FFH-VP-Info

Fachinformationssystem des BfN
zur FFH-Verträglichkeitsprüfung

Stand: 10. Juni 2025
Bundesamt für Naturschutz
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
1 Direkter Flächenentzug Relevanz des Wirkfaktors: 3
1-1 Überbauung / Versiegelung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Überbauung / Versiegelung führt grundsätzlich zum vollständigen und i. d. R. dauerhaften Verlust der Lebensraumfunktionen der betreffenden Flächen und ihrer Eignung als Habitat der Art (s. "Vertiefende Ausführungen" unter "Wirkfaktoren").

Der Verlust eines wichtigen Quartiers senkt die Überlebenswahrscheinlichkeit und kann in Abhängigkeit von der Jahreszeit, der Größe der Kolonie und dem Angebot an Ausweichquartieren zum regionalen Erlöschen der Art führen.

Bei der Beseitigung von Sommer-Quartieren (z. B. Fällen von Höhlenbäumen, Abriss von Gebäuden, Umbau von Dachstühlen) oder von Winter-Quartieren (z. B. Verschluss von Stollen, Höhlen oder Kellern; bei manchen Arten auch durch Fällen von Höhlenbäumen) besteht zudem die Gefahr, dass es zur Tötung darin befindlicher Tiere kommt.

Daneben kann aber auch der Verlust von essentiellen Nahrungshabitaten und von als Flugrouten genutzten Leitstrukturen eine erhebliche Beeinträchtigung darstellen.

Konsequenzen können - abhängig vom Umfang - z. B. Verlust von Teilhabitaten, Verringerung der Fortpflanzungsrate bzw. der Überlebenswahrscheinlichkeit von Individuen, Bestandsrückgang oder Beeinträchtigung bzw. Erlöschen lokaler (Teil-)Bestände sein.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
1 Direkter Flächenentzug Relevanz des Wirkfaktors: 3
1-1 Überbauung / Versiegelung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.02 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Bei der Mopsfledermaus (B. barbastellus) sind im Sommerhalbjahr zwei Quartiertypen zu unterscheiden, die sowohl eine Empfindlichkeit gegenüber Überbauung, Verschluss oder Abriss von Gebäuden als auch gegenüber Fällung von Bäumen oder Rodung von Baumbeständen bewirken:

"Gebäudewochenstuben können bis zu 100 und mehr Weibchen umfassen, in Baumquartieren in der Regel 10 - 20 Weibchen. Die Baumquartiere werden häufig, oft täglich gewechselt, während Gebäudequartiere über das ganze Sommerhalbjahr besiedelt werden" (Dietz et al. 2007:339).

Daneben sind in Ausnahmefällen auch Wochenstuben aus Fledermausnistkästen bekannt (Schober 2003:666, für Sachsen; Weidner & Geiger 2003:689, für Thüringen).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
1 Direkter Flächenentzug Relevanz des Wirkfaktors: 3
1-1 Überbauung / Versiegelung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004b
Seite(n):

365
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D
1.03 Rudolph, B.-U.
Einige historische Gebäude, die zu den bedeutendsten Winterquartieren der Mopsfledermaus ( B. barbastellus) in Bayern zählen, sind dauerhafte Sanierungsfälle oder mehrjährige Baustellen.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
1 Direkter Flächenentzug Relevanz des Wirkfaktors: 3
1-1 Überbauung / Versiegelung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004a
Seite(n):

343f.
Qualifizierung der Quelle:
D
1.04 Rudolph, B.-U.
"Künstliche Quartiere werden jedoch ebenfalls angenommen, sie befinden sich fast ausnahmslos an Gebäuden hinter Holzverkleidungen, Fensterläden, zwischen Giebelbrettern (Windbretter) (und) überlappenden Brettern an Scheunenwänden."

"Wochenstubenquartiere an Gebäuden sind [...] beständiger besetzt, d. h. sie sind in der Regel über einen Zeitraum von einigen Wochen bis maximal drei Monate bewohnt."

"Alle [...] Beobachtungen weisen [...] auf die Notwendigkeit eines ausreichenden Quartierangebotes in Ortschaften oder in Verbindung mit Wäldern hin."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
1 Direkter Flächenentzug Relevanz des Wirkfaktors: 3
1-1 Überbauung / Versiegelung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004a
Seite(n):

346
Qualifizierung der Quelle:
D
1.05 Rudolph, B.-U.
Die Mopsfledermaus (B. barbastellus) überwintert in Bayern in unterirdischen Quartieren aller Art. "Höhlen werden - gemessen an ihrer Gesamtzahl - überdurchschnittlich häufig als Winterquartiere genutzt."

"Auch Gewölbe und Kasematten von Festungsanlagen, Schlössern und Burgruinen sind charakteristische Winterquartiere." Weiterhin gibt es Winterquartiernachweise aus Eisenbahntunnels und Mauerwerk.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
1 Direkter Flächenentzug Relevanz des Wirkfaktors: 3
1-1 Überbauung / Versiegelung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2003
Seite(n):

577
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D
1.06 Rudolph, B.-U., Hammer, M. & Zahn, A.
"Von unbeabsichtigten Störungen der Tiere oder Beeinträchtigungen besetzter Quartiere, (z. B. dem) Verschluß von Spaltenquartieren bei Renovierungen im Sommerhalbjahr, geht vermutlich die größte Gefahr für die Kolonien aus."

Als weitere Gefährdungsursachen werden "Verlust oder Beeinträchtigungen von Zwischen-, Winter- und Balzquartiere" genannt, z. B. durch die touristische Erschließung von Höhlen und Stollen oder die Nutzung durch Kletterer und Privatleute.

"Besondere Brisanz erfährt die zunehmende touristische Erschließung vor dem Hintergrund der ganzjährigen Nutzung von Höhlen durch Fledermäuse."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
1 Direkter Flächenentzug Relevanz des Wirkfaktors: 3
1-1 Überbauung / Versiegelung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

1997
Seite(n):

98
Qualifizierung der Quelle:
A
1.07 Sierro, A. & Arlettaz, R.
Durch eine auf Telemetrie beruhende Untersuchung in der Schweiz konnten Tagesquartiere der Mopsfledermaus (B. barbastellus) in den Felsspalten festgestellt werden.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
1 Direkter Flächenentzug Relevanz des Wirkfaktors: 3
1-1 Überbauung / Versiegelung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

1995
Seite(n):

474ff.
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D
1.08 Podany, M.
Zur Überwinterung sind Mopsfledermäuse "in Regionen ohne Höhlen [...] auf Keller oder andere geeignete menschliche Bauten angewiesen." Ruinenkeller sind u. a. durch Einebnung (aus Sicherheitsgründen) bedroht. Die Akzeptanz der Ruine (Winterquartier) aufgrund ihres "erbärmlichen baulichen Zustandes" ist nicht gegeben, sie gilt als "Schandfleck" im Stadtbild.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
1 Direkter Flächenentzug Relevanz des Wirkfaktors: 3
1-1 Überbauung / Versiegelung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2007
Seite(n):

338-339
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D
1.09 Dietz, C., Helversen, O. von & Nill, D.
Die Sommerquartiere der Mopsfledermaus (B. barbastellus) sind nach Dietz et al. (2007:338f.) "In Wäldern hinter abstehender Rinde, in Stammanrissen und in Fledermauskästen (Flachkästen). An Gebäuden hinter Fensterläden und Holzverkleidungen [...]. Winterquartiere [sind] ebenfalls hinter Baumrinde, aber auch in Höhlen, Stollen, ehemaligen Eisenbahntunnels, Steinhaufen, Felsspalten und Ruinen. Als kälteharte Art oft im Eingangsbereich der unterirdischen Quartiere in kalten Bereichen."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
1 Direkter Flächenentzug Relevanz des Wirkfaktors: 3
1-1 Überbauung / Versiegelung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2007
Seite(n):

338
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D
1.10 Dietz, C., Helversen, O. von & Nill, D.
Die Mopsfledermaus (B. barbastellus) ist "weitgehend auf Wälder aller Art beschränkt, aber auch in waldnahen Gärten und Heckengebieten[...]. Die Baumartenzusammensetzung scheint eine geringe Bedeutung zu haben, wichtig ist dagegen ein hoher Strukturreichtum mit verschiedenen Altersklassen und Saumstrukturen" (Dietz et al. 2007:338).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
1 Direkter Flächenentzug Relevanz des Wirkfaktors: 3
1-1 Überbauung / Versiegelung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

1995
Seite(n):

477
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D
1.11 Podany, M.
Der Autor nennt Nachweise von für andere Arten völlig untypischen Überwinterungsplätzen in Spalten oberirdischer Ruinenteile, die dem vollen Tageslicht ausgesetzt sind.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
1 Direkter Flächenentzug Relevanz des Wirkfaktors: 3
1-1 Überbauung / Versiegelung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2003
Seite(n):

63-70
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D
1.12 Parsons, K. N., Jones, G., Davidson-Watts, I. & Greenaway, F.
Neben Sommer- und Winterquartieren sind sogenannte "Schwärmquartiere" für die Art von Bedeutung, und die bei Eingriffen beachtet werden müssen, wie eine Reihe von Untersuchungen belegen, z. B. Parsons et al. (2003), die von 1995-2000 eine Vielzahl von unterirdischen Quartieren (Stollen, Bergwerke) in Südengland untersuchten.
"Relatively high numbers of internationally vulnerable species such as M. bechsteinii and Barbastella barbastellus were recorded. There was a strong male bias in captures of swarming species. Swarming probably has an important reproductive function, most males are reproductively active at this time and such sites may be important for outbreeding. Due to this and the large number of individuals and species concerned, the conservation of 'swarming sites' is vitally important. Clearly swarming sites merit special consideration in conservation management strategies for cave-dwelling bats."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
1 Direkter Flächenentzug Relevanz des Wirkfaktors: 3
1-1 Überbauung / Versiegelung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
D
1.13 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Bei der Mopsfledermaus gibt es neben Wochenstuben und Winterquartieren weitere essenzielle Teilhabitate im Jahreslebensraum, wie Männchenquartiere, Paarungsquartiere und Schwärmquartiere, die ebenso traditionell genutzt und über Jahre hinweg aufgesucht werden (vgl. Meschede & Rudolph 2004). Diese sind für den Fortbestand einer Population ebenso notwendig und bedürfen des besonderen Schutzes (Meschede & Rudolph 2004:91) und müssen bei der Beurteilung der Wirkfaktoren ebenso wie Wochenstuben oder Winterquartiere berücksichtigt werden. Für Höhlen kann sich neben ihrer Funktion als Winterquartiere auch die als Schwärmquartiere im (Spät-)Sommer bzw. Herbst ergeben (Meschede & Rudolph 2004:86ff.).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
1 Direkter Flächenentzug Relevanz des Wirkfaktors: 3
1-1 Überbauung / Versiegelung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
A
1.14 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Eine aktuelle Zusammenstellung der Gefährdungsursachen geben Günther et al. (2005:456), wobei die wichtigste Gefährdungsursache Gebäudesanierung und Abriss ist, weiter die Entnahme von Bäumen mit artspezifischer Funktion, der Verschluss von Höhlen und Stollen sowie die Entfernung von Alt- und Totholz. Daneben werden eine Reihe weiterer Gefährdungsfaktoren wie Zerschneidung, Umwandlung Laubwald in Nadelwald und Ausbringung von Gift genannt.

Über die Bestands- und Gefährdungssituation in den einzelnen Bundesländern informiert Boye (2005) im "Nationalen Bericht zum Fledermausschutz in der Bundesrepublik Deutschland, 2000-2003" im Detail.

Weidner & Geiger (2003:689) benennen als weitere Gefährdungsursachen - zumindest für ihr Untersuchungsgebiet Thüringen - die Wiederaufnahme oder Erweiterung von Gesteinsabbauten (Winterquartiere) oder die Wiedernutzung von Kellern sowie die Verfüllung bergbaulicher Anlagen.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
1 Direkter Flächenentzug Relevanz des Wirkfaktors: 3
1-1 Überbauung / Versiegelung
2. Regenerationsfähigkeit Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
2.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Die Regenerationsfähigkeit ist nur unter der Voraussetzung der Wiederherstellung der notwendigen strukturellen, standörtlichen und funktionalen Habitatbedingungen (z. B. Bodenparameter, Struktur, Flächengröße) sowie einer hohen Wahrscheinlichkeit der Wiederbesiedlung gegeben. Im Falle stofflicher Belastung (s. Wirkfaktorgruppe 6) als Ursache eines Bestandsrückgangs oder -verlustes ist neben der Beseitigung der Belastungsquelle ggf. auch die Sanierung erforderlich.

Die zeitliche Dimension ist bei der Beurteilung zu beachten. In bestimmten Fällen können derzeit (noch) nicht geeignete Flächen in kürzeren als den für entsprechende Lebensraumtypen angenommenen Regelzeiträumen (s. Riecken et al. 2006 u. a.) als Habitat entwickelt werden.

Unter Berücksichtigung der Flugfähigkeit der Individuen ist für eine erfolgreiche Regeneration eine vorhandene Population im Umfeld mit relativ durchlässiger Landschaftsstruktur dazwischen Voraussetzung. In Räumen, in denen die Art insgesamt noch gut verbreitet ist, ist eine Besiedlung geeigneter Standorte innerhalb der artspezifischen Ausbreitungsdistanzen zu erwarten (vgl. auch Angaben zur Mobilität unter "Raumbedarf und Aktionsräume von Arten").

Im Falle einer projektbedingten Barrierewirkung (s. Wirkfaktorgruppe 4) kann diese streng genommen nur durch Vermeidungsmaßnahmen reduziert oder durch die Wiederherstellung oder Neuschaffung entsprechender räumlich-funktionaler Verbindungen zwischen den betroffenen Teilhabitaten an anderer Stelle kompensiert werden.

Eine etwaige projektbedingt erhöhte Mortalität kann nur durch Vermeidungsmaßnahmen reduziert oder durch Kohärenzsicherungsmaßnahmen auf Populationsebene aufgefangen bzw. kompensiert werden.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
1 Direkter Flächenentzug Relevanz des Wirkfaktors: 3
1-1 Überbauung / Versiegelung
3. Prognosemethoden Jahr:

o. J.
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E
3.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
I. d. R. erfolgt die Wirkungsbeurteilung durch Überlagerung der vom Projekt beanspruchten Flächen mit allen nach den Erhaltungszielen zu bewahrenden bzw. zu entwickelnden (Teil-)Habitaten.

Dabei sind zum einen die absoluten Habitatverluste (m²) und zum anderen die relativen Habitatverluste (%) bezogen auf den Gesamtbestand im Gebiet bzw. die funktional zusammengehörenden Habitate der Art zu ermitteln. Darauf aufbauend sind die qualitativen und quantitativen Funktionsverluste für die betroffenen Individuen bzw. (Teil-)Bestände zu beurteilen.

Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.

Etwaige kumulative Wirkungen additiver oder synergistischer Art durch andere Wirkfaktoren des Projekts / Plans oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten / Plänen sind zu berücksichtigen.

Im Einzelfall können aus Gründen der Prognosesicherheit auch weitergehende Methoden notwendig werden (z. B. Populationsgefährdungsanalysen, s. Rassmus et al. 2003, Lambrecht et al. 2004).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
1 Direkter Flächenentzug Relevanz des Wirkfaktors: 3
1-1 Überbauung / Versiegelung
4. Relevanzschwelle Jahr:

o. J.
Seite(n):

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E
4.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Soweit die Bestände der Art und ihre Habitate nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln sind, wird die Relevanzschwelle grundsätzlich bei jedem Flächenentzug in einem (Teil-)Habitat im Gebiet unabhängig vom insgesamt zu erwartenden Umfang überschritten.

Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.

Literaturangaben als Orientierungswerte für Aktionsräume, Wanderdistanzen bzw. Ausbreitungspotenzial sowie zu Flächenansprüchen sind - soweit für die Art nach aktuellem Auswertungsstand verfügbar - separat unter "Raumbedarf und Aktionsräume von Arten" zusammengestellt.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
1 Direkter Flächenentzug Relevanz des Wirkfaktors: 3
1-1 Überbauung / Versiegelung
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

o. J.
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E
5.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Von Lambrecht & Trautner (2007) wurden basierend auf Lambrecht et al. (2004) Fachkonventionen entwickelt, die einer einheitlicheren und nachvollziehbaren Beurteilung der Erheblichkeit von Beeinträchtigungen im jeweiligen Einzelfall dienen. Nach den Fachkonventionen ist die direkte und dauerhafte Inanspruchnahme eines nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahrenden oder zu entwickelnden (Teil-)Habitats der Art innerhalb des Gebiets im Regelfall eine erhebliche Beeinträchtigung.

