Erläuterung der Relevanzeinstufung

17 Forstwirtschaft u. Jagd >> Forstwegebau >> 5-2 Optische Reizauslöser / Bewegung (ohne Licht)


Wirkfaktorengruppe:
5 Nichtstoffliche Einwirkungen
   
Wirkfaktor:
5-2 Optische Reizauslöser / Bewegung (ohne Licht)
   
Relevanz des Wirkfaktors: 
regelmäßig relevant (2)


Erläuterungen

Der Bau von Waldwegen führt aufgrund verschiedener möglicher Vorhabensbestandteile (s. Bemerkung) regelmäßig zu Beeinträchtigungen durch optische Reize (Sichtbarkeit, ohne Licht).

Bei Waldwegen treten durch die Anwesenheit und Bewegung von Arbeitskräften, Fahrzeugen und Maschinen optische Reizauslöser regelmäßig auf.

Dabei handelt es sich einerseits um Störungen aus der forstwirtschaftlichen Nutzung (z. B. durch Forstfahrzeuge), ggf. aber auch um Störungen aus der Freizeitnutzung der Wege z. B. durch Wanderer, Reiter, Radfahrer und mitgeführte Hunde (Bewegung, menschliche Anwesenheit und Aktivität). Temporär treten auch baubedingte Störreize auf (durch Baustellenverkehr und -betrieb).

Bei entsprechend empfindlichen Tieren (z. B. Greifvögel, Schwarzstorch, Bodenbrüter: Auer-, Birk-, Haselhuhn, Waldschnepfe) können optische Störungen v. a. in der Brut- und Setzzeit und in sensiblen Zonen in der Nähe von Horst- und Höhlenbäumen auftreten. Daher sollten von Mitte April bis Ende August keine Bauarbeiten stattfinden.

Der Waldwegebau kann zu einer Intensivierung der Bewegungsreize führen, wenn z. B. die verkehrliche Erreichbarkeit von Waldgebieten durch das Projekt direkt oder indirekt erhöht wird. Ggf. führt der Neubau von Wegen auch zu einer erstmaligen Erreichbarkeit und Nutzbarkeit bestimmter Teilflächen.

Zur Bewertung der Relevanz können Ansätze aus der Störungsbewertung und dem Bereich von Flucht- und Stördistanzen angewendet werden (z. B. Gassner et al. 2010).


ihre meinung

Wenn Sie uns Hinweise auf weitere wissenschaftliche Quellen oder Anregungen zu FFH-VP-Info geben wollen, schreiben Sie eine kurze Notiz an:
dirk.bernotat@bfn.de