Detaildaten zu Beinträchtigungen: FFH-Arten

Eschen-Scheckenfalter - Euphydryas maturna

Natura 2000-Code: 1052; Bearbeitungstand: III

Wirkfaktorengruppe: 4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust
Wirkfaktor: 4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust
Relevanz des Wirkfaktors:  regelmäßig relevant (2)

     Auswertekategorien:

  1. Empfindlichkeiten/Wirkungen (5)
  2. Regenerationsfähigkeit (0)
  3. Prognosemethoden (1)
  4. Relevanzschwelle (1)
  5. Erheblichkeitsschwelle (2)

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1. Empfindlichkeiten/Wirkungen

1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) (o. J.)

Anlagebedingte Barrierewirkungen können dann relevant sein, wenn bestehende Verbundkorridore zwischen verschiedenen Lebensstätten (z. B. Waldschneisen) durch vertikale Elemente beeinträchtigt oder komplett entwertet werden. Dies kann z. B. durch Aufforstung oder Wald-Sukzession in Folge von Nutzungsaufgabe der Fall sein. Da die Art aber als guter Flieger gilt, dürfte dieses Problem nur von untergeordneter Bedeutung sein. Genauere Untersuchungen zum Thema liegen nicht vor.

"Der Maivogel ist der mit Abstand beste und schnellste Flieger unter den Scheckenfaltern und erinnert eher an das Flugverhalten von Eisvögeln (Limenitis-Arten) [...]" (Bolz 1995:71).

Barrierewirkungen und Mortalität können - abhängig vom Umfang - zu Verlust von (Teil-)Habitaten, Bestandsrückgang oder zu Beeinträchtigung bzw. Erlöschen lokaler (Teil-)Populationen bzw. zur Gefährdung von Metapopulationen führen. Hinweise finden sich in zahlreichen Publikationen, u. a. bei Bauer (1987), Thielcke et al. (1983), Heimbucher (1991) oder Glitzner (1999).

Qualifizierung der Quelle: E



1.02 Cizek, O. & Konvicka, M. (2005)

Die Mobililtät der Art wurde von Cizek & Kinvicka (2005) untersucht, bei unterschiedlichen Habitatgrößen und Populationszusammensetzungen in verschiedenen Regionen. Je nach Region ergab sich dabei ein unterschiedliches Mobilitätsverhalten von E. maturna, mit Auswirkungen auf die Mortalität und Überlebensrate. Die Übertragbarkeit von Mobilitätsparametern von einer Region auf eine andere ist daher nach Ansicht der Autoren risikoreich.

"In metapopulations of butterflies inhabiting transient forest openings, the dynamic character of biotopes prevents unequivocal delimitation of habitat patches, complicating analyses of inter-patch dispersal. We analyse mobility of one such metapopulation, using mark-recapture data on an endangered butterfly, the scarce fritillary Euphydryas maturna, at its last site in the Czech Republic. The butterfly inhabits woodland clearings, its population numbered 190 individuals in 2002. We modelled movements in eight habitat patchworks delimited according to different criteria and superimposed over the forest, using the Virtual Migration model. Resulting mobility parameters were generally robust against patchwork definitions, the main distinction was between patchworks based on presence of adults and consisting of small patches and patchworks based on distributions of larval nests and consisting of large patches. Emigration constant decreased towards the latter, whereas males suffered higher migration mortality than females in the former. Patchworks delimited according to presence of adults performed better than patchworks based on distribution of larval nests. A comparison of our parameters with those found for the species in Finland showed that the Czech butterflies were more prone to leave individual patches and suffered higher migration mortality, which combined into considerably shorter survival. We conclude that transferring dispersal parameters among different regions and populations is more risky than using less suitable definitions of habitat patches within single region."