Dies berücksichtigt u. a., dass Ausweichmöglichkeiten bei Habitatverlusten i. d. R. dadurch stark eingeschränkt sind, dass gerade bei spezialisierten Arten das Vorhandensein günstiger bzw. geeigneter Lebensräume ohnehin schon bestandslimitierend wirkt oder ein Wechsel in benachbarte Gebiete aufgrund intraspezifischer oder interspezifischer Konkurrenzverhältnisse nicht erfolgreich möglich ist.

Ein Habitatverlust kann im Rahmen der Fachkonventionen jedoch im Einzelfall auch als nicht erheblich eingestuft werden, wenn verschiedene qualitativ-funktionale, quantitativ absolute und relative sowie kumulative Aspekte gemeinsam erfüllt sind und alle Wirkfaktoren berücksichtigt werden.

Hierbei werden ggf. essentielle / obligate Teilhabitate von fakultativen Teilhabitaten unterschieden. Im Hinblick auf die quantitative Dimension basiert die Fachkonvention darauf, dass bei Tieren mit großen Aktionsräumen auch größere Habitatverluste noch tolerierbar sein können als bei Tieren mit kleinen Aktionsräumen. Zudem wird jeder gebietsbezogene Einzelfall u. a. dahingehend berücksichtigt, dass bei sehr großen Gebietsbeständen einer Art neben dem Grund-Orientierungswert noch höhere Orientierungswerte für ggf. noch tolerable Verluste angegeben werden.

Die in den Fachkonventionen vorgeschlagenen Schwellenwerte für eine quantitative 'Nicht-Erheblichkeit' sind fachliche Orientierungswerte. Diese wie auch die Fachkonventionen überhaupt sollen und können die Einzelfallbeurteilung und einen entsprechenden fachlichen Begründungszusammenhang nicht ersetzten, sondern sie sollen hierfür eine objektive Orientierung und Hilfestellung bieten.

Die Fachkonventionen stellen den bislang differenziertesten wissenschaftlichen und zugleich einzigen lebensraumtyp- und artspezifischen Methodenansatz zur Bestimmung der Erheblichkeit entsprechender Beeinträchtigungen dar. Sie sind daher für ihren Anwendungsbereich als Stand von Wissenschaft und Praxis anzusehen.

Die Fachkonventionen wurden inzwischen vielfach in FFH-Verträglichkeitsprüfungen in der Praxis angewandt, von der LANA wohlwollend zur Kenntnis genommen (14.09.2007), in Leitfäden empfohlen und in der Rechtsprechung u. a. des Bundesverwaltungsgerichts anerkannt (vgl. z. B. BVerwG v. 12.03.2008, Az. 9 A 3.06, u.a. Rn. 125; BVerwG v. 09.07.2008, Az. 9 A 14.07, u.a. Rn. 64; BVerwG v. 13.05.2009, Az. 9 A 73.07, u.a. Rn. 50; BVerwG v. 12.06.2019, Az. 9 A 2/18, Rn. 67; Niedersächsisches OVG v. 10.11.2008, Az. 7 KS 1/05, S. 26f.; Bay. VGH v. 30.09.2009, Az. 8 A 05.40050, Rn. 61ff.; Sächsisches OVG v. 8.9.2020, Az. 4 C 18/17, Rn. 119ff.). Auch für den Bereich der Tierarten werden die Fachkonventionen inzwischen in der Rechtsprechung grundsätzlich bestätigt, vgl. z.B. BVerwG zur A 33 (BVerwG, Urt. v. 6.11.2012, Az. 9 A 17.11, Rn. 46 f.) oder zur A 49 (BVerwG, Urt. v. 23.04.2014, Az. 9 A 25.12, z. B. Rn. 66), Niedersächsisches OVG v. 23.05.2019, Az. 7 KS 78/17, Rn. 94 ff. oder Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg v. 18.06.2024, Az. 10 S 1546/23, Rn. 96ff.

Im Einzelfall kann darüber hinaus ein direkter Flächenentzug auch außerhalb des Schutzgebietes erheblich sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die Bestände der Art im Gebiet aufweisen.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
1 Direkter Flächenentzug Relevanz des Wirkfaktors: 3
1-1 Überbauung / Versiegelung
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

2007
Seite(n):

43ff.
Qualifizierung der Quelle:
E
5.02 Lambrecht, H. & Trautner, J.
Fachkonventionsvorschlag zur Bewertung der Erheblichkeit von Beeinträchtigungen bei direktem Flächenentzug in Habitaten der Tierarten nach Anhang II FFH-RL in FFH-Gebieten:

Grundannahme:
Die direkte und dauerhafte Inanspruchnahme eines (Teil-)Habitats einer Art des Anhangs II FFH-RL, das in einem FFH-Gebiet nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln ist, ist im Regelfall eine erhebliche Beeinträchtigung.
Abweichung von der Grundannahme:
Im Einzelfall kann die Beeinträchtigung als nicht erheblich eingestuft werden, wenn kumulativ folgende Bedingungen erfüllt werden:

A: Qualitativ-funktionale Besonderheiten
Die in Anspruch genommene Fläche ist kein für die Art essenzieller bzw. obligater Bestandteil des Habitats. D. h. es sind keine Habitatteile betroffen, die für die Tiere von zentraler Bedeutung sind, da sie z. B. an anderer Stelle fehlen bzw. qualitativ oder quantitativ nur unzureichend oder deutlich schlechter vorhanden sind; und

B: Orientierungswert "quantitativ-absoluter Flächenverlust"
Der Umfang der direkten Flächeninanspruchnahme überschreitet nicht die für die jeweilige Art dargestellten Orientierungswerte, soweit diese für das betroffene Teilhabitat anwendbar sind (1).

Für die Mopsfledermaus liegen die Orientierungswerte für Habitatverluste bei 1.600 qm (wenn relativer Verlust ?1 %, siehe Kriterium C), bei 8.000 qm (wenn im Schutzgebiet mehr als 100 adulte Individuen vorkommen) beziehungsweise bei 1,6 ha (wenn im Schutzgebiet mehr als 250 adulte Individuen vorkommen); und

C: Ergänzender Orientierungswert "quantitativ-relativer Flächenverlust" (1 %-Kriterium)
Der Umfang der direkten Flächeninanspruchnahme ist nicht größer als 1 % der Gesamtfläche des jeweiligen Lebensraums bzw. Habitates der Art im Gebiet bzw. in einem definierten Teilgebiet (2); und

D: Kumulation "Flächenentzug durch andere Pläne / Projekte"
Auch nach Einbeziehung etwaiger Flächenverluste durch kumulativ zu berücksichtigende Pläne und Projekte werden die Orientierungswerte (B und C) nicht überschritten; und

E: Kumulation mit "anderen Wirkfaktoren"
Auch durch andere Wirkfaktoren des Projekts oder Plans (einzeln oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten oder Plänen) werden keine erheblichen Beeinträchtigungen verursacht.

(1): Die Mopsfledermaus wurde hierbei von Lambrecht & Trautner (2007:56ff.) der Habitatkonstellation 6d zugeordnet. Diese umfasst Arten mit räumlich nicht zwingend direkt zusammenhängenden, aber zumindest zum Teil sehr spezifischen / limitierten Teilhabitaten bzw. Arten mit großem Aktionsradius, aber relativ geringer Flexibilität.

Die hier eingeordneten Arten haben meist spezifische Brut- oder Quartieransprüche, die regelmäßig nur an wenigen Stellen im Gebiet - bzw. an wenigen Stellen optimal - erfüllt sind. Die Spezifität der Jagd- bzw. Nahrungshabitate ist unterschiedlich und reicht von sehr gering bis hoch.
Die Orientierungswerte beziehen sich in fast allen Fällen nur auf die Nahrungshabitate. Hierbei sind jedoch grundsätzlich die qualitativ hochwertigsten Flächen auszunehmen oder es darf zumindest keine flächenmäßig überproportionale Betroffenheit eines wesentlichen Teilhabitates erzeugt werden. Als relativer Orientierungswert kann hierbei das im Rahmen des Fachkonventionsvorschlags benannte 1 %-Kriterium - übertragen auf die einzelnen Teilhabitate - herangezogen werden.

Flächenverluste in zwischen Teilhabitaten (also innerhalb des Aktionsraums) gelegenen, aber nicht selbst genutzten Bereichen sind für Arten dieser Gruppe regelmäßig nicht relevant.
Für die Beurteilung der Erheblichkeit spielt es keine Rolle, ob die Beeinträchtigung - ggf. auch leicht - kompensiert werden kann. Hierauf soll im speziellen Kontext nochmals hingewiesen werden, weil in der Gruppe 6d viele Arten mit Teilhabitaten im Siedlungsbereich bzw. in und an Gebäuden enthalten sind, für die eine entsprechende Diskussion besonders intensiv geführt wird. Der Wegfall eines bedeutsamen Fledermausquartiers (größere Kolonie) in einem Dachstuhl durch Abriss des Gebäudes kommt einem direkten Flächenverlust für die betroffene Art gleich und ist jedenfalls als erheblich einzustufen, auch wenn im Zuge eines späteren Neubaus Quartiere in gleicher Qualität wieder hergestellt werden könnten.
Ebenso wie bei den Arten der vorstehenden Gruppe ist es auch hier aufgrund der großen Aktionsradien der Arten nicht unwahrscheinlich, dass Teile des Habitats auch außerhalb des Natura 2000-Gebiets liegen, so dass etwaige Habitatverluste außerhalb des Gebiets bei der Anwendung der Orientierungswerte ggf. kumulativ mit zu berücksichtigen sein können. Abhängig von der getroffenen Abgrenzung der Gebiete wäre sonst nicht auszuschließen, dass längerfristig kumulative Wirkungen im Umfeld des jeweiligen Gebietes eine erhebliche Beeinträchtigung des gebietsbezogenen Erhaltungszustandes einer solchen Art nach sich ziehen können.

(2): Diese Formulierung bedeutet, dass dort, wo dies fachlich geboten ist, als Bezugsmaßstab auch ein räumlich-funktional getrenntes Teilgebiet eines Natura 2000-Gebietes herangezogen werden sollte. Dies kann z. B. dort erforderlich sein, wo sich das gemeldete Gebiet aus mehreren räumlich und funktional nicht zusammenhängenden Teilgebieten zusammensetzt. Auch kann z. B. bei einem großen Fluss-Natura 2000-Gebiet eine Unterscheidung zwischen Ober-, Mittel- und Unterlauf aus fachlichen Gründen ebenso geboten sein, wie andererseits z. B. die zusammenschauende Betrachtung eines Gewässerabschnitts, der lediglich aufgrund seiner Lage in mehreren benachbarten Bundesländern als jeweils eigenständige Natura 2000-Gebiete gemeldet wurde.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Die Beseitigung oder Veränderung typischer Vegetations- oder Biotopstrukturen kann zu einer Minderung der Habitatqualität und -funktionen für die Art führen.

In bestehenden Habitaten kann auch die Neuschaffung von Strukturen - sofern sie den Ansprüchen der Art entgegenstehen oder nicht entsprechen - zu einer Beeinträchtigung der Habitatqualität führen.

Die Mopsfledermaus (B. barbastellus) ist in besonderer Weise auf die Zerfallsstadien des Waldes als Quartiergebiete angewiesen. Die Beseitigung von höhlenreichen Altholzbeständen (bzw. forsthygienische Maßnahmen) führen daher zum direkten Quartierverlust.

Konsequenzen können - abhängig vom Umfang - z. B. der Verlust von Teilhabitaten, die Verringerung der Fortpflanzungsrate bzw. der Überlebenswahrscheinlichkeit von Individuen, Bestandsrückgang oder Beeinträchtigung bzw. Erlöschen lokaler (Teil-)Bestände sein.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2003
Seite(n):

497
Qualifizierung der Quelle:
D
1.02 Nagel, A.
Der Sommerlebensraum lässt sich beschreiben als "gut strukturierter Wald mit hohem Altholz- und Totholzanteil (häufig Schluchtwälder). Zur Nahrungssuche werden auch angrenzende abwechslungsreiche Offenlandabschnitte mit Hecken, Streuobstwiesen, Weideland etc. sowie Gewässerbiotope beflogen."

"Ausgeräumte Feldfluren und spaltenquartierarme Altersklassenwälder scheinen völlig aus dem Habitatschema der Art zu fallen, wodurch sich der potenzielle Lebensraum schon sehr einengt."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004b
Seite(n):

367
Qualifizierung der Quelle:
C
1.03 Rudolph, B.-U.
"Eine der Hauptgefährdungsursachen für Fledermäuse und damit einer der Hauptgründe für ihren Rückgang in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts liegt aller Wahrscheinlichkeit nach in der Verarmung der Landschaft an Strukturelementen."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2007
Seite(n):

338
Qualifizierung der Quelle:
D
1.04 Dietz, C., Helversen, O. von & Nill, D.
"Die Baumartenzusammensetzung scheint eine geringe Bedeutung zu haben, wichtig ist dagegen ein hoher Strukturreichtum mit verschiedenen Altersklassen und Saumstrukturen."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004a
Seite(n):

352
Qualifizierung der Quelle:
D
1.07 Rudolph, B.-U.
Rudolph (2004:352) beschreibt die Veränderung von Biotopstrukturen als einen wichtigen Gefährdungsfaktor der Mopsfledermaus in Bezug auf die Quartiersituation: "Mangel an natürlichen Spaltenquartieren unter Rinde und in Baumhöhlungen in Wäldern aufgrund einer viel zu geringen Zahl an Bäumen, die das Zerfallsstadium erreichen. Sowohl stark dimensioniertes stehendes Totholz und absterbende Bäume, die solche Rindenquartiere für längere Zeiträume bereitstellen könnten, als auch dünnere tote Bäume (20 bis 30 cm Brusthöhen-Durchmesser), die bevorzugt von Waldbesitzern und Selbstwerbern als Brennholz genutzt werden, werden im Wirtschaftswald nur selten toleriert. [...] Hinzu kommt der Mangel an Höhlenbäumen, insbesondere in Nadelwäldern. Angesichts des Quartierwechselverhaltens im Wald müssen jedoch Bäume mit potenziellen Rindenquartieren in ausreichender Zahl und Dichte vorhanden sein."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2018
Seite(n):

8
Qualifizierung der Quelle:
D
1.11 Apozna?ski, G., Sánchez-Navarro, S., Kokurewicz, T., Pettersson, S. & Rydell, J.
Apozna?ski et al. (2018:8) empfehlen, dass sich der Schutz der Mopsfledermaus (B. barbastellus) auf Erhalt und Wiederherstellung alter Laub- und Nadelwälder konzentrieren sollte, die eine vielfältige Artenzusammensetzung und Altersstruktur aufweisen. Selbst kleine und isolierte Flächen wurden als wichtig eingestuft.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2019
Seite(n):

185
Qualifizierung der Quelle:
A
1.12 Görföl, T., Haga, K. & Dombi, I. 
Die Mopsfledermaus (B. barbastellus) nutzte in dieser Studie von Görföl et al. (2019:185) in Ungarn fast ausschließlich einheimische Baumarten als Schlafplätze, obwohl fast die Hälfte des Gebietes von angepflanzten gebietsfremden Arten geprägt war. Genutzt wurden Eichen, Ahorne und Ulmen, wobei Eichen die meisten Schlafplätze enthielten.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2018
Seite(n):

25, 27
Qualifizierung der Quelle:
D
1.13 Kortmann, M., Hurst, J., Brinkmann, R., Heurich, M., Silveyra González, R., Müller, J. & Thorn, S.
In einer detaillierten Untersuchung von Kortmann et al. (2018:25, 27) zur Mopsfledermaus (B. Barbastellus) wurde festgestellt, dass die Umgebung von Bäumen, die als Schlafplatz genutzt wurden, durch einen höheren Anteil lebender Bäume gekennzeichnet war als die Umgebung zufällig ausgewählter Bäume. Dies deutet auf die Bedeutung von halboffenen Beständen für die Art hin. Ein Grund dafür könnte sein: "that open habitats have a negative effect on the emergence time at dusk, which leads to a reduced foraging period".
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2019
Seite(n):

