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Fachinformationssystem des BfN zur
FFH-Verträglichkeitsprüfung
Stand: 10. Juni 2025 |
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| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 1 Direkter Flächenentzug |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
1-1 Überbauung / Versiegelung
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
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Jahr:
o. J. |
Seite(n):
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Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Überbauung / Versiegelung führt grundsätzlich zum vollständigen und i. d. R. dauerhaften Verlust der Lebensraumfunktionen der betreffenden Flächen und ihrer Eignung als Habitat der Art (s. "Vertiefende Ausführungen" unter "Wirkfaktoren").
Konsequenzen können - abhängig vom Umfang - z. B. Verlust von Teilhabitaten, Verringerung der Fortpflanzungsrate bzw. der Überlebenswahrscheinlichkeit von Individuen, Bestandsrückgang oder Beeinträchtigung bzw. Erlöschen lokaler (Teil-)Bestände sein.
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Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 1 Direkter Flächenentzug |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
1-1 Überbauung / Versiegelung
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2003e |
Seite(n):
477
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Qualifizierung
der Quelle:
A |
| 1.02 |
Drews, M. |
Als Gefährdungsursachen für E. maturna wird der Habitatverlust an erster Stelle genannt "das nahezu vollständige Verschwinden von Hartholzauen an größeren Flüssen (durch Urbanisierung) [...]".
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Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 1 Direkter Flächenentzug |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
1-1 Überbauung / Versiegelung
| 2. Regenerationsfähigkeit
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Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 2.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Die Regenerationsfähigkeit ist nur unter der Voraussetzung der Wiederherstellung der notwendigen strukturellen, standörtlichen und funktionalen Habitatbedingungen (z. B. Bodenparameter, Struktur, Flächengröße) sowie einer hohen Wahrscheinlichkeit der Wiederbesiedlung gegeben. Im Falle stofflicher Belastung (s. Wirkfaktorgruppe 6) als Ursache eines Bestandsrückgangs oder -verlustes ist neben der Beseitigung der Belastungsquelle ggf. auch die Sanierung erforderlich.
Die zeitliche Dimension ist bei der Beurteilung zu beachten. In bestimmten Fällen können derzeit (noch) nicht geeignete Flächen in kürzeren als den für entsprechende Lebensraumtypen angenommenen Regelzeiträumen (s. Riecken et al. 2006 u. a.) als Habitat entwickelt werden.
Unter Berücksichtigung der Flugfähigkeit der Individuen ist für eine erfolgreiche Regeneration eine vorhandene Population im Umfeld mit relativ durchlässiger Landschaftsstruktur dazwischen Voraussetzung. In Räumen, in denen die Art insgesamt noch gut verbreitet ist, ist eine Besiedlung geeigneter Standorte innerhalb der artspezifischen Ausbreitungsdistanzen zu erwarten (vgl. auch Angaben zur Mobilität unter "Raumbedarf und Aktionsräume von Arten").
Im Falle einer projektbedingten Barrierewirkung (s. Wirkfaktorgruppe 4) kann diese streng genommen nur durch Vermeidungsmaßnahmen reduziert oder durch die Wiederherstellung oder Neuschaffung entsprechender räumlich-funktionaler Verbindungen zwischen den betroffenen Teilhabitaten an anderer Stelle kompensiert werden.
Eine etwaige projektbedingt erhöhte Mortalität kann nur durch Vermeidungsmaßnahmen reduziert oder durch Kohärenzsicherungsmaßnahmen auf Populationsebene aufgefangen bzw. kompensiert werden.
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Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 1 Direkter Flächenentzug |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
1-1 Überbauung / Versiegelung
| 3. Prognosemethoden
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Jahr:
o. J. |
Seite(n):
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Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 3.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
I. d. R. erfolgt die Wirkungsbeurteilung durch Überlagerung der vom Projekt beanspruchten Flächen mit allen nach den Erhaltungszielen zu bewahrenden bzw. zu entwickelnden (Teil-)Habitaten.
Dabei sind zum einen die absoluten Habitatverluste (m²) und zum anderen die relativen Habitatverluste (%) bezogen auf den Gesamtbestand im Gebiet bzw. die funktional zusammengehörenden Habitate der Art zu ermitteln. Darauf aufbauend sind die qualitativen und quantitativen Funktionsverluste für die betroffenen Individuen bzw. (Teil-)Bestände zu beurteilen.
Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.
Etwaige kumulative Wirkungen additiver oder synergistischer Art durch andere Wirkfaktoren des Projekts / Plans oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten / Plänen sind zu berücksichtigen.
Im Einzelfall können aus Gründen der Prognosesicherheit auch weitergehende Methoden notwendig werden (z. B. Populationsgefährdungsanalysen, s. Rassmus et al. 2003, Lambrecht et al. 2004).
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Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 1 Direkter Flächenentzug |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
1-1 Überbauung / Versiegelung
| 4. Relevanzschwelle
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Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 4.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Soweit die Bestände der Art und ihre Habitate nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln sind, wird die Relevanzschwelle grundsätzlich bei jedem Flächenentzug in einem (Teil-)Habitat im Gebiet unabhängig vom insgesamt zu erwartenden Umfang überschritten.
Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.
Literaturangaben als Orientierungswerte für Aktionsräume, Wanderdistanzen bzw. Ausbreitungspotenzial sowie zu Flächenansprüchen sind - soweit für die Art nach aktuellem Auswertungsstand verfügbar - separat unter "Raumbedarf und Aktionsräume von Arten" zusammengestellt.
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Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 1 Direkter Flächenentzug |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
1-1 Überbauung / Versiegelung
| 5. Erheblichkeitsschwelle
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Jahr:
o. J. |
Seite(n):
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Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 5.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Von Lambrecht & Trautner (2007) wurden basierend auf Lambrecht et al. (2004) Fachkonventionen entwickelt, die einer einheitlicheren und nachvollziehbaren Beurteilung der Erheblichkeit von Beeinträchtigungen im jeweiligen Einzelfall dienen. Nach den Fachkonventionen ist die direkte und dauerhafte Inanspruchnahme eines nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahrenden oder zu entwickelnden (Teil-)Habitats der Art innerhalb des Gebiets im Regelfall eine erhebliche Beeinträchtigung.
Dies berücksichtigt u. a., dass Ausweichmöglichkeiten bei Habitatverlusten i. d. R. dadurch stark eingeschränkt sind, dass gerade bei spezialisierten Arten das Vorhandensein günstiger bzw. geeigneter Lebensräume ohnehin schon bestandslimitierend wirkt oder ein Wechsel in benachbarte Gebiete aufgrund intraspezifischer oder interspezifischer Konkurrenzverhältnisse nicht erfolgreich möglich ist.
Ein Habitatverlust kann im Rahmen der Fachkonventionen jedoch im Einzelfall auch als nicht erheblich eingestuft werden, wenn verschiedene qualitativ-funktionale, quantitativ absolute und relative sowie kumulative Aspekte gemeinsam erfüllt sind und alle Wirkfaktoren berücksichtigt werden.
Hierbei werden ggf. essentielle / obligate Teilhabitate von fakultativen Teilhabitaten unterschieden. Im Hinblick auf die quantitative Dimension basiert die Fachkonvention darauf, dass bei Tieren mit großen Aktionsräumen auch größere Habitatverluste noch tolerierbar sein können als bei Tieren mit kleinen Aktionsräumen. Zudem wird jeder gebietsbezogene Einzelfall u. a. dahingehend berücksichtigt, dass bei sehr großen Gebietsbeständen einer Art neben dem Grund-Orientierungswert noch höhere Orientierungswerte für ggf. noch tolerable Verluste angegeben werden.
Die in den Fachkonventionen vorgeschlagenen Schwellenwerte für eine quantitative 'Nicht-Erheblichkeit' sind fachliche Orientierungswerte. Diese wie auch die Fachkonventionen überhaupt sollen und können die Einzelfallbeurteilung und einen entsprechenden fachlichen Begründungszusammenhang nicht ersetzten, sondern sie sollen hierfür eine objektive Orientierung und Hilfestellung bieten.
Die Fachkonventionen stellen den bislang differenziertesten wissenschaftlichen und zugleich einzigen lebensraumtyp- und artspezifischen Methodenansatz zur Bestimmung der Erheblichkeit entsprechender Beeinträchtigungen dar. Sie sind daher für ihren Anwendungsbereich als Stand von Wissenschaft und Praxis anzusehen.
Die Fachkonventionen wurden inzwischen vielfach in FFH-Verträglichkeitsprüfungen in der Praxis angewandt, von der LANA wohlwollend zur Kenntnis genommen (14.09.2007), in Leitfäden empfohlen und in der Rechtsprechung u. a. des Bundesverwaltungsgerichts anerkannt (vgl. z. B. BVerwG v. 12.03.2008, Az. 9 A 3.06, u.a. Rn. 125; BVerwG v. 09.07.2008, Az. 9 A 14.07, u.a. Rn. 64; BVerwG v. 13.05.2009, Az. 9 A 73.07, u.a. Rn. 50; BVerwG v. 12.06.2019, Az. 9 A 2/18, Rn. 67; Niedersächsisches OVG v. 10.11.2008, Az. 7 KS 1/05, S. 26f.; Bay. VGH v. 30.09.2009, Az. 8 A 05.40050, Rn. 61ff.; Sächsisches OVG v. 8.9.2020, Az. 4 C 18/17, Rn. 119ff.). Auch für den Bereich der Tierarten werden die Fachkonventionen inzwischen in der Rechtsprechung grundsätzlich bestätigt, vgl. z.B. BVerwG zur A 33 (BVerwG, Urt. v. 6.11.2012, Az. 9 A 17.11, Rn. 46 f.) oder zur A 49 (BVerwG, Urt. v. 23.04.2014, Az. 9 A 25.12, z. B. Rn. 66), Niedersächsisches OVG v. 23.05.2019, Az. 7 KS 78/17, Rn. 94 ff. oder Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg v. 18.06.2024, Az. 10 S 1546/23, Rn. 96ff.
Im Einzelfall kann darüber hinaus ein direkter Flächenentzug auch außerhalb des Schutzgebietes erheblich sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die Bestände der Art im Gebiet aufweisen.
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Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 1 Direkter Flächenentzug |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
1-1 Überbauung / Versiegelung
| 5. Erheblichkeitsschwelle
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Jahr:
2007 |
Seite(n):
43ff
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Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 5.02 |
Lambrecht, H. & Trautner, J. |
Fachkonventionsvorschlag zur Bewertung der Erheblichkeit von Beeinträchtigungen bei direktem Flächenentzug in Habitaten der Tierarten nach Anhang II FFH-RL in FFH-Gebieten:
Grundannahme:
Die direkte und dauerhafte Inanspruchnahme eines (Teil-)Habitats einer Art des Anhangs II FFH-RL, das in einem FFH-Gebiet nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln ist, ist im Regelfall eine erhebliche Beeinträchtigung.
Abweichung von der Grundannahme:
Im Einzelfall kann die Beeinträchtigung als nicht erheblich eingestuft werden, wenn kumulativ folgende Bedingungen erfüllt werden:
A: Qualitativ-funktionale Besonderheiten
Die in Anspruch genommene Fläche ist kein für die Art essenzieller bzw. obligater Bestandteil des Habitats. D. h. es sind keine Habitatteile betroffen, die für die Tiere von zentraler Bedeutung sind, da sie z. B. an anderer Stelle fehlen bzw. qualitativ oder quantitativ nur unzureichend oder deutlich schlechter vorhanden sind; und
B: Orientierungswert "quantitativ-absoluter Flächenverlust"
Der Umfang der direkten Flächeninanspruchnahme überschreitet nicht die für die jeweilige Art dargestellten Orientierungswerte, soweit diese für das betroffene Teilhabitat anwendbar sind (1).
Euphydryas maturna zählt zu jenen Arten, bei denen aufgrund der bundesweit extrem kritischen Bestandssituation Orientierungswerte für ggf. tolerable Habitatverluste in Natura 2000-Gebieten als fachlich nicht vertretbar bzw. valide erachtet wurden. D. h., dass i. d. R. jeder Flächenverlust in Habitaten dieser Arten, soweit nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen geschützt, als erheblich zu bewerten ist. Eine Ausnahme stellen lediglich Arten mit großen Aktionsräumen dar, für die ggf. nicht jeder kleinflächige Verlust als erheblich gewertet werden muss. Zu den Arten ohne Orientierungswert wurden i. d. R. Arten gezählt, die einerseits in Deutschland hochgradig gefährdet sind und andererseits nur in einer sehr geringen Zahl von Gebieten in Deutschland gemeldet wurden.
C: Ergänzender Orientierungswert "quantitativ-relativer Flächenverlust" (1 %-Kriterium)
Der Umfang der direkten Flächeninanspruchnahme ist nicht größer als 1 % der Gesamtfläche des jeweiligen Lebensraums bzw. Habitates der Art im Gebiet bzw. in einem definierten Teilgebiet (2); und
D: Kumulation "Flächenentzug durch andere Pläne / Projekte"
Auch nach Einbeziehung etwaiger Flächenverluste durch kumulativ zu berücksichtigende Pläne und Projekte werden die Orientierungswerte (B und C) nicht überschritten; und
E: Kumulation mit "anderen Wirkfaktoren"
Auch durch andere Wirkfaktoren des Projekts oder Plans (einzeln oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten oder Plänen) werden keine erheblichen Beeinträchtigungen verursacht.
(1): Euphydryas maturna wurde hierbei von Lambrecht & Trautner (2007:56ff.) der Habitatkonstellation 5 zugeordnet. Diese umfasst Arten mit Bindung an eine spezielle, meist kleinräumige und nicht (mehr) zur üblichen Ausstattung von Lebensraumtypen zählende Standort- / Strukturkombination (essenzielle Kleinstrukturen außerhalb von Gewässern).
Die Situation dieser Arten innerhalb eines Gebietes ist i. d. R. dadurch gekennzeichnet, dass im aktuellen Zustand wenige, oft punktuell verteilte Flächen oder Strukturen für Reproduktion oder Bestandserhalt sorgen, diese aber andererseits nicht dauerhaft genau an dieser Stelle persistent sein können und daher sich über längere Zeiträume an anderer Stelle neu (i. d. R. auch zusätzlich) entwickeln müssen.
Die formulierten Orientierungswerte beziehen sich hier ausschließlich auf die Inanspruchnahme derzeit nicht für die Reproduktion nutzbarer, aber im Zuge der längerfristigen Entwicklung diesbezüglich relevanter Flächen, die immer Bestandteil der Habitatabgrenzung innerhalb des Natura 2000-Gebietes sein müssen, um den geforderten günstigen Erhaltungszustand auch längerfristig zu gewährleisten bzw. zu erreichen. Die Inanspruchnahme aktuell als Fortpflanzungshabitat genutzter Strukturen / Flächen, z. B. das Fällen eines Brutbaumes des Heldbockes, ist dagegen grundsätzlich als erheblich einzustufen.
(2): Diese Formulierung bedeutet, dass dort, wo dies fachlich geboten ist, als Bezugsmaßstab auch ein räumlich-funktional getrenntes Teilgebiet eines Natura 2000-Gebietes herangezogen werden sollte. Dies kann z. B. dort erforderlich sein, wo sich das gemeldete Gebiet aus mehreren räumlich und funktional nicht zusammenhängenden Teilgebieten zusammensetzt. Auch kann z. B. bei einem großen Fluss-Natura 2000-Gebiet eine Unterscheidung zwischen Ober-, Mittel- und Unterlauf aus fachlichen Gründen ebenso geboten sein, wie andererseits z. B. die zusammenschauende Betrachtung eines Gewässerabschnitts, der lediglich aufgrund seiner Lage in mehreren benachbarten Bundesländern als jeweils eigenständige Natura 2000-Gebiete gemeldet wurde.
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Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Die Beseitigung oder Veränderung typischer Vegetations- oder Biotopstrukturen kann zu einer Minderung der Habitatqualität und -funktionen für die Art führen, im Extremfall bis hin zum Verlust der Habitatfunktion.
In bestehenden Habitaten kann auch die Neuschaffung von Strukturen - sofern sie den Ansprüchen der Art entgegenstehen oder nicht entsprechen - zu einer Beeinträchtigung der Habitatqualität führen.
Konsequenzen können - abhängig vom Umfang - z. B. der Verlust von Teilhabitaten, die Verringerung der Fortpflanzungsrate bzw. der Überlebenswahrscheinlichkeit von Individuen, Bestandsrückgang oder Beeinträchtigung bzw. Erlöschen lokaler (Teil-)Bestände sein.
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Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2003e |
Seite(n):
476
|
Qualifizierung
der Quelle:
D |
| 1.02 |
Drews, M. |
Die Art besiedelt warmfeuchte, sehr lichte Laubmischwälder, und zwar Hartholz-Auenwälder, Eschen-Erlen-Sumpfwälder, Eichen-Hainbuchenwälder und Mittelwälder mit hohem Grundwasserstand. Dabei ist das Vorhandensein von freistehenden, besonnten Jungeschen und reicher Kraut-Strauchschicht unerlässlich.
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Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.03 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Als Beispiele für Veränderungen von Vegetationsstrukturen, die zur Gefährdung führen können, führt Drews (2003e:476) die Aufforstung von Waldlichtungen, forstliche Eingriffe im Bereich des Waldmantels und die Beseitigung oder Mahd blütenreicher Waldwegsäume auf.
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Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2013 |
Seite(n):
361
|
Qualifizierung
der Quelle:
A |
| 1.04 |
Dolek, M., Freese-Hager, A., Geyer, A., Balletto, E. & Bonelli, S. |
Dolek et al. (2013:361) untersuchten die Eiablage- und Futterstrategien von Euphydryas maturna in Norditalien und Bayern. Während die eigentlich polyphage Art mit 24 nachgewiesenen Raupenfutterpflanzen in Bayern fast ausschließlich an Fraxinus excelsior (Gemeiner Esche) vorkam, wurden in Italien nach der Überwinterung auch Raupen an Plantago major (Breitwegerich), Plantago minor [Anm.: vermutlich ist Plantago lanceolata var. minor gemeint, BearbeiterInnen FFH-VP-Info] (Spitzwegerich) und Veronica hederifolia (Efeu-Ehrenpreis) gefunden. Die Autor*innen vermuten außerdem, dass die Larven von den bereits früh im Jahr verfügbaren krautigen Pflanzen auf Eschen zurück wandern, sobald diese auszutreiben beginnen. Daher sollten diese krautigen Pflanzenarten in unmittelbarer Nähe der Eschen vorkommen.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
| 3. Prognosemethoden
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 3.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
I. d. R. erfolgt die Wirkungsbeurteilung durch Überlagerung der vom Projekt entsprechend beeinflussten Flächen mit allen nach den Erhaltungszielen zu bewahrenden bzw. zu entwickelnden (Teil-)Habitaten.
Die betroffenen Habitate bzw. Habitatstrukturen sind hinsichtlich ihrer längerfristigen Entwicklung und der qualitativen Abweichung zu bewerten. Soweit erforderlich, sind unterschiedliche Teilhabitate der Art in der Prognose differenziert zu betrachten. Dabei sind zum einen die absoluten Habitatverluste bzw. -verschlechterungen (m²) sowie die relativen (%) bezogen auf den Gesamtbestand im Gebiet bzw. die funktional zusammengehörenden Habitate der Art zu ermitteln bzw. abzuschätzen.
Darauf aufbauend sind die qualitativen und quantitativen Funktionsverluste für die betroffenen Individuen bzw. (Teil-)Bestände zu beurteilen. Soweit möglich, ist die Prognose durch Vergleich mit standörtlich und strukturell ähnlichen Habitaten bzw. solchen, die bereits entsprechenden Veränderungen unterlagen, abzusichern.
Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.
Etwaige kumulative Wirkungen additiver oder synergistischer Art durch andere Wirkfaktoren des Projekts / Plans oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten / Plänen sind zu berücksichtigen.
Im Einzelfall können aus Gründen der Prognosesicherheit auch weitergehende Methoden notwendig werden (z. B. Populationsgefährdungsanalysen, s. Rassmus et al. 2003, Lambrecht et al. 2004).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
| 4. Relevanzschwelle
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 4.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Soweit die Bestände der Art bzw. ihre Habitate nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln sind, wird die Relevanzschwelle grundsätzlich bei jeder negativen Veränderung von Vegetations- oder Biotopstrukturen eines (Teil-)Habitats im Gebiet überschritten.
Im Einzelfall können Veränderungen auch außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die Bestände der Art im Gebiet aufweisen.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
| 5. Erheblichkeitsschwelle
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 5.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Die Beeinträchtigungsintensität resultiert einerseits aus der artspezifischen Empfindlichkeit und andererseits aus der Intensität und Dimension der Veränderung der Habitatstrukturen.
Die absolute und die relative Dimension des Habitatverlustes bzw. seiner qualitativen Funktionsminderung sind wesentliche Größen der Beurteilung.
Wichtig für die Erheblichkeitsbeurteilung sind zudem die funktionale Bedeutung der einzelnen betroffenen Flächen / Teilhabitate sowie die zeitliche Dimension der Beeinträchtigung (Zeitpunkt, Häufigkeit und Dauer).
In bestimmten Fällen kann der Konventionsvorschlag für direkten Flächenentzug / -verlust in Habitaten zur Orientierung herangezogen werden (s. Wirkfaktor 1-1). Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die in diesem Ansatz integrierten Orientierungswerte für vollständige / dauerhafte Habitatverluste konzipiert wurden. Für graduelle Funktionsminderungen sind dagegen eigenständige Bewertungsansätze zu entwickeln oder die Funktionsverluste müssten als (ggf. prozentuale) Funktionsminderung bilanziert und dann mit den Orientierungswerten des Konventionsvorschlags ins Verhältnis gesetzt werden (vgl. Beispiel in Lambrecht & Trautner 2007:83).
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Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
2-2 Verlust / Änderung charakteristischer Dynamik
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Sowohl die Nutzungsintensivierung (s. a. Wirkfaktor 2-3) als auch die Nutzungsaufgabe (s. a. Wirkfaktoren 2-4, 2-5) sind problematisch. Es ist denkbar, dass natürliche dynamische Prozesse wie Windwurf oder Kahlfraß durch den Schwammspinner (Lymantria dispar) sich wegen der Auflichtung des Waldes auf die Art positiv auswirken, sofern übliche Bekämpfungsmaßnahmen unterbleiben (s. a. Wirkfaktor 8-3).
Die fünf von der E. maturna-Raupe befressenen Gehölzarten (Esche, Zitterpappel, Liguster, Geißblatt, Heckenkirsche) sind "[...] gewissermaßen 'kalamitätenresistent', d. h. sie werden vom Schwammspinner [...] nicht gefressen [...]" (Pretscher 2000c:440).
Anmerkung: Zur "Veränderung der hydrologischen / hydrodynamischen Verhältnisse" siehe auch Wirkfaktor 3-3.
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Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
2-2 Verlust / Änderung charakteristischer Dynamik
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2008 |
Seite(n):
69, 71
|
Qualifizierung
der Quelle:
A |
| 1.02 |
Liegl, A., Finnberg, S., Gros, P. & Dolek, M. |
Die aufgrund wasserbaulicher Überformung fehlende natürliche Dynamik in den Auen als postulierte natürliche Lebensräume kann durch geeignete Waldnutzungen ersetzt werden. Die Art braucht lichte Waldstrukturen, die durch natürliche Dynamik in Auen (z. B. Überschwemmungen) oder durch andere Faktoren wie entsprechende Bewirtschaftung immer wieder neu bereit gestellt werden muss (Liegl et al. 2008:69,71).
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Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
2-2 Verlust / Änderung charakteristischer Dynamik
| 3. Prognosemethoden
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 3.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
I. d. R. erfolgt die Wirkungsbeurteilung durch Überlagerung der vom Projekt entsprechend beeinflussten Flächen mit allen nach den Erhaltungszielen zu bewahrenden bzw. zu entwickelnden (Teil-)Habitaten.
Die betroffenen Habitate bzw. Habitatstrukturen sind hinsichtlich ihrer längerfristigen Entwicklung und der qualitativen Abweichung zu bewerten. Soweit erforderlich, sind unterschiedliche Teilhabitate der Art in der Prognose differenziert zu betrachten. Dabei sind zum einen die absoluten Habitatverluste bzw. -verschlechterungen (m²) sowie die relativen (%) bezogen auf den Gesamtbestand im Gebiet bzw. die funktional zusammengehörenden Habitate der Art zu ermitteln bzw. abzuschätzen.
Darauf aufbauend sind die qualitativen und quantitativen Funktionsverluste für die betroffenen Individuen bzw. (Teil-)Bestände zu beurteilen. Soweit möglich, ist die Prognose durch Vergleich mit standörtlich und strukturell ähnlichen Habitaten bzw. solchen, die bereits entsprechenden Veränderungen unterlagen, abzusichern.
Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.
Etwaige kumulative Wirkungen additiver oder synergistischer Art durch andere Wirkfaktoren des Projekts / Plans oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten / Plänen sind zu berücksichtigen.
Im Einzelfall können aus Gründen der Prognosesicherheit auch weitergehende Methoden notwendig werden (z. B. Populationsgefährdungsanalysen, s. Rassmus et al. 2003, Lambrecht et al. 2004).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
2-2 Verlust / Änderung charakteristischer Dynamik
| 4. Relevanzschwelle
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 4.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Soweit die Bestände der Art bzw. ihre Habitate nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln sind, wird die Relevanzschwelle grundsätzlich bei jeder negativen Veränderung dynamischer Prozesse in einem (Teil-)Habitat im Gebiet überschritten.
Im Einzelfall können Veränderungen auch außerhalb des Gebietes relevant sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die Bestände der Art im Gebiet aufweisen.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
2-2 Verlust / Änderung charakteristischer Dynamik
| 5. Erheblichkeitsschwelle
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 5.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Die Beeinträchtigungsintensität resultiert einerseits aus der artspezifischen Empfindlichkeit und andererseits aus der Intensität und Dimension der Veränderung der Habitatstrukturen.
Die absolute und die relative Dimension des Habitatverlustes bzw. seiner qualitativen Funktionsminderung sind wesentliche Größen der Beurteilung.
Wichtig für die Erheblichkeitsbeurteilung sind zudem die funktionale Bedeutung der einzelnen betroffenen Flächen / Teilhabitate sowie die zeitliche Dimension der Beeinträchtigung (Zeitpunkt, Häufigkeit und Dauer).
In bestimmten Fällen kann der Konventionsvorschlag für direkten Flächenentzug / -verlust in Habitaten zur Orientierung herangezogen werden (s. Wirkfaktor 1-1). Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die in diesem Ansatz integrierten Orientierungswerte für vollständige / dauerhafte Habitatverluste konzipiert wurden. Für graduelle Funktionsminderungen sind dagegen eigenständige Bewertungsansätze zu entwickeln oder die Funktionsverluste müssten als (ggf. prozentuale) Funktionsminderung bilanziert und dann mit den Orientierungswerten des Konventionsvorschlags ins Verhältnis gesetzt werden (vgl. Beispiel in Lambrecht & Trautner 2007:83).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Da die Art an lichte Waldstandorte mit einer ganz speziellen, extensiven Bewirtschaftungsform (z. B. Mittel- oder Niederwald) gebunden ist, sind alle Formen der Nutzungsintensivierung relevant.
Hierzu zählen Aufforstung, großflächiger Kahlschlag und Beweidung (s. ff. Datensätze). Ursprünglich besiedelte E. maturna klimatisch begünstigte Auwälder und wich dann auf als Nieder- oder Mittelwald bewirtschaftete feucht-warme Standorte aus (Weidemann 1995:484, Ebert & Rennwald 1991a:539, Pretscher 2000c:440).
Weiterhin können alle Maßnahmen, die das richtige raum-zeitliche Mosaik der Raupenfraßpflanzen beeinträchtigen und einen Eschen-Jungaufwuchs verhindern, von Bedeutung sein.
Anmerkung: Pestizide werden separat unter Wirkfaktor 8-3 behandelt.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
1991a |
Seite(n):
542
|
Qualifizierung
der Quelle:
A |
| 1.02 |
Ebert, G. & Rennwald, E. (Hrsg.) |
"Forstliche Eingriffe, insbesondere in den empfindlichen Bereich der Waldsäume und Aufforstung der Lichtungen, [...] dürften in erster Linie an der extrem rückläufigen Bestandesentwicklung in Baden-Württemberg schuld sein."
Durch Aufgabe der extensiven Bewirtschaftungsformen dürfte die Art bereits an einigen Stellen erloschen sein, da die Wälder dann zum Hochwald durchwachsen (Weidemann 1995:480).
"In großen Kahlschlagflächen vertreibt der Wind die Feuchte. Solche Flächen sind ungeeignet für maturna" (Weidemann 1995:484).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2000c |
Seite(n):
446
|
Qualifizierung
der Quelle:
A |
| 1.03 |
Pretscher, P. |
"Die Beweidung von randlichen Lichtungen mit Schafen scheint sich angesichts der derzeitigen Überweidung nicht zu bewähren. Die Schafe fressen nicht nur den Blütenhorizont ab, sondern auch den Eschenjungwuchs."
"Die Folgen sind fehlende Saugpflanzen-Blüten und Jung-Eschen mit Krüppelwuchs. Durch Verbiss der Spitzentriebe entwickelt sich lediglich ein Zwieselwuchs" (s. a. Wirkfaktor 5-5).
Die Intensität der Beweidung scheint von besonderer Bedeutung zu sein, da viele der Habitate ursprünglich durch anthropo-zoogene Einflüsse (Waldweide) entstanden sind (Weidemann 1995:480).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2003e |
Seite(n):
477
|
Qualifizierung
der Quelle:
A |
| 1.04 |
Drews, M. |
Als Gefährdungsursachen für E. maturna werden genannt: "Aufforstungen von Waldlichtungen sowie forstliche Eingriffe im Bereich des Waldmantels, Beseitigung oder Mahd blütenreicher Waldwegsäume, Aufgabe der Mittelwaldnutzung. [...] Verbuschung und Wiederbewaldung von Waldlichtungen, jagdliche Aktivitäten (Anlage von Wildäckern, Kirrplätzen oder Lagerstätten für Wildfutter auf Waldlichtungen), Überweidung von randlichen Lichtungen mit Schafen (Verbiss des Eschenjungwuchses und Abfressen des Blütenhorizontes) [...]."
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2006 |
Seite(n):
388-397
|
Qualifizierung
der Quelle:
D |
| 1.05 |
Freese, A., Benes, J., Bolz, R., Cizek, O., Dolek, M., Geyer, A., Gros, P., Konvicka, M., Liegl, A. & Stettmer, C. |
Forstliche Intensivierung wird von Freese et al. (2006:388) aufgrund des Verlustes der benötigten lichten, feucht-warmen Waldstrukturen als ein wichtiger Gefährdungsfaktor für die Art benannt, da sowohl eine zu geringe als auch eine zu hohe Besonnung innerhalb der Waldbestände der Art abträglich ist. Ein weiterer limitierender Faktor ist die floristische Zusammensetzung der Wälder, da nicht nur die Esche eine wichtige Raupennahrungspflanze ist, sondern überwinterte Raupen auch verschiedene krautige Pflanzen fressen und Imagines von einer gewissen Nektarversorgung abhängig sind. E. maturna ist abhängig von heterogenen frühen Sukzessionsstadien, die früher durch alte Bewirtschaftungsformen wie Mittelwald und Waldweide bereitgestellt wurden.
"The knowledge of ecological requirements of declining butterflies of European woodlands remains limited, which hinders conservation management of their localities. This also applies for continentally threatened scarce fritillary Euphydryas maturna. On the basis of the largest data set on its habitat use ever collected in Central Europe, we analyse habitat requirements of its populations in Austria (A), the Czech Republic (Cz) and Germany (D). All studied populations inhabit open-canopy sites within woodlands, but larval survival decreases under full sun and preferred sites are relatively humid and sheltered. Nests of pre-hibernation larvae occur at terminal branches of Fraxinus excelsior, 1.5-3 m above the ground. Pre-hibernation mor tality reaches 70% (Cz, D). Another limiting factor is quality of woodland vegetation: post-hibernation larvae consume a wide range of herbs and shrubs, and adult distribution is linked to nectar availability. The butterfly thus depends on highly heterogeneous early successional stages of deciduous woods, historically maintained by coppicing (Cz, D) and forest pasture (A). Restoration of these traditional methods offers the only chance for survival of E. maturna in Central Europe, and the butterfly may become a flagship for other threatened organisms of open-canopy woodlands."
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2005 |
Seite(n):
532
|
Qualifizierung
der Quelle:
D |
| 1.06 |
Günther, A., Nigmann, U., Achtziger, R. & Gruttke, H. (Bearb.) |
Laut Günther et al. (2005:532) sind die Hauptgefährdungsursachen für E. maturna die Wiederaufforstung von Lichtungen und die Aufgabe alter Nutzungsformen, wie der des Mittelwaldes.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2008 |
Seite(n):
69-79
|
Qualifizierung
der Quelle:
A |
| 1.07 |
Liegl, A., Finnberg, S., Gros, P. & Dolek, M. |
Kleinflächige Lochhiebe mit mindestens Gruppengröße (>500-1.000 qm) können als Pflegemaßnahmen gelten (Liegl et al. 2008:73).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
| 3. Prognosemethoden
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 3.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
I. d. R. erfolgt die Wirkungsbeurteilung durch Überlagerung der vom Projekt entsprechend beeinflussten Flächen mit allen nach den Erhaltungszielen zu bewahrenden bzw. zu entwickelnden (Teil-)Habitaten.
Die betroffenen Habitate bzw. Habitatstrukturen sind hinsichtlich ihrer längerfristigen Entwicklung und der qualitativen Abweichung zu bewerten. Soweit erforderlich, sind unterschiedliche Teilhabitate der Art in der Prognose differenziert zu betrachten. Dabei sind zum einen die absoluten Habitatverluste bzw. -verschlechterungen (m²) sowie die relativen (%) bezogen auf den Gesamtbestand im Gebiet bzw. die funktional zusammengehörenden Habitate der Art zu ermitteln bzw. abzuschätzen.
Darauf aufbauend sind die qualitativen und quantitativen Funktionsverluste für die betroffenen Individuen bzw. (Teil-)Bestände zu beurteilen. Soweit möglich, ist die Prognose durch Vergleich mit standörtlich und strukturell ähnlichen Habitaten bzw. solchen, die bereits entsprechenden Veränderungen unterlagen, abzusichern.
Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.
Etwaige kumulative Wirkungen additiver oder synergistischer Art durch andere Wirkfaktoren des Projekts / Plans oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten / Plänen sind zu berücksichtigen.
Im Einzelfall können aus Gründen der Prognosesicherheit auch weitergehende Methoden notwendig werden (z. B. Populationsgefährdungsanalysen, s. Rassmus et al. 2003, Lambrecht et al. 2004).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
| 4. Relevanzschwelle
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 4.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Soweit die Art bzw. deren Habitat nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln ist, wird die Relevanzschwelle grundsätzlich bei jeder Nutzungsintensivierung in einem (Teil-)Habitat im Gebiet überschritten.
Im Einzelfall können Veränderungen auch außerhalb des Gebietes relevant sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die Bestände der Art im Gebiet aufweisen.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
| 5. Erheblichkeitsschwelle
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 5.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Die Beeinträchtigungsintensität resultiert einerseits aus der artspezifischen Empfindlichkeit und andererseits aus der Intensität und Dimension der Veränderung der Habitatstrukturen.
Die absolute und die relative Dimension des Habitatverlustes bzw. seiner qualitativen Funktionsminderung sind wesentliche Größen der Beurteilung.
Wichtig für die Erheblichkeitsbeurteilung sind zudem die funktionale Bedeutung der einzelnen betroffenen Flächen / Teilhabitate sowie die zeitliche Dimension der Beeinträchtigung (Zeitpunkt, Häufigkeit und Dauer).
In bestimmten Fällen kann der Konventionsvorschlag für direkten Flächenentzug / -verlust in Habitaten zur Orientierung herangezogen werden (s. Wirkfaktor 1-1). Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die in diesem Ansatz integrierten Orientierungswerte für vollständige / dauerhafte Habitatverluste konzipiert wurden. Für graduelle Funktionsminderungen sind dagegen eigenständige Bewertungsansätze zu entwickeln oder die Funktionsverluste müssten als (ggf. prozentuale) Funktionsminderung bilanziert und dann mit den Orientierungswerten des Konventionsvorschlags ins Verhältnis gesetzt werden (vgl. Beispiel in Lambrecht & Trautner 2007:83).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
2-4 Kurzzeitige Aufgabe habitatprägender Nutzung / Pflege
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Die typischen Habitatstrukturen unterliegen bei günstiger Ausprägung in kurzen Zeiträumen keinen sukzessionsbedingten Veränderungen, die zu Beeinträchtigungen führen könnten.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
2-4 Kurzzeitige Aufgabe habitatprägender Nutzung / Pflege
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2013 |
Seite(n):
364
|
Qualifizierung
der Quelle:
D |
| 1.02 |
Dolek, M., Freese-Hager, A., Geyer, A., Balletto, E. & Bonelli, S. |
Dolek et al. (2013:364) untersuchten die Eiablage- und Futterstrategien von Euphydryas maturna in Norditalien und Bayern. Das Habitat des italienischen Bestandes wurde für lange Zeit als extensive Rinderweide genutzt, wobei unregelmäßig einzelne große Eschen entnommen wurden. Diese Nutzung ist durchaus kompatibel mit dem Schutz von E. maturna: "The site has been used by man for a very long time, mainly as free ranging cattle pasture, while some fullgrown ash are cut down at irregular intervals by farmers. Within current limits, both activities appear to be compatible with the conservation of E. maturna. Both activities result in creating clearings where both herbaceous and new ash plants can grow. Their effect can therefore actually be seen as beneficial if a well-balanced relationship is maintained."
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
2-5 (Länger) andauernde Aufgabe habitatprägender Nutzung / Pflege
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
1995 |
Seite(n):
480
|
Qualifizierung
der Quelle:
A |
| 1.01 |
Weidemann, H.-J. |
"Der [...] beherbergt solche Wälder nur bei extensiver Bewirtschaftung. Mit Beendigung der traditionellen Waldnutzung wachsen diese zum Hochwald durch. Die lichtbedürftigen, wärmeliebenden Arten der Säume und Mäntel verlieren derart ihren Lebensraum."
Da die Habitate keine "Klimax"-Stadien darstellen, führt die Aufgabe prägender Nutzungen oder von Pflegemaßnahmen über standortabhängig unterschiedliche Zeiträume zum kompletten Habitatverlust und damit zum Erlöschen der jeweiligen Population.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
2-5 (Länger) andauernde Aufgabe habitatprägender Nutzung / Pflege
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2000c |
Seite(n):
444
|
Qualifizierung
der Quelle:
A |
| 1.02 |
Pretscher, P. |
"Hauptursache für das Verschwinden des 'Verbuschungsflüchters' ist die rasche Wiederbewaldung der austrocknenden Pfeifengras-Lichtungen. Hier sind Entbuschungsmaßnahmen wichtiger als Einstandsdickungen für das Wild."
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
2-5 (Länger) andauernde Aufgabe habitatprägender Nutzung / Pflege
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2003e |
Seite(n):
476
|
Qualifizierung
der Quelle:
A |
| 1.03 |
Drews, M. |
"E. maturna ist ein "Verbuschungsflüchter", d. h. sobald auf einer Lichtung die Bedingungen für die Eiablage durch die Wiederbewaldung oder fehlende Jungeschen nicht mehr akzeptabel sind, verlassen die Falter die Fläche (vgl. Schiller & Graul 2000a)."
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
2-5 (Länger) andauernde Aufgabe habitatprägender Nutzung / Pflege
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2008 |
Seite(n):
50ff.
|
Qualifizierung
der Quelle:
A |
| 1.04 |
Dolek, M., Freese-Hager, A., Geyer, A. & Liegl, A. |
In den Mittelwäldern werden nur bestimmte Flächen mittleren Hiebsalters besiedelt, die bei einer Nutzungsaufgabe verloren gehen würden.
"Im Steigerwald werden bevorzugt lichte Wälder besiedelt. Die durch Mittelwaldbewirtschaftung sieben bis über 20 Jahre alten Schläge bieten das notwendige warm-luftfeuchte Mikroklima." Die vom Maivogel "benötigten Biotopausprägungen sind Phasen des Lebensraumes, die sich mit keiner der heutigen Landnutzungen vereinbaren lassen. Die prägenden Prozesse (Flussauendynamik, Entstehung unbestockter Flächen aus unterschiedlichsten Gründen, Sukzession nach der Zerfallsphase des Waldes) sind unerwünschte Störungen. Die einzige Ausnahme, die Stotzjausschlagswirtschaft, gilt ebenfalls als nicht zeitgemäße Waldbewirtschaftung." "Für die als Mittel- oder Niederwald genutzten Bestände heißt dies, dass die Durchführung der Stockhiebe sicher gestellt werden muss."
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
2-5 (Länger) andauernde Aufgabe habitatprägender Nutzung / Pflege
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2018 |
Seite(n):
78f.
|
Qualifizierung
der Quelle:
A |
| 1.05 |
Dolek, M., K?rösi, Á. & Freese-Hager, A. |
Ein vertragsbasiertes Schutzprogramm für Wälder soll seit 2005 in Bayern unter anderem das Verschwinden von seltenen Niederwäldern aufhalten. Dolek et al. (2018:78f., 82) untersuchten die Auswirkungen dieses Programms und der Niederwaldbewirtschaftung im Allgemeinen auf die seltenen Schmetterlingsarten Euphydryas maturna und Eriogaster catax. Die höchste Anzahl an Larvengespinnsten von E. maturna konnte etwa 10-15 Jahre nach dem Rückschnitt beobachtet werden. Insgesamt wird zur Förderung der gefährdeten Falterarten eine Umtriebszeit von etwa 25 Jahren empfohlen. Die Autor*innen konnten nachweisen, dass das Auftreten von E. maturna auf jungen und mittelalten Flächen signifikant wahrscheinlicher war als in den umgebenden Hochwäldern. Insgesamt konnten im Untersuchungszeitraum 1.544 Raupengespinnste in Niederwäldern und lediglich 187 in Hochwäldern gefunden werden, wobei Letztere mehr als die doppelte Fläche aufwiesen.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
2-5 (Länger) andauernde Aufgabe habitatprägender Nutzung / Pflege
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2019 |
Seite(n):
400
|
Qualifizierung
der Quelle:
D |
| 1.06 |
Vrabec, V., Bubová, T., Kulma, M., Krása, A. & Nowicki, P. |
In der Tschechischen Republik galt Euphydryas maturna als ausgestorben, bis ein Bestand der Art in "Dománovický les" in der Mittelböhmischen Region wiederentdeckt werden konnte. Um den Zustand der Population zu überwachen, wurden dort in den Jahren 2002, 2016 und 2017 Fang-Wiederfang-Untersuchungen durchgeführt (Vrabec et al. 2019:400). Hierbei zeigte sich, dass die Falter fast ausschließlich auf Lichtungen vorkamen, welche entweder durch Naturschutzmaßnahmen oder die Forstwirtschaft geschaffen waren. Obwohl zum Schutz der Art auch eine Auflichtung der geschlossenen Waldbestände erfolgt war, konnten E. maturna dort kaum nachgewiesen werden. Daher schließen die Autor*innen der Untersuchung: "However, our results suggest that the last metapopulation of E. maturna in the Czech Republic is strongly dependant on temporal forest clearings".
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
2-5 (Länger) andauernde Aufgabe habitatprägender Nutzung / Pflege
| 3. Prognosemethoden
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 3.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
I. d. R. erfolgt die Wirkungsbeurteilung durch Überlagerung der vom Projekt entsprechend beeinflussten Flächen mit allen nach den Erhaltungszielen zu bewahrenden bzw. zu entwickelnden (Teil-)Habitaten.
Die betroffenen Habitate bzw. Habitatstrukturen sind hinsichtlich ihrer längerfristigen Entwicklung und der qualitativen Abweichung zu bewerten. Soweit erforderlich, sind unterschiedliche Teilhabitate der Art in der Prognose differenziert zu betrachten. Dabei sind zum einen die absoluten Habitatverluste bzw. -verschlechterungen (m²) sowie die relativen (%) bezogen auf den Gesamtbestand im Gebiet bzw. die funktional zusammengehörenden Habitate der Art zu ermitteln bzw. abzuschätzen.
Darauf aufbauend sind die qualitativen und quantitativen Funktionsverluste für die betroffenen Individuen bzw. (Teil-)Bestände zu beurteilen. Soweit möglich, ist die Prognose durch Vergleich mit standörtlich und strukturell ähnlichen Habitaten bzw. solchen, die bereits entsprechenden Veränderungen unterlagen, abzusichern.
Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.
Etwaige kumulative Wirkungen additiver oder synergistischer Art durch andere Wirkfaktoren des Projekts / Plans oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten / Plänen sind zu berücksichtigen.
Im Einzelfall können aus Gründen der Prognosesicherheit auch weitergehende Methoden notwendig werden (z. B. Populationsgefährdungsanalysen, s. Rassmus et al. 2003, Lambrecht et al. 2004).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
2-5 (Länger) andauernde Aufgabe habitatprägender Nutzung / Pflege
| 4. Relevanzschwelle
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 4.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Soweit die Art bzw. deren Habitat nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln ist, wird die Relevanzschwelle grundsätzlich bei jedem Ausfall der Nutzung oder Pflege mit möglichen negativen Veränderungen in einem (Teil-)Habitat im Gebiet überschritten.
Im Einzelfall können Veränderungen auch außerhalb des Gebietes relevant sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die Bestände der Art im Gebiet aufweisen.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
2-5 (Länger) andauernde Aufgabe habitatprägender Nutzung / Pflege
| 5. Erheblichkeitsschwelle
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 5.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Die Beeinträchtigungsintensität resultiert einerseits aus der artspezifischen Empfindlichkeit und andererseits aus der Intensität und Dimension der Veränderung der Habitatstrukturen.
Die absolute und die relative Dimension des Habitatverlustes bzw. seiner qualitativen Funktionsminderung sind wesentliche Größen der Beurteilung.
Wichtig für die Erheblichkeitsbeurteilung sind zudem die funktionale Bedeutung der einzelnen betroffenen Flächen / Teilhabitate sowie die zeitliche Dimension der Beeinträchtigung (Zeitpunkt, Häufigkeit und Dauer).
In bestimmten Fällen kann der Konventionsvorschlag für direkten Flächenentzug / -verlust in Habitaten zur Orientierung herangezogen werden (s. Wirkfaktor 1-1). Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die in diesem Ansatz integrierten Orientierungswerte für vollständige / dauerhafte Habitatverluste konzipiert wurden. Für graduelle Funktionsminderungen sind dagegen eigenständige Bewertungsansätze zu entwickeln oder die Funktionsverluste müssten als (ggf. prozentuale) Funktionsminderung bilanziert und dann mit den Orientierungswerten des Konventionsvorschlags ins Verhältnis gesetzt werden (vgl. Beispiel in Lambrecht & Trautner 2007:83).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
3-1 Veränderung des Bodens bzw. Untergrundes
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Veränderungen des Bodens wirken indirekt über die Standortbedingungen für die Raupenfraßpflanzen auf die Art. Die von den L1-Larven monophag befressenen Eschen weisen eine relativ breite Standortamplitude auf. Die Eschen sind nie auf stark sauren oder salzhaltigen Böden anzutreffen und auf stickstoffreichen Standorten häufiger. Staunässe wird gemieden, sonst indifferentes Verhalten gegenüber Bodenfeuchte (Ellenberg 1992:107, Sebald et al. 1996:46).
Da die Raupe in der Laubstreu überwintert, sind solche Faktoren von Bedeutung, die die Raupe beeinflussen können. Hierbei dürften allerdings nur extreme pH-Werte und hydrologische Verhältnisse relevant sein.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
3-1 Veränderung des Bodens bzw. Untergrundes
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.02 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
E. maturna lebt monophag an Esche (Fraxinus excelsior). Die Esche weist folgende ökologischen Ansprüche auf: Zeigerwerte (nach Ellenberg 1979): Lichtzahl: 4 = Schatten- bis Halbschattenpflanze; Temperaturzahl: 5 = Mäßigwärmezeiger; Kontinentalitätszahl: 3 = See- bis gemäßigtes Seeklima zeigend; Feuchtezahl: indifferend; Feuchtewechsel: keinen Wechsel der Feuchte zeigend; Reaktionszahl: 7 = Schwachbasenzeiger; Stickstoffzahl: 7 = Stickstoffreichtum zeigend; Salzzahl: 0 = nicht salzertragend; Schwermetallresistenz: nicht schwermetallresistent.
Projekte, die die Standortverhältnisse für die Futterpflanze deutlich aus den genannten ökologischen Vorzugsbereichen verschieben, können den Schmetterling daher beeinträchtigen.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
3-1 Veränderung des Bodens bzw. Untergrundes
| 3. Prognosemethoden
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 3.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
I. d. R. erfolgt die Wirkungsbeurteilung durch Überlagerung der vom Projekt entsprechend beeinflussten Flächen mit allen nach den Erhaltungszielen zu bewahrenden bzw. zu entwickelnden (Teil-)Habitaten.
Die betroffenen Habitate bzw. Habitatstrukturen sind hinsichtlich ihrer längerfristigen Entwicklung und der qualitativen Abweichung zu bewerten. Soweit erforderlich, sind unterschiedliche Teilhabitate der Art in der Prognose differenziert zu betrachten. Dabei sind zum einen die absoluten Habitatverluste bzw. -verschlechterungen (m²) sowie die relativen (%) bezogen auf den Gesamtbestand im Gebiet bzw. die funktional zusammengehörenden Habitate der Art zu ermitteln bzw. abzuschätzen.
Darauf aufbauend sind die qualitativen und quantitativen Funktionsverluste für die betroffenen Individuen bzw. (Teil-)Bestände zu beurteilen. Soweit möglich, ist die Prognose durch Vergleich mit standörtlich und strukturell ähnlichen Habitaten bzw. solchen, die bereits entsprechenden Veränderungen unterlagen, abzusichern.
Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.
Etwaige kumulative Wirkungen additiver oder synergistischer Art durch andere Wirkfaktoren des Projekts / Plans oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten / Plänen sind zu berücksichtigen.
Im Einzelfall können aus Gründen der Prognosesicherheit auch weitergehende Methoden notwendig werden (z. B. Populationsgefährdungsanalysen, s. Rassmus et al. 2003, Lambrecht et al. 2004).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
3-1 Veränderung des Bodens bzw. Untergrundes
| 4. Relevanzschwelle
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 4.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Soweit die Art bzw. deren Habitat nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln ist, wird die Relevanzschwelle grundsätzlich bei jeder möglichen negativen Veränderung der Bodenverhältnisse in einem (Teil-)Habitat im Gebiet überschritten.
Im Einzelfall können Veränderungen auch außerhalb des Gebietes relevant sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die Bestände der Art im Gebiet aufweisen.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
3-1 Veränderung des Bodens bzw. Untergrundes
| 5. Erheblichkeitsschwelle
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 5.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Die Beeinträchtigungsintensität resultiert einerseits aus der artspezifischen Empfindlichkeit und andererseits aus der Intensität und Dimension der Veränderung der Bodenverhältnisse.
Die absolute und die relative Dimension des Habitatverlustes bzw. seiner qualitativen Funktionsminderung sind wesentliche Größen der Beurteilung.
Wichtig für die Erheblichkeitsbeurteilung sind zudem die funktionale Bedeutung der einzelnen betroffenen Flächen / Teilhabitate sowie die zeitliche Dimension der Beeinträchtigung (Zeitpunkt, Häufigkeit und Dauer).
In bestimmten Fällen kann der Konventionsvorschlag für direkten Flächenentzug / -verlust in Habitaten zur Orientierung herangezogen werden (s. Wirkfaktor 1-1). Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die in diesem Ansatz integrierten Orientierungswerte für vollständige / dauerhafte Habitatverluste konzipiert wurden. Für graduelle Funktionsminderungen sind dagegen eigenständige Bewertungsansätze zu entwickeln oder die Funktionsverluste müssten als (ggf. prozentuale) Funktionsminderung bilanziert und dann mit den Orientierungswerten des Konventionsvorschlags ins Verhältnis gesetzt werden (vgl. Beispiel in Lambrecht & Trautner 2007:83).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
3-2 Veränderung der morphologischen Verhältnisse
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Veränderungen der morphologischen Verhältnisse können dann von Bedeutung sein, wenn sie sich auf die Klimaparameter auswirken. Begünstigen die Veränderungen des Geländereliefs einen Kaltluftstau, so dürfte sich dies negativ auswirken. Wird hingegen die Luftzufuhr in den besiedelten Standorten erhöht, können die Temperatur und die Luftfeuchte in den Habitaten sinken und dadurch die zur Eiablage benötigten mikroklimatischen Bedingungen beeinträchtigt werden (s. a. Wirkfaktor 3-5).
Die Anlage von Feucht-Biotopen in Habitaten ist ebenfalls ungünstig: "Manche Flugplätze stellen natürlich waldfreie Lichtungen um Quellaustritte dar. Ein solches früheres Steigerwald-Habitat wurde ausgebaggert zum 'Jägersee' [...]" (Weidemann 1995:484).
Andererseits bietet sich je nach Ausgangssituation so auch die Möglichkeit, Habitate zu schaffen. In einem Hochwald wurde durch die Anlage eines Wasserrückhaltebeckens, das nicht vollständig geflutet wurde, der Waldbestand geöffnet und eine luftfeuchte Lichtung geschaffen: Die hier aufkommenden Eschen wurden von E. maturna erfolgreich besiedelt (Liegl et al. 2008:75).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
3-2 Veränderung der morphologischen Verhältnisse
| 3. Prognosemethoden
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 3.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
I. d. R. erfolgt die Wirkungsbeurteilung durch Überlagerung der vom Projekt entsprechend beeinflussten Flächen mit allen nach den Erhaltungszielen zu bewahrenden bzw. zu entwickelnden (Teil-)Habitaten.
Die betroffenen Habitate bzw. Habitatstrukturen sind hinsichtlich ihrer längerfristigen Entwicklung und der qualitativen Abweichung zu bewerten. Soweit erforderlich, sind unterschiedliche Teilhabitate der Art in der Prognose differenziert zu betrachten. Dabei sind zum einen die absoluten Habitatverluste bzw. -verschlechterungen (m²) sowie die relativen (%) bezogen auf den Gesamtbestand im Gebiet bzw. die funktional zusammengehörenden Habitate der Art zu ermitteln bzw. abzuschätzen.
Darauf aufbauend sind die qualitativen und quantitativen Funktionsverluste für die betroffenen Individuen bzw. (Teil-)Bestände zu beurteilen. Soweit möglich, ist die Prognose durch Vergleich mit standörtlich und strukturell ähnlichen Habitaten bzw. solchen, die bereits entsprechenden Veränderungen unterlagen, abzusichern.
Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.
Etwaige kumulative Wirkungen additiver oder synergistischer Art durch andere Wirkfaktoren des Projekts / Plans oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten / Plänen sind zu berücksichtigen.
Im Einzelfall können aus Gründen der Prognosesicherheit auch weitergehende Methoden notwendig werden (z. B. Populationsgefährdungsanalysen, s. Rassmus et al. 2003, Lambrecht et al. 2004).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
3-2 Veränderung der morphologischen Verhältnisse
| 4. Relevanzschwelle
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 4.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Soweit die Art bzw. deren Habitat nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln ist, wird die Relevanzschwelle grundsätzlich bei jeder möglichen negativen Veränderung der morphologischen Verhältnisse in einem (Teil-)Habitat im Gebiet überschritten.
Im Einzelfall können Veränderungen auch außerhalb des Gebietes relevant sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die Bestände der Art im Gebiet aufweisen.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
3-2 Veränderung der morphologischen Verhältnisse
| 5. Erheblichkeitsschwelle
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 5.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Die Beeinträchtigungsintensität resultiert einerseits aus der artspezifischen Empfindlichkeit und andererseits aus der Intensität und Dimension der Veränderung der morphologischen Verhältnisse.
Die absolute und die relative Dimension des Habitatverlustes bzw. seiner qualitativen Funktionsminderung sind wesentliche Größen der Beurteilung.
Wichtig für die Erheblichkeitsbeurteilung sind zudem die funktionale Bedeutung der einzelnen betroffenen Flächen / Teilhabitate sowie die zeitliche Dimension der Beeinträchtigung (Zeitpunkt, Häufigkeit und Dauer).
In bestimmten Fällen kann der Konventionsvorschlag für direkten Flächenentzug / -verlust in Habitaten zur Orientierung herangezogen werden (s. Wirkfaktor 1-1). Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die in diesem Ansatz integrierten Orientierungswerte für vollständige / dauerhafte Habitatverluste konzipiert wurden. Für graduelle Funktionsminderungen sind dagegen eigenständige Bewertungsansätze zu entwickeln oder die Funktionsverluste müssten als (ggf. prozentuale) Funktionsminderung bilanziert und dann mit den Orientierungswerten des Konventionsvorschlags ins Verhältnis gesetzt werden (vgl. Beispiel in Lambrecht & Trautner 2007:83).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
3-3 Veränderung der hydrologischen / hydrodynamischen Verhältnisse
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Die Feuchteverhältnisse spielen für die Auswahl der zur Eiablage geeigneten Eschen-Zweige eine entscheidende Rolle. Belegt werden exponierte, besonnte Zweigpartien warm-luftfeuchter Umgebung (Weidemann 1995:484). Da die Luftfeuchte von der Bodenfeuchte abhängig ist, können sich insbesondere die Faktoren negativ auswirken, die die Bodenfeuchte auf Dauer absenken, z. B. Meliorationsmaßnahmen.
Eine zeitweise Überflutung besiedelter Lebensräume scheint unproblematisch. Der Zeitpunkt der Überflutung ist unkritisch, da die Entwicklungsstadien des Falters sich meist in größerer Höhe befinden bzw. die Raupengespinste schwimmfähig scheinen.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
3-3 Veränderung der hydrologischen / hydrodynamischen Verhältnisse
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2000c |
Seite(n):
440
|
Qualifizierung
der Quelle:
A |
| 1.02 |
Pretscher, P. |
"Bei Auenwaldzerstörungen durch Gewässerausbau (z. B. Flussbegradigungen, Schleusenbau, Grundwasserabsenkung), [...] durch Trockenlegung von Sumpfwäldern durch Meliorationsmaßnahmen in der Vergangenheit [...] wurde dieser 'Lichtungs- und Waldrandsiedler', 'Schlagflurhüpfer' und 'Verbuschungsflüchter' aus den meisten seiner angestammten Lebensräume verdrängt."
Durch eine Absenkung des Grundwasserspiegels wurden die Habitate also vielerorts ungeeignet für die Art.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
3-3 Veränderung der hydrologischen / hydrodynamischen Verhältnisse
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.03 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Eine zeitweise Überflutung der Lebensräume scheint unproblematisch, weil die Eiablage und die Verpuppung überschwemmungssicher erfolgen. Da einige Raupen der Art bis zu drei mal überwintern, können derartige Katastrophen überlebt werden. Die Angaben zu Eiablagebeobachtungen reichen von bodennah bis 4 m (Weidemann 1995:484), 2-4 m (Schiller & Graul 2000:54), bis zu 10 m über dem Boden (Eberhard in Ebert & Rennwald 1991:540), 0,5-15 m mit einer Mehrheit (2. und 3. Quartile aller Daten) der Gelege bzw. Nester in 1,5-3 m Höhe über Boden (Freese et al. 2006:391), Verpuppung wurde in 1-1,5 m Höhe beobachtet (Pretscher 2000c:444).
"Da das von den Raupen angefertigte Überwinterungsgespinst je nach Lokalität auch aus trockenen, gerollten (Erlen-) Blättern bestehen kann, ist fernerhin eine gewisse Schwimmfähigkeit bei Hochwasser gewährleistet" (Pretscher 2000c:443).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
3-3 Veränderung der hydrologischen / hydrodynamischen Verhältnisse
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2003e |
Seite(n):
474, 477
|
Qualifizierung
der Quelle:
A |
| 1.04 |
Drews, M. |
"Der Standort der Esche muss grundwassernah und wechselfeucht sein, wodurch ein luftfeuchtes Mikroklima entsteht. Die Ablagehöhe beträgt meist 1-3 m, kann aber auch von 0,2 bis zu 15 m über dem Boden variieren (Bolz 2001b). [...] Nach der ca. 320 Tage umfassenden Larvalphase verpuppen sich die Raupen (Stürzpuppe) in ungefähr 1-1,5 m Höhe an Jungbäumen. Während des ca. 18 Tage dauernden Puppenstadiums ist ein warmfeuchtes Milieu lebenswichtig, da die Puppen sonst vertrocknen."
Als Gefährdungsursachen für E. maturna werden genannt: "Absenkung des Grundwasserspiegels und sonstige Entwässerungsmaßnahmen in feuchten Wäldern".
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
3-3 Veränderung der hydrologischen / hydrodynamischen Verhältnisse
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2013 |
Seite(n):
364
|
Qualifizierung
der Quelle:
D |
| 1.05 |
Dolek, M., Freese-Hager, A., Geyer, A., Balletto, E. & Bonelli, S. |
Dolek et al. (2013:364) untersuchten die Eiablage- und Futterstrategien von Euphydryas maturna in Norditalien und Bayern. Allgemein empfehlen die Autor*innen zum dauerhaften Schutz der Art neben dem Erhalt einer lichten Waldstruktur auch die Gewährleistung einer hohen Luftfeuchtigkeit. Diese kann beispielsweise durch ein nahegelegenes Gewässer oder einen feuchten Boden aufrechterhalten werden. Eine Veränderung der hydrologischen Verhältnisse kann sich daher möglicherweise negativ auf die Art auswirken.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
3-3 Veränderung der hydrologischen / hydrodynamischen Verhältnisse
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2018 |
Seite(n):
82
|
Qualifizierung
der Quelle:
D |
| 1.06 |
Dolek, M., K?rösi, Á. & Freese-Hager, A. |
Ein vertragsbasiertes Schutzprogramm für Wälder soll seit 2005 in Bayern unter anderem das Verschwinden von seltenen Niederwäldern aufhalten. Dolek et al. (2018:82) untersuchten die Auswirkungen dieses Programms und der Niederwaldbewirtschaftung im Allgemeinen auf die seltenen Schmetterlingsarten Euphydryas maturna und Eriogaster catax. Für die Zukunft befürchten die Autor*innen zunehmende, klimawandelbedingte Dürren, welche ein Problem für E. maturna darstellen können. Eine Milderung könnte möglicherweise durch die Errichtung von Wasserreservoiren erreicht werden, welche Niederschläge aus Starkregenereignissen speichern.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
3-3 Veränderung der hydrologischen / hydrodynamischen Verhältnisse
| 3. Prognosemethoden
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 3.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
I. d. R. erfolgt die Wirkungsbeurteilung durch Überlagerung der vom Projekt entsprechend beeinflussten Flächen mit allen nach den Erhaltungszielen zu bewahrenden bzw. zu entwickelnden (Teil-)Habitaten.
Die betroffenen Habitate bzw. Habitatstrukturen sind hinsichtlich ihrer längerfristigen Entwicklung und der qualitativen Abweichung zu bewerten. Soweit erforderlich, sind unterschiedliche Teilhabitate der Art in der Prognose differenziert zu betrachten. Dabei sind zum einen die absoluten Habitatverluste bzw. -verschlechterungen (m²) sowie die relativen (%) bezogen auf den Gesamtbestand im Gebiet bzw. die funktional zusammengehörenden Habitate der Art zu ermitteln bzw. abzuschätzen.
Darauf aufbauend sind die qualitativen und quantitativen Funktionsverluste für die betroffenen Individuen bzw. (Teil-)Bestände zu beurteilen. Soweit möglich, ist die Prognose durch Vergleich mit standörtlich und strukturell ähnlichen Habitaten bzw. solchen, die bereits entsprechenden Veränderungen unterlagen, abzusichern.
Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.
Etwaige kumulative Wirkungen additiver oder synergistischer Art durch andere Wirkfaktoren des Projekts / Plans oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten / Plänen sind zu berücksichtigen.
Im Einzelfall können aus Gründen der Prognosesicherheit auch weitergehende Methoden notwendig werden (z. B. Populationsgefährdungsanalysen, s. Rassmus et al. 2003, Lambrecht et al. 2004).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
3-3 Veränderung der hydrologischen / hydrodynamischen Verhältnisse
| 4. Relevanzschwelle
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 4.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Soweit die Art bzw. deren Habitat nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln ist, wird die Relevanzschwelle grundsätzlich bei jeder möglichen negativen Veränderung der hydrologischen bzw. hydrodynamischen Verhältnisse in einem (Teil-)Habitat im Gebiet überschritten.
Im Einzelfall können Veränderungen auch außerhalb des Gebietes relevant sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die Bestände der Art im Gebiet aufweisen.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
3-3 Veränderung der hydrologischen / hydrodynamischen Verhältnisse
| 5. Erheblichkeitsschwelle
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 5.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Die Beeinträchtigungsintensität resultiert einerseits aus der artspezifischen Empfindlichkeit und andererseits aus der Intensität und Dimension der Veränderung der hydrologischen bzw. hydrodynamischen Verhältnisse. Konkrete Orientierungs- oder Richtwerte hierfür liegen bislang nicht vor.
Die absolute und die relative Dimension des Habitatverlustes bzw. seiner qualitativen Funktionsminderung sind wesentliche Größen der Beurteilung.
Wichtig für die Erheblichkeitsbeurteilung sind zudem die funktionale Bedeutung der einzelnen betroffenen Flächen / Teilhabitate sowie die zeitliche Dimension der Beeinträchtigung (Zeitpunkt, Häufigkeit und Dauer).
In bestimmten Fällen kann der Konventionsvorschlag für direkten Flächenentzug / -verlust in Habitaten zur Orientierung herangezogen werden (s. Wirkfaktor 1-1). Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die in diesem Ansatz integrierten Orientierungswerte für vollständige / dauerhafte Habitatverluste konzipiert wurden. Für graduelle Funktionsminderungen sind dagegen eigenständige Bewertungsansätze zu entwickeln oder die Funktionsverluste müssten als (ggf. prozentuale) Funktionsminderung bilanziert und dann mit den Orientierungswerten des Konventionsvorschlags ins Verhältnis gesetzt werden (vgl. Beispiel in Lambrecht & Trautner 2007:83).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
3-4 Veränderung der hydrochemischen Verhältnisse (Beschaffenheit)
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Veränderungen der hydrochemischen Verhältnisse können insbesondere über Nährstoffbelastung oder Salzfracht in zuführendem Oberflächen- oder Grundwasser in besiedelten Feuchtstandorten der Art relevant werden (s. a. Wirkfaktoren 6-1, 6-5).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
3-5 Veränderung der Temperaturverhältnisse
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
"Wie auch [...] ist der Maivogel eine Art Bewohner windgeschützter 'innerer Waldmäntel' von Waldlichtungen, weiter eine 'Warm-Feucht-Art' [...], welche am Eiablageplatz hohe Luftfeuchte und viel Wärme benötigt" (Weidemann 1995:484).
Mikroklimatische Veränderungen können ggf. von Bedeutung sein, wenn die Temperatur und die Luftfeuchte an besiedelten Standorten deutlich sinken, z. B. durch die Ausbildung von Kaltluftseen oder eine Zunahme der Bewindung, oder wenn durch mangelnde Beschattung die Temperatur- und Feuchteverhältnisse für die Art unpassend sind (s. a. Wirkfaktoren 3-2 und 2-3).
Konsequenzen können - abhängig vom Umfang - z. B. Verlust von Teilhabitaten, Verringerung der Fortpflanzungsrate bzw. der Überlebenswahrscheinlichkeit von Individuen, Bestandsrückgang oder Beeinträchtigung bzw. Erlöschen lokaler (Teil-)Bestände sein.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
3-5 Veränderung der Temperaturverhältnisse
| 3. Prognosemethoden
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 3.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
I. d. R. erfolgt die Wirkungsbeurteilung durch Überlagerung der vom Projekt entsprechend beeinflussten Flächen mit allen nach den Erhaltungszielen zu bewahrenden bzw. zu entwickelnden (Teil-)Habitaten.
Die betroffenen Habitate bzw. Habitatstrukturen sind hinsichtlich ihrer längerfristigen Entwicklung und der qualitativen Abweichung zu bewerten. Soweit erforderlich, sind unterschiedliche Teilhabitate der Art in der Prognose differenziert zu betrachten. Dabei sind zum einen die absoluten Habitatverluste bzw. -verschlechterungen (m²) sowie die relativen (%) bezogen auf den Gesamtbestand im Gebiet bzw. die funktional zusammengehörenden Habitate der Art zu ermitteln bzw. abzuschätzen.
Darauf aufbauend sind die qualitativen und quantitativen Funktionsverluste für die betroffenen Individuen bzw. (Teil-)Bestände zu beurteilen. Soweit möglich, ist die Prognose durch Vergleich mit standörtlich und strukturell ähnlichen Habitaten bzw. solchen, die bereits entsprechenden Veränderungen unterlagen, abzusichern.
Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.
Etwaige kumulative Wirkungen additiver oder synergistischer Art durch andere Wirkfaktoren des Projekts / Plans oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten / Plänen sind zu berücksichtigen.
Im Einzelfall können aus Gründen der Prognosesicherheit auch weitergehende Methoden notwendig werden (z. B. Populationsgefährdungsanalysen, s. Rassmus et al. 2003, Lambrecht et al. 2004).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
3-5 Veränderung der Temperaturverhältnisse
| 4. Relevanzschwelle
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 4.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Soweit die Art bzw. deren Habitat nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln ist, wird die Relevanzschwelle grundsätzlich bei jeder negativen Veränderung der Temperaturverhältnisse in einem (Teil-)Habitat im Gebiet überschritten.
Im Einzelfall können Veränderungen auch außerhalb des Gebietes relevant sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die Bestände der Art im Gebiet aufweisen.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
3-5 Veränderung der Temperaturverhältnisse
| 5. Erheblichkeitsschwelle
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 5.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Die Beeinträchtigungsintensität resultiert einerseits aus der artspezifischen Empfindlichkeit und andererseits aus der Intensität und Dimension der Veränderung der Temperaturverhältnisse. Konkrete Orientierungs- oder Richtwerte hierfür liegen bislang nur eingeschränkt vor (s. Datensätze).
Die absolute und die relative Dimension des Habitatverlustes bzw. seiner qualitativen Funktionsminderung sind wesentliche Größen der Beurteilung.
Wichtig für die Erheblichkeitsbeurteilung sind zudem die funktionale Bedeutung der einzelnen betroffenen Flächen / Teilhabitate sowie die zeitliche Dimension der Beeinträchtigung (Zeitpunkt, Häufigkeit und Dauer).
In bestimmten Fällen kann der Konventionsvorschlag für direkten Flächenentzug / -verlust in Habitaten zur Orientierung herangezogen werden (s. Wirkfaktor 1-1). Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die in diesem Ansatz integrierten Orientierungswerte für vollständige / dauerhafte Habitatverluste konzipiert wurden. Für graduelle Funktionsminderungen sind dagegen eigenständige Bewertungsansätze zu entwickeln oder die Funktionsverluste müssten als (ggf. prozentuale) Funktionsminderung bilanziert und dann mit den Orientierungswerten des Konventionsvorschlags ins Verhältnis gesetzt werden (vgl. Beispiel in Lambrecht & Trautner 2007:83).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
3-6 Veränderung anderer standort-, vor allem klimarelevanter Faktoren
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Hinweise auf eine Relevanz weiterer Wirkfaktoren dieser Gruppe liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht vor.
Das Thema "Beschattung" wird unter Wirkfaktor 3-5 behandelt.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
3-6 Veränderung anderer standort-, vor allem klimarelevanter Faktoren
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2013 |
Seite(n):
364
|
Qualifizierung
der Quelle:
D |
| 1.02 |
Dolek, M., Freese-Hager, A., Geyer, A., Balletto, E. & Bonelli, S. |
Dolek et al. (2013:364) untersuchten die Eiablage- und Futterstrategien von Euphydryas maturna in Norditalien und Bayern. Allgemein empfehlen die Autor*innen zum dauerhaften Schutz der Art eine lichte Waldstruktur zu entwickeln oder zu erhalten: "As a rule, sunshine has to reach the forest floor and has to provide a warm microclimate."
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
4-1 Baubedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Baubedingte Beeinträchtigungen sind prinzipiell den anlage- und betriebsbedingten Beeinträchtigungen vergleichbar (vgl. Wirkfaktoren 4-2 u. 4-3) und i. d. R. nur durch andere Elemente (z. B. Baustraßen, Baufeld) ausgelöst sowie zeitlich in ihrer Dauer beschränkt.
Die möglichen Konsequenzen für die Individuen und Bestände sind daher prinzipiell ebenfalls vergleichbar, in ihrer Intensität jedoch auf Grund der befristeten Dauer oft geringer bzw. durch Steuerung besser vermeidbar.
Bei einer aus der Bauausführung resultierenden Beseitigung von Habitaten (z. B. im Zuge der Baufeldberäumung) besteht zudem die Gefahr, dass es zur Tötung darin befindlicher Tiere (z. B. auch im Ei-, Raupen- oder Larvenstadium) kommt.
Der Wirkfaktor kann, auch bei temporärer Flächeninanspruchnahme, von Relevanz sein.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Anlagebedingte Barrierewirkungen können dann relevant sein, wenn bestehende Verbundkorridore zwischen verschiedenen Lebensstätten (z. B. Waldschneisen) durch vertikale Elemente beeinträchtigt oder komplett entwertet werden. Dies kann z. B. durch Aufforstung oder Wald-Sukzession in Folge von Nutzungsaufgabe der Fall sein. Da die Art aber als guter Flieger gilt, dürfte dieses Problem nur von untergeordneter Bedeutung sein. Genauere Untersuchungen zum Thema liegen nicht vor.
"Der Maivogel ist der mit Abstand beste und schnellste Flieger unter den Scheckenfaltern und erinnert eher an das Flugverhalten von Eisvögeln (Limenitis-Arten) [...]" (Bolz 1995:71).
Barrierewirkungen und Mortalität können - abhängig vom Umfang - zu Verlust von (Teil-)Habitaten, Bestandsrückgang oder zu Beeinträchtigung bzw. Erlöschen lokaler (Teil-)Populationen bzw. zur Gefährdung von Metapopulationen führen. Hinweise finden sich in zahlreichen Publikationen, u. a. bei Bauer (1987), Thielcke et al. (1983), Heimbucher (1991) oder Glitzner (1999).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2005 |
Seite(n):
791-800
|
Qualifizierung
der Quelle:
D |
| 1.02 |
Cizek, O. & Konvicka, M. |
Die Mobililtät der Art wurde von Cizek & Kinvicka (2005) untersucht, bei unterschiedlichen Habitatgrößen und Populationszusammensetzungen in verschiedenen Regionen. Je nach Region ergab sich dabei ein unterschiedliches Mobilitätsverhalten von E. maturna, mit Auswirkungen auf die Mortalität und Überlebensrate. Die Übertragbarkeit von Mobilitätsparametern von einer Region auf eine andere ist daher nach Ansicht der Autoren risikoreich.
"In metapopulations of butterflies inhabiting transient forest openings, the dynamic character of biotopes prevents unequivocal delimitation of habitat patches, complicating analyses of inter-patch dispersal. We analyse mobility of one such metapopulation, using mark-recapture data on an endangered butterfly, the scarce fritillary Euphydryas maturna, at its last site in the Czech Republic. The butterfly inhabits woodland clearings, its population numbered 190 individuals in 2002. We modelled movements in eight habitat patchworks delimited according to different criteria and superimposed over the forest, using the Virtual Migration model. Resulting mobility parameters were generally robust against patchwork definitions, the main distinction was between patchworks based on presence of adults and consisting of small patches and patchworks based on distributions of larval nests and consisting of large patches. Emigration constant decreased towards the latter, whereas males suffered higher migration mortality than females in the former. Patchworks delimited according to presence of adults performed better than patchworks based on distribution of larval nests. A comparison of our parameters with those found for the species in Finland showed that the Czech butterflies were more prone to leave individual patches and suffered higher migration mortality, which combined into considerably shorter survival. We conclude that transferring dispersal parameters among different regions and populations is more risky than using less suitable definitions of habitat patches within single region."
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2005 |
Seite(n):
551-557
|
Qualifizierung
der Quelle:
D |
| 1.03 |
Konvicka, M., Cizek, O., Filipova, L., Fric, Z., Benes, J., Krupka, M., Zamecnik, J. & Dockalova, Z. |
Die Mobilität von E. maturna beträgt meist weniger als 500 m. Die Art wandert bevorzugt an Wegen entlang frischer Kahlschläge entlang. Dieses Verhalten ist nachteilig in Bezug auf die herrschende Praxis in der Forstwirtschaft. Als Schutzmaßnahme ist nach Ansicht von Konvicka et al. (2005:551ff.) eine traditionelle Forstwirtschaft in der Nähe der bekannten Vorkommen der Art sinnvoll.
"The last surviving population of the scarce fritillary Euphydryas maturna (L., 1758) (Lepidoptera, Nymphalidae) in the Czech Republic was studied using mark-recapture methods in 2002 in order to assess adult population structure and mobility, and by annual censuses of larval nests since 2001. The population is restricted to clearings within an isolated lowland deciduous forest situated in a densely populated landscape. Modelling demography using constrained linear models revealed that adult survival was constant in time and lower in males than in females; catchability was equal in sexes and varied in time, while recruitment was constant in sexes and time. Total population size was extremely small, numbering less then 200 individuals. Mobility was well described by a negative exponential function. Less than 5 per cent of individuals are predicted to cross distances of 500 metres, and long distance movements were highly unlikely. We conclude that the butterfly persists as a dynamic metapopulation that tracks early successional woodland clearings. Under recent high-forest management, its long-term survival is highly unlikely and the only chance for preserving it in the long term is the re-establishment of traditional coppicing with standards, which should provide a more continuous supply of the butterfly's biotope."
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2002 |
Seite(n):
37
|
Qualifizierung
der Quelle:
D |
| 1.04 |
Wahlberg, N., Klemetti, T., Selonen, V. & Hanski, I. |
In einer Studie in Finnland (Wahlberg et al. 2002:37) betrug die maximal beobachtete Migrationsdistanz 640 m, wobei Weibchen noch geringere Strecken zurücklegten (max. 141 m; 16 beobachtete Weibchen und 52 Männchen).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2003 |
Seite(n):
34
|
Qualifizierung
der Quelle:
D |
| 1.05 |
Dolek, M., Freese, A., Geyer, A. & Bolz, R. |
Im Steigerwald konnte über einen Nestfund eine Migrationsdistanz von 1,7 km zum nächstgelegenen, besiedelten Waldbereich abgeschätzt werden (Dolek et al. 2003:34). Aktuell (2009) liegen ähnliche Beobachtungen vor.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
| 3. Prognosemethoden
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 3.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Bei der Wirkungsprognose sind die qualitativen und quantitativen Betroffenheiten der Art durch anlagebedingte Barrierewirkungen und / oder Mortalität einzuschätzen (vgl. auch Lambrecht et al. 2004:147ff. zu individuenbezogenen Beeinträchtigungen). Dabei sind die Wirkintensität des Projekts und seiner Bestandteile (z. B. Lage im Raum, Dimension, Bauweise) und die Empfindlichkeit der Art (z. B. Mobilität, Aktionsräume, Fortbewegungsgeschwindigkeit, Bedeutung räumlich-funktionaler Beziehungen zw. Teilhabitaten) zu analysieren.
Es sind alle relevanten (Teil-)Habitate sowie die räumlich-funktionalen Beziehungen zwischen Teilhabitaten mit den vom Projekt beanspruchten Flächen zu überlagern. Grundsätzlich ist insbesondere die Betroffenheit der räumlich-funktionalen Beziehungen zwischen den verschiedenen Teilhabitaten einer Art auf Individuums- und / oder Bestandsniveau qualitativ und quantitativ einzuschätzen.
Es sind die quantitativen und qualitativen Funktionsverluste für die betroffenen Individuen bzw. (Teil-)Populationen zu beurteilen. Zudem ist die Beurteilung der vorhandenen Bestandsgrößen und eine Einschätzung der langfristigen Auswirkungen der Barrierewirkungen bzw. Mortalität auf die Bestände im Gebiet vorzunehmen.
Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.
Eine Berücksichtigung etwaiger kumulativer Wirkungen additiver oder synergistischer Art durch andere Wirkfaktoren des Projekts / Plans oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten / Plänen ist notwendig.
Im Einzelfall können aus Gründen der Prognosesicherheit auch weitergehende Methoden notwendig werden (z. B. Populationsgefährdungsanalysen, s. Rassmus et al. 2003, Lambrecht et al. 2004).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
| 4. Relevanzschwelle
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 4.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Soweit die Art und deren Habitate nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln sind, wird die Relevanzschwelle grundsätzlich bei jeder Barrierewirkung zwischen Teilhabitaten im Gebiet überschritten. Gleiches gilt, soweit eine projektbedingt erhöhte Mortalität eintreten kann.
Im Einzelfall gilt dies auch bei Zerschneidungswirkungen (Barriere und / oder Mortalität) zwischen dem Schutzgebiet und seiner Umgebung, wenn Hinweise auf dort vorkommende wesentliche Teillebensräume bzw. Teilbestände mit räumlich-funktionalen Beziehungen zum Gebiet vorliegen, sowie bei Zerschneidungswirkungen zwischen dem Schutzgebiet und anderen Schutzgebieten.
Für die Beurteilung einer etwaigen Betroffenheit von Beständen im Gebiet, sind Mobilität, Aktionsradien bzw. Ausbreitungspotenzial der Art zu berücksichtigen. Dabei sind die verschiedenen räumlich-funktionalen Beziehungen zwischen Teilhabitaten bzw. die unterschiedlichen Wanderbewegungen zu unterscheiden.
Um eine erhebliche Beeinträchtigung durch ein Vorhaben mit der rechtlich gebotenen Sicherheit ausschließen zu können, sind i. d. R. die oberen Angaben zu den Aktionsräumen heranzuziehen und auf die potenziell geeigneten Lebensräume im Untersuchungsgebiet zu übertragen. Vorhaben, die in größerem Abstand als diesem "Aktionsradius" geplant sind, können i. d. R. zu keinen relevanten Zerschneidungswirkungen führen.
Literaturangaben als Orientierungswerte für Aktionsräume, Wanderdistanzen bzw. Ausbreitungspotenzial sowie zu Flächenansprüchen sind - soweit für die Art nach aktuellem Auswertungsstand verfügbar - separat unter "Raumbedarf und Aktionsräume von Arten" zusammengestellt.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
| 5. Erheblichkeitsschwelle
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 5.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Die Beeinträchtigungsintensität resultiert einerseits aus der artspezifischen Empfindlichkeit und andererseits aus der Intensität der Barrierewirkung bzw. Mortalität. Unterschiedliche Intensitäten können auch auf die funktionale Differenzierung verschiedener betroffener Teilhabitate zurückgehen.
Die absolute und relative Dimension der Barriere- oder Fallenwirkung sind wesentliche Größen der Beurteilung. Hierbei ist der Bezug sowohl zur (Teil-)Habitatfläche wie auch zu Größenordnungen bzw. Anteilen betroffener Individuen herzustellen.
Wichtig für die Erheblichkeitsbeurteilung sind zudem die funktionale Bedeutung der einzelnen betroffenen Flächen bzw. räumlich-funktionalen Beziehungen sowie die zeitliche Dimension der Beeinträchtigung (Zeitpunkt, Häufigkeit und Dauer).
Soweit die Bestände der Art und ihre Habitate nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln sind, wird die Erheblichkeitsschwelle grundsätzlich bei jeder signifikanten Barrierewirkung zwischen Teilhabitaten im Gebiet überschritten.
Im Einzelfall gilt dies auch bei Zerschneidungswirkungen (Barriere und / oder Mortalität) zwischen dem Schutzgebiet und seiner Umgebung, wenn dort wesentliche Teillebensräume bzw. Teilbestände mit räumlich-funktionalen Beziehungen zum Gebiet vorkommen. Dies gilt gleichermaßen für Zerschneidungswirkungen zwischen dem Schutzgebiet und anderen Schutzgebieten, sofern hier maßgebliche räumlich-funktionale Beziehungen bestehen.
Für die Bewertung einer projektbedingt erhöhten Mortalität sind verschiedene artspezifische und populationsbezogene Parameter einzubeziehen. Dazu zählen die natürliche Reproduktionsrate und Sterblichkeit, durchschnittliches Lebensalter der Tiere, Bestandsgrößen und allgemeine Gefährdungssituation (vgl. auch Lambrecht et al. 2004 zu individuenbezogenen Beeinträchtigungen).
Tendenziell sind Arten mit hoher Lebenserwartung und geringerer Reproduktionsrate (K-Strategen) und / oder geringeren Beständen im Schutzgebiet bzw. einer allgemeinen Gefährdungseinstufung und ohnehin negativer Populationsentwicklung stärker beeinträchtigt als Arten mit geringer Lebenserwartung und hoher Reproduktionsrate (r-Strategen) und / oder großen Beständen im Schutzgebiet bzw. einer allgemein weiten Verbreitung und fehlenden Gefährdung in Deutschland.
Bernotat & Dierschke (2021) haben mit dem sog. Mortalitäts-Gefährdungs-Index (MGI) ein einheitliches Klassifizierungssystem für die Einstufung von Arten hinsichtlich ihrer Empfindlichkeit gegenüber zusätzlicher anthropogener Mortalität entwickelt. Über einen gestuften methodischen Ansatz wurden dabei sowohl verschiedene populationsbiologische Parameter wie die Mortalitätsrate, das maximale Lebensalter, das Alter beim Eintritt in die Reproduktion, das Reproduktionspotenzial, die Reproduktionsrate sowie Bestandsgröße und Bestandstrend der Arten als auch verschiedene naturschutzfachliche Parameter wie z. B. der Gefährdungsgrad, die Häufigkeit, der Erhaltungszustand und die nationale Verantwortlichkeit Deutschlands für die Arten berücksichtigt.
Daraus lassen sich nach einem einheitlichen und nachvollziehbaren Bewertungssystem - auch für Planungs- und Prüfungsentscheidungen - Hinweise zur Relevanz und Erheblichkeit des Verlustes einzelner Individuen ableiten. Die Differenzierung des MGI in 6 Haupt- bzw. 13 Unterklassen dient somit dazu, die Bewertung von Mortalitätsrisiken stärker zu objektivieren.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
| 5. Erheblichkeitsschwelle
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
A |
| 5.02 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
E. maturna ist bundesweit vom Aussterben bedroht (Rote Liste 1) - vgl. auch die Gefährdungseinstufungen in den jeweiligen Bundesländern (Drews 2003e:477).
Wie die meisten Insektenarten weist die Art ein geringes individuelles Lebensalter und eine relativ hohe Fortpflanzungsrate auf. Allerdings ist die Mortalität relativ hoch und erreicht vor der Überwinterung (Ei bis ca. L3) bereits fast 70 % (Freese et al. 2006:392).
Die Larvalphase dauert ca. 320 Tage, das Puppenstadium ca. 18 Tage. Die Lebensdauer der Falter ist mit etwa 12 Tagen (8-16 Tage) relativ kurz (vgl. Drews 2003:474).
Bernotat & Dierschke (2021) haben die Art im Mortalitäts-Gefährdungs-Index in die MGI-Klasse III.6 eingestuft, was einer "mittleren" Mortalitätsgefährdung entspricht.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Die betriebsbedingte Mortalität / Tötung von Schmetterlingen resultiert insbesondere aus Kollisionen mit Kraftfahrzeugen an Straßen oder Zügen, die i. d. R. zu direktem Tod oder aber zu schwerwiegenden Verletzungen (u. a. durch Verwirbelung) der Individuen führen. Die Tiere sind ggf. auf ihren Wanderungen zwischen verschiedenen Teilhabitaten oder im Rahmen der (ungerichteten) Ausbreitung betroffen. Die aus bestimmten Formen der Nutzungsausübung (z. B. Landwirtschaft) resultierende Mortalität wird unter Wirkfaktor 2-3 behandelt.
Eine betriebsbedingte Barrierewirkung entsteht dann, wenn die Mortalität / Tötung aufgrund kritischer räumlicher Konstellationen ein hohes Maß annimmt oder wenn andere Faktoren (s. unter Wirkfaktorgruppe 5) zur Störung bzw. Meidung bestimmter Bereiche führen und somit eine Barrierewirkung herbeiführen oder verstärken. Barrierewirkungen führen zu Lebensraumzerschneidung und somit u. a. zur Beeinträchtigung bzw. Trennung räumlich-funktionaler Beziehungen zw. Teilhabitaten, zu Verinselung, Verhinderung des Individuen- / Genaustauschs zw. Populationen bzw. einer Neubesiedelung von Habitaten.
Barrierewirkungen / Mortalität können - abhängig vom Umfang - zu Verlust von (Teil-)Habitaten, Bestandsrückgang oder zu Beeinträchtigung bzw. Erlöschen lokaler (Teil-)Populationen führen.
Angaben zur Mortalität von Schmetterlingen an Straßen oder Schienenwegen sowie einige Fakten und Beispiele finden sich z. B. bei v. Rheinbaben (1991), Hammerich (1993), Brehm & Brehm (1997), Skórka et al. (2013), Skórka et al. (2015), Borda-de-Água et al. (2017) oder Skórka et al. (2018).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.02 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Insbesondere bei Neuerrichtung oder Ausbau stark frequentierter Verkehrswege zwischen bzw. innerhalb der Lebensstätten bestehender (Meta-)Populationen dürfte dieser Faktor für die Art relevant sein. Individuenverluste durch Straßen- und Bahnverkehr sind grundsätzlich möglich und auch nachgewiesen (G. Hermann, unveröff.). Hierbei dürfte das Verhalten der Männchen, die am Boden an Aas, Kot und feuchten Stellen saugen, besonders ungünstig sein.
Eine betriebsbedingte Barrierewirkung entsteht dann, wenn die Mortalität / Tötung ein hohes Maß annimmt. Barrierewirkungen führen zu Lebensraumzerschneidung und somit u. a. zur Trennung räumlich-funktionaler Beziehungen zw. Teilhabitaten, zu Verinselung, Verhinderung des Individuen- / Genaustauschs zw. Populationen bzw. einer Neubesiedlung von Habitaten.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2007b |
Seite(n):
421
|
Qualifizierung
der Quelle:
|
| 1.03 |
Schiller, R. |
Laut Schiller (2007b:421) stellt eine Autobahn durchaus eine Barriere für E. maturna da. Obwohl er die Art als gut flugfähig einschätzt werden durch die Autobahn zwei benachbarte Populationen getrennt.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
1993 |
Seite(n):
1-179
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.04 |
Hammerich, D. |
Der Autor untersuchte zwischen dem 27.04. und 07.10.1992 das durch den Straßenverkehr getötete Tierartenspektrum (Vögel, Libellen, Tag- und Nachtfalter) entlang eines 1,5 km langen Teilabschnitts einer Kreisstraße (7.000-13.000 Kfz/Tag; vorgeschriebene Maximalgeschwindigkeit 70 km/h), die einen Schilf- und Feuchtwiesenkomplex durchläuft. Unter den festgestellten 3.388 durch den Verkehr getöteten Großinsekten waren Tag- und Dickkopffalter mit 2.060 Individuen aus 30 Arten und Nachtfalter mit 767 Individuen aus 99 Arten (darunter zusammen 48 nach Roter Liste gefährdete Arten) enthalten (Hammerich 1993:160ff.).
"Bei allen Wirbellosen haben Luftverwirbelungen, die von Fahrzeugen verursacht werden, eine weitaus größere Wirkung als bei flugfähigen Vertebraten. Damit vervielfacht sich der von einem Automobil ausgehende Gefährdungsraum auf diese Tiergruppen. Wie Beobachtungen ergaben, sind Großfahrzeuge in dieser Hinsicht besonders wirkungsvoll. Besonders starke Auswirkungen hatte der Straßenverkehr vermutlich auf die Lokalpopulationen einiger massenweise getöteten Arten" (Hammerich 1993:149f.).
"In kühlen Nächten wird die wärmespeichernde Straßentrasse, von den auf Wärme reagierenden Nachtfaltern aufgesucht, die sich im Fluge überdies bevorzugt an der durch die Straße erzeugten Biotopstufe als Leitlinie orientieren [...]." Besonders der Nachtfalterart Piludoria potatoria "wurde diese Verhaltensweise an der Untersuchungsstrecke zum Verhängnis". "Vor allem die schwärmenden Männchen wurden in großen Mengen durch den Straßenverkehr getötet." Hier muss eine "Gefährdung oder zumindest eine starke Schwächung der lokalen Population angenommen werden" (Hammerich 1993:150).
Der Autor geht davon aus, dass die hohen Verlustzahlen bei einigen Arten negative Auswirkungen in "bestandsbedrohendem Umfang" auf die lokale Population haben können (Hammerich 1993:160ff.).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
1997 |
Seite(n):
32ff.
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.05 |
Brehm, G. & Brehm, K. |
Von den Autoren wurden in einem Bereich mit Bundesstraße und Schienenweg angrenzend an ein Naturschutzgebiet sehr hohe Individuenverluste von Schmetterlingen festgestellt. Unter den 25 Arten waren neben Iphiclides podalirius (Segelfalter), Papilio machaon (Schwalbenschwanz), Limenitis camilla (Kleiner Eisvogel) und Euplagia quadripunctaria (Spanische Flagge) auch 30 Parnassius apollo vinningensis (Mosel-Apollofalter). Insbesondere für diese Art halten die Autoren die hohen Verkehrsverluste als für die Population nicht zu vernachlässigen. Das Beispiel verdeutlicht, dass es Fallkonstellationen geben kann, in denen verkehrsbedingte Mortalität auch bei Tagfaltern zu erheblichen Beeinträchtigungen führen könnte.
"Die größte Anzahl an toten Faltern fanden wir in einem ca. 1 km langen Abschnitt der Bundesstraße 49 im Bereich des Naturschutzgebietes (NSG) Dortebachtal zwischen Klotten und Pommern. Die Mosel verläuft hier von West nach Ost. An ihrem Nordufer befindet sich die B 49. Parallel dazu, einen schmalen Streifen Reben einschließend, verläuft die Strecke Trier-Koblenz der Bahn, an die nördlich das Naturschutzgebiet anschließt. In der Woche vom 9.-16.7.1995 fanden wir bei täglich ein bis zwei Kontrollen an der Straße über 30 tote Apollofalter [...]. Die Zählungen wurden nicht unter streng standardisierten Bedingungen durchgeführt. Die quantitative Angabe von über 30 Exemplaren des Apollos dürfte geringer sein als die tatsächliche Zahl verunglückter Falter. [...] Es zeigte sich, daß die toten Falter vom Fahrtwind der Fahrzeuge weiter weg in die Straßenbankette gewirbelt wurden. Dort waren sie in höherer Vegetation nicht leicht zu entdecken. Teilweise gerieten sie auch die steile Böschung bzw. Mauer zur Mosel hinab, so daß sie nicht erfaßt werden konnten. Tiere, die beispielsweise auf dem Kühlergrill von Fahrzeugen hängenblieben, blieben ebenso ungezählt" (Brehm & Brehm 1997:33).
"Viele Falter versammelten sich z. B. an wenigen Wasserdost-Pflanzen (Eupatorium cannabinum) am südlichen Rande des Gebietes neben der Eisenbahnstrecke. Wiederholt wurden Falter bei ihrer gefährlichen Passage zum Moselufer über die stark befahrene B 49 beobachtet. Dort blühte üppig Echter Dost (Origanum vulgare) [...]. Die attraktiven Blüten des Moselufers stellten eine 'Falle' für die hungrigen Falter dar. Nach unserem Eindruck werden relativ schwere Insekten wie der Apollo häufiger von Fahrzeugen erfaßt als leichte, die eher fortgewirbelt werden können. Welche Auswirkungen haben die Bundesstraße und die Bahnstrecke aber nun tatsächlich auf die Population?"
"Für die 1983 ausgestorbene Population des Apollos im Höllental im Schwarzwald nennt NIKUSCH (1993) auch den Verkehr als Gefährdungsfaktor: "Auf der Suche nach Blütenpflanzen gerieten die Falter immer wieder auf die stark frequentierte Bundesstraße oder die Bahngleise und fielen dabei dem Verkehr zum Opfer. Tote bzw. verletzte Tiere konnten noch in den letzten Jahren vor dem Aussterben mehrfach am Straßenrand bzw. zwischen den Bahngleisen beobachtet werden.'"
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
| 3. Prognosemethoden
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 3.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Bei der Wirkungsprognose sind die qualitativen und quantitativen Betroffenheiten der Art durch betriebsbedingte Barrierewirkungen und / oder Mortalität einzuschätzen (vgl. auch Lambrecht et al. 2004:147ff. zu individuenbezogenen Beeinträchtigungen). Dabei sind die Wirkintensität des Projekts und seiner Bestandteile (z. B. Lage im Raum, Verkehrsintensität u. -geschwindigkeit) und die Empfindlichkeit der Art (z. B. Mobilität, Aktionsräume, Fortbewegungsgeschwindigkeit, Verhalten bei Gefahr, räumlich-funktionale Beziehungen) zu analysieren.
Es sind alle relevanten (Teil-)Habitate sowie die räumlich-funktionalen Beziehungen zwischen Teilhabitaten mit den vom Projekt beanspruchten Flächen zu überlagern. Grundsätzlich ist insbesondere die Betroffenheit der räumlich-funktionalen Beziehungen zwischen den verschiedenen Teilhabitaten einer Art auf Individuums- und / oder Bestandsniveau qualitativ und quantitativ einzuschätzen.
Es sind die quantitativen und qualitativen Funktionsverluste für die betroffenen Individuen bzw. (Teil-)Populationen zu beurteilen. Zudem ist die Beurteilung der vorhandenen Bestandsgrößen und eine Einschätzung der langfristigen Auswirkungen der Barrierewirkungen bzw. Mortalität auf die Bestände im Gebiet vorzunehmen.
Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.
Eine Berücksichtigung etwaiger kumulativer Wirkungen additiver oder synergistischer Art durch andere Wirkfaktoren des Projekts / Plans oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten / Plänen ist notwendig.
Im Einzelfall können aus Gründen der Prognosesicherheit auch weitergehende Methoden notwendig werden (z. B. Populationsgefährdungsanalysen, s. Rassmus et al. 2003, Lambrecht et al. 2004).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
| 4. Relevanzschwelle
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 4.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Soweit die Art und deren Habitate nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln sind, wird die Relevanzschwelle grundsätzlich bei jeder Barrierewirkung zwischen Teilhabitaten im Gebiet überschritten. Gleiches gilt, soweit eine projektbedingt erhöhte Mortalität eintreten kann.
Im Einzelfall gilt dies auch bei Zerschneidungswirkungen (Barriere und / oder Mortalität) zwischen dem Schutzgebiet und seiner Umgebung, wenn Hinweise auf dort vorkommende wesentliche Teillebensräume bzw. Teilbestände mit räumlich-funktionalen Beziehungen zum Gebiet vorliegen, sowie bei Zerschneidungswirkungen zwischen dem Schutzgebiet und anderen Schutzgebieten.
Für die Beurteilung einer etwaigen Betroffenheit von Beständen im Gebiet, sind Mobilität, Aktionsradien bzw. Ausbreitungspotenzial der Art zu berücksichtigen. Dabei sind die verschiedenen räumlich-funktionalen Beziehungen zwischen Teilhabitaten bzw. die unterschiedlichen Wanderbewegungen zu unterscheiden.
Um eine erhebliche Beeinträchtigung durch ein Vorhaben mit der rechtlich gebotenen Sicherheit ausschließen zu können, sind i. d. R. die oberen Angaben zu den Aktionsräumen heranzuziehen und auf die potenziell geeigneten Lebensräume im Untersuchungsgebiet zu übertragen. Vorhaben, die in größerem Abstand als diesem "Aktionsradius" geplant sind, können i. d. R. zu keinen relevanten Zerschneidungswirkungen führen.
Literaturangaben als Orientierungswerte für Aktionsräume, Wanderdistanzen bzw. Ausbreitungspotenzial sowie zu Flächenansprüchen sind - soweit für die Art nach aktuellem Auswertungsstand verfügbar - separat unter "Raumbedarf und Aktionsräume von Arten" zusammengestellt.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
| 5. Erheblichkeitsschwelle
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 5.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Die Beeinträchtigungsintensität resultiert einerseits aus der artspezifischen Empfindlichkeit und andererseits aus der Intensität der Barrierewirkung bzw. Mortalität.
Die absolute und relative Dimension der Barriere- oder Fallenwirkung sind wesentliche Größen der Beurteilung. Hierbei ist der Bezug sowohl zur (Teil-)Habitatfläche wie auch zu Größenordnungen bzw. Anteilen betroffener Individuen herzustellen.
Wichtig für die Erheblichkeitsbeurteilung sind zudem die funktionale Bedeutung der einzelnen betroffenen Flächen bzw. räumlich-funktionalen Beziehungen sowie die zeitliche Dimension der Beeinträchtigung (Zeitpunkt, Häufigkeit und Dauer).
Soweit die Bestände der Art und ihre Habitate nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln sind, wird die Erheblichkeitsschwelle grundsätzlich bei jeder signifikanten Barrierewirkung zwischen Teilhabitaten im Gebiet überschritten.
Im Einzelfall gilt dies auch bei Zerschneidungswirkungen (Barriere und / oder Mortalität) zwischen dem Schutzgebiet und seiner Umgebung, wenn dort wesentliche Teillebensräume bzw. Teilbestände mit räumlich-funktionalen Beziehungen zum Gebiet vorkommen. Dies gilt gleichermaßen für Zerschneidungswirkungen zwischen dem Schutzgebiet und anderen Schutzgebieten, sofern hier maßgebliche räumlich-funktionale Beziehungen bestehen.
Für die Bewertung einer projektbedingt erhöhten Mortalität sind ggf. verschiedene artspezifische und populationsbezogene Parameter einzubeziehen. Dazu zählen die natürliche Reproduktionsrate und Sterblichkeit, durchschnittliches Lebensalter der Tiere, Bestandsgrößen und allgemeine Gefährdungssituation (vgl. auch Lambrecht et al. 2004 zu individuenbezogenen Beeinträchtigungen).
Tendenziell sind Arten mit hoher Lebenserwartung und geringerer Reproduktionsrate (K-Strategen) und / oder geringeren Beständen im Schutzgebiet bzw. einer allgemeinen Gefährdungseinstufung und ohnehin negativer Populationsentwicklung stärker beeinträchtigt als Arten mit geringer Lebenserwartung und hoher Reproduktionsrate (r-Strategen) und / oder großen Beständen im Schutzgebiet bzw. einer allgemein weiten Verbreitung und fehlenden Gefährdung in Deutschland.
Bernotat & Dierschke (2021) haben mit dem sog. Mortalitäts-Gefährdungs-Index (MGI) ein einheitliches Klassifizierungssystem für die Einstufung von Arten hinsichtlich ihrer Empfindlichkeit gegenüber zusätzlicher anthropogener Mortalität entwickelt. Über einen gestuften methodischen Ansatz wurden dabei sowohl verschiedene populationsbiologische Parameter wie die Mortalitätsrate, das maximale Lebensalter, das Alter beim Eintritt in die Reproduktion, das Reproduktionspotenzial, die Reproduktionsrate sowie Bestandsgröße und Bestandstrend der Arten als auch verschiedene naturschutzfachliche Parameter wie z. B. der Gefährdungsgrad, die Häufigkeit, der Erhaltungszustand und die nationale Verantwortlichkeit Deutschlands für die Arten berücksichtigt.
Daraus lassen sich nach einem einheitlichen und nachvollziehbaren Bewertungssystem - auch für Planungs- und Prüfungsentscheidungen - Hinweise zur Relevanz und Erheblichkeit des Verlustes einzelner Individuen ableiten. Die Differenzierung des MGI in 6 Haupt- bzw. 13 Unterklassen dient somit dazu, die Bewertung von Mortalitätsrisiken stärker zu objektivieren.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
| 5. Erheblichkeitsschwelle
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 5.02 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
E. maturna ist bundesweit vom Aussterben bedroht (Rote Liste 1) - vgl. auch die Gefährdungseinstufungen in den jeweiligen Bundesländern (Drews 2003e:477).
Wie die meisten Insektenarten weist die Art ein geringes individuelles Lebensalter und eine relativ hohe Fortpflanzungsrate auf. Allerdings ist die Mortalität relativ hoch und erreicht vor der Überwinterung (Ei bis ca. L3) bereits fast 70 % (Freese et al. 2006:392).
Die Larvalphase dauert ca. 320 Tage, das Puppenstadium ca. 18 Tage. Die Lebensdauer der Falter ist mit etwa 12 Tagen (8-16 Tage) relativ kurz (vgl. Drews 2003:474).
Bernotat & Dierschke (2021) haben die Art im Mortalitäts-Gefährdungs-Index in die MGI-Klasse III.6 eingestuft, was einer "mittleren" Mortalitätsgefährdung entspricht.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 5 Nichtstoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
0 |
5-1 Akustische Reize (Schall)
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Es liegen keinerlei Hinweise darauf vor, dass dieser Faktor relevant sein könnte.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 5 Nichtstoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
0 |
5-2 Optische Reizauslöser / Bewegung (ohne Licht)
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Tagaktive Schmetterlinge können bei Annäherung / Schattenwurf im Nahbereich gestört werden und auffliegen. Es liegen jedoch keinerlei Anhaltspunkte dafür vor, dass dieser Faktor im Rahmen der FFH-VP Relevanz entfalten könnte.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 5 Nichtstoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
0 |
5-3 Licht
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Die Art ist tagaktiv. Obwohl auch bei Tagfaltern wenige Fälle bekannt sind, in denen einzelne Individuen durch Licht angelockt wurden, ist nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht von einer Relevanz dieses Faktors auszugehen.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 5 Nichtstoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
0 |
5-4 Erschütterungen / Vibrationen
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Hinweise auf eine Relevanz dieses Wirkfaktors liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht vor.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 5 Nichtstoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
5-5 Mechanische Einwirkung (Wellenschlag, Tritt)
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2000c |
Seite(n):
446
|
Qualifizierung
der Quelle:
A |
| 1.01 |
Pretscher, P. |
"Die Beweidung von randlichen Lichtungen mit Schafen scheint sich angesichts der derzeitigen Überweidung nicht zu bewähren. [...] Durch Verbiss der Spitzentriebe entwickelt sich lediglich ein Zwieselwuchs [...]."
Die mechanischen Einwirkungen einer intensiven Beweidung von Lebensräumen durch Schafe dürfte demnach von besonderer Bedeutung sein (s. a. Wirkfaktor 2-3). Es ist denkbar, dass die in der Laubstreu überwinternden Raupen beeinträchtigt werden, wenn große Teile des Habitats im empfindlichen Zeitraum massiven mechanischen Belastungen ausgesetzt werden. Genauere Untersuchungen hierzu liegen nicht vor.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 6 Stoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
6-1 Stickstoff- u. Phosphatverbindungen / Nährstoffeintrag
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Nährstoffeinträge innerhalb (potenzieller) Larvalhabitate können insbesondere eine Beschleunigung der Gehölzentwicklung in Richtung geschlossener, lichtarmer Bestände sowie eine struktur- und artenärmere Krautschicht zur Folge haben. Dies gilt sowohl für atmogene Stoffeinträge als auch für lokale Eurtrophierungsquellen wie Düngereintrag, Deponierung organischer Abfälle oder jagdliche Anfütterungen (s. a. "Vertiefende Ausführungen" unter "Wirkfaktoren").
Inwieweit die in der Laubstreu überwinternden Raupen von Nährstoffeinträgen beeinträchtigt werden, ist nicht bekannt.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 6 Stoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
0 |
6-2 Organische Verbindungen
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Unter diesem Wirkfaktor werden sämtliche Arten von organischen Verbindungen bzw. Umweltchemikalien gefasst, die Pflanzen wie Tiere schädigen können (vgl. auch "Vertiefende Ausführungen" unter "Wirkfaktoren").
Endokrin wirksame oder hormonaktive Stoffe werden unter Wirkfaktor 6-8 und Pestizide werden unter Wirkfaktor 8-3 behandelt.
Organische Verbindungen können akkumuliert (meist im Fettgewebe) werden und wirken oft erst bei der Reproduktion oder unter physischen Belastungen (z. B. Häutungen, Schlupf) beeinträchtigend oder schädigend.
Konsequenzen können - abhängig vom Umfang - z. B. die Verringerung des Reproduktionserfolgs bzw. der Überlebenswahrscheinlichkeit von Individuen, Bestandsrückgang oder Beeinträchtigung bzw. Erlöschen lokaler (Teil-)Populationen sein.
Eine Übersichtsarbeit, die sich u.a. mit der Auswikung von organischen Verbingungen auf Lepidoptera beschäftigt, haben Mulé et al. (2017) bereitgestellt.
Hinweise auf eine Relevanz dieses Wirkfaktors liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht vor (siehe aber Wirkfaktor 6-1).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 6 Stoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
0 |
6-3 Schwermetalle
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Grundsätzlich können Schwermetalle bei Tieren verschiedenste schädigende Wirkungen entfalten (vgl. "Vertiefende Ausführungen" unter "Wirkfaktoren").
Beispiele für Lepidoptera finden sich bei Baghban et al. (2014), Azam et al. (2015), Elela & Elsayed (2015), HongMei et al. (2015), HongMei & HongYi (2016), Ali et al. (2019), Islam et al. (2019), Zhang et al. (2020).
Hinweise auf eine Relevanz dieses Wirkfaktors für FFH-Arten dieser Artengruppe liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand jedoch nicht vor.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 6 Stoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
0 |
6-4 Sonstige durch Verbrennungs- u. Produktionsprozesse entstehende Schadstoffe
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Hinweise auf eine Relevanz dieses Wirkfaktors liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht vor.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 6 Stoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
6-5 Salz
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
A |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Ein Salzeintrag kann insbesondere über das zuführende Oberflächen- und Grundwasser in besiedelte Feuchtstandorte von Bedeutung sein, da die Eschen nicht salzertragend sind (Ellenberg 1992:107, s. a. Wirkfaktor 3-4).
Konkretere Angaben sind bislang nicht verfügbar.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 6 Stoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
6-6 Depositionen mit strukturellen Auswirkungen (Staub / Schwebst. u. Sedimente)
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Konkrete Angaben sind nicht verfügbar. Direkte oder indirekte Beeinträchtigungen insbesondere der Fraßpflanzen sind jedoch bei relativ starker Belastung z. B. durch Staub nicht auszuschließen.
Hinweise auf sonstige mögliche Wirkungen liegen nicht vor. (vgl. auch "Vertiefende Ausführungen" unter "Wirkfaktoren").
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 6 Stoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
0 |
6-7 Olfaktorische Reize (Duftstoffe, auch: Anlockung)
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Hinweise auf eine Relevanz dieses Wirkfaktors liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht vor (vgl. a. "Vertiefende Ausführungen" unter "Wirkfaktoren").
Ob und in welchem Maße olfaktorische Reize v. a. für die Partnerfindung und Eiablage eine Rolle spielen, ist nicht bekannt. Allerdings ist die potenzielle Rezeption als sehr empfindlich und spezifisch zu vermuten.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 6 Stoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
0 |
6-8 Endokrin wirkende Stoffe
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Eine Überblicksarbeit zu den Effekten von neuartigen, hochgradig toxischen Insektiziden (Gruppe Diacylhydrazine (DAH): Hemmern der Häutungshormone) liegt von Nakagawa (2007) vor, jedoch nur auf Zielorganismen und nicht auf Nicht-Zielorganismen. Hierbei wirken die DAH Tebufenozid, Methoxyfenozid, Chromafenozide vor allem gegen Schmetterlinge und Halofenozid v. a. gegen Käfer.
Arbeiten, die sich mit den Effekten dieser neuartigen Insektizide, die als hormonaktive Stoffe die Häutung beeinflussen, auf gefährdete Arten oder FFH-Arten beschäftigen, konnten bislang nicht ermittelt werden.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 6 Stoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
6-9 Sonstige Stoffe
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Individuenverluste oder Schädigungen durch Kalkung von Waldgebieten erscheinen möglich, insbesondere bei direktem Kontakt aufgrund von Verätzungen (vgl. a. Wirkfaktor 6-1).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 7 Strahlung |
Relevanz des Wirkfaktors: |
0 |
7-1 Nichtionisierende Strahlung / Elektromagnetische Felder
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
F |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Hinweise auf eine Relevanz dieses Wirkfaktors liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht vor.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 7 Strahlung |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
7-2 Ionisierende / Radioaktive Strahlung
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Grundsätzlich sind alle Tiere gegenüber radioaktiver Strahlung empfindlich, da diese eine direkt schädigende Wirkung auf die Zelle als kleinster biologischer Einheit haben und zelluläre Bestandteile und hier insbesondere die zelluläre Erbsubstanz (DNS) verändern oder zerstören kann (vgl. "Vertiefende Ausführungen" unter "Wirkfaktoren").
Bakri et al. (2021) stellen die Bestrahlung von Insekten (darunter auch Lepidoptera) als eine Möglichkeit dar, diese zu sterilisieren, da Stamm- und Keimzellen besonders sensitiv auf Strahlung reagieren. Dies zeigt, dass radioaktive Strahlung zur Unfruchtbarkeit bei Insekten führen kann. Dabei beträgt die für die Sterilisation benötigte Dosis von weniger als 5 Gy bis hin zu 400 Gy. Darüber hinaus schreiben sie, dass radioaktive Strahlung auf somatische Zellen folgende Auswirkungen haben kann: "the development of abnormalities, a reduction in lifespan, flight ability, mating propensity, and nutrition, and finally insect death."
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
8-1 Management gebietsheimischer Arten
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Es sind keine Tierarten bekannt, die regelmäßig ausgebracht werden und auf die Art konkurrierend bzw. verdrängend wirken. Jagdliche Praktiken wie die Anlage von Wildäckern können eine Beeinträchtigung darstellen, wenn am Rand der Lichtung keine Jung-Eschen toleriert werden (Pretscher 2000c:447).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
8-1 Management gebietsheimischer Arten
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2013 |
Seite(n):
360
|
Qualifizierung
der Quelle:
A |
| 1.02 |
Dolek, M., Freese-Hager, A., Geyer, A., Balletto, E. & Bonelli, S. |
Bei einer Untersuchung der Eiablage- und Futterstrategien von Euphydryas maturna in Norditalien und Bayern (Dolek et al. 2013:360) konnten die Autor*innen zeigen, dass die eigentlich polyphage Art mit 24 nachgewiesenen Raupenfutterpflanzen in Bayern fast ausschließlich an Fraxinus excelsior (Gemeiner Esche) vorkommt. Insgesamt wurden 766 Gelege und Jungraupengespinste vor der Überwinterung untersucht. 99,6 % der Funde stammen von F. excelsior. Ansonsten wurden lediglich zwei Gelege an Ligustrum vulgare (Liguster) und eines an Viburnum opulus (Gemeiner Schneeball) gefunden. Die Eier wurden hauptsächlich auf einer Höhe zwischen 1,4 m und 2,45 m nachgewiesen. Es konnten keine Gelege auf sehr jungen Eschen gefunden werden.
"Egg-laying on F. excelsior occurred from 0.8 m to 8 m above the ground (later observations up to 15 m), but most batches were located between 1.4 and 2.45 m (2nd + 3rd quartile of total data, data sampled for n = 343). Young (very small; approximately less than 1 m) F. excelsior trees occurred at our site in large numbers, but were never used for egg-laying."
Insgesamt wurden junge Bäume eindeutig bevorzugt, allerdings erst, sobald sie eine gewisse Höher erreicht hatten.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
8-1 Management gebietsheimischer Arten
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2018 |
Seite(n):
102
|
Qualifizierung
der Quelle:
A |
| 1.03 |
Dolek, M., K?rösi, Á. & Freese-Hager, A. |
Lindman et al. (2018:102) untersuchten die Futterpflanzen- und Habitatpräferenzen von Euphydryas maturna in Estland. Diese Art ist grundsätzlich polyphag, nutzt regional allerdings nur eine oder wenige Pflanzenarten. In Laborexperimenten konnten Fraxinus excelsior, Viburnum opulus und Melampyrum pratense als Eiablage- und Futterpflanzen nachgewiesen werden. Die schlechteste Entwicklung zeigten Raupen auf M. pratense. In Freilanduntersuchungen konnte die Häufigkeit von Fraxinus excelsior als der entscheidende Faktor für das Vorkommen von E. maturna ermittelt werden. Im Gegensatz dazu hatten die Bestände von M. pratensis keinen Einfluss. Die Autor*innen vermuten daher, dass F. excelsior in der Natur die wichtigste und möglicherweise auch einzige Futterquelle der Raupen darstellt.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
8-1 Management gebietsheimischer Arten
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2018 |
Seite(n):
102
|
Qualifizierung
der Quelle:
A |
| 1.04 |
Dolek, M., K?rösi, Á. & Freese-Hager, A. |
Lindman et al. (2018:102) untersuchten die Futterpflanzen- und Habitatpräferenzen von Euphydryas maturna in Estland. Neben der Esche als Raupenfutterpflanze erwies sich auch das Vorkommen von Doldenblütlern, welche dem adulten Schmetterling als Nahrung dienen, als wichtiger Faktor für das Auftreten des Falters.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
8-1 Management gebietsheimischer Arten
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2015 |
Seite(n):
2f.
|
Qualifizierung
der Quelle:
D |
| 1.05 |
Nieminen, M. |
Die Raupe von Euphydryas maturna gilt als polyphag und und kommt an einer Vielzahl unterschiedlicher Pflanzenarten vor. Allerdings gibt es deutliche regionale Unterschiede. Während in vielen Gegenden Fraxinus excelsior die wichtigste Futterpflanze darstellt, ernähren sich die finnischen Bestände hauptsächlich von Melampyrum pratense (Nieminen, 2015:2f.). Insgesamt wurden bereits 18 Futterpflanzen von E. maturna nachgewiesen: Fagus sylvatica (Europa), Fraxinus angustifolia (Südosteuropa, Ungarn), Fraxinus excelsior (Österreich, Tschechien, Deutschland, Ungarn, Italien, Russland, Schweden), Fraxinus ornus (Südosteuropa), Ligustrum vulgare (Tschechien, Deutschland, Ungarn) Lonicera sp. (Russland), Melampyrum sylvaticum (Finnland), Melampyrum pratense (Finnland), Plantago lanceolata (Russland), Populus alba (Russland), Populus tremula (Europa, Russland), Salix caprea (Europa, Russland), Spiraea sp. (Russland), Syringa vulgaris (Russland, Schweden), Veronica longifolia (Finnland, Russland), Viburnum opulus (Finnland, Deutschland, Schweden), Viola arvensis (Russland) und Viola canina (Russland).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
8-1 Management gebietsheimischer Arten
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2013 |
Seite(n):
364
|
Qualifizierung
der Quelle:
D |
| 1.06 |
Dolek, M., Freese-Hager, A., Geyer, A., Balletto, E. & Bonelli, S. |
Dolek et al. (2013:364) untersuchten die Eiablage- und Futterstrategien von Euphydryas maturna in Norditalien und Bayern. Da die Weibchen von E. maturna ihre Eier fast ausschließlich auf jungen Esche ablegen, empfehlen die Autor*innen einen regelmäßigen Rückschnitt der Gehölze: "Since females of E. maturna show an oviposition preference for the young ash trees, the cutting of ash should also be better programmed and undertaken at intervals that are more regular. These cuts should be designed to provide space for new plants and re-growth from the stools. A closing ash woodland is far below optimum for E. maturna, which prefers a mosaic situation, including both forest and clearings."
Diese Bedingungen können Beispielsweise durch eine Niederwaldnutzung erreicht werden, wie es im Habitat der bayerischen Population praktiziert wird.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
8-2 Förderung / Ausbreitung gebietsfremder Arten
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Das Anpflanzen von gebietsfremden Gehölzen kann sich negativ auswirken, sofern dadurch eine Verjüngung der Eschen verhindert oder die Sukzession beschleunigt wird (s. a. Wirkfaktor 2-3). Konkrete Hinweise für eine Relevanz dieses Faktors liegen nicht vor.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
8-2 Förderung / Ausbreitung gebietsfremder Arten
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2018 |
Seite(n):
82
|
Qualifizierung
der Quelle:
D |
| 1.02 |
Dolek, M., K?rösi, Á. & Freese-Hager, A. |
Ein vertragsbasiertes Schutzprogramm für Wälder soll seit 2005 in Bayern unter anderem das Verschwinden von seltenen Niederwäldern aufhalten. Dolek et al. (2018:82) untersuchten die Auswirkungen dieses Programms und der Niederwaldbewirtschaftung im Allgemeinen auf die seltenen Schmetterlingsarten Euphydryas maturna und Eriogaster catax. Als problematisch erwies sich das, durch den echten Schlauchpilz Hymenoscyphus pseudoalbidus verursachte, Eschentriebsterben, da es sich bei der Esche um die Hauptfutterpflanze von E. maturna handelt. Bisher gibt es keine Behandlung um befallene Bäume zu retten. Problematisch ist, dass mittlerweile von der Pflanzung von Eschen abgeraten wird: "Despite recommendations against ash planting in forestry, because saplings will die in few years due to ash dieback, these trees should be planted to be used as food plant until they wither."
Sollten keine pilzresistenten Eschen entdeckt werden, könnte dies zum Aussterben von E. maturna führen.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
8-3 Bekämpfung von Organismen (Pestizide u.a.)
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Pestizide bzw. insbesondere Insektizide sind grundsätzlich geeignet, Beeinträchtigungen von Schmetterlingen hervorzurufen, wenn sie in ihre Habitate ausgebracht oder durch Wind verdriftet werden.
Herbizide können ggf. negative Auswirkungen auf wichtige Falter- oder Raupenfutterpflanzen haben und somit indirekt zu Beeinträchtigungen führen.
Konsequenzen des Pestizideinsatzes können - abhängig vom Umfang - die Verringerung der Fortpflanzungsrate bzw. der Überlebenswahrscheinlichkeit von Individuen, Bestandsrückgang oder Beeinträchtigung bzw. Erlöschen lokaler (Teil-)Bestände sein.
Ausführungen zu Wirkungen von Pestiziden auf Schmetterlinge, eine Zusammenstellung verschiedener Fakten und Beispiele sowie Hinweise zur Vermeidung finden sich z. B. bei:
Sparks & Parish (1995), Bolz (1995), Longley & Sotherton (1997), Hacker (1997), Snoo et al. (1998), Scriber (2004), Nagy et al. (2015), Gilburn et al. (2015), Mulé et al. (2017), Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) & Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e.V. (2025).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
8-3 Bekämpfung von Organismen (Pestizide u.a.)
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
1995 |
Seite(n):
63-75
|
Qualifizierung
der Quelle:
A |
| 1.02 |
Bolz, R. |
Eine Beeinträchtigung ist v. a. durch das Ausbringen von Insektiziden zu erwarten. Die Auswirkungen des Dimilin- und Btk-Einsatzes im Steigerwald (1993 und 1994) zur Bekämpfung des Schwammspinners (Lymantria dispar) werden von Bolz (1995) dokumentiert. Nach einem Populationsmaximum der Art 1993 im Untersuchungsgebiet brach im Folgejahr die Population zusammen.
"Vom Maivogel konnte keine einzige Raupe, kein Falter und keine Raupennester mehr festgestellt werden."
"Auf Dimilin-behandelten Flächen ist aufgrund der Persistenz der Wirkung [...] ein weiterer Effekt auf solche Arten zu erwarten, die ihre Eier an alte, bereits im Frühjahr getriebene Blätter heften (z. B. [...] Euphydryas maturna), [...]."
Die Auswirkungen des biologischen Bekämpfungsmittels Btk (Bacillus thuringiensis kurstaki) scheinen geringer, da dieses Mittel nur eine kurze Zeit seine Wirkung beibehält und nicht alle schlüpfenden L1-Raupen betroffen sind. Eine genaue Abgrenzung der Wirkungsweisen von Dimilin und Btk ist im Beispiel Steigerwald nicht möglich. Das Aussparen "biologischer Fenster", die gar nicht bzw. nur mit Btk behandelt werden, hat sich dort als nicht sinnvoll erwiesen. Die Flächen waren dort entweder zu klein oder wurden durch Abtrift des Insektizids, das per Hubschrauber ausgebracht wurde, doch mitbehandelt. Eine Wiederbesiedlung der behandelten Gebiete schließt der Autor wegen der lokalen Vorkommen des Maivogels aus.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
8-3 Bekämpfung von Organismen (Pestizide u.a.)
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
1995 |
Seite(n):
481
|
Qualifizierung
der Quelle:
A |
| 1.03 |
Weidemann, H.-J. |
Die negativen Auswirkungen des Dimilin-Einsatzes im Steigerwald wurden auch von Weidemann beobachtet. Der Häutungshemmer Dimilin ist seiner Meinung nach v. a. für die Arten gefährlich, die ältere, harte Blätter befressen. Indirekte Auswirkungen können durch die Abwanderung von Parasitoiden aus behandelten in unbehandelte Flächen hervorgerufen werden.
"Dies führt zu einem verstärkten Befall dort lebender Larven, häufig auch seltener Arten" (Weidemann & Köhler 1996:366).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
8-3 Bekämpfung von Organismen (Pestizide u.a.)
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2003e |
Seite(n):
477
|
Qualifizierung
der Quelle:
A |
| 1.04 |
Drews, M. |
Als Gefährdungsursachen für E. maturna wird unter anderem genannt: "Insektizideinsatz (durch die Bekämpfung von Forstschädlingen, z. B. beim Einsatz des Häutungshemmers Dimilin gegen den Schwammspinner, werden die Falter direkt oder indirekt über einen erhöhten Parasitendruck massiv geschädigt)."
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
8-3 Bekämpfung von Organismen (Pestizide u.a.)
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2005 |
Seite(n):
37
|
Qualifizierung
der Quelle:
A |
| 1.05 |
Dolek, M., Freese, A., Geyer, A. & Bolz, R. |
Bei dem erneuten Dimilin-Einsatz im Steigerwald 2005 konnte auf Basis der genauen Kenntnis zur Verbreitung von E. maturna und mittels einer engen Zusammenarbeit mit den Einsatzleitern der Dimilin-Spritzung ein Einsatz des Insektizides in den E. maturna-Vorkommensbereichen verhindert werden. Das nachfolgende Monitoring ergab, dass die Art vom Dimilin-Einsatz nicht beeinträchtigt wurde (Dolek et al. 2005:37).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
8-3 Bekämpfung von Organismen (Pestizide u.a.)
| 3. Prognosemethoden
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 3.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
I. d. R. erfolgt die Wirkungsbeurteilung durch Überlagerung der vom Projekt entsprechend beeinflussten Flächen mit allen nach den Erhaltungszielen zu bewahrenden bzw. zu entwickelnden (Teil-)Habitaten.
Die betroffenen Habitate bzw. Habitatstrukturen sind hinsichtlich ihrer längerfristigen Entwicklung und der qualitativen Abweichung zu bewerten. Soweit erforderlich, sind unterschiedliche Teilhabitate der Art in der Prognose differenziert zu betrachten. Dabei sind zum einen die absoluten Habitatverluste bzw. -verschlechterungen (m²) sowie die relativen (%) bezogen auf den Gesamtbestand im Gebiet bzw. die funktional zusammengehörenden Habitate der Art zu ermitteln bzw. abzuschätzen.
Darauf aufbauend sind die qualitativen und quantitativen Funktionsverluste für die betroffenen Individuen bzw. (Teil-)Bestände zu beurteilen. Soweit möglich, ist die Prognose durch Vergleich mit standörtlich und strukturell ähnlichen Habitaten bzw. solchen, die bereits entsprechenden Veränderungen unterlagen, abzusichern.
Im jeweiligen Fall können neben dem faktischen Verlust oder der Qualitätsminderung von Habitaten/Habitatstrukturen auch der direkte Verlust von Individuen bzw. eine erhöhte Mortalitäts- und eine verringerte Fortpflanzungsrate eine wesentliche Rolle spielen und sind entsprechend in der Wirkungsprognose zu berücksichtigen.
Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.
Etwaige kumulative Wirkungen additiver oder synergistischer Art durch andere Wirkfaktoren des Projekts / Plans oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten / Plänen sind zu berücksichtigen.
Im Einzelfall können aus Gründen der Prognosesicherheit auch weitergehende Methoden notwendig werden (z. B. Populationsgefährdungsanalysen, s. Rassmus et al. 2003, Lambrecht et al. 2004).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
8-3 Bekämpfung von Organismen (Pestizide u.a.)
| 4. Relevanzschwelle
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 4.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Soweit die Art bzw. deren Habitat nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln ist, wird die Relevanzschwelle grundsätzlich bei jeder Einbringung von Pestiziden in ein (Teil-)Habitat im Gebiet überschritten.
Im Einzelfall können Veränderungen auch außerhalb des Gebietes relevant sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die Bestände der Art im Gebiet aufweisen.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
3 |
8-3 Bekämpfung von Organismen (Pestizide u.a.)
| 5. Erheblichkeitsschwelle
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 5.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Nach derzeitigem Bearbeitungsstand liegen keine hinreichenden Informationen zur Bestimmung einer Erheblichkeitsschwelle im Sinne allgemeiner fachlicher Orientierungswerte vor.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
8-4 Freisetzung gentechnisch neuer bzw. veränderter Organismen
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Grundsätzlich kann die Ausbringung bestimmter gentechnisch veränderter Organismen (GVO) auf Schmetterlinge negative Auswirkungen haben (vgl. auch "Vertiefende Ausführungen" unter "Wirkfaktoren").
Wirkungen können in der unmittelbaren oder mittelbaren Schädigung oder Tötung von Tieren resultieren. Dies gilt generell für alle GVO, die schmetterlingsspezifische Bt-Toxine exprimieren (z.B. Cry1Ab der Maissorte MON810).
Das Toxin wird u. a. über den Pollen verbreitet. Die Stärke der Pollendeposition ist dabei von der Entfernung abhängig und wird von der Pflanzenphänologie (abhängig von Sorte und Witterung) maßgeblich bestimmt. Eine verstärkte Pollendeposition ist in Abwindrichtung zu erwarten. Die Abwindrichtung zum Blühzeitpunkt kann jedoch variieren und muss nicht mit dem Tages- oder Wochenmittel übereinstimmen. Aktuelle Untersuchungen im Auftrag des BfN zeigen, dass sich Pollen über einen längeren Zeitraum auf Futterpflanzen von Schmetterlingen ansammeln kann oder aber von Regen abgewaschen wird (vgl. z. B. auch Lang et al. 2005:38 oder Felke & Langenbruch 2005:103). Schmetterlinslarven nehmen Pollen - und somit Bt-Toxin - beim Fraß der Futterpflanze (z. B. der Blätter) auf.
Die Freisetzung von GVO kann ggf. auch zu einer Beeinträchtigung anderer Organismen führen, die für die geschützten Arten von großer Bedeutung sind (z. B. der Wirtsameisen im Falle der verschiedenen Arten von Ameisen-Bläulingen).
Differenzierte Ausführungen und Untersuchungen zur Auswirkung von GVO allgemein bzw. insbesondere von Bt-Mais auf Schmetterlinge, eine Zusammenstellung verschiedener Hinweise, Fakten und Beispiele finden sich z. B. bei:
Hellmich et al. (2001), Obrycki et al. (2001), Sears et al. (2001), Stanely-Horn et al. (2001), Losey et al. (2002), Hllbeck (2002), Birch et al. (2004), Dively et al. (2004), Dolezel (2005), Felke & Langenbruch (2005), Andow & Lövei (2006), Lang & Voijtech (2006), LUA Brandenburg (2005,2007), Lang et al. (2007), Hofmann (2007), Hofmann et al. (2009), Musche et al. (2009), Hofmann et al. (2010), Lang & Otto (2010), Hilbeck et al. (2011), Baudrot et al. (2021), EFSA Panel on Genetically Modified Organisms (2015).
Konsequenzen können - abhängig von Art und Umfang - z. B. Verringerung des Reproduktionserfolgs bzw. der Überlebenswahrscheinlichkeit von Individuen, Bestandsrückgang oder Beeinträchtigung bzw. Erlöschen lokaler (Teil-)Populationen sein.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
8-4 Freisetzung gentechnisch neuer bzw. veränderter Organismen
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.02 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Für E. maturna konnten bislang noch keine Arbeiten ermittelt werden, welche die Relevanz des Wirkfaktors für diese Art konkret untersucht haben.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
8-4 Freisetzung gentechnisch neuer bzw. veränderter Organismen
| 3. Prognosemethoden
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 3.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
I. d. R. erfolgt die Wirkungsbeurteilung durch Überlagerung der vom Projekt beanspruchten Flächen mit allen nach den Erhaltungszielen zu bewahrenden bzw. zu entwickelnden (Teil-)Habitaten.
Dabei sind zum einen die absoluten Habitatverluste (m²) und zum anderen die relativen Habitatverluste (%) bezogen auf den Gesamtbestand im Gebiet bzw. die funktional zusammengehörenden Habitate der Art zu ermitteln. Darauf aufbauend sind die qualitativen und quantitativen Funktionsverluste für die betroffenen Individuen bzw. (Teil-)Bestände zu beurteilen.
Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.
Etwaige kumulative Wirkungen additiver oder synergistischer Art durch andere Wirkfaktoren des Projekts / Plans oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten / Plänen sind zu berücksichtigen.
Im Einzelfall können aus Gründen der Prognosesicherheit auch weitergehende Methoden notwendig werden (z. B. Populationsgefährdungsanalysen, s. Rassmus et al. 2003, Lambrecht et al. 2004).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
8-4 Freisetzung gentechnisch neuer bzw. veränderter Organismen
| 3. Prognosemethoden
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 3.02 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
(Standardisierte) Prognosemethoden zur Bewertung der Freisetzung von GVO in die Umwelt konnten bislang nicht ermittelt werden. Nachfolgend sind jedoch die wesentlichen Grundaspekte zur Ermittlung des Risikos einer Ausbringung von GVO mit Resistenz gegen den Maiszünsler im Hinblick auf Nichtziel-Schmetterlinge dargestellt.
Bei der Prognose kann zunächst allgemein aus dem Vorkommen geschützter Schmetterlingsarten auf potenzielle Beeinträchtigungen geschlossen werden. Larvalhabitate mit hoher Dichte von Larven bzw. reproduzierenden Schmetterlingen sind problematischer als Bereiche mit geringer Bedeutung für Schmetterlinge.
Natura 2000-Gebieten kommt eine besondere Bedeutung für Arten und Lebensgemeinschaften zu. Europäische Schutzgebiete, in denen Schmetterlingsarten nach den Erhaltungszielen geschützt sind, weisen somit immer eine besondere Bedeutung und i. d. R. eine entsprechende vorhabensbezogene Empfindlichkeit aus Sicht des Naturschutzes auf. Schmetterlingsarten können hierbei in einem FFH-Gebiet als Arten des Anhangs II der FFH-Richtlinie unmittelbar oder als charakteristische Arten bestimmter Lebensraumtypen mittelbar durch Erhaltungsziele oder den Schutzzweck geschützt sein.
Grundsätzlich ist zunächst immer die räumliche Entfernung der GVO-Ausbringung zum Schutzgebiet bzw. zu den verschiedenen (Teil-)Habitaten der geschützten Schmetterlingsarten zu ermitteln.
Das jeweilige Projekt ist hinsichtlich seiner spezifischen Wirkintensität bzw. seines Risikopotenzials zu beurteilen. Das projektspezifische Gefährdungspotenzial ergibt sich dabei u. a. aus folgenden relevanten Parametern:
a) Art des GVO und Toxingehalt (einschl. Schwankungsbreite) in den Pollen
b) Toxizität
c) Umfang und Intensität der Freisetzung
d) Mögliche Überschneidung der Larvalstadien der Schmetterlinge mit dem Blühfenster von Mais (grob Juli - Mitte September; vgl. Hofmann et al. 2009)
e) Ausbreitungsfähigkeit / Umweltexposition (z. B. Pollendeposition standardisiert und auf Wirtspflanzen)
f) räumliche Lage / Entfernung zum Schutzgebiet bzw. den Vorkommen der Wirtspflanzenhabitate
Bei der Beurteilung sind ggf. auch bereits in das Projekt integrierte Maßnahmen zur Schadensbegrenzung zu berücksichtigen. Die Wirksamkeit der Maßnahmen muss jedoch wissenschaftlich belegt sein.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
8-4 Freisetzung gentechnisch neuer bzw. veränderter Organismen
| 3. Prognosemethoden
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 3.03 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Grundsätzlich ist immer auch die artspezifische Empfindlichkeit der betroffenen Arten zu ermitteln. Direkte Daten für die Empfindlichkeit von geschützten Schmetterlingsarten gegenüber spezifischen Bt-Toxinen dürften jedoch i. d. R. nicht vorliegen. Die Empfindlichkeit muss daher, ggf. unter Berücksichtigung der Empfindlichkeit von anderen Arten und entsprechender Sicherheitsfaktoren, abgeschätzt werden.
Das artspezifische Risiko ergibt sich dabei u. a. aus folgenden relevanten Parametern:
a) Vorkommen (Anzahl, Dichte, Frequenz) im betroffenen Raum
b) Nahrungsspektrum
c) Empfindlichkeit gegen aufnehmbare Stoffe des GVO
d) etwaige Attraktionswirkung des Projekts auf die Art (z. B. durch Nahrungsangebot)
e) Flugverhalten sowie Mobilität und Aktionsräume der Art
f) ggf. auch Unterschiede der Gefährdung verschiedener Stadien (Falter, Larve, Raupe, Ei; bislang wurden für Bt-Toxine nur direkte Effekte auf Larven nachgewiesen; Effekte auf Adulte können indirekt, z. B. über eine Reduktion der Fitness, in Erscheinung treten).
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
8-4 Freisetzung gentechnisch neuer bzw. veränderter Organismen
| 4. Relevanzschwelle
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 4.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Soweit die Art und deren Habitate nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln sind, wird die Relevanzschwelle grundsätzlich bei jeder Einbringung von GVO mit etwaigen negativen Auswirkungen auf die Art in ein (Teil-)Habitat im Gebiet überschritten.
Im Einzelfall können Veränderungen auch außerhalb des Gebietes relevant sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die Bestände der Art im Gebiet aufweisen.
Für die Beurteilung einer etwaigen Betroffenheit von Beständen im Gebiet sind Mobilität und Aktionsradien der Art zu berücksichtigen.
Um eine erhebliche Beeinträchtigung durch ein Vorhaben mit der rechtlich gebotenen Sicherheit ausschließen zu können, sind i. d. R. die oberen Angaben zu Habitatgrößen bzw. (regelmäßigen) Flugbeziehungen heranzuziehen und auf die potenziell geeigneten Lebensräume und insbesondere Larvalhabitate im Untersuchungsgebiet zu übertragen. Vorhaben, die in größerem Abstand als diesem "Aktionsradius" geplant sind, können i. d. R. zu keinen relevanten Auswirkungen führen.
Literaturangaben als Orientierungswerte für Flächenansprüche und Mobilität (z. B. zu Aktionsräumen, Reviergrößen, Nestabständen, Dichten etc.) sind - soweit für die Art nach aktuellem Auswertungsstand verfügbar - separat unter "Raumbedarf und Aktionsräume von Arten" zusammengestellt.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
8-4 Freisetzung gentechnisch neuer bzw. veränderter Organismen
| 4. Relevanzschwelle
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 4.02 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Im Prüfrahmen des SMUL (2007) zum "Anbau gentechnisch veränderter Nutzpflanzen in oder in der Nähe von Natura-2000-Gebieten" vom 09.03.2007 wird ein Radius von 1.000 m um FFH-Gebiete genannt, innerhalb dessen entsprechende Vorhaben geprüft werden müssen (vgl. auch Musche et al. 2009 und Hofmann et al. 2010). In Brandenburg gelten Abstände von 800 m (Erlass des MLUV v. 27.03.2008) und in Bayern von 1.000 m (LfU v. 20.2.2009) Entfernung. Auch andere Bundesländer arbeiten derzeit (2011) an Vorschriften, die ein Verbot bzw. eine Verträglichkeitsprüfung beim Anbau von GVO in an in der Nähe von Schutzgebieten vorsehen.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
8-4 Freisetzung gentechnisch neuer bzw. veränderter Organismen
| 5. Erheblichkeitsschwelle
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 5.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Die Beeinträchtigungsintensität resultiert einerseits aus der artspezifischen Empfindlichkeit und andererseits aus der Intensität und Dimension der Beeinträchtigungen durch GVO.
Die absolute und die relative Dimension der qualitativen Funktionsminderung betroffener Habitatkomplexe sind wesentliche Größen der Beurteilung.
Wichtig für die Erheblichkeitsbeurteilung sind zudem die funktionale Bedeutung der einzelnen betroffenen Teilhabitate sowie die zeitliche Dimension der Beeinträchtigung (Zeitpunkt, Häufigkeit und Dauer).
Für die Bewertung einer projektbedingt erhöhten Mortalität sind verschiedene artspezifische und populationsbezogene Parameter einzubeziehen. Dazu zählen die natürliche Reproduktionsrate und Sterblichkeit, durchschnittliches Lebensalter der Tiere, Bestandsgrößen und allgemeine Gefährdungssituation (vgl. auch Lambrecht et al. 2004 zu individuenbezogenen Beeinträchtigungen).
Tendenziell sind Arten mit hoher Lebenserwartung und geringerer Reproduktionsrate (K-Strategen) und / oder geringeren Beständen im Schutzgebiet bzw. einer allgemeinen Gefährdungseinstufung und ohnehin negativer Populationsentwicklung stärker beeinträchtigt als Arten mit geringer Lebenserwartung und hoher Reproduktionsrate (r-Strategen) und / oder großen Beständen im Schutzgebiet bzw. einer allgemein weiten Verbreitung und fehlenden Gefährdung in Deutschland (vgl. auch Bernotat & Dierschke 2021).
Nach derzeitigem Bearbeitungsstand liegen keine hinreichenden Informationen zur Bestimmung einer Erheblichkeitsschwelle im Sinne allgemeiner fachlicher Orientierungswerte vor.
| 1052 |
Eschen-Scheckenfalter
(Euphydryas maturna) |
| 9 Sonstiges |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
9-1 Sonstiges
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2013 |
Seite(n):
364
|
Qualifizierung
der Quelle:
A |
| 1.01 |
Dolek, M., Freese-Hager, A., Geyer, A., Balletto, E. & Bonelli, S. |
Dolek et al. (2013:364) untersuchten die Eiablage- und Futterstrategien von Euphydryas maturna in Norditalien und Bayern. Da es sich bei den untersuchten italienischen Faltern um den einzigen bekannten Bestand im gesamten Land handelt, berichten die Autor*innen von Gefährdung durch illegales Sammeln: "Our study population in Italy is in fact the only known one in the country and under high pressure from illegal over-collecting of adults. This actually seems to be one of the rare events where collecting is a major threat. All collecting activities are a serious problem for the Italian population since it is very small and isolated".
Bearbeitung und Zitiervorschlag: siehe Impressum von FFH-VP-Info