Detaildaten zu Beinträchtigungen: FFH-Arten

Haarstrangwurzeleule - Gortyna borelii lunata

Natura 2000-Code: 4035; Bearbeitungstand: III

Wirkfaktorengruppe: 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung
Wirkfaktor: 2-5 (Länger) andauernde Aufgabe habitatprägender Nutzung / Pflege
Relevanz des Wirkfaktors:  regelmäßig relevant (2)

     Auswertekategorien:

  1. Empfindlichkeiten/Wirkungen (4)
  2. Regenerationsfähigkeit (0)
  3. Prognosemethoden (1)
  4. Relevanzschwelle (1)
  5. Erheblichkeitsschwelle (1)

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1. Empfindlichkeiten/Wirkungen

1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) (o. J.)

Angaben oder Prognosen zum Sukzessionsverlauf der von G. borelii besiedelten Standorte bei längerfristiger Nutzungsaufgabe liegen nicht vor. Auf den meisten Standorten wäre langfristig jedoch Bewaldung, zumindest aber eine starke Verbuschung zu erwarten. Insofern ist ein länger andauernder Wegfall der für die Offenhaltung notwendigen Mindestpflege im Regelfall nicht mit einem günstigen Erhaltungszustand zu vereinbaren.

Qualifizierung der Quelle: E



1.02 Joy, J. (2000)

Gefährdung durch Zerstörung des Offenlandes durch Verbuschung.
"Threats - [...] scrub invasion of grassland habitats."

Qualifizierung der Quelle: A



1.03 Biewald, G. & Steiner, A. (2006)

"Zerstörung von wechseltrockenen oder tiefenfeuchten Trockenhängen in Weinbaugebieten [...] durch völlige Nutzungsaufgabe und nachfolgender Verbuschung."

Qualifizierung der Quelle: D



1.04 Gardiner, T. & Ringwood, Z. (2010)

Skippers Island in Essex (England) ist ein wichtiges Habitat für Peucedanum officinale (Arznei-Haarstrang), welcher die einzige Raupennahrungspflanze für Gortyna borelii lunata (Haarstrangwurzeleule) darstellt. Allerdings ist die Pflanze dort durch den steigenden Meeresspiegel gefährdet. 2004 wurden P. officinale auf dem nahen Festland gepflanzt, um das Überleben der Haarstrangwurzeleulen zu sichern. Im Gegensatz zur Insel wird dort jedoch regelmäßig gemäht. Gardiner & Ringwood (2010:254, 256, 258-260) verglichen die Vorkommen von Haarstrangwurzeleulen und deren Eiablagepflanze P. officinale auf Skippers Island mit Standorten auf dem Festland. Im Fokus stand dabei die Reaktion von P. officinale auf Mahd. Beobachtungen aus den Jahren 2001 und 2004 legen nahe, dass es keine signifikanten Unterschiede zwischen den Vorkommen der beiden Arten auf der Insel und den Standorten auf dem nahe gelegenen Festland gibt: "The incidence of G. borelii lunata and its larval foodplant, P. officinale, were not significantly different between mainland and island sites (Table 3). This suggests that the sea walls that support this moth at Beaumont Quay and Old Moze have populations that are important in the Walton Backwaters. Therefore, Environment Agency (EA) mowing regimes on sea walls are crucial in maintaining the viability of the Walton Backwater"s metapopulation." Eine zu häufige Mahd könnte jedoch auch negative Folgen haben: "The low incidence of larval feeding signs (4%) on Bramble Island may be due to the regular mowing of the site during the summer months having a negative impact on the species."

Qualifizierung der Quelle: A


3. Prognosemethoden

3.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) (o. J.)

I. d. R. erfolgt die Wirkungsbeurteilung durch Überlagerung der vom Projekt entsprechend beeinflussten Flächen mit allen nach den Erhaltungszielen zu bewahrenden bzw. zu entwickelnden (Teil-)Habitaten.

Die betroffenen Habitate bzw. Habitatstrukturen sind hinsichtlich ihrer längerfristigen Entwicklung und der qualitativen Abweichung zu bewerten. Soweit erforderlich, sind unterschiedliche Teilhabitate der Art in der Prognose differenziert zu betrachten. Dabei sind zum einen die absoluten Habitatverluste bzw. -verschlechterungen (m²) sowie die relativen (%) bezogen auf den Gesamtbestand im Gebiet bzw. die funktional zusammengehörenden Habitate der Art zu ermitteln bzw. abzuschätzen.

Darauf aufbauend sind die qualitativen und quantitativen Funktionsverluste für die betroffenen Individuen bzw. (Teil-)Bestände zu beurteilen. Soweit möglich, ist die Prognose durch Vergleich mit standörtlich und strukturell ähnlichen Habitaten bzw. solchen, die bereits entsprechenden Veränderungen unterlagen, abzusichern.

Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.

Etwaige kumulative Wirkungen additiver oder synergistischer Art durch andere Wirkfaktoren des Projekts / Plans oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten / Plänen sind zu berücksichtigen.

Im Einzelfall können aus Gründen der Prognosesicherheit auch weitergehende Methoden notwendig werden (z. B. Populationsgefährdungsanalysen, s. Rassmus et al. 2003, Lambrecht et al. 2004).

Qualifizierung der Quelle: E



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Reports: aktueller Wirkfaktor   aktuelle Wirkfaktorengruppe   alle Wirkfaktoren
 

Qualifizierung der Quellen für FFH-Arten

Averallgemeinerbarer, in der Literatur dokumentierter Nachweis für diese spezielle Art
Bin der Literatur dokumentierter Nachweis für diese spezielle Art, aber möglicherweise Ausnahmefall
Cin der Literatur dokumentierter Nachweis für verwandte Arten bzw. andere Arten dieser Artengruppe, der als übertragbar eingestuft wird
Din der Literatur dokumentierter Hinweis für diese spezielle Art oder verwandte Arten bzw. andere Arten dieser Artengruppe
Eeigene Einschätzung oder Aussage Dritter, ohne in der Literatur dokumentierten Nachweis/Hinweis (Experteneinschätzung)
Fkeine Literatur verfügbar / Auswertung bzw. Einschätzung mit aktuellem Bearbeitungsstand noch nicht erfolgt

Legende: Bearbeitungsstand zum Bereich "Beeinträchtigungen"

-bislang noch nicht bearbeitet
Iderzeit nur Einschätzungen zur Relevanz der Wirkfaktoren vorhanden
IIzudem Detaildaten zur Auswertekategorie "1. Empfindlichkeiten/Wirkungen" vorhanden
IIIzudem Detaildaten zu den weiteren Auswertekategorien "2. bis 5." vorhanden
ihre meinung

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dirk.bernotat@bfn.de