Erläuterung der Relevanzeinstufung

15 Freizeit und Erholung >> Freizeitfliegen mit Außenstart u. -landung >> 5-2 Optische Reizauslöser / Bewegung (ohne Licht)


Wirkfaktorengruppe:
5 Nichtstoffliche Einwirkungen
   
Wirkfaktor:
5-2 Optische Reizauslöser / Bewegung (ohne Licht)
   
Relevanz des Wirkfaktors: 
regelmäßig relevant (2)


Erläuterungen

Freizeitfliegen mit Außenstart und -landung führt aufgrund verschiedener möglicher Vorhabensbestandteile (s. Bemerkung) regelmäßig zu Beeinträchtigungen durch optische Reize.

Betriebsbedingt treten im Umfeld von Wanderwegen und Rastplätzen optische Reize durch die Nutzung auf, die für sensible Arten ggf. relevant sind.

Bei Heißluftballons werden häufig überraschend starke Störungen mit Auffliegen beobachtet (FÖA Landschaftsplanung 2021). Dies wird mit dem plötzlichen Auftauchen bei niedriger Höhe und dem Brennergeräusch (vgl. Wirkfaktor 5-1) in Verbindung gebracht (Bruderer & Komenda-Zehnder 2005: 45). Auch in Gebieten mit relativ häufigen Ballon-Überflügen tritt durch das unregelmäßige Auftreten keine Gewöhnung ein (ebd.). Bei einer Überfahrthöhe von mindestens 500 m über Grund wurden rastende Gänse im Experiment i. d. R. nicht mehr aufgeschreckt (DAeC & BfN 2003: 87f.).

Für Drachen- und Gleitschirmflieger-Überflüge sind Störwirkungen für Gämsen und Steinböcke, Birkhühner sowie größere Greifvögel dokumentiert. Bei Letzteren kann es sogar zu Angriffen kommen (DAeC & BfN 2003: 51). Lebensraumspezialisten wie Raufußhühner, Schwarzstorch und Seeadler gelten als besonders empfindlich (DAeC & BfN 2021). Insbesondere plötzliches Auftauchen (z. B. beim Überfliegen von Graten) oder das Zufliegen auf Tiere hat ein hohes Störpotenzial (DAeC & BfN 2021, FÖA Landschaftsplanung 2021). Neben dem Umfeld von (genehmigten) Startplätzen können hier auch stärker frequentierte Überlandflugrouten relevant sein.

Die Störwirkung von motorisierten Luftsportgeräten wird nach dem Wegfall der Bestimmung zum bodennahen Fliegen 1994 (max. 150 m) als ähnlich zu der von anderen Motorflugzeugen eingeschätzt (DAeC & BfN 2003: 51). Obwohl für sie die gleichen Mindestflughöhen gelten, können die optischen Störungen stärker sein, da tendenziell tiefer geflogen wird (geringere Maximalhöhe ohne Transponder).

Außenlandungen außerhalb von genehmigten Landeflächen können sehr hohes Störpotenzial haben (Landung, Abtransport). Insbesondere bei ungeübten Flieger*innen besteht eine höhere Gefahr der Außenlandung (z. B. Fallschirmsprung, FÖA Landschaftsplanung 2021).


ihre meinung

Wenn Sie uns Hinweise auf weitere wissenschaftliche Quellen oder Anregungen zu FFH-VP-Info geben wollen, schreiben Sie eine kurze Notiz an:
dirk.bernotat@bfn.de