIzudem Detaildaten zur Auswertekategorie "1. Empfindlichkeiten/Wirkungen" vorhanden
IIIzudem Detaildaten zu den weiteren Auswertekategorien "2. bis 5." vorhanden
ihre meinung

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dirk.bernotat@bfn.de