Detaildaten zu Beinträchtigungen: FFH-Arten

Haarstrangwurzeleule - Gortyna borelii lunata

Natura 2000-Code: 4035; Bearbeitungstand: III

Wirkfaktorengruppe: 3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren
Wirkfaktor: 3-3 Veränderung der hydrologischen / hydrodynamischen Verhältnisse
Relevanz des Wirkfaktors:  regelmäßig relevant (2)

     Auswertekategorien:

  1. Empfindlichkeiten/Wirkungen (6)
  2. Regenerationsfähigkeit (0)
  3. Prognosemethoden (1)
  4. Relevanzschwelle (1)
  5. Erheblichkeitsschwelle (1)

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1. Empfindlichkeiten/Wirkungen

1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) (o. J.)

Obwohl ein charakteristischer Besiedler der Stromtäler (Rhein, Saale), scheint G. borelii empfindlich gegenüber länger andauernden Hochwasserereignissen zu sein.

Trotzdem besteht - in Grenzen - offenbar ein gewisses Anpassungspotenzial an periodisch auftretende Hochwässer.

Qualifizierung der Quelle: E



1.02 Steiner, A. (1998)

"Am Rußheimer Altrhein ist die Art wahrscheinlich durch Hochwasser mit lang anhaltender Überflutung vernichtet worden (Ebert 1978a)."

Qualifizierung der Quelle: D



1.03 König, F. (1959)

"Zwischen dem 5.-15. Juni tritt regelmäßig eine Regenperiode ein. Die tagelang andauernden Regenfälle haben für die Raupen eine katastrophale Folge. [...] die leicht versponnene Öffnung des Raupenkanals verhindert das Eindringen des Wassers nicht. [...] Die Leucographa-Raupen [...], die zwei Tage lang im wassergefüllten Kanal verbracht haben, kamen [...] wieder zu sich, nachdem sie trockengelegt wurden. [...] am vierten Tag gab es noch [...] welche, die nicht tot waren. Ein sehr großer Teil der Raupen geht [...] zu Grunde und der [...] Bestand der Puppen [...] hängt [...] von der Intensität der Juniregen ab. In schweren Fällen überleben nur die in den peripherischen Zonen der Haarstrangfelder befindlichen Raupen [...]."

Qualifizierung der Quelle: D



1.04 Ernst, M. (2005)

Im Zusammenhang mit Überflutungen der Rhein-Altaue heißt es: "Solange die Überflutungen nur bis Anfang April anhält und die Raupen der Haarstrangwurzeleule noch nicht geschlüpft sind, sind die Eier i. d. R. sicher, da die Grashalme über die Wasseroberfläche hinausragen. Problematisch wird die Situation erst dann, wenn die Überflutung über Mitte April hinausgeht und die Raupen ihre Futterpflanzen nicht erreichen können."

Qualifizierung der Quelle: D



1.05 Biewald, G. & Steiner, A. (2006)

Hauptgefährdungsursachen stellen Änderungen des Wasserhaushaltes wie "Grundwasserabsenkungen (z. B. durch Eintiefung von Gewässern, Deichbau) und Entwässerungen (z. B. Meliorationsgräben) [...] aber auch lang anhaltende oder starke Überschwemmungen an Orten, wo dies vorher nicht der Fall war" dar.

Qualifizierung der Quelle: D



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Reports: aktueller Wirkfaktor   aktuelle Wirkfaktorengruppe   alle Wirkfaktoren
 

Qualifizierung der Quellen für FFH-Arten

Averallgemeinerbarer, in der Literatur dokumentierter Nachweis für diese spezielle Art
Bin der Literatur dokumentierter Nachweis für diese spezielle Art, aber möglicherweise Ausnahmefall
Cin der Literatur dokumentierter Nachweis für verwandte Arten bzw. andere Arten dieser Artengruppe, der als übertragbar eingestuft wird
Din der Literatur dokumentierter Hinweis für diese spezielle Art oder verwandte Arten bzw. andere Arten dieser Artengruppe
Eeigene Einschätzung oder Aussage Dritter, ohne in der Literatur dokumentierten Nachweis/Hinweis (Experteneinschätzung)
Fkeine Literatur verfügbar / Auswertung bzw. Einschätzung mit aktuellem Bearbeitungsstand noch nicht erfolgt

Legende: Bearbeitungsstand zum Bereich "Beeinträchtigungen"

-bislang noch nicht bearbeitet
Iderzeit nur Einschätzungen zur Relevanz der Wirkfaktoren vorhanden
IIzudem Detaildaten zur Auswertekategorie "1. Empfindlichkeiten/Wirkungen" vorhanden
IIIzudem Detaildaten zu den weiteren Auswertekategorien "2. bis 5." vorhanden
ihre meinung

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dirk.bernotat@bfn.de