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Wirkfaktoren des Projekttyps

13 Sonstige emittierende Anlagen >> Verarbeitung von Tieren u. Herstellung von Nahrungsmitteln u.ä.

Bemerkung: Zum Projekttyp gehören die industrielle Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln und deren Halbfertigprodukten sowie z. T. die Verarbeitung von Tierkörperbestandteilen nach der Schlachtung (z. B. Fettschmelzen), außerdem Tierschlachtanlagen. Die Erzeugung von Non-Food-Produkten wie Tiermehl, Leder, Seife usw. aus tierischen Rohstoffen ist bei den diesbezüglichen Projekttypen der Gruppe 13 mit einbezogen. Zur Tierkörper- und Abfallbeseitigung über Verbrennungsverfahren, Biogaserzeugung, Kompostierung oder Abfalldeponierung s. zutreffende Projekttypen.

Die Nahrungsmittelproduktion kann in die Bereiche Fleisch(-produkte), Fisch, Obst und Gemüse, pflanzliche Öle und Fette, Molkereiprodukte, Getreidemühlenprodukte, Stärke, Tierfutter, Brot, Konditoreiwaren, Zucker, Kaffee, Hefe, Mälzen, Brauwirtschaft, Destillation, Wein, Softdrinks und Zitronensäure gegliedert werden (UBA 2005:xvi ff.).

Zur Vielfalt der Verfahrensprozesse bei der Nahrungsmittelherstellung gehören Materialannahme, Vorbereitung, Sortieren, Schälen, Waschen, Auftauen, Zerkleinern, Mischen, Formen, Homogenisieren, Extraktion, Deionisation, Zentrifugieren, Filtrieren, Kristallisation, Neutralisation freier Fettsäuren, Bleichen, Desodorieren, Entfärben, Destillation, Alkalisieren, Fermentation, Koagulation, Keimung, Einsalzen, Räuchern, Härten, Sulfitieren, Carbonatation, Versetzen mit Kohlensäure, Beschichten/Einkapseln, Wärmebehandlung, Schmelzen, Blanchieren, Garen, Backen, Rösten, Braten/Frittieren, Pasteurisieren/Sterilisieren, Verdampfung, Trocknung, Dehydration, Kühlen, Kältestabilisation, Gefriertrocknen, Gasspülen, Reinigung/Desinfektion, Vakuumerzeugung, Verpackung, Auslieferung u. a.

In Schlachthäusern gehören Ladevorgang, Fahrzeugreinigung, Schlachtung, Ausbluten, Häuten, Brühen, Haar- und Klauenentfernung, Sengen, Zurichten, Zerlegung, Reinigung und Kühlung zum Verfahrensablauf.

Zu den möglichen anlagebedingten Vorhabensbestandteilen zählen z. B.:
a) Infrastruktur zur Belieferung, Lagerflächen und -behälter, innerbetriebliche Transportsysteme,
b) die Energieversorgungseinheit, Anlagen zur Bereitstellung von benötigtem Wasser,
c) Anlagen zur Rohstoffvorbehandlung,
d) die Produktionsanlagen und -gebäude, Prozessleitsysteme,
e) Einrichtungen zur Konditionierung, Konfektionierung, Verpackung, Verladung,
f) die Aufbereitungs- und Reinigungsanlagen für Abwässer, Abgase, feste Rückstände sowie deren Lagerungs- und Transportsysteme,
g) Verwaltungs-, Versorgungsgebäude, Abstellflächen, Parkplätze, Unterhaltungswege, Zäune.

Zu den möglichen baubedingten Vorhabensbestandteilen zählen u. a. Baustelle bzw. Baufeld, Materiallagerplätze, Erdentnahmestellen, Bodendeponien, Maschinenabstellplätze, Baumaschinen und Baubetrieb, Baustellenverkehr und Baustellenbeleuchtung.

Der Betrieb der Anlagen umfasst v. a. die Produktionsprozesse sowie innerbetriebliche und Zulieferverkehre. Hiermit sind insbesondere stoffliche Emissionen (Nähr- und Schadstoffe über Luft- oder Wasserpfad (Abwasser)) verbunden, außerdem treten akustische und optische Störwirkungen sowie ggf. Barriere- oder Fallenwirkungen / Individuenverluste auf.

Mit dem Bau und Betrieb einer Produktionsanlage kann zudem der Neu- oder Ausbau von Zufahrtsstraßen oder die Neuordnung des öffentlichen Straßennetzes einhergehen, um die hohe Anzahl an Lkw-Transporten von Futtermitteln, Tieren, tierischen Erzeugnissen etc. zu bewältigen (vgl. entsprechende Projekttypen zur Verkehrsinfrastruktur).

Wirkfaktoren
Relevanz
1 Direkter Flächenentzug
1-1 Überbauung / Versiegelung2
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen2
2-2 Verlust / Änderung charakteristischer Dynamik0
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung0
2-4 Kurzzeitige Aufgabe habitatprägender Nutzung / Pflege0
2-5 (Länger) andauernde Aufgabe habitatprägender Nutzung / Pflege0
3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren
3-1 Veränderung des Bodens bzw. Untergrundes2
3-2 Veränderung der morphologischen Verhältnisse1
3-3 Veränderung der hydrologischen / hydrodynamischen Verhältnisse1
3-4 Veränderung der hydrochemischen Verhältnisse (Beschaffenheit)1
3-5 Veränderung der Temperaturverhältnisse1
3-6 Veränderung anderer standort-, vor allem klimarelevanter Faktoren1
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust
4-1 Baubedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität1
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität1
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität1
5 Nichtstoffliche Einwirkungen
5-1 Akustische Reize (Schall)2
5-2 Optische Reizauslöser / Bewegung (ohne Licht)2
5-3 Licht1
5-4 Erschütterungen / Vibrationen0
5-5 Mechanische Einwirkung (Wellenschlag, Tritt)1
6 Stoffliche Einwirkungen
6-1 Stickstoff- u. Phosphatverbindungen / Nährstoffeintrag1
6-2 Organische Verbindungen2
6-3 Schwermetalle1
6-4 Sonstige durch Verbrennungs- u. Produktionsprozesse entstehende Schadstoffe1
6-5 Salz0
6-6 Depositionen mit strukturellen Auswirkungen (Staub / Schwebst. u. Sedimente)1
6-7 Olfaktorische Reize (Duftstoffe, auch: Anlockung)1
6-8 Endokrin wirkende Stoffe1
6-9 Sonstige Stoffe1
7 Strahlung
7-1 Nichtionisierende Strahlung / Elektromagnetische Felder0
7-2 Ionisierende / Radioaktive Strahlung0
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen
8-1 Management gebietsheimischer Arten0
8-2 Förderung / Ausbreitung gebietsfremder Arten1
8-3 Bekämpfung von Organismen (Pestizide u.a.)1
8-4 Freisetzung gentechnisch neuer bzw. veränderter Organismen1
9 Sonstiges
9-1 Sonstiges0

Report: Projekt-Steckbrief mit Erläuterung der Wirkfaktor-Relevanzeinstufung

Relevanz des Wirkfaktors

Informationen zu den Relevanzeinstufungen
0 (i. d. R.) nicht relevant
1gegebenenfalls relevant
2regelmäßig relevant
ihre meinung

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dirk.bernotat@bfn.de