Detaildaten zu Beinträchtigungen: FFH-Arten

Eschen-Scheckenfalter - Euphydryas maturna

Natura 2000-Code: 1052; Bearbeitungstand: III

Wirkfaktorengruppe: 8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen
Wirkfaktor: 8-1 Management gebietsheimischer Arten
Relevanz des Wirkfaktors:  gegebenenfalls relevant (1)

     Auswertekategorien:

  1. Empfindlichkeiten/Wirkungen (6)
  2. Regenerationsfähigkeit (0)
  3. Prognosemethoden (0)
  4. Relevanzschwelle (0)
  5. Erheblichkeitsschwelle (0)

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1. Empfindlichkeiten/Wirkungen

1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) (o. J.)

Es sind keine Tierarten bekannt, die regelmäßig ausgebracht werden und auf die Art konkurrierend bzw. verdrängend wirken. Jagdliche Praktiken wie die Anlage von Wildäckern können eine Beeinträchtigung darstellen, wenn am Rand der Lichtung keine Jung-Eschen toleriert werden (Pretscher 2000c:447).

Qualifizierung der Quelle: E



1.02 Dolek, M., Freese-Hager, A., Geyer, A., Balletto, E. & Bonelli, S. (2013)

Bei einer Untersuchung der Eiablage- und Futterstrategien von Euphydryas maturna in Norditalien und Bayern (Dolek et al. 2013:360) konnten die Autor*innen zeigen, dass die eigentlich polyphage Art mit 24 nachgewiesenen Raupenfutterpflanzen in Bayern fast ausschließlich an Fraxinus excelsior (Gemeiner Esche) vorkommt. Insgesamt wurden 766 Gelege und Jungraupengespinste vor der Überwinterung untersucht. 99,6 % der Funde stammen von F. excelsior. Ansonsten wurden lediglich zwei Gelege an Ligustrum vulgare (Liguster) und eines an Viburnum opulus (Gemeiner Schneeball) gefunden. Die Eier wurden hauptsächlich auf einer Höhe zwischen 1,4 m und 2,45 m nachgewiesen. Es konnten keine Gelege auf sehr jungen Eschen gefunden werden.
"Egg-laying on F. excelsior occurred from 0.8 m to 8 m above the ground (later observations up to 15 m), but most batches were located between 1.4 and 2.45 m (2nd + 3rd quartile of total data, data sampled for n = 343). Young (very small; approximately less than 1 m) F. excelsior trees occurred at our site in large numbers, but were never used for egg-laying."
Insgesamt wurden junge Bäume eindeutig bevorzugt, allerdings erst, sobald sie eine gewisse Höher erreicht hatten.

Qualifizierung der Quelle: A



1.03 Dolek, M., K?rösi, Á. & Freese-Hager, A. (2018)

Lindman et al. (2018:102) untersuchten die Futterpflanzen- und Habitatpräferenzen von Euphydryas maturna in Estland. Diese Art ist grundsätzlich polyphag, nutzt regional allerdings nur eine oder wenige Pflanzenarten. In Laborexperimenten konnten Fraxinus excelsior, Viburnum opulus und Melampyrum pratense als Eiablage- und Futterpflanzen nachgewiesen werden. Die schlechteste Entwicklung zeigten Raupen auf M. pratense. In Freilanduntersuchungen konnte die Häufigkeit von Fraxinus excelsior als der entscheidende Faktor für das Vorkommen von E. maturna ermittelt werden. Im Gegensatz dazu hatten die Bestände von M. pratensis keinen Einfluss. Die Autor*innen vermuten daher, dass F. excelsior in der Natur die wichtigste und möglicherweise auch einzige Futterquelle der Raupen darstellt.

Qualifizierung der Quelle: A



1.04 Dolek, M., K?rösi, Á. & Freese-Hager, A. (2018)

Lindman et al. (2018:102) untersuchten die Futterpflanzen- und Habitatpräferenzen von Euphydryas maturna in Estland. Neben der Esche als Raupenfutterpflanze erwies sich auch das Vorkommen von Doldenblütlern, welche dem adulten Schmetterling als Nahrung dienen, als wichtiger Faktor für das Auftreten des Falters.

Qualifizierung der Quelle: A



1.05 Nieminen, M. (2015)

Die Raupe von Euphydryas maturna gilt als polyphag und und kommt an einer Vielzahl unterschiedlicher Pflanzenarten vor. Allerdings gibt es deutliche regionale Unterschiede. Während in vielen Gegenden Fraxinus excelsior die wichtigste Futterpflanze darstellt, ernähren sich die finnischen Bestände hauptsächlich von Melampyrum pratense (Nieminen, 2015:2f.). Insgesamt wurden bereits 18 Futterpflanzen von E. maturna nachgewiesen: Fagus sylvatica (Europa), Fraxinus angustifolia (Südosteuropa, Ungarn), Fraxinus excelsior (Österreich, Tschechien, Deutschland, Ungarn, Italien, Russland, Schweden), Fraxinus ornus (Südosteuropa), Ligustrum vulgare (Tschechien, Deutschland, Ungarn) Lonicera sp. (Russland), Melampyrum sylvaticum (Finnland), Melampyrum pratense (Finnland), Plantago lanceolata (Russland), Populus alba (Russland), Populus tremula (Europa, Russland), Salix caprea (Europa, Russland), Spiraea sp. (Russland), Syringa vulgaris (Russland, Schweden), Veronica longifolia (Finnland, Russland), Viburnum opulus (Finnland, Deutschland, Schweden), Viola arvensis (Russland) und Viola canina (Russland).

Qualifizierung der Quelle: D



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Reports: aktueller Wirkfaktor   aktuelle Wirkfaktorengruppe   alle Wirkfaktoren
 

Qualifizierung der Quellen für FFH-Arten

Averallgemeinerbarer, in der Literatur dokumentierter Nachweis für diese spezielle Art
Bin der Literatur dokumentierter Nachweis für diese spezielle Art, aber möglicherweise Ausnahmefall
Cin der Literatur dokumentierter Nachweis für verwandte Arten bzw. andere Arten dieser Artengruppe, der als übertragbar eingestuft wird
Din der Literatur dokumentierter Hinweis für diese spezielle Art oder verwandte Arten bzw. andere Arten dieser Artengruppe
Eeigene Einschätzung oder Aussage Dritter, ohne in der Literatur dokumentierten Nachweis/Hinweis (Experteneinschätzung)
Fkeine Literatur verfügbar / Auswertung bzw. Einschätzung mit aktuellem Bearbeitungsstand noch nicht erfolgt

Legende: Bearbeitungsstand zum Bereich "Beeinträchtigungen"

-bislang noch nicht bearbeitet
Iderzeit nur Einschätzungen zur Relevanz der Wirkfaktoren vorhanden
IIzudem Detaildaten zur Auswertekategorie "1. Empfindlichkeiten/Wirkungen" vorhanden
IIIzudem Detaildaten zu den weiteren Auswertekategorien "2. bis 5." vorhanden
ihre meinung

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dirk.bernotat@bfn.de