11
Qualifizierung der Quelle:
A
1.14 Langridge, J., Pisanu, B., Laguet, S., Archaux, F. & Tillon, L.
Langridge et al. (2019:11) wiesen auf die Bedeutung von Mikrohabitaten an Bäumen für die Mopsfledermaus (B. barbastellus) hin: "[T]he activity of B. barbastellus [...] was positively associated with the presence of crevices and/or peeling bark".
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2021
Seite(n):

9
Qualifizierung der Quelle:
D
1.15 Rachwald, A., Boraty?ski, J. S., Krawczyk, J., Szurlej, M. & Nowakowski, W. K.
Im Untersuchungsgebiet in Polen nahm die Anzahl der Erfassungen von Mopsfledermäusen (B. barbastellus) über den Untersuchungszeitraum zu. Als mögliche Erklärung führen Rachwald et al. (2021:9) die Migration der Art innerhalb des Bia?owie?a-Waldes zu Fichtenbeständen an, in denen durch Borkenkäferbefall geeignete Schlafplätze unter der abgestorbener Rinde entstanden sind. Somit könnte die Beseitigung solcher Bäume zu einer Minderung der Habitat-Qualität für die Art führen.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2012
Seite(n):

1116
Qualifizierung der Quelle:
D
1.16 Zeale, M. R., Davidson-Watts, I. & Jones, G.
Zeale et al. (2012:1116) weisen darauf hin, dass die Mopsfledermaus (B. barbastellus) im Rückgang befindliche Lebensräume wie Feuchtwiesen, naturnahe Gewässerufer, feuchten Wäldern und naturnahe Laubwälder benötigt.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2013
Seite(n):

75f.
Qualifizierung der Quelle:
A
1.17 Hillen, J. & Veith, M.
Hillen & Veith (2013:75f.) führten Radiotracking-Untersuchungen in Rheinland-Pfalz durch. Dabei fanden sie Quartiere der Mopsfledermaus (B. barbastellus) am häufigsten in 5-10 m Höhe. Beide Geschlechter nutzten abgestorbene Eichen und Kiefern mit abblätternder Rinde zum Schlafen. Um die Art zu schützen ist es daher wichtig, diese Strukturen zu erhalten.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
3. Prognosemethoden Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
3.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
I. d. R. erfolgt die Wirkungsbeurteilung durch Überlagerung der vom Projekt entsprechend beeinflussten Flächen mit allen nach den Erhaltungszielen zu bewahrenden bzw. zu entwickelnden (Teil-)Habitaten.

Die betroffenen Habitate bzw. Habitatstrukturen sind hinsichtlich ihrer längerfristigen Entwicklung und der qualitativen Abweichung zu bewerten. Soweit erforderlich, sind unterschiedliche Teilhabitate der Art in der Prognose differenziert zu betrachten. Dabei sind zum einen die absoluten Habitatverluste bzw. -verschlechterungen (m²) sowie die relativen (%) bezogen auf den Gesamtbestand im Gebiet bzw. die funktional zusammengehörenden Habitate der Art zu ermitteln bzw. abzuschätzen.

Darauf aufbauend sind die qualitativen und quantitativen Funktionsverluste für die betroffenen Individuen bzw. (Teil-)Bestände zu beurteilen. Soweit möglich, ist die Prognose durch Vergleich mit standörtlich und strukturell ähnlichen Habitaten bzw. solchen, die bereits entsprechenden Veränderungen unterlagen, abzusichern.

Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.

Etwaige kumulative Wirkungen additiver oder synergistischer Art durch andere Wirkfaktoren des Projekts / Plans oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten / Plänen sind zu berücksichtigen.

Im Einzelfall können aus Gründen der Prognosesicherheit auch weitergehende Methoden notwendig werden (z. B. Populationsgefährdungsanalysen, s. Rassmus et al. 2003, Lambrecht et al. 2004).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
4. Relevanzschwelle Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
4.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Soweit die Bestände der Art bzw. ihre Habitate nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln sind, wird die Relevanzschwelle grundsätzlich bei jeder negativen Veränderung von Vegetations- oder Biotopstrukturen eines (Teil-)Habitats im Gebiet überschritten.

Im Einzelfall können Veränderungen auch außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die Bestände der Art im Gebiet aufweisen.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
5.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Die Beeinträchtigungsintensität resultiert einerseits aus der artspezifischen Empfindlichkeit und andererseits aus der Intensität und Dimension der Veränderung der Habitatstrukturen.

Die absolute und die relative Dimension des Habitatverlustes bzw. seiner qualitativen Funktionsminderung sind wesentliche Größen der Beurteilung.

Wichtig für die Erheblichkeitsbeurteilung sind zudem die funktionale Bedeutung der einzelnen betroffenen Flächen / Teilhabitate sowie die zeitliche Dimension der Beeinträchtigung (Zeitpunkt, Häufigkeit und Dauer).

In bestimmten Fällen kann der Konventionsvorschlag für direkten Flächenentzug / -verlust in Habitaten zur Orientierung herangezogen werden (s. Wirkfaktor 1-1). Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die in diesem Ansatz integrierten Orientierungswerte für vollständige / dauerhafte Habitatverluste konzipiert wurden. Für graduelle Funktionsminderungen sind dagegen eigenständige Bewertungsansätze zu entwickeln oder die Funktionsverluste müssten als (ggf. prozentuale) Funktionsminderung bilanziert und dann mit den Orientierungswerten des Konventionsvorschlags ins Verhältnis gesetzt werden (vgl. Beispiel in Lambrecht & Trautner 2007:83).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 1
2-2 Verlust / Änderung charakteristischer Dynamik
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Die Mopsfledermaus (B. barbastellus) ist in besonderer Weise auf die Zerfallsstadien des Waldes als Quartiergebiete angewiesen, daher ist eine funktionierende Walddynamik ein essenzielles Habitatkriterium. Das Ausbleiben dieser Dynamik durch eine intensive Forstwirtschaft entfaltet somit besondere Relevanz (vgl. Wirkfaktor 2-3).

Konsequenzen können - abhängig vom Umfang - z. B. Verlust von Teilhabitaten, Verringerung der Fortpflanzungsrate bzw. der Überlebenswahrscheinlichkeit von Individuen, Bestandsrückgang oder Beeinträchtigung bzw. Erlöschen lokaler (Teil-)Bestände sein.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 3
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Bei der Mopsfledermaus (B. barbastellus) hat die Intensivierung der Forstwirtschaft (mit reduzierten Umtriebszeiten, Umwandlung von Laub- zu Nadelwald) vor allem zu einem verstärkten Quartierverlust geführt.

Quartierverluste durch Entfernung essenzieller Biotopstrukturen (d. h. natürliche Spaltenquartiere hinter Rinde und Baumhöhlen) wurden bereits bei Wirkfaktor 2-1 "Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen" angesprochen.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 3
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2003
Seite(n):

497
Qualifizierung der Quelle:
D
1.02 Nagel, A.
Nagel (2003:496) vermutet, dass die Intensivierung in Land- und Forstwirtschaft zu den Bestandsrückgängen beigetragen hat: "Die schlagartigen Populationszusammenbrüche deuteten zunächst auf eine Vergiftung durch Umweltchemikalien in der Nahrungskette hin. Auch Lebensraumeinbußen in größeren Umfang durch Landschaftszersiedelung und Umstellungen in der Land- und Fostwirtschaft dürften dazu beigetragen haben."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 3
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2007
Seite(n):

340
Qualifizierung der Quelle:
D
1.03 Dietz, C., Helversen, O. von & Nill, D.
Beseitigung von Alt- und Totholz in Wäldern wird von mehreren Autoren, u. a. (Dietz et al. 2007:340), als Gefährdungsfaktor gesehen, da die Art auf ein hohes Quartierangebot angewiesen ist (häufige Quartierwechsel im Wald) "Eine intensive Waldwirtschaft mit geringen Alt- und Totholzanteilen stellt ebenfalls eine Gefährdungsursache dar."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 3
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004a
Seite(n):

343f.
Qualifizierung der Quelle:
D
1.04 Rudolph, B.-U.
"Die Mopsfledermaus ist insbesondere durch die Quartierwahl [...] stärker als andere Arten an das Zerfallsstadium des Waldes (Totholz) angepasst."

Mopsfledermäuse "im Wald wechseln im Sommer fast täglich ihr Quartier. Dies zeigt, dass die Tiere auf ein hohes Quartierangebot angewiesen sind. Sie bilden [...] Wochenstubenverbände, die aus mehreren kleinen Teilkolonien [...] bestehen."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 3
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2000
Seite(n):

149
Qualifizierung der Quelle:
D
1.05 Meschede, A. & Heller, K.-G.
"Die häufigen Quartierwechsel haben gezeigt, dass ein hohes Quartierangebot [...] vorhanden sein muss, der Bedarf wird auf etwa 1-2 (Spalten-)Quartiere pro Hektar geschätzt, wobei benachbarte Quartiere für den sozialen Austausch wichtig erscheinen."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 3
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2002
Seite(n):

86
Qualifizierung der Quelle:
A
1.06 Steinhauser, D.
Der wichtigste, natürliche Quartiertyp der Art ist das Spaltenquartier hinter abgesprengter Baumrinde absterbender oder toter Bäume. Für diesen Quartiertyp zeigt die Art "eine eindeutige Präferenz".
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 3
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2002
Seite(n):

91
Qualifizierung der Quelle:
D
1.07 Steinhauser, D.
Mopsfledermäuse jagen fast ausschließlich in Wäldern und zeigen keine erkennbaren Präferenzen für bestimmte Waldtypen oder Waldstrukturen.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 3
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2003
Seite(n):

578
Qualifizierung der Quelle:
D
1.08 Rudolph, B.-U., Hammer, M. & Zahn, A.
Die verbreitete forstwirtschaftliche Nutzung mit der Förderung nicht standortheimischer Baumarten, relativ kurzen Umtriebszeiten und der Beseitigung von abgestorbenen Bäumen stellt einen wesentlichen, möglicherweise den Hauptgefährdungsfaktor dar.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 3
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004b
Seite(n):

367
Qualifizierung der Quelle:
A
1.09 Rudolph, B.-U.
Negative Folgen, nämlich den Verlust von Nahrungsflächen und Quartiergebieten, hat die Umwandlung von Laubwald in Nadelwald und die intensive Nutzung der Wälder.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 3
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2003
Seite(n):

497
Qualifizierung der Quelle:
D
1.10 Nagel, A.
"Als sinnvolle langfristige und nachhaltige Schutzmaßnahme kommt der flächenhaften Umsetzung des ökologischen Waldbaus die größte Bedeutung zu."

Günstig ist ein "hoher Anteil an standorttypischen Altbäumen und an stehendem Totholz."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 3
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2020
Seite(n):

5, 8f
Qualifizierung der Quelle:
D
1.11 Carr, A., Weatherall, A. & Jones, G.
Laut Carr et al. (2020:5, 8f.) können Durchforstungsmaßnahmen die Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus) negativ beeinflussen, indem sie die Anzahl der potenziellen Schlafplätze reduzieren. Die Autor*innen stellten eine höhere Aktivität der Art in nicht bewirtschafteten Wäldern fest. Sie empfehlen daher: "The creation of minimal intervention islands [...] as stepping stones for woodland specialist bats as well as source hotspots from which bats and other forest organisms might colonise surrounding exploited forest."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 3
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2018
Seite(n):

25
Qualifizierung der Quelle:
A
1.12 Carr, A., Zeale, M. R., Weatherall, A., Froidevaux, J. S. & Jones, G.
Die Studie vor Carr et al. (2018:25) zeigt, dass die Wahl der Höhle bei der Mopsfledermaus (B. barbastellus) stärker von den Eigenschaften der Höhle als von denen des Baumes bestimmt wird, weshalb alle Bäume mit geeigneter Höhle genutzt werden können, unabhängig von Alter, Größe und Zustand des Baums. Es wurden auch Schlafquartiere in jungen Bäumen mit geringem Stammdurchmesser gefunden, die normalerweise bei Durchforstungsmaßnahmen entfernt werden würden. Bei Durchforstungsmaßnahmen sollten die Bäume daher auf das Vorhandensein solcher Höhlen überprüft werden.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 3
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2018
Seite(n):

21, 25
Qualifizierung der Quelle:
D
1.13 Carr, A., Zeale, M. R., Weatherall, A., Froidevaux, J. S. & Jones, G.
Carr et al. (2018:21, 25) wiesen auf die Bedeutung alter Wälder für baumbewohnende Arten wie die Mopsfledermaus (B. barbastellus) hin und fordern deren Erhalt und Wiederherstellung. Eingriffe, die zur Entfernung alternder oder abgestorbener Bäume führen, stellen eine Gefährdung für den Fortbestand der Art dar, da sie die Anzahl an geeigneten Höhlen und damit die Tragfähigkeit eines Waldes für die Mopsfledermaus (B. barbastellus) reduzieren. In den Untersuchungen der Autor*innen befanden sich die Schlafhöhlen häufiger in Eichen als in anderen Baumarten.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 3
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2018
Seite(n):

121
Qualifizierung der Quelle:
A
1.14 Dietz, M., Brombacher, M., Erasmy, M., Fenchuk, V. & Simon, O. 
In der Studie von Dietz et al. (2018:121) im Bia?owie?a-Nationalpartk in Belarus befanden sich alle identifizierten Schlafhöhlen (n=8) der Mopsfledermaus (B. barbastellus) in verrottenden Bäumen, von denen die meisten Nadelbäume (v. a. trockene Fichten) waren. Mutterkolonien nutzten Spalten hinter loser Rinde. Die Autor*innen schlussfolgern hieraus, dass das Zulassen natürlicher Alterungsprozesse in europäischen Wäldern von großer Bedeutung für die Art ist. Der Abtransport von Totholz aus bewirtschafteten Wäldern stellt daher eine Bedrohung für die Art dar.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 3
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2019
Seite(n):

185
Qualifizierung der Quelle:
A
1.15 Görföl, T., Haga, K. & Dombi, I. 
Die Mopsfledermaus (B. barbastellus) nutzte in dieser Studie von Görföl et al. (2019:185) in Ungarn fast ausschließlich einheimische Baumarten als Schlafplätze, obwohl fast die Hälfte des Gebietes von angepflanzten gebietsfremden Arten geprägt war. Genutzt wurden Eichen, Ahorne und Ulmen, wobei Eichen die meisten Schlafplätze enthielten.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 3
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2019
Seite(n):

185f
Qualifizierung der Quelle:
A
1.16 Görföl, T., Haga, K. & Dombi, I. 
Die Beseitigung alter bzw. abgestorbener Bäume durch die intensive Forstwirtschaft kann zu einer Minderung der Habitat-Qualität für die Mopsfledermaus (B. barbastellus) führen. In der Studie von Görföl et al. (2019:185f.) befanden sich die Schlafplätze der Mopsfledermaus (B. barbastellus) in lebenden Bäumen, jedoch dort in meist bereits abgestorbenen Ästen. Insgesamt bevorzugte die Art tote anstelle von lebenden Bäumen.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 3
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2018
Seite(n):

25
Qualifizierung der Quelle:
A
1.17 Kortmann, M., Hurst, J., Brinkmann, R., Heurich, M., Silveyra González, R., Müller, J. & Thorn, S.
Laut Kortmann et al. (2018:25) kann die Beseitigung von Bäumen mit großem Durchmesser zu einer Minderung der Habitat-Qualität für die Mopsfledermaus (B. barbastellus) führen. Die Wochenstuben (n=16) wurden in Bäumen mit signifikant größerem Durchmesser gefunden im Vergleich zu den Vergleichsbäumen. Der mittlere Brusthöhendurchmesser (BHD) der Schlafbäume betrug 60,5 cm.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 3
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2018
Seite(n):