Qualifizierung der Quelle: D



1.03 Konvicka, M., Cizek, O., Filipova, L., Fric, Z., Benes, J., Krupka, M., Zamecnik, J. & Dockalova, Z. (2005)

Die Mobilität von E. maturna beträgt meist weniger als 500 m. Die Art wandert bevorzugt an Wegen entlang frischer Kahlschläge entlang. Dieses Verhalten ist nachteilig in Bezug auf die herrschende Praxis in der Forstwirtschaft. Als Schutzmaßnahme ist nach Ansicht von Konvicka et al. (2005:551ff.) eine traditionelle Forstwirtschaft in der Nähe der bekannten Vorkommen der Art sinnvoll.

"The last surviving population of the scarce fritillary Euphydryas maturna (L., 1758) (Lepidoptera, Nymphalidae) in the Czech Republic was studied using mark-recapture methods in 2002 in order to assess adult population structure and mobility, and by annual censuses of larval nests since 2001. The population is restricted to clearings within an isolated lowland deciduous forest situated in a densely populated landscape. Modelling demography using constrained linear models revealed that adult survival was constant in time and lower in males than in females; catchability was equal in sexes and varied in time, while recruitment was constant in sexes and time. Total population size was extremely small, numbering less then 200 individuals. Mobility was well described by a negative exponential function. Less than 5 per cent of individuals are predicted to cross distances of 500 metres, and long distance movements were highly unlikely. We conclude that the butterfly persists as a dynamic metapopulation that tracks early successional woodland clearings. Under recent high-forest management, its long-term survival is highly unlikely and the only chance for preserving it in the long term is the re-establishment of traditional coppicing with standards, which should provide a more continuous supply of the butterfly's biotope."

Qualifizierung der Quelle: D



1.04 Wahlberg, N., Klemetti, T., Selonen, V. & Hanski, I. (2002)

In einer Studie in Finnland (Wahlberg et al. 2002:37) betrug die maximal beobachtete Migrationsdistanz 640 m, wobei Weibchen noch geringere Strecken zurücklegten (max. 141 m; 16 beobachtete Weibchen und 52 Männchen).

Qualifizierung der Quelle: D



1.05 Dolek, M., Freese, A., Geyer, A. & Bolz, R. (2003)

Im Steigerwald konnte über einen Nestfund eine Migrationsdistanz von 1,7 km zum nächstgelegenen, besiedelten Waldbereich abgeschätzt werden (Dolek et al. 2003:34). Aktuell (2009) liegen ähnliche Beobachtungen vor.

Qualifizierung der Quelle: D



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Reports: aktueller Wirkfaktor   aktuelle Wirkfaktorengruppe   alle Wirkfaktoren
 

Qualifizierung der Quellen für FFH-Arten

Averallgemeinerbarer, in der Literatur dokumentierter Nachweis für diese spezielle Art
Bin der Literatur dokumentierter Nachweis für diese spezielle Art, aber möglicherweise Ausnahmefall
Cin der Literatur dokumentierter Nachweis für verwandte Arten bzw. andere Arten dieser Artengruppe, der als übertragbar eingestuft wird
Din der Literatur dokumentierter Hinweis für diese spezielle Art oder verwandte Arten bzw. andere Arten dieser Artengruppe
Eeigene Einschätzung oder Aussage Dritter, ohne in der Literatur dokumentierten Nachweis/Hinweis (Experteneinschätzung)
Fkeine Literatur verfügbar / Auswertung bzw. Einschätzung mit aktuellem Bearbeitungsstand noch nicht erfolgt

Legende: Bearbeitungsstand zum Bereich "Beeinträchtigungen"

-bislang noch nicht bearbeitet
Iderzeit nur Einschätzungen zur Relevanz der Wirkfaktoren vorhanden
IIzudem Detaildaten zur Auswertekategorie "1. Empfindlichkeiten/Wirkungen" vorhanden
IIIzudem Detaildaten zu den weiteren Auswertekategorien "2. bis 5." vorhanden
ihre meinung

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dirk.bernotat@bfn.de