Detaildaten zu Beinträchtigungen: FFH-Arten

Haarstrangwurzeleule - Gortyna borelii lunata

Natura 2000-Code: 4035; Bearbeitungstand: III

Wirkfaktorengruppe: 3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren
Wirkfaktor: 3-1 Veränderung des Bodens bzw. Untergrundes
Relevanz des Wirkfaktors:  regelmäßig relevant (2)

     Auswertekategorien:

  1. Empfindlichkeiten/Wirkungen (3)
  2. Regenerationsfähigkeit (0)
  3. Prognosemethoden (1)
  4. Relevanzschwelle (1)
  5. Erheblichkeitsschwelle (1)

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1. Empfindlichkeiten/Wirkungen

1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) (o. J.)

Als monophage Art ist G. borelii direkt vom Vorkommen der Wirtspflanze Peucedanum officinale abhängig. Veränderungen von Bodenparametern, die zur Beeinträchtigung der Wirtspflanze führen, sind somit auch für G. borelii als Beeinträchtigung zu werten.

Qualifizierung der Quelle: E



1.02 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) (o. J.)

G. borelii lebt am Arznei-Haarstrang (Peucedanum officinale). Peucedanum officinale weist folgende ökologischen Ansprüche auf: Zeigerwerte (nach Ellenberg 1979):
Lichtzahl: 7 = Halblichtpflanze; Temperaturzahl: 7 = Wärmezeiger; Kontinentalitätszahl: 5 = See-/Steppen-Übergangsklima zeigend; Feuchtezahl: 4 = Trockenheits- bis Frischezeiger; Feuchtewechsel: stark wechselnde Feuchte zeigend; Reaktionszahl: 8 = Schwachbasen- bis Basen-/Kalkzeiger; Stickstoffzahl: 2 = ausgesprochene Stickstoffarmut bis Stickstoffarmut zeigend; Salzzahl: 0 = nicht salzertragend; Schwermetallresistenz: nicht schwermetallresistent.

Projekte, die die Standortverhältnisse für die Futterpflanze deutlich aus den genannten ökologischen Vorzugsbereichen verschieben, können den Schmetterling daher beeinträchtigen.

Qualifizierung der Quelle: E



1.03 König, F. (1959)

"In den heute schon seltenen Parklandschaften im östlich-nordöstlichen Teil der Theisebene gibt es stark sodahaltige Lehm- und Mergelschichten, welche in meist beschränkten Flächen auf der Oberfläche erscheinen. [...] Die chemische Zusammensetzung des Bodens und die dadurch entstehende Wasserdichtigkeit erlauben das Aufkommen nur weniger, äusserst angepasster Pflanzen, unter denen die gewöhnliche Stromhaarstrangpflanze /Peucedanum officinale/ die leitende Rolle spielt."

Qualifizierung der Quelle: D


3. Prognosemethoden

3.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) (o. J.)

I. d. R. erfolgt die Wirkungsbeurteilung durch Überlagerung der vom Projekt entsprechend beeinflussten Flächen mit allen nach den Erhaltungszielen zu bewahrenden bzw. zu entwickelnden (Teil-)Habitaten.

Die betroffenen Habitate bzw. Habitatstrukturen sind hinsichtlich ihrer längerfristigen Entwicklung und der qualitativen Abweichung zu bewerten. Soweit erforderlich, sind unterschiedliche Teilhabitate der Art in der Prognose differenziert zu betrachten. Dabei sind zum einen die absoluten Habitatverluste bzw. -verschlechterungen (m²) sowie die relativen (%) bezogen auf den Gesamtbestand im Gebiet bzw. die funktional zusammengehörenden Habitate der Art zu ermitteln bzw. abzuschätzen.

Darauf aufbauend sind die qualitativen und quantitativen Funktionsverluste für die betroffenen Individuen bzw. (Teil-)Bestände zu beurteilen. Soweit möglich, ist die Prognose durch Vergleich mit standörtlich und strukturell ähnlichen Habitaten bzw. solchen, die bereits entsprechenden Veränderungen unterlagen, abzusichern.

Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.

Etwaige kumulative Wirkungen additiver oder synergistischer Art durch andere Wirkfaktoren des Projekts / Plans oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten / Plänen sind zu berücksichtigen.

Im Einzelfall können aus Gründen der Prognosesicherheit auch weitergehende Methoden notwendig werden (z. B. Populationsgefährdungsanalysen, s. Rassmus et al. 2003, Lambrecht et al. 2004).

Qualifizierung der Quelle: E


4. Relevanzschwelle

4.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) (o. J.)

Soweit die Art bzw. deren Habitat nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln ist, wird die Relevanzschwelle grundsätzlich bei jeder möglichen negativen Veränderung der Bodenverhältnisse in einem (Teil-)Habitat im Gebiet überschritten.

Im Einzelfall können Veränderungen auch außerhalb des Gebietes relevant sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die Bestände der Art im Gebiet aufweisen.

Qualifizierung der Quelle: E



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Reports: aktueller Wirkfaktor   aktuelle Wirkfaktorengruppe   alle Wirkfaktoren
 

Qualifizierung der Quellen für FFH-Arten

Averallgemeinerbarer, in der Literatur dokumentierter Nachweis für diese spezielle Art
Bin der Literatur dokumentierter Nachweis für diese spezielle Art, aber möglicherweise Ausnahmefall
Cin der Literatur dokumentierter Nachweis für verwandte Arten bzw. andere Arten dieser Artengruppe, der als übertragbar eingestuft wird
Din der Literatur dokumentierter Hinweis für diese spezielle Art oder verwandte Arten bzw. andere Arten dieser Artengruppe
Eeigene Einschätzung oder Aussage Dritter, ohne in der Literatur dokumentierten Nachweis/Hinweis (Experteneinschätzung)
Fkeine Literatur verfügbar / Auswertung bzw. Einschätzung mit aktuellem Bearbeitungsstand noch nicht erfolgt

Legende: Bearbeitungsstand zum Bereich "Beeinträchtigungen"

-bislang noch nicht bearbeitet
Iderzeit nur Einschätzungen zur Relevanz der Wirkfaktoren vorhanden
IIzudem Detaildaten zur Auswertekategorie "1. Empfindlichkeiten/Wirkungen" vorhanden
IIIzudem Detaildaten zu den weiteren Auswertekategorien "2. bis 5." vorhanden
ihre meinung

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dirk.bernotat@bfn.de