27, 25
Qualifizierung der Quelle:
A
1.18 Kortmann, M., Hurst, J., Brinkmann, R., Heurich, M., Silveyra González, R., Müller, J. & Thorn, S.
Kortmann et al. (2018:25, 27) weisen auf die Eignung von Wäldern, die durch den Borkenkäfer befallen sind, als Lebensraum für die Mopsfledermaus (B. barbastellus) hin. Bei den Untersuchungen im Bayerischen Wald befanden sich alle Wochenstuben (n=16) unter loser Rinde von Fichten, die von dem Borkenkäfer befallen waren. Zudem profitierte die Art von der borkenkäferbedingten Öffnung des Kronendachs, die sich positiv auf die Nahrungshabitate auswirkte. Die Autor*innen weisen darauf hin, dass diese positiven Auswirkungen durch die Abholzung befallener Bäume zunichte gemacht werden und empfehlen das Stehenlassen von Hochstümpfen, wenn sich eine solche Abholzung nicht vermeiden lässt.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 3
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2021
Seite(n):

9
Qualifizierung der Quelle:
D
1.19 Rachwald, A., Boraty?ski, J. S., Krawczyk, J., Szurlej, M. & Nowakowski, W. K.
Im Untersuchungsgebiet in Polen nahm die Anzahl der Erfassungen von Mopsfledermäusen (B. barbastellus) über den Untersuchungszeitraum zu. Als mögliche Erklärung führen Rachwald et al. (2021:9) die Migration der Art innerhalb des Bia?owie?a-Waldes zu Fichtenbeständen an, in denen durch Borkenkäferbefall geeignete Schlafplätze unter der abgestorbener Rinde entstanden sind. Somit könnte die Beseitigung solcher Bäume zu einer Minderung der Habitat-Qualität für die Art führen.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 3
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2010
Seite(n):

2512
Qualifizierung der Quelle:
D
1.20 Russo, D., Cistrone, L., Garonna, A. P. & Jones, G.
Russo et al. (2010:2512) wiesen auf die Zerstörung unbemerkter Fortpflanzungsquartieren der Mopsfledermaus (B. barbastellus) im Zuge der Holzernte in bewirtschafteten Wäldern während des Sommers hin. Die Autor*innen fordern daher, bei der Forstbewirtschaftung den Zeitraum der Fledermausfortpflanzung in die Abholzungspläne einzubeziehen und die Ernte möglichst spät zu beginnen, frühestens ab Ende August, wenn die Jungtiere flugfähig sind. Am sichersten sei eine Ernte im Winter, da die Art überwiegend in Höhlen überwintert.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 3
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2013
Seite(n):

75f.
Qualifizierung der Quelle:
A
1.21 Hillen, J. & Veith, M.
Hillen & Veith (2013:75f.) führten Radiotracking-Untersuchungen in Rheinland-Pfalz durch. Dabei fanden sie Quartiere der Mopsfledermaus (B. barbastellus) am häufigsten in 5-10 m Höhe. Beide Geschlechter nutzten abgestorbene Eichen und Kiefern mit abblätternder Rinde zum Schlafen. Um die Art zu schützen ist es daher wichtig diese Strukturen zu erhalten.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 3
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2009
Seite(n):

74f.
Qualifizierung der Quelle:
D
1.22 Hubancheva, A.
Hubancheva (2009:74f.) untersuchte das Vorkommen von Fledermäusen im Osogowogebirge in Bulgarien. Die Autorin führt intensive Abholzung in den Buchenwäldern im Untersuchungsgebiet als größte Bedrohung für das Vorkommen und die Bestandsdichte von waldbewohnende Arten wie der Mopsfledermaus (B. barbastellus) an.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 3
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
3. Prognosemethoden Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
3.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
I. d. R. erfolgt die Wirkungsbeurteilung durch Überlagerung der vom Projekt entsprechend beeinflussten Flächen mit allen nach den Erhaltungszielen zu bewahrenden bzw. zu entwickelnden (Teil-)Habitaten.

Die betroffenen Habitate bzw. Habitatstrukturen sind hinsichtlich ihrer längerfristigen Entwicklung und der qualitativen Abweichung zu bewerten. Soweit erforderlich, sind unterschiedliche Teilhabitate der Art in der Prognose differenziert zu betrachten. Dabei sind zum einen die absoluten Habitatverluste bzw. -verschlechterungen (m²) sowie die relativen (%) bezogen auf den Gesamtbestand im Gebiet bzw. die funktional zusammengehörenden Habitate der Art zu ermitteln bzw. abzuschätzen.

Darauf aufbauend sind die qualitativen und quantitativen Funktionsverluste für die betroffenen Individuen bzw. (Teil-)Bestände zu beurteilen. Soweit möglich, ist die Prognose durch Vergleich mit standörtlich und strukturell ähnlichen Habitaten bzw. solchen, die bereits entsprechenden Veränderungen unterlagen, abzusichern.

Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.

Etwaige kumulative Wirkungen additiver oder synergistischer Art durch andere Wirkfaktoren des Projekts / Plans oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten / Plänen sind zu berücksichtigen.

Im Einzelfall können aus Gründen der Prognosesicherheit auch weitergehende Methoden notwendig werden (z. B. Populationsgefährdungsanalysen, s. Rassmus et al. 2003, Lambrecht et al. 2004).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 3
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
4. Relevanzschwelle Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
4.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Soweit die Art bzw. deren Habitat nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln ist, wird die Relevanzschwelle grundsätzlich bei jeder Nutzungsintensivierung in einem (Teil-)Habitat im Gebiet überschritten.

Im Einzelfall können Veränderungen auch außerhalb des Gebietes relevant sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die Bestände der Art im Gebiet aufweisen.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 3
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
5.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Die Beeinträchtigungsintensität resultiert einerseits aus der artspezifischen Empfindlichkeit und andererseits aus der Intensität und Dimension der Veränderung der Habitatstrukturen.

Die absolute und die relative Dimension des Habitatverlustes bzw. seiner qualitativen Funktionsminderung sind wesentliche Größen der Beurteilung.

Wichtig für die Erheblichkeitsbeurteilung sind zudem die funktionale Bedeutung der einzelnen betroffenen Flächen / Teilhabitate sowie die zeitliche Dimension der Beeinträchtigung (Zeitpunkt, Häufigkeit und Dauer).

In bestimmten Fällen kann der Konventionsvorschlag für direkten Flächenentzug / -verlust in Habitaten zur Orientierung herangezogen werden (s. Wirkfaktor 1-1). Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die in diesem Ansatz integrierten Orientierungswerte für vollständige / dauerhafte Habitatverluste konzipiert wurden. Für graduelle Funktionsminderungen sind dagegen eigenständige Bewertungsansätze zu entwickeln oder die Funktionsverluste müssten als (ggf. prozentuale) Funktionsminderung bilanziert und dann mit den Orientierungswerten des Konventionsvorschlags ins Verhältnis gesetzt werden (vgl. Beispiel in Lambrecht & Trautner 2007:83).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 0
2-4 Kurzzeitige Aufgabe habitatprägender Nutzung / Pflege
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Hinweise auf eine Relevanz dieses Wirkfaktors liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht vor.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 1
2-5 (Länger) andauernde Aufgabe habitatprägender Nutzung / Pflege
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Der fortschreitende Verfall von Bier- und Eiskellern sowie Stollen, infolge der Nutzungsaufgabe, führt zur zunehmenden Verknappung der Winterquartiere dieser Art. Die Informationen über die Wirkungen dieses Faktors sind mangelhaft. Dieser Umstand wiegt umso schwerer, als ein großer Teil der Mopsfledermäuse zumindest zeitweise in Stollen und Kellern überwintert.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 1
2-5 (Länger) andauernde Aufgabe habitatprägender Nutzung / Pflege
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2006
Seite(n):

33-45
Qualifizierung der Quelle:
D
1.02 Hübner, G., Papadopoulos, R. & Papadopoulos, D.
Regional können Keller wichtige Winterquartiere darstellen (vgl. Hübner et al. 2006) und die Nutzung von Höhlen deutlich übersteigen.
Hübner et al. (2006) zeigen auch praktische Schutz- und Optimierungsmaßnahmen auf.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 1
2-5 (Länger) andauernde Aufgabe habitatprägender Nutzung / Pflege
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.03 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Die langfristige Nutzungsaufgabe bewirtschafteter Wälder dürfte sich positiv für die Mopsfledermaus auswirken, da mit einer Zunahme des Strukturreichtums zu rechnen ist, insbesondere durch Zunahme von verfügbaren Bäumen mit abstehender oder Abplatzender Rinde, Rinden- und Stammrissen und Baumhöhlen, die von Mopsfledermäusen als Quartiere genutzt werden.
Vgl. hierzu die zusammenfassenden Ausführungen zu Gefährdung und Schutz bei Dietz et al (2007:338ff.), Nagel (2003:496f.) und Rudolph (2004:352ff.).
Dietz et al (2007:340) benennen als eine der wichtigsten Schutzmaßnahme "die naturnahe Waldwirtschaft mit hohem Alt- und Totholzanteil".
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren Relevanz des Wirkfaktors: 0
3-1 Veränderung des Bodens bzw. Untergrundes
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Hinweise auf eine Relevanz dieses Wirkfaktors liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht vor.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren Relevanz des Wirkfaktors: 0
3-2 Veränderung der morphologischen Verhältnisse
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Hinweise auf eine Relevanz dieses Wirkfaktors liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht vor.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren Relevanz des Wirkfaktors: 0
3-3 Veränderung der hydrologischen / hydrodynamischen Verhältnisse
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Hinweise auf eine Relevanz dieses Wirkfaktors liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht vor.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren Relevanz des Wirkfaktors: 0
3-4 Veränderung der hydrochemischen Verhältnisse (Beschaffenheit)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Hinweise auf eine Relevanz dieses Wirkfaktors liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht vor.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren Relevanz des Wirkfaktors: 1
3-5 Veränderung der Temperaturverhältnisse
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Fledermäuse bevorzugen bestimmte Temperaturbereiche in ihren Quartieren. Dabei kann es sowohl Minimal- als auch Maximaltemperaturen geben. Verschiedene Quellen befassen sich mit den bevorzugten Temperaturbereichen an den Hangplätzen der Tiere im Wochenstuben- und Winterquartier, vgl. z. B. Meschede & Rudolph (2004), Simon et al. (2004:97ff.) oder Reiter & Zahn (2006) (s. auch nachfolgende Datensätze).

Nach Simon et al. (2004:97) sprechen verschiedene Faktoren dafür, dass die Quartiertemperatur für Fledermäuse von Bedeutung ist. "Die Dauer der Schwangerschaften wird entscheidend durch die Umgebungstemperatur bestimmt (Audet & Fenton 1988, Racey 1969, Racey 1973, Racey & Swift 1981) und auch die Jungtierentwicklung verzögert sich bei geringen Temperaturen (Audet 1990, Hoying & Kunz 1998, Tuttle & Stevenson 1982). Außerdem kann sich die Temperatur auch auf Körpergröße und Geburtszeitpunkt von Fledermäusen auswirken (Mundinger et al. 2021). Es wird davon ausgegangen, dass thermoregulatorische Vorteile für das gesellige Verhalten von Fledermäusen verantwortlich sind (Kunz 1982) und dass die Kosten für die Thermoregulation durch entsprechendes Verhalten wie Kolonie- und Clusterbildung und Quartierwahl reduziert wird [...]."

In den Sommerquartieren und Wochenstuben ist somit i. d. R. ein höheres Temperaturspektrum energetisch optimal. Insbesondere bei Schlechtwetterperioden sollten die Quartiertemperaturen nicht zu tief fallen. Allerdings kann bei extrem hohen Temperaturen für die Tiere Hitzestress entstehen, der sie zum Ausweichen an kühlere Hangplätze veranlasst - sofern vorhanden.

In den Winterquartieren ist die Minimaltemperatur wichtig, die die Tiere vor dem Erfrieren schützt. Insofern ist i. d. R. zumindest dauerhafte Frostfreiheit von Bedeutung. Im Hinblick auf die Maximaltemperaturen ist zu berücksichtigen, dass in Einzelfällen aber auch signifikante Temperaturerhöhungen in den Winterquartieren (z. B. durch Heizungseinbau, Gebäudeausbau und -sanierung) möglicher Weise zu Beeinträchtigungen des Winterschlafs führen könnten, da bei Fledermäusen u. a. in Abhängigkeit von der Temperatur Unterbrechungen des Winterschlafs durch Wachphasen auftreten können.

Konsequenzen veränderter Temperaturverhältnisse in den Quartieren können - abhängig von Intensität und Umfang - z. B. Verlust von Teilhabitaten, Verringerung der Fortpflanzungsrate bzw. der Überlebenswahrscheinlichkeit von Individuen, Bestandsrückgang oder Beeinträchtigung bzw. Erlöschen lokaler (Teil-)Bestände sein.

Vorhaben, die z. B. durch bauliche Veränderungen, durch Veränderung der Belüftungs- oder Besonnungsverhältnisse oder auf andere Art und Weise ggf. zu einer Veränderung der Temperaturen in den Quartieren der Fledermäuse führen, können sich somit schnell negativ auswirken und sind generell kritisch zu prüfen.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren Relevanz des Wirkfaktors: 1
3-5 Veränderung der Temperaturverhältnisse
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.02 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Verschiedene Quellen befassen sich mit den kleinräumig bevorzugten Temperaturen in den Wochenstuben- und Winterquartieren. Die Mopsfledermaus (B. barbastellus) ist gegenüber tiefen Temperaturen an ihren Hangplätzen relativ tolerant.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren Relevanz des Wirkfaktors: 1
3-5 Veränderung der Temperaturverhältnisse
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2003
Seite(n):

583
Qualifizierung der Quelle:
D
1.03 Hejduk, J. & Radzicki, G.
Die Hangplätze in den Winterquartieren befinden sich in vom Wetter beeinflussten kälteren Eingangsbereichen, an zugigen Stellen und sehr kalten Stellen im Winterquartier. Manchmal hängen die Tiere hier sogar unter Frosteinfluss (bis zu -12,1 °C, gemessen unter der Kolonie). Selbst bei diesen niedrigen Temperaturen flüchteten nur manche Individuen in tiefer gelegene Höhlenteile.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren Relevanz des Wirkfaktors: 1
3-5 Veränderung der Temperaturverhältnisse
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

1998
Seite(n):

194
Qualifizierung der Quelle:
D
1.04 Schober, W. & Grimmberger, E.
Die Temperaturen an den Hangplätzen im Winterquartier liegen zwischen 2 und 5 °C, seltener bis -3 °C oder tiefer.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren Relevanz des Wirkfaktors: 1
3-5 Veränderung der Temperaturverhältnisse
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2003
Seite(n):

495f.
Qualifizierung der Quelle:
E
1.05 Nagel, A.
Bei Nagel (2003:495) sind eine Reihe von Arbeiten aufgeführt, die ein weites Spektrum tolerierter Temperaturen im Winterquartier nahe legen, wobei die am häufigsten gemessenen Werte in Höhlen zwischen 0 und 6 °C liegen, minimale Temperaturen von -14 °C sind in der Literatur bekannt. Erfrorene Tiere in Felsspalten und sogar in Höhlen sind dokumentiert, auch wenn die Mopfledermaus als "relativ kälteresistente Fledermausart" gilt, die "meist im bewetterten Eingangeberich von Winterquartieren ihren Hangplatz sucht" (Nagel & Braun 2003:622).

Eine Änderung von Temperaturverhältnissen als Beeinträchtigungsfaktor konnte in der Literatur nicht ermittelt werden, hier dominieren eindeutig Beunruhigungen und Störungen (z. B. Höhlentourismus, Freizeitaktivitäten wie Feuerstellen im Höhleneingangsbereich etc.) (Anm. BearbeiterInnen FFH-VP-Info).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren Relevanz des Wirkfaktors: 1
3-6 Veränderung anderer standort-, vor allem klimarelevanter Faktoren
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Ähnlich wie beim Wirkfaktor 3-5 wird in der Literatur lediglich auf die kleinräumige feststellbare Luftfeuchtigkeit in Quartieren, speziell in Winterquartieren eingegangen.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren Relevanz des Wirkfaktors: 1
3-6 Veränderung anderer standort-, vor allem klimarelevanter Faktoren
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

1995
Seite(n):

478
Qualifizierung der Quelle:
D
1.02 Podany, M.
Bei Veränderungen an Winterquartieren muss dringend darauf geachtet werden, dass diese keine mikroklimatischen Auswirkungen nach sich ziehen.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren Relevanz des Wirkfaktors: 1
3-6 Veränderung anderer standort-, vor allem klimarelevanter Faktoren
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004a
Seite(n):

347
Qualifizierung der Quelle:
D
1.03 Rudolph, B.-U.
"Die Hangplätze in den Winterquartieren befinden sich [...] in [...] relativ trockenen Quartieren." Oft halten sich die Tiere "in Spalten mit gleichmäßigeren [...] Feuchtigkeitsverhältnissen auf."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren Relevanz des Wirkfaktors: 1
3-6 Veränderung anderer standort-, vor allem klimarelevanter Faktoren
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.04 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Eine Änderung der Luftfeuchtigkeit als Beeinträchtigungsfaktor konnte in der Literatur nicht ermittelt werden, hier dominieren eindeutig Beunruhigungen und Störungen (z. B. Höhlentourismus, Freizeitaktivitäten wie Feuerstellen im Höhleneingangsbereich etc.).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 1
4-1 Baubedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Baubedingte Beeinträchtigungen sind prinzipiell den anlage- und betriebsbedingten Beeinträchtigungen vergleichbar (vgl. Wirkfaktoren 4-2 u. 4-3) und i. d. R. nur durch andere Elemente (z. B. Baufeld, Baustraßen, Baubeleuchtung) ausgelöst sowie zeitlich in ihrer Dauer beschränkt.

Die möglichen Konsequenzen für die Individuen und Bestände sind daher prinzipiell ebenfalls vergleichbar, in ihrer Intensität jedoch auf Grund der befristeten Dauer oft geringer bzw. durch Steuerung besser vermeidbar.

Bei einer aus der Bauausführung resultierenden Beseitigung von Quartieren (z. B. Fällen von Höhlenbäumen, Abriss von Gebäuden, Umbau oder Ausbau von Dachstühlen, Verschluss von Kellern oder Gewölben) besteht zudem die Gefahr, dass es zur Tötung darin befindlicher Tiere kommt, was dann i. d. R. als erhebliche Beeinträchtigung zu werten wäre (vgl. auch Wirkfaktor 1-1).

Baubedingte Beeinträchtigungen von Fledermäusen sind u. a. auch bei Nachtbaustellen mit großflächiger künstlicher Beleuchtung möglich. Die Anlockung von Beuteinsekten birgt ein erhöhtes Unfallrisiko für die jagenden Fledermäuse. Einige Fledermausarten meiden aber auch beleuchtete Bereiche (s. a. Wirkfaktor 5-3).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 1
4-1 Baubedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004
Seite(n):

266
Qualifizierung der Quelle:
A
1.02 Rahmel, U., Bach, L., Brinkmann, R., Limpens, H. & Roschen, A.
"Besonders im Berg- und Hügelland werden [Anm.: Windenergie-] Anlagen wegen der größeren Windhöfigkeit bevorzugt auf Kuppen gebaut. Diese Standorte liegen häufig im Umfeld oder sogar innerhalb von Wäldern, so dass sich neben den im Flachland typischen betriebsbedingten Auswirkungen auch bau- und anlagebedingte Auswirkungen durch die Inanspruchnahme von Waldflächen ergeben können. Bei der Rodung von Stellflächen, Zuwegungen und Leitungstrassen können Jagdlebensräume beeinträchtigt und auch Quartiere von Fledermäusen zerstört werden."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 1
4-1 Baubedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2012
Seite(n):

1117
Qualifizierung der Quelle:
D
1.03 Zeale, M. R., Davidson-Watts, I. & Jones, G.
Zeale et al. (2012:1117) kommen in ihrer Untersuchung zu Aktionsräumen und Habitat-Wahl der Mopsfledermaus (B. barbastellus) in Südengland zu dem Schluss, dass bei der Erstellung und Umsetzung von Managementplänen für die Art Flächen mit bis zu 7 km Radius um die Wochenstuben beachtet werden müssen. Bekannte Nahrungshabitate außerhalb dieser Flächen sollten ebenfalls geschützt werden.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 1
4-1 Baubedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2016
Seite(n):

500
Qualifizierung der Quelle:
D
1.04 Kühnert, E., Schönbächler, C., Arlettaz, R. & Christe, P.
Bei Untersuchungen zur Mopsfledermaus (B. barbastellus) in der Schweiz stellten Kühnert et al. (2016:500) einen Mindestabstand von 5,2 km zwischen den Schlafplätzen der Art und der Fangstelle fest. Die Distanz zwischen Schlaf- und Futterplätzen lässt darauf schließen, dass Managementpläne für die Art sowohl den Wald als Nahrungshabitat als auch die umgebende Landschaft berücksichtigen sollten.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Eine anlagebedingte Mortalität für Fledermäuse kann insbesondere durch technische Bauwerke wie z. B. Windenergieanlagen (WEA) entstehen. Obwohl die Mortalität durch Kollisionen v. a. bei den im Betrieb befindlichen Anlagen auftritt, werden WEA aus Gliederungsgründen unter "Anlagebedingter Mortalität" geführt.

Vereinzelt tritt anlagebedingte Mortalität von Fledermäusen z. B. auch an Fernsehmästen und Stacheldrahtzäunen (vgl. z. B. Johnson & Arnett 2010:13f.) oder Straßenbrücken auf, wie Studien über eine Autobahnbrücke bei Mannheim-Sandhofen (Braun et al. 1996) und eine Brücke im Aichtal (Werner 1996) belegen (Braun 2003:241). Mögliche Fallenwirkungen von schmalen, senkrechten Schächten sind zu vermeiden oder zu entschärfen (vgl. auch Brinkmann 2008:117ff.).
Die Mortalität im Rahmen von Quartierverlusten (z. B. Dachausbauten, Kellerverschlüsse, Baumfällungen) wird unter Wirkfaktor 1-1 behandelt.

Anlagebedingte Barrierewirkungen können entstehen, wenn die Mortalität / Tötung aufgrund kritischer räumlicher Konstellationen ein sehr hohes Maß annimmt oder wenn andere Faktoren zur Meidung bestimmter Bereiche führen und somit eine Barrierewirkung herbeiführen oder verstärken. Dazu zählt für die sich im Flug an Strukturen orientierenden Fledermäuse z. B. die Beseitigung wesentlicher Leitstrukturen entlang von Flugrouten (z. B. zw. Wochenstuben und Nahrungshabitaten oder zw. verschiedenen Quartieren) oder aber generell die Schaffung großflächiger, strukturloser Landschaftsräume.

Barrierewirkungen bzw. Mortalität können - abhängig vom Umfang - zu Verlust von Teilhabitaten, Verringerung des Fortpflanzungserfolgs, zu Individuenverlust, Bestandsrückgang oder Beeinträchtigung bzw. Erlöschen lokaler (Teil-)Populationen führen.

Unter diesem Wirkfaktor werden die Konfliktfelder A: "Windenergieanlagen" und B: "Verlust von Leitstrukturen" gemeinsam dargestellt. Bei der Bewertung der Relevanz ist zu beachten, dass unterschiedliche Empfindlichkeiten gegenüber diesen beiden Teilaspekten des Wirkfaktors bestehen (s. nachfolgende Datensätze). Die zusammenfassende Relevanzeinstufung bezieht sich auf beide Aspekte, wobei die jeweils höhere Relevanz übernommen wurde.

Die nachfolgenden Datensätze sind nach den Konfliktfeldern A: "Windenergieanlagen" und B: "Verlust von Leitstrukturen" sortiert.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.03 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
A: Windenergieanlagen

Mortalität von Fledermäusen an Windenergieanlagen wurde inzwischen vielfach nachgewiesen. Offenbar sind die schnell drehenden Rotoren für Fledermäuse nur schwer oder nur unzureichend zu orten. Kollisionen treten insbesondere beim Jagdflug und bei der Wanderung auf den Zugstrecken auf. Es reichen bereits die zwischen den Rotorblättern entstehenden Turbulenzen, um Fledermäuse im Flug zu beeinträchtigen. Zudem können offenbar allein die Druckunterschiede bzw. der Druckabfall in unmittelbarer Nähe der Rotorblätter bei Fledermäusen zu einem Barotrauma führen, das für die Tiere tödlich ist (Kusenbach 2005:57, Baerwald et al. 2008, EU Kommission 2010:37).

Es gibt inzwischen europaweit genügend dokumentierte Fälle, die belegen, dass bei Fledermäusen viele Arten durch Mortalität an Windenergieanlagen betroffen sind, wobei allerdings durchaus deutliche artspezifische Unterschiede des Risikos festgestellt wurden. Basierend auf Erkenntnissen und Einschätzungen zu Flughöhe, Mobilität, Strukturbindung beim Flug und nachgewiesenen Totfunden kann das Risiko artbezogen eingestuft werden (vgl. z. B. Brinkmann 2004; Brinkmann 2006:68, Regierungspräsidium Freiburg 2006:16, Dürr 2008, Seiche et al. 2008:18ff., Rodrigues et al. 2008:55f. bzw. EU Kommission 2010:97, Dürr 2010 oder Bernotat & Dierschke 2021).

Bei den Untersuchungen zu Totfunden sind jedoch u. a. auch die generell sehr niedrigen Wiederfundraten und die Seltenheit mancher Arten in Deutschland zu berücksichtigen. Insbesondere für typische Waldarten fehlen zudem bislang differenzierte Erkenntnisse, da Windparks bis vor wenigen Jahren überwiegend in Offenlandlebensräumen gebaut wurden. Generell ist auch zu berücksichtigen, dass die Arten nicht nur in ihren Sommerlebensräumen, sondern ggf. auch oder besonders während des Zuges in größeren Höhenbereichen betroffen sein können.
Dennoch können für die einzelnen Fledermausarten grundsätzliche Einstufungen des Risikos bzw. der Relevanz vorgenommen werden:

Grundsätzlich gilt zudem, dass das konkrete Gefährdungspotenzial eines Projektes immer unter Berücksichtigung des konstellationsspezifischen Risikos des konkreten Falls (s. ff. Datensätze) ermittelt werden muss.

Nach Brinkmann et al. (2011) besteht eine effektive Methode zur Reduktion des Kollisionsrisikos in der Abschaltung der WEA während Zeiten erhöhter Fledermausaktivität im Rotorbereich. Von den Autoren wurde im Rahmen eines Forschungsvorhabens ein Ansatz für die Ableitung eines standortspezifischen Abschaltalgorithmus entwickelt. Dafür ist es zunächst erforderlich, die Fledermausaktivität an einer WEA im Rotorbereich über einen Zeitraum von April bis Oktober eines Jahres nach einheitlichen Kriterien zu erfassen. Aus den im Rotorbereich erfassten Aktivitätswerten kann dann ein Abschaltalgorithmus für eine spezifische Anlage und einzelne Zeitabschnitte abgeleitet und in die Anlagensteuerung implementiert werden. Die Fledermausaktivität sollte nach Implementierung des Algorithmus noch ein weiteres Jahr gemessen werden, um die Variabilität der Aktivität zwischen den Jahren zu erfassen und den Algorithmus ggf. anzupassen. Mit dem von den Autoren vorgeschlagenen Ansatz sog. "fledermausfreundlicher Betriebsalgorithmen" können die Mortalitätsrisiken an WEA voraussichtlich in vielen Fällen wirksam reduziert werden. Nach der in einem Positionspapier vertretenen Auffassung zahlreicher Fledermausexperten (Kugelschafter 2013) sollten besonders sensible Bereiche, wie Waldstandorte mit hoher Fledermausaktivität, Räume um Wochenstubenkolonien und Winterquartiere trotz dieser Minimierungsoption von WEA frei gehalten bleiben.

Differenzierte Ausführungen zur Mortalität von Fledermäusen an Windenergieanlagen, eine Zusammenstellung verschiedener Fakten und Beispiele sowie Hinweise für die Planung finden sich z. B. bei:
Dürr (2002), Trapp et al. (2002), Bach & Dietz (2003), Bach & Rahmel (2004), Bach & Rahmel (2006), Brinkmann (2004), Dürr (2004), Dürr & Bach (2004), Rahmel et al. (2004), Behr & Helversen (2005a,b), Brinkmann (2005), Krusenbach (2005), Tuttle (2005), Hötker et al. (2005), Arnett et al. (2006a), Arnett et al. (2006b), Bengsch (2006), Brinkmann (2006), Brinkmann et al. (2006), Dürr (2010), EUROBATS (2006a), EUROBATS (2006b), Kretzschmar et al. (2006), Seiche et al. (2007), Arnett (2008), Ahlen et al. (2008), Bach (2008), Brinkmann (2008), Huso (2008), Dürr (2008), Seiche et al. (2008), EU Kommission (2010), Piela (2010), Albrecht & Grünfelder (2011), Bundesamt für Naturschutz (2011), Brinkmann et al. (2011), Ittermann (2012), Voigt et al. (2012), Richarz et al. (2012), Amorim et al. (2012), Kugelschafter (2013), Korner-Nievergelt et al. (2013), Müller (2014), Lehnert et al. (2014), Cryan et al. (2014), Zahn et al. (2014), Voigt et al. (2015), Rodrigues et al. (2015), Reichenbach et al. (2015), Hurst et al. (2015), ITN (2015), Arnett et al. (2016), Roeleke et al. (2016), Richarz (2016), Barclay et al. (2017), Bayerisches Landesamt für Umwelt (2017), Behr et al. (2018), Lindemann et al. (2018), Hurst et al. (2020), Petermann (2020), Voigt (2020), Roemer et al. (2020), Bernotat & Dierschke (2021i), Melber et al. (2023), Ellerbrok et al. (2024), Lehmann et al. (2024), Voigt et al. (2024), Dietz et al. (2024), Scholz et al. (2025).

Von den zuständigen Ministerien und Fachbehörden wurden in vielen Bundesländern Leitfäden für die Planung und Genehmigung von WEA herausgegeben oder erlassen und damit überwiegend behördenverbindlich vorgegeben. Die hier aufgeführten Abstands- und Prüfkriterien stellen vorrangig Grundlagen für die spezielle artenschutzrechtliche Prüfung dar. Neuregelungen des Planungsrahmens wurden zur Beschleunigung des Windenergieausbaus u. a. als EU-Notfallverordnung erlassen. Ob und in wieweit diese teils von fachlichen Empfehlungen abweichenden Kriterien auch für eine FFH-VP heranzuziehen sind, muss jeweils im Einzelfall geprüft und entschieden werden.

Eine eingehende Übersicht verschiedener Fortschreibungsaktivitäten von Leitfäden und Erlassen in den einzelnen Bundesländern bietet das KNE in seinen Zusammenstellungen zu Handreichungen der Länder zu Natur- und Artenschutz und Windenergie an Land auf Planungsebene und Zulassungsebene (https://www.naturschutz-energiewende.de/wp-content/uploads/KNE-Uebersicht_Artenschutz-Leitfaeden_Windenergie_Laender.pdf, zuletzt aufgerufen am 07.02.2025).

Bibliographien: z.B. Johnson & Arnett (2010).

Offshore Windparks:
Für offshore Windparks gilt, dass insbesondere jene Fledermausarten betroffen sind, die - vergleichbar den Zugvögeln - jahreszeitliche Wanderungen durchführen und dabei die entsprechenden Meeresbereiche überqueren. Nähere Informationen und Einschätzungen hierzu finden sich z. B. bei:
Ahlen et al. (2007), Rodrigues et al. (2008:18), Ahlen et al. (2009), Skiba (2011), Frey et al. (2013), Jong et al. (2013), Seebens et al. (2013).

Kleinwindenergieanlagen (KWEA):
Für Kleinwindenergieanlagen liegen aufgrund der geringen Rotorhöhe sowie abweichender Technik und Standorte (ggf. näher an Gebäuden und anderen Strukturen mit Quartiereignung) andere Rahmenbedingungen vor als an großen WEA. Der Gefahrenbereich des Rotors befindet sich in der charakteristischen Flughöhe vieler Arten und das potenziell betroffene Artenspektrum umfasst daher auch die niedrig und strukturgebunden fliegenden Arten. Daher sind hier auch eigenständige methodische Ansätze der Wirkungsprognose und Bewertung vorzusehen. Nähere Informationen und Einschätzungen zu KWEA finden sich z. B. bei:
Bat Conservation Trust (2007, 2009), Scottish Natural Heritage (2009), Long et al. (2009), Minderman et al. (2012), Park et al. (2013), Reinhard & Günther (2013), Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz (2015), Mindermann et al. (2015) MELUND SH (2020), Thomsen et al. (2020) und Hartmann et al. (2021a/b).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004
Seite(n):

248f.
Qualifizierung der Quelle:
A
1.04 Bach, L. & Rahmel, U.
"Neben den Jagdgebietsverlagerungen und Barriereeffekten bei hochfliegenden Fledermausarten wird in den letzten Jahren verstärkt Fledermausschlag an den Rotoren festgestellt. Dabei übertrifft die Zahl der an WEA geschlagenen Fledermäuse i. d. R. deutlich die der Vögel (Dürr & Bach 2004 i. d. Bd., Johnson et al. 2000). Gefunden werden vor allem ziehende Arten. [...] Die meisten bekannten Totfunde stammen von ziehenden Arten aus der spätsommerlichen bzw. herbstlichen Zugzeit, es sind aber auch andere Arten betroffen, die nicht als typische "ziehende Fledermäuse" eingestuft sind (vgl. Dürr & Bach 2004 i. d. Bd.)."

"Dabei wird zunehmend deutlich, dass Fledermäuse vermutlich Probleme haben, die Rotorbewegung und deren Geschwindigkeit richtig einzuschätzen, was wiederum untermauert wird von Ergebnissen aus den USA, wo die Tiere zwar an den WEA verunfallen, nicht aber an den Wetterbeobachtungstürmen in den Windparks (Johnson briefl. Mitt.)."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004
Seite(n):

254, 259 ff.
Qualifizierung der Quelle:
C
1.05 Dürr, T. & Bach, L.
Seit 2002 werden von der Staatlichen Vogelschutzwarte im Landesumweltamt Brandenburg Daten über an WEA verunglückte Fledermäuse in einer Fundkartei zusammengestellt. Bisher sind die Daten aber noch sehr unvollständig und einige Bundesländer fehlen ganz bzw. beginnen gerade erst mit der systematischen Erfassung der Totfunde.

"Neuere Untersuchungen aus den USA unterstreichen, dass auch als niedrig fliegend bekannte Arten in nicht geringem Umfang als Schlagopfer auftreten (Boone briefl.). Bei diesen Untersuchungen verunglückten in einem Windpark mit 44 WEA im Zeitraum April bis November 2003 (wöchentliche Kontrollen) nachweislich 475 Fledermäuse. [...] Die hier dargestellte Auswertung deutscher Fledermausschlaguntersuchungen zeigt, dass auch in Europa nicht nur hochfliegende Arten betroffen sind, obwohl diese die größte Menge ausmachen, sondern selbst sehr strukturgebunden jagende Arten wie Langohren."

"So zeigen die in der vorliegenden Arbeit ausgewerteten Daten, dass auch hohe Anlagetypen und nahezu alle Rotorlängen Fledermausschlag aufweisen."

Theorien zu den Ursachen der Unglücke an den WEA wie Schlechtwetterphasen und Ansammlungen von potentiellen Beuteinsekten an den warmen Naben der WEA in kühlen Nächten konnten nicht bestätigt werden. Es werden eher Ortungsprobleme und falsche Geschwindigkeitsabschätzung, insbesondere bei langen Rotorblättern, als Ursache für die Kollisionen genannt.

"Weitere, noch nicht näher untersuchte Verluste traten bei einem höheren Anteil der gefundenen Tiere dadurch auf, dass sie sehr wahrscheinlich infolge von Unterdruck [...] implodierten."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2008
Seite(n):

1-90
Qualifizierung der Quelle:
D
1.06 Landesamt für Natur und Umwelt des Landes Schleswig-Holstein (LANU SH) (Hrsg.) (Bearb.: Albrecht, R., Knief, W., Mertens, I., Göttsche, M. & Göttsche, M.)
Das Landesamt für Natur und Umwelt des Landes Schleswig-Holstein (LANU) hat im Jahr 2008 umfangreiche Empfehlungen zur Berücksichtigung tierökologischer Belange veröffentlicht, die eine gute Zusammenfassung des derzeitigen Kenntnisstandes mit Diskussionsbedarf im Einzelfall und in Detailfragen darstellt. Bei Erweiterung des Kenntnisstandes ist eine Aktualisierung und Fortschreibung erforderlich. Insbesondere ist im Einzelfall zu prüfen, ob eine Reihe von Annahmen und Schlussfolgerungen aus LANU (2008) deutschlandweit gültig sind bzw. durch verbesserten Kenntnisstand überarbeitungsbedürftig sind.

Nach den "Empfehlungen zur Berücksichtigung tierökologischer Belange bei Windenergieplanungen in Schleswig-Holstein" (LANU 2008 - Landesamt für Natur und Umwelt des Landes Schleswig-Holstein) sind folgende Konfliktbereiche zwischen Fledermäusen und Windenergieanlagen möglich:

(a) Kollision mit Windenergieanlagen (Fledermausschlag)
(b) Verlust von Lebensräumen durch Meidung von Windparks
(c) Verlust von Lebensräumen durch bauliche Maßnahmen
(d) Verlust oder Verlagerung von Flugkorridoren durch Barrierewirkung der Windparks
(e) Verletzung oder Tötung von Fledermäusen durch Inspektionsverhalten im Bereich Anlagengondel oder Nutzung ihres Innenraumes (LANU 2008:64).

Besonders starke Konflikte können nach dieser Quelle ausgelöst werden, wenn Windkraftanlagen in der Nähe von Wochenstubengebieten hoch fliegender Arten, in der Nähe von individuenstarken Winterquartieren und in deren Zuflugskorridoren, in und an Wäldern, in geringer Distanz zu Gewässern sowie in der Nähe bzw. auf Kuppen (oder anderen "Landmarken") errichtet werden.

a) Kollision mit Windenergieanlagen
Nach derzeitigem Kenntnisstand lassen sich nach LANU (2008:64) folgende Ergebnisse zur Kollisionsgefährdung von Fledermäusen mit Windenergieanlagen zusammenfassen:
(i) Ein Zeitraum mit erhöhter Kollisionsgefährdung stellt die Migrationszeit im Spätsommer / Herbst dar
(ii) Für Fledermäuse der Lokalpopulationen wird nach dem derzeitigen Wissensstand angenommen, dass sie kaum mit Windenergieanlagen an Offenlandstandorten kollidieren
(iii) in Gebieten mit bedeutsamen lokalen Vorkommen können aber auch Fledermäuse mit Lokalpopulationen erheblich durch Kollisionen betroffen sein.

b) ziehende Fledermausarten während der Wanderung
Wandernde Arten kennen sich in den Durchzugsgebieten (nach LANU 2008:64) wenig aus. Vermutlich haben sie Probleme, trotz Ultraschall-Echoortung, die hohe Rotorgeschwindigkeit einzuschätzen. An den Rotorblattspitzen können Geschwindigkeiten von annähernd bis zu 300 km/h erreicht werden. Anzunehmen ist, dass sich Fledermäuse erhöhte Landmarken gezielt als Orientierungspunkte aussuchen. An solchen exponierten Standorten sind wandernde Fledermäuse besonders gefährdet, durch Windenergieanlagen getötet zu werden. Möglicherweise erhöht sich die Kollisionsgefährdung auch an Anlagen in der unmittelbaren Umgebung von höheren (Laub-)Bäumen. Ein weiterer Grund für ein erhöhtes Kollisionsrisiko ziehender Arten könnte darin liegen, dass sie möglicherweise eine höhere Flughöhe nutzen als im Zeitraum der Jungenaufzucht und sich damit vermehrt im Gefährdungsbereich der Rotoren befinden.

c) Fledermäuse der Lokalpopulation
Für Fledermäuse der Lokalpopulation wird nach dem derzeitigen Wissensstand (nach LANU 2008:65) angenommen, dass sie sich in ihrem genutzten Lebensraum gut auskennen und Gefahren- oder Störquellen kennen lernen und ihr Verhalten gegebenenfalls durch z. B. Meidung von Flächen anpassen. So kollidieren im Sommerzeitraum (Mitte Mai bis Anfang Juli) kaum Fledermäuse mit Windenergieanlagen an Offenlandstandorten. Folgt man der Annahme von Bach (2001), dass Fledermäuse sich erst im Laufe der Zeit an Windparks "gewöhnen" , wäre es möglich, dass in der ersten Zeit nach dem Neubau von Windenergieanlagen auch Fledermäuse der Lokalpopulation vermehrt von Kollisionen betroffen sind (nach LANU 2008:66).
Bei der Realisierung von Windenergieanlagen in Gebieten mit besonderer Bedeutung für den Fledermausschutz können auch Fledermäuse der Lokalpopulation erheblich durch Kollisionen betroffen sein (Brinkmann 2007, Behr & von Helversen 2005). Die meisten, der nur wenig von Kollisionen betroffenen Fledermausarten halten sich während der sommerlichen Jagd überwiegend in Flughöhen von unter 40 Metern (in der Regel bis in Hausdach- bzw. Baumwipfelhöhe) auf. Für diese Arten ist ein erhöhtes Kollisionsrisiko nur anzunehmen, wenn eine geringe Entfernung zwischen Rotorblattspitze und benachbarter Vegetation besteht. Mit zunehmender Entfernung zwischen Rotorblattspitze und Boden oder Vegetation verringert sich die Kollisionsgefahr. Jedoch könnte sich die Schlaggefahr in kühlen Spätsommer- und Herbstnächten erhöhen, wenn sich die ansonsten niedrig jagenden Arten, durch ein erhöhtes Nahrungsangebot (Insekten) im warmen Gondel-Bereich angezogen, vermehrt dort aufhalten (nach LANU 2008:66).

d) Verlust von Jagdgebieten durch den Betrieb von Windenergieanlagen
Nach LANU (2008:67) ist nach heutigem Kenntnisstand wahrscheinlich, dass jagende, lokal ansässige Fledermäuse Windenergieanlagen wahrnehmen und deren Wirkungsbereich "kennen lernen". Einige Arten meiden den Umgebungsbereich von Windenergieanlagen z. B. aufgrund von Luftturbulenzen mehr oder minder. Daher kann für einige Arten eine Überlagerung von Sommer-Jagdgebieten (Mitte Mai bis Mitte Juli) mit Windenergieanlagen vermutlich zu einem Verlust von Nahrungsräumen führen. Betroffen sind meist Fledermausarten, die bevorzugt oder zumindest regelmäßig in großen Höhen jagen.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004
Seite(n):

265-272
Qualifizierung der Quelle:
A
1.07 Rahmel, U., Bach, L., Brinkmann, R., Limpens, H. & Roschen, A.
"Eine weitgehende Vermeidung des durch den Bau von WEA zu erwartenden Kollisionsrisikos wäre z. B. durch die Begrenzung der täglichen Betriebszeiten zu erreichen. Das heißt, zwischen Mitte März und Ende Oktober sind die Anlagen im Flugkorridor jeweils ab Sonnenuntergang und vor Sonnenaufgang für 90-120 Minuten außer Betrieb zu setzen, damit die Rotoren sich nicht drehen. Als weiterer Planungsfall sind jahreszeitliche Konzentrationen von Fledermäusen z. B. während der spätsommerlichen und herbstlichen Zug- und Balzzeiten vorstellbar. In solchen Fällen kann es notwendig sein, die Betriebszeiten eines Windparks [...], je nach Befunden vor Ort z. B. in den Monaten August und September auf die Hellphase zu begrenzen."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
A
1.08 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Für die Mopsfledermaus liegen bisher in der zentralen Fundkartei der Staatlichen Vogelschutzwarte im Landesumweltamt Brandenburg für Schlagopfer an Windenergieanlagen europaweit 4 Nachweise vor, davon einer aus Deutschland (T. Dürr schriftl.; Stand: Dezember 2015); aktuelle Schlagopferzahlen sind abrufbar unter http://www.lugv.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.312579.de.

Dürr (2007:248) weist jedoch darauf hin, dass an Windenergieanlagen nicht nur hoch fliegende Arten verunglücken, sondern z.T. auch jene, von denen man annimmt, dass sie durchweg bodennah bzw. im Bereich der ausgeprägten Vegetation fliegen und führt dann z. B. Wasser- und Teichfledermaus, Braunes und Graues Langohr sowie die Mückenfledermaus als Beispiele auf.

Angesichts der generellen Seltenheit der Art und der geringen Kenntnisse u. statistischen Daten zu Windparks im Wald, bestehen hier noch Unsicherheiten.
Die Mopsfledermaus fliegt auch über dem Kronenraum, so dass zumindest bei geplanten Windparks im Wald je nach Höhe der Rotoren Verluste nicht auszuschließen sind.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2016
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
A
1.09 Bernotat, D. & Dierschke, V.
Bernotat & Dierschke (2021) haben für alle heimischen Fledermausarten jeweils das Kollisionsrisiko an Windenergieanlagen und Straßen in einer 5-stufigen Skala von sehr gering bis sehr hoch eingestuft.
In diese den Stand des Wissens zusammenfassenden Bewertungen sind Totfundzahlen, Kenntnisse zur Biologie und zum Verhalten der Art, bislang publizierte Einstufungen sowie eigene Einschätzungen eingeflossen.

Die Mopsfledermaus weist danach im Hinblick auf Windenergieanlagen ein "sehr geringes" Kollisionsrisiko auf.

Dieses Kollisions- bzw. Tötungsrisiko wurde von den Autoren dann mit der allgemeinen Mortalitätsgefährdung (MGI) der Art zu einer vorhabentypspezifischen Mortalitätsgefährdung (vMGI) aggregiert. Diese stellt das maßgebliche Klassifizierungssystem für die Einstufung von Arten hinsichtlich ihrer Empfindlichkeit gegenüber zusätzlicher anthropogener Mortalität dar und ist in FFH-VP-Info unter der Auswertekategorie 5 als Grundlage zur Bewertung der Erheblichkeit von Beeinträchtigungen wiedergegeben.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2008
Seite(n):

15
Qualifizierung der Quelle:
D
1.10 Rodrigues, L., Bach, L., Dubourg-Savage, M., Goodwin, J.& Harbusch, C.
Bei Rodrigues et al. (2008:15) ist die Mopsfledermaus explizit als eine Art erwähnt, auf die bei Verträglichkeitsstudien besonders zu achten ist, da sie zu den Arten gehört, die über dem Kronendach der Bäume jagen.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.30 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
B: Verlust von Leitstrukturen

Fledermäuse orientieren sich im Flug überwiegend durch Ortungsrufe. Insbesondere zwischen den Quartieren und den Nahrungs- bzw. Jagdhabitaten werden von vielen Arten regelmäßig bestimmte Flugrouten entlang von Landschaftsstrukturen wie z. B. Waldrändern, Hecken, Baumreihen oder Alleen genutzt.

Eine Beseitigung dieser Leitstrukturen bzw. die Erzeugung größerer Lücken kann somit zu Störungen des räumlich-funktionalen Habitatnetzes führen. Ggf. müssen längere Umwege geflogen werden, welche die Eignung der jeweiligen Teilhabitate mindern.

Bestimmte weiträumig offene Bereiche werden ggf. vollständig gemieden, was auch als strukturelle Barrierewirkung bezeichnet werden kann.

Im Hinblick auf das Konfliktfeld "Verlust von Leitstrukturen" hängt die Relevanz v. a. von der Strukturgebundenheit der Art beim Flug ab (vgl. z. B. Lüttmann et al. 2011, Brinkmann et al. 2012). Die Relevanz des Verlustes von Leitstrukturen lässt sich wie folgt zuordnen:

Regelmäßig relevant - besondere Intensität (3): Große und Kleine Hufeisennase, Graues und Braunes Langohr, Bechstein-, Nymphen- und Fransenfledermaus.

Regelmäßig relevant (2): Teich-, Wimper-, Wasser-, Mopsfledermaus, Kleine und Große Bartfledermaus, Großes Mausohr, Mücken-, Zwerg-, Rauhaut-, Weißrand- und Breitflügelfledermaus.

Ggf. relevant (1): Nord- und Zweifarbfledermaus, Großer und Kleiner Abendsegler.

Dies können nur grobe Einschätzungen auf Artniveau sein, die konkrete Beeinträchtigungsintensität muss immer unter Berücksichtigung der konkreten Falls (s. ff. Datensätze) ermittelt werden.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2012
Seite(n):

17,19
Qualifizierung der Quelle:
A
1.31 Brinkmann, R., Biedermann, M., Bontadina, F., Dietz, M., Hintemann, G., Karst, I., Schmidt, C. & Schorcht, W.
Die Sommer- und Winterquartiere, Balzplätze und Jagdhabitate müssen für die Fledermausarten räumlich gut miteinander vernetzt sein, da sie sich auf ihren Flugwegen bevorzugt an den vorhandenen Landschaftselementen orientieren. Besonders Arten, deren Ortungsrufe nur eine geringe Reichweite haben, fliegen entlang von Waldrändern, Alleen und Baumreihen, Hecken und Gehölzsäumen, um von ihren Quartieren in die Jagdgebiete zu gelangen bzw. um zwischen verschiedenen Quartieren oder Jagdgebieten zu wechseln. Besonders in der intensiv genutzten Agrarlandschaft fehlen häufig entsprechende Landschaftsbestandteile, sodass voneinander getrennte Nahrungs- oder Quartiergebiete für bestimmte Arten nicht oder nur auf Umwegen erreichbar sind. Ein Extrembeispiel hierfür ist die Kleine Hufeisennase, deren Ortungsrufe höchstens 5 m weit reichen. Sie meidet daher freie Flächen und überfliegt maximal kurze Strecken im Offenland dicht über dem Boden. Neben der Orientierungshilfe haben Gehölzstreifen vor allem eine Schutzfunktion gegenüber Wettereinflüssen (v. a. Wind) und Fraßfeinden (v. a. Eulen) (Brinkmann et al. 2012:17). Als Faustregel kann gelten: je geringer die Reichweite ihrer Ortungsrufe und je manövrierfähiger in hindernisreichen Habitaten umso stärker strukturgebunden fliegt die jeweilige Fledermausart (Brinkmann et al. 2012:19).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2003
Seite(n):

577f.
Qualifizierung der Quelle:
A
1.32 Rudolph, B.-U., Hammer, M. & Zahn, A.
In einem Fall in Bayern führt eine im Bau befindliche Umgehungsstraße in etwa einem Kilometer Entfernung an einem großen Wintervorkommen vorbei. "Die Straße stellt nicht nur eine unmittelbare Gefahr für die Tiere durch den Verkehr dar [...] sondern wird sich auch über die Zerschneidung und den Lebensraumverlust auf die Fledermäuse auswirken."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2007
Seite(n):

153-161
Qualifizierung der Quelle:
D
1.33 Lesinski, G., Kowalski, M., Wojtowicz, B., Gulatowska, J. & Lisowska, A.
Nach den Untersuchungen von Lesinski et al. (2007) führt eine Fragmentierung von Wäldern, die zu einzelnen Flächen kleiner 1 km² führt, zu negativen Auswirkungen auf waldbewohnende Fledermäusen, sowohl hinsichtlich Artenreichtum als auch Dichte. Bei diesen Untersuchungen wurden auch negative Auswirkungen der Fragmentierung auf die Mopsfledermaus festgstellt:
"The species composition and relative density of bats were compared in forests of various sizes occurring as "islands" in the agricultural landscape of central Poland. The following island categories were distinguished: very small (0.3-0.7 km(2)), small (1.0-1.5 km(2)), medium (2.0-3.5 km(2)) and large (approx. 18 km(2)). Bats flying over lanes were caught at 34 mist net stations in 13 islands at the end of June and beginning of July (period 1) and again at the end of July and beginning of August (period 11). Twelve species of bats were recorded (Plecotus auritus, Eptesicus serotinus and Barbastella barbastellus were the dominant species), and the number of species in specific categories of islands ranged from 8-9, except in the very small islands, where only 4 species were confirmed. Species diversity rose with the size of the islands. ... The frequency of B. barbastellus and Nyctalus noctula clearly increased with island size as opposed to E. serotinus and P. auritus. The relative density (mean numbers of individuals caught at one location on one night) during period I increased with island size from very small (1.8) to large (8. 1), while during period 11, the highest values were achieved in the medium-sized islands (13.4). The mean number of species for one location and night rose in a similar manner. Forest fragmentation to very small units of less than 1 km(2) in size negatively influences bat ensembles."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2018
Seite(n):

8
Qualifizierung der Quelle:
D
1.34 Apozna?ski, G., Sánchez-Navarro, S., Kokurewicz, T., Pettersson, S. & Rydell, J.
Bei Untersuchungen in einem Windpark in Schweden von Apozna?ski et al. (2018:8) konnten keine toten Mopsfledermäuse (B. barbastellus) festgestellt werden. Die Individuen der Kolonie mieden die Turbinenfelder. Die Autor*innen gehen daher von einer geringen direkten Gefährdung durch Windkraftanlagen aus. Auch Zufahrtsstraßen und andere Infrastruktur des Windparks wurden als wenig störend eingestuft. Allerdings könnten diese indirekt zu einer Beeinträchtigung führen: "However, new access roads may increase the accessibility of the area and open it up to forestry and other forms of exploitation. Barbastelles could therefore be affected indirectly by the new infrastructures at wind farms."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2018
Seite(n):

25
Qualifizierung der Quelle:
D
1.35 Kortmann, M., Hurst, J., Brinkmann, R., Heurich, M., Silveyra González, R., Müller, J. & Thorn, S.
Einzelne Individuen der Mopsfledermaus (B. barbastellus) nutzten bei Untersuchungen im Bayerischen Wald von Kortmann et al. (2018:25) unterschiedliche Schlafbäume mit Entfernungen zwischen wenigen Metern und einem Kilometer. Dies sollte bei der Einschätzung von Barriere-Wirkungen berücksichtigt werden.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2012
Seite(n):

1117
Qualifizierung der Quelle:
D
1.36 Zeale, M. R., Davidson-Watts, I. & Jones, G.
Zeale et al. (2012:1117) kommen in ihrer Untersuchung zu Aktionsräumen und Habitat-Wahl der Mopsfledermaus (B. barbastellus) in Südengland zu dem Schluss, dass bei der Erstellung und Umsetzung von Managementplänen für die Art Flächen mit bis zu 7 km Radius um die Wochenstuben beachtet werden müssen. Bekannte Nahrungshabitate außerhalb dieser Flächen sollten ebenfalls geschützt werden.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2016
Seite(n):

500
Qualifizierung der Quelle:
D
1.37 Kühnert, E., Schönbächler, C., Arlettaz, R. & Christe, P.
Bei Untersuchungen zur Mopsfledermaus (B. barbastellus) in der Schweiz stellten Kühnert et al. (2016:500) einen Mindestabstand von 5,2 km zwischen den Schlafplätzen der Art und der Fangstelle fest. Die Distanz zwischen Schlaf- und Futterplätzen lässt darauf schließen, dass Managementpläne für die Art sowohl den Wald als Nahrungshabitat als auch die umgebende Landschaft berücksichtigen sollten.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
3. Prognosemethoden Jahr:

o. J.
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Qualifizierung der Quelle:
E
3.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Bei der Wirkungsprognose sind die qualitativen und quantitativen Betroffenheiten der Art durch anlagebedingte Barrierewirkungen und / oder Mortalität einzuschätzen (vgl. auch Lambrecht et al. 2004:147ff. zu individuenbezogenen Beeinträchtigungen). Dabei sind die Wirkintensität des Projekts und seiner Bestandteile (z. B. Lage im Raum, Dimension, Bauweise) und die Empfindlichkeit der Art (z. B. Mobilität, Aktionsräume, Fortbewegungsgeschwindigkeit, Bedeutung räumlich-funktionaler Beziehungen zw. Teilhabitaten) zu analysieren.

Es sind alle relevanten (Teil-)Habitate sowie die räumlich-funktionalen Beziehungen zwischen Teilhabitaten mit den vom Projekt beanspruchten Flächen zu überlagern. Grundsätzlich ist insbesondere die Betroffenheit der räumlich-funktionalen Beziehungen zwischen den verschiedenen Teilhabitaten einer Art auf Individuums- und / oder Bestandsniveau qualitativ und quantitativ einzuschätzen.

Es sind die quantitativen und qualitativen Funktionsverluste für die betroffenen Individuen bzw. (Teil-)Populationen zu beurteilen. Zudem ist die Beurteilung der vorhandenen Bestandsgrößen und eine Einschätzung der langfristigen Auswirkungen der Barrierewirkungen bzw. Mortalität auf die Bestände im Gebiet vorzunehmen.

Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.

Eine Berücksichtigung etwaiger kumulativer Wirkungen additiver oder synergistischer Art durch andere Wirkfaktoren des Projekts / Plans oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten / Plänen ist notwendig.

Im Einzelfall können aus Gründen der Prognosesicherheit auch weitergehende Methoden notwendig werden (z. B. Populationsgefährdungsanalysen, s. Rassmus et al. 2003, Lambrecht et al. 2004).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
3. Prognosemethoden Jahr:

o. J.
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3.02 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
(Standardisierte) Prognosemethoden zur Ermittlung der Mortalität von Fledermausarten bei den verschiedenen Anlagentypen konnten bislang nicht ermittelt werden. Nachfolgend sind jedoch die wesentlichen Grundaspekte zur Ermittlung des Mortalitätsrisikos dargestellt. Die Empfehlungen von Rodrigues et al. (2008:15) sind hierbei zu berücksichtigen.

Bei der Prognose kann zunächst allgemein aus dem Vorkommen von Fledermausarten auf die potenziellen Verluste geschlossen werden. Bereiche mit hoher Dichte von reproduzierenden oder mit hohem Vorkommen von ziehenden Fledermausarten sind gegenüber projektbedingter Mortalität problematischer als Bereiche mit geringer Bedeutung für Fledermausarten.

Als allgemein kritische Gebiete (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) werden z. B. (naturnahe oder strukturreiche) Wälder, Gewässer und ihre (gehölzbestandenen) Uferbereiche, Feuchtgebiete sowie strukturreiche Kulturlandschaft und dörfliche Siedlungstypen angesehen. Konzentrationspunkte der Fledermaus-Wanderungen (z. B. Zugrouten) stellen ebenfalls kritische Bereiche dar. Für die Beurteilung der Bedeutung bzw. der Funktionen von Flächen für Fledermausarten sind u. a. Landschaftsbeschaffenheit, Biotopeigenschaften, Nahrungsangebot, Vielfalt an Quartiermöglichkeiten etc. zu berücksichtigen.

Natura 2000-Gebieten kommt eine besondere Bedeutung für Arten und Lebensgemeinschaften zu. Europäische Schutzgebiete, in denen Fledermausarten nach den Erhaltungszielen geschützt sind, weisen somit immer eine besondere Bedeutung und i. d. R. eine entsprechende vorhabensbezogene Empfindlichkeit aus Sicht des Schutzes von Fledermausarten auf. Fledermausarten können hierbei als Arten der FFH-Richtlinie in einem FFH-Gebiet unmittelbar durch Erhaltungsziele oder den Schutzzweck geschützt sein, oder als charakteristische Arten von FFH-Lebensraumtypen mittelbar.

Grundsätzlich ist zunächst immer auch die räumliche Entfernung der baulichen Anlage zum Schutzgebiet bzw. zu den verschiedenen (Teil-)Habitaten der geschützten Fledermausarten zu ermitteln. Die Empfehlungen von Rodrigues et al. (2008:15) und des Niedersächsischen Landkreistages (NLT 2007) sind hierbei zu berücksichtigen.

Die jeweilige Anlage ist hinsichtlich ihrer spezifischen Wirkintensität bzw. ihres Risikopotenzials zu beurteilen. Das projektspezifische Gefährdungspotenzial ergibt sich dabei u. a. aus folgenden relevanten Konstruktionsparametern:
Anzahl, Höhe, Tiefe, Länge, Abstand, Ausrichtung, Anordnung, Bauweise, Material und Beleuchtung der Baukörper sowie Lage im Raum.

Hinsichtlich der Lage im Raum und der Ausrichtung sind v. a. Anordnungen quer zu den (Haupt-)Flugbewegungen problematisch. Grundsätzlich kann es auch von Bedeutung sein, welchen relativen Anteil eine Anlage (z. B. Brücke oder Windpark) am Flugraum / -korridor (z. B. Talraum oder Bergpass) einnimmt, da hierdurch die Möglichkeiten des seitlichen Ausweichens der Fledermausarten mit beeinflusst werden können.

Bei der Beurteilung der Anlage sind ggf. auch bereits in das Projekt integrierte Maßnahmen zur Schadensbegrenzung zu berücksichtigen.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
3. Prognosemethoden Jahr:

o. J.
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E
3.03 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Grundsätzlich ist immer auch die artspezifische Empfindlichkeit der betroffenen Arten zu ermitteln. Diese hängt z. B. vom Vorkommen im betroffenen Raum sowie von der artspezifischen Mobilität, von der Fortbewegungsgeschwindigkeit und den Aktionsräumen der einzelnen Fledermausarten ab. Mobile Arten mit vielen Flugbewegungen sind i. d. R. eher betroffen als weniger mobile Arten.

Für die Mortalität an baulichen Anlagen spielt das Flugverhalten eine zentrale Rolle. So ist insbesondere bei WEA, in Einzelfällen ggf. auch bei Freileitungen, Türmen / Masten oder Brücken von großer Bedeutung, inwieweit die (regelmäßigen) lokalen Flugbewegungen bzw. der jährliche Zug im Höhenbereich der Anlagen stattfinden. Die durchschnittliche Flughöhe der Fledermausarten ist artspezifisch unterschiedlich sowie von Witterung, Jahreszeit und Topographie beeinflusst. Flughöhen sind daher schwer zu prognostizieren. Hinweise dazu finden sich z. B. bei Dürr (2007:248) oder Rodrigues et al. (2008:54).

Die artspezifische Größe und Flügelspannweite kann ggf. beim Queren / Durchfliegen von Leitungen, Drähten oder Brückenseilen eine Rolle spielen. Auch sind ggf. das artspezifische Flugverhalten bzw. die Flug- und Manövrierfähigkeiten relevant.

Zudem ist ggf. zu prüfen, ob es eine Risiko erhöhende Attraktionswirkung der Anlage auf die Art gibt (z. B. durch Nahrungsangebot, Quartierangebot, Licht, Wärme etc.) bzw. inwieweit die artspezifische Empfindlichkeit gegen die vom Projekt ausgehenden (strukturbedingten) Störwirkungen (vgl. Wirkfaktor 5-1) zwar zu Lebensraumverlusten führt, jedoch andererseits das Mortalitätsrisiko reduziert.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
3. Prognosemethoden Jahr:

2008
Seite(n):

11ff.
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D
3.04 Rodrigues, L., Bach, L., Dubourg-Savage, M., Goodwin, J.& Harbusch, C.
Dürr (2007:241f.) und Rodrigues et al. (2008:11ff.) geben ausführliche Hinweise, welche Informationen bei der Beurteilung von geplanten Windenergieanlagen-Standorten für eine fundierte Bewertung im Rahmen von Verträglichkeitsstudien zu erheben sind. Hier findet sich auch eine ausführliche Literaturliste und Zusammenstellung von Untersuchungen (Rodrigues et al. 2008:36ff.).

Die Publikation von Rodrigues et al. (2008:11ff.) stellt den angenommenen Leitfaden der 5. Vertragsstaatenkonferenz von EUROBATS (Ljubljana, 4.-6. September 2006) dar (Anhang zur Resolution 5.6; Abkommen zur Erhaltung der europäischen Fledermauspopulationen UNEP / EUROBATS). Die folgenden Ausführungen geben daher wichtige Passagen zur empfohlenen Vorgehensweise bei Verträglichkeitsstudien aus diesem Leitfaden wieder, auch wenn die Empfehlungen aktuell nicht mehr unstrittig sind (Brinkmann 2009, schriftl. Mitt.).

Rodrigues et al. (2008:11ff.) gliedern ihre Hinweise in Vorstudie, Untersuchungen und Berichtserstellung.

Vorstudie:
"Das Ziel der Vorstudie ist es aufzuzeigen, welche Fledermausarten und Landschaftselemente, die von Fledermäusen genutzt werden, in dem betroffenen Gebiet potenziell gefährdet sind. Diese Ergebnisse bilden die Grundlage für die Bewertung und Konfliktanalyse und geben in der Folge Hinweise für Vermeidung, Verminderung und Ausgleich der Eingriffe. In Kenntnis der Auswirkungen, die Windenergieanlagen auf Fledermäuse haben können, wird empfohlen, dass Vorstudien für alle neuen Anlagen im Binnenland und Offshore-Bereich durchgeführt werden. Die Vorstudie ist ein erster Schritt, um Hinweise auf mögliche Auswirkungen auf Fledermäuse zu sammeln, dem Bauträger in seiner Entscheidungsfindung zu helfen und zu zeigen, ob detaillierte Studien notwendig sind."

Inhalte der Vorstudie sind:
a) Sammeln und Auswerten vorhandener Informationen
b) Bestimmen der Wahrscheinlichkeit von anwesenden Fledermäusen
c) Aufzeigen potenzieller Auswirkungen
d) Ermitteln des Untersuchungsrahmens und der wahrscheinlich benötigten Untersuchungen

Rodrigues et al. (2008:11ff.) betonen, dass Wanderrouten sowohl über Land als auch vor der Küste betrachtet werden müssen: "Sie sollten besonders genau dort untersucht werden, wo Windenergieanlagen in der Nähe von besonderen Landschaftselementen wie Flusstälern, Bergrücken und -pässen sowie Küstenlinien geplant sind. Bei Anlagen im Offshore-Bereich sollte die Lage der Turbinen in Bezug auf Flugstraßen [...] überprüft werden, insbesondere wenn es Nachweise von Fledermäusen auf diesen Inseln gibt."
Für binnenländische Windenergieanlagen wird für die Vorstudie ein Untersuchungsradius der Fledermausaktivität von 10 km um die Anlagen vorgeschlagen.

Untersuchungen:
Rodrigues et al. (2008:11ff.) führen aus: "Das Untersuchungsdesign hängt von der geplanten Lage der Windenergieanlage ab. Die räumliche Abgrenzung der Untersuchungen sollte sowohl die Anzahl und Größe der Turbinen berücksichtigen als auch die potenzielle Nutzung des Raumes durch Fledermäuse und die daraus resultierenden Untersuchungszeiten. [...] Größere Rotorenblätter haben eine typische Rotationszone von 25 bis 180 m über dem Boden, deshalb muss die Untersuchungshöhe entsprechend angepasst werden. Solche Anlagen beeinträchtigen sehr wahrscheinlich hoch fliegende Arten, es wird jedoch empfohlen, alle Arten zu erfassen und zu bewerten. Obwohl der Zeitrahmen der Untersuchungen stark von den Witterungsbedingungen abhängt, sollten sie nicht nur ein genaues Bild der Nutzung des Standortes zur Nahrungsaufnahme und zum Durchflugsgeschehen lokaler Fledermauspopulationen liefern, sondern auch großräumige Wanderungen von Fledermäusen aufzeigen."
Daher wird von den Autoren empfohlen, die Untersuchungen besonders intensiv im Frühjahr und Herbst, also zur Zugzeit der Fledermäuse, durchzuführen.

Zu Windenergieanlagen im Binnenland geben Rodrigues et al. (2008:14ff.) folgende Hinweise zu den Untersuchungsmethoden:
"Untersuchungen an geplanten Anlagestandorten sollten immer die geeignetsten Methoden und Ausrüstungen für das jeweilige Habitat vorsehen, z. B. manuelle sowie automatisierte Detektorerfassungen als auch - wenn erforderlich - Telemetrie und Netzfänge (nur in Wäldern oder stark strukturierten Landschaften). Auf jeden Fall sollte die Höhe beachtet werden."

Es wird empfohlen "dass die intensiven Aktivitätsuntersuchungen innerhalb eines Radius von 1 km um jede geplante Windenergieanlage während des gesamten Untersuchungszeitraums durchgeführt werden; die saisonalen Nutzungen von Quartieren sollten innerhalb eines Radius von 10 km untersucht werden. Um Hinweise auf Zugwege zu erhalten, sollten besonders im Frühjahr und Spätsommer / Frühherbst Untersuchungen innerhalb des 1 km Radius um die geplante Anlage durchgeführt werden, um eine mögliche Zunahme wandernder Arten zu ermitteln."

Zu Windenergieanlagen im Offshore-Bereich empfehlen Rodrigues et al. (2008:16ff.):
"Windenergieanlagen im Offshore-Bereich sollten in derselben Art und Weise untersucht werden wie solche im Binnenland, aber es wird notwendig sein, diese von Booten, Leuchttürmen oder anderen Strukturen aus durchzuführen. Diese Untersuchungen sollten sich aber mehr auf Wanderrouten konzentrieren als auf Jagdhabitate. Sie sollten vor allem im Frühjahr (April / Mai) und im Herbst (August / September) durchgeführt werden, es sei denn, Funde von Fledermäusen auf nahe gelegenen Ölplattformen, Inseln usw. beweisen ihre Anwesenheit zu einer anderen Jahreszeit."

Rodrigues et al. (2008:11ff.) empfehlen, die wichtigsten Stadien der Fledermausaktivität zu untersuchen, d. h. Wanderungen zu Zwischenquartieren nach der Überwinterung; Frühjahrswanderung; Aktivitäten lokaler Populationen, u. a. Kontrolle von Flugstraßen, Jagdgebieten usw., Konzentration auf hoch fliegende Arten; Auflösung der Wochenstubenkolonien, Beginn der Herbstwanderung; Herbstwanderung, Paarungsquartiere und -territorien; Wanderungen zu Zwischenquartieren vor der Überwinterung (spät überwinternde Arten in Südeuropa).

Weiter geben sie Hinweise zu den Themen: Suche nach neuen Wochenstubenkolonien, Untersuchungen am Boden, Untersuchungen in der Höhe, zeitliche Planung der Untersuchungen sowie Untersuchungen im Offshore-Bereich.

Zur Bewertung geben Rodrigues et al. (2008:11ff.) folgende Hinweise:
"Die Bewertung muss sowohl die lokale und regionale Situation zum Schutz und Erhalt der Fledermäuse berücksichtigen als auch die Funktion und Nutzung der beschriebenen Lebensräume sowie die verschiedenen Einflüsse durch Lage und Betrieb der Windenergieanlage auf die anwesenden oder potenziell vorkommenden Arten (insbesondere in offenen Agrarlandschaften). Im Anschluss sollte eine Konfliktanalyse angefertigt werden, die alle Nutzungen des Standorts durch die nachgewiesenen Arten darstellt. Für jeden Standort einer Windenergieanlage müssen eine entsprechende Bewertung und Vorschläge zur Eingriffsminimierung gemacht werden. Die Abfolge der Maßnahmen sollte sein: Vermeidung - Verminderung - Kompensation."

Zum Repowering führen Rodrigues et al. (2008:19) aus:
"Hier ist es notwendig, die Suche nach Schlagopfern unter bestehenden Windenergieanlagen mit einer Untersuchung der Fledermausaktivitäten zu kombinieren, die die Lage und Höhe der geplanten Anlagen berücksichtigt. [...] Die Suche nach Schlagopfern wird bei der Beurteilung helfen, ob es an dem Standort ein Problem mit Kollisionen gibt."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
3. Prognosemethoden Jahr:

2007
Seite(n):

250
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D
3.05 Dürr, T.
Dürr (2007:250) schätzt für Brandenburg folgende Standorte mit einem hohen oder äußerst hohen Konfliktpotenzial ein: "Das ist vor allem der Fall im Wald, in Parks, Feldgehölzen oder ähnlichen Strukturen, in unmittelbarer Nähe von Alleen, Baumreihen und Hecken, in der Nähe von Gewässern jeglicher Art, aber auch in Gewerbegebieten, vor allem in solchen mit einem hohen Anteil von Ruderalflächen, wärmespeichernden Betonflächen und üppiger nächtlicher Straßen- und Gebäudebeleuchtung, an oberirdischen Deponien, entlang von Autobahnböschungen und in allen Gebieten, in den konzentriert Fledermauszug stattfindet. Ferner hat sich gezeigt, dass auch kleinere, meist nur wenige Hektar umfassende, von Wald oder anderen Gehölzen umschlossene Freiflächen häufig vollständig als Jagdhabitat von Fledermäusen genutzt werden."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
3. Prognosemethoden Jahr:

2008
Seite(n):

35, 36
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A
3.06 Brinkmann, R., Biedermann, M., Bontadina, F., Dietz, M., Hintemann, G., Karst, I., Schmidt, C. & Schorcht, W.
Brinkmann et al. (2008) haben am Beispiel des Bundeslands Sachsen einen Leitfaden zur Planung und Gestaltung von Querungshilfen für Fledermäuse vorgelegt, der eine sehr gute Zusammenfassung des derzeitigen Kenntnisstandes mit Diskussionsbedarf im Einzelfall und in Detailfragen darstellt. Hierbei erfolgen viele Hinweise auf anlagenbedingte Barrierewirkungen, die jedoch noch nicht abschließend geklärt sind. Bei Erweiterung des Kenntnisstandes ist eine Aktualisierung und Fortschreibung erforderlich. Neuere Erkenntnisse finden sich Beispielsweise bei Berthinussen & Altringham (2012b), Laforge et al. (2019) und Bhardwaj et al. (2020). Insbesondere ist im Einzelfall zu prüfen, ob eine Reihe von Annahmen und Schlussfolgerungen deutschlandweit gültig bzw. durch verbesserten Kenntnisstand überarbeitungsbedürftig sind.

Straßen können die von Fledermäusen zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten genutzten Teillebensräume (Sommerquartiere, Jagdgebiete, Winterquartiere u. a.) zerschneiden. Bei den sich strukturgebunden orientierenden Arten könnte dies im Extrem dazu führen, dass Flugwege zwischen diesen Gebieten dauerhaft unterbrochen werden (Brinkmann et al. 2008:35).

In vielen Fällen dürften jedoch die funktionalen Beziehungen zwischen den Teillebensräumen dieser Arten zumindest beeinträchtigt werden. Starke Beeinträchtigungen können dadurch entstehen, dass die Tiere versuchen, nach dem Neu- oder Ausbau einer Straße ihrer traditionellen Flugroute folgend, diese im fließenden Verkehr zu überwinden, wodurch die entsprechenden Arten einem erhöhten Kollisionsrisiko ausgesetzt sind (s. Wirkfaktor 4-3).

In der Summe können die Zerschneidungswirkung und das Kollisionsrisiko dazu beitragen, dass die Überlebenswahrscheinlichkeit einer lokalen Fledermauspopulation beeinträchtigt wird, indem wichtige Teillebensräume, wie z. B. Quartiere innerhalb eines Quartierverbundes oder auch wichtige Jagdhabitate, nicht oder nur noch eingeschränkt erreichbar sind.

Bei der Planung von Straßen muss daher erreicht werden, dass wichtige Flugwege der Fledermäuse nicht zerschnitten werden. Neben den konkret ermittelten Flugwegen sollten auch die für die großräumigen Austauschbeziehungen und Wanderungen der Fledermäuse vermutlich besonders wichtigen Flusstäler und zusammenhängenden Waldgebiete grundsätzlich passierbar bleiben. Damit wird auch eine grundlegende "Durchlässigkeit" der Landschaft gewährleistet, wenn sich Aktionsräume und Aktivitätszentren der Fledermäuse aufgrund der Änderungen zentraler Umweltfaktoren (Habitatangebot, Klima) zukünftig verschieben (Brinkmann et al. 2008:36).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
4. Relevanzschwelle Jahr:

o. J.
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E
4.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Soweit die Art und deren Habitate nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln sind, wird die Relevanzschwelle grundsätzlich bei jeder Barrierewirkung zwischen Teilhabitaten im Gebiet überschritten. Gleiches gilt, soweit eine projektbedingt erhöhte Mortalität eintreten kann.

Im Einzelfall gilt dies auch bei Zerschneidungswirkungen (Barriere und / oder Mortalität) zwischen dem Schutzgebiet und seiner Umgebung, wenn Hinweise auf dort vorkommende wesentliche Teillebensräume bzw. Teilbestände mit räumlich-funktionalen Beziehungen zum Gebiet vorliegen, sowie bei Zerschneidungswirkungen zwischen dem Schutzgebiet und anderen Schutzgebieten.

Für die Beurteilung einer etwaigen Betroffenheit von Beständen im Gebiet, sind Mobilität und Aktionsradien der Art zu berücksichtigen. Dabei sind die verschiedenen räumlich-funktionalen Beziehungen zwischen Teilhabitaten zu unterscheiden.

Um eine erhebliche Beeinträchtigung durch ein Vorhaben mit der rechtlich gebotenen Sicherheit ausschließen zu können, sind i. d. R. die oberen Angaben zu Habitatgrößen bzw. (regelmäßigen) Flugbeziehungen heranzuziehen und auf die potenziell geeigneten Lebensräume im Untersuchungsgebiet zu übertragen. Vorhaben, die in größerem Abstand als diesem "Aktionsradius" geplant sind, können i. d. R. zu keinen relevanten Zerschneidungswirkungen führen.

Literaturangaben als Orientierungswerte für Aktionsräume, Wanderdistanzen bzw. Ausbreitungspotenzial sowie zu Flächenansprüchen sind separat unter "Raumbedarf und Aktionsräume von Arten" zusammengestellt.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
4. Relevanzschwelle Jahr:

2008
Seite(n):

14-15
Qualifizierung der Quelle:
D
4.02 Rodrigues, L., Bach, L., Dubourg-Savage, M., Goodwin, J.& Harbusch, C.
Nach den Empfehlungen von Rodrigues et al. (2008:14f.) sollten in einem Radius von 1 km um geplante Windenergieanlagen intensive Erhebungen der Fledermausfauna durchgeführt werden, ebenso sollten Zugrouten in diesem Radius überprüft werden, um eine Betroffenheit von Fledermausarten zu überprüfen. Die Auswirkungen projektierter Anlagen in einem entsprechenden Umfeld zu FFH-Gebieten sind daher in der Regel prüfungsrelevant.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
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4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

o. J.
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E
5.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Die Beeinträchtigungsintensität resultiert einerseits aus der artspezifischen Empfindlichkeit und andererseits aus der Intensität der Barrierewirkung bzw. Mortalität. Unterschiedliche Intensitäten können auch auf die funktionale Differenzierung verschiedener betroffener Teilhabitate zurückgehen.

Die absolute und relative Dimension der Barriere- oder Fallenwirkung sind wesentliche Größen der Beurteilung. Hierbei ist der Bezug sowohl zur (Teil-)Habitatfläche wie auch zu Größenordnungen bzw. Anteilen betroffener Individuen herzustellen.

Wichtig für die Erheblichkeitsbeurteilung sind zudem die funktionale Bedeutung der einzelnen betroffenen Flächen bzw. räumlich-funktionalen Beziehungen sowie die zeitliche Dimension der Beeinträchtigung (Zeitpunkt, Häufigkeit und Dauer).

Soweit die Bestände der Art und ihre Habitate nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln sind, wird die Erheblichkeitsschwelle grundsätzlich bei jeder signifikanten Barrierewirkung zwischen Teilhabitaten im Gebiet überschritten.

Im Einzelfall gilt dies auch bei Zerschneidungswirkungen (Barriere und / oder Mortalität) zwischen dem Schutzgebiet und seiner Umgebung, wenn dort wesentliche Teillebensräume bzw. Teilbestände mit räumlich-funktionalen Beziehungen zum Gebiet vorkommen. Dies gilt gleichermaßen für Zerschneidungswirkungen zwischen dem Schutzgebiet und anderen Schutzgebieten, sofern hier maßgebliche räumlich-funktionale Beziehungen bestehen.

Für die Bewertung einer projektbedingt erhöhten Mortalität sind verschiedene artspezifische und populationsbezogene Parameter einzubeziehen. Dazu zählen die natürliche Reproduktionsrate und Sterblichkeit, durchschnittliches Lebensalter der Tiere, Bestandsgrößen und allgemeine Gefährdungssituation (vgl. auch Lambrecht et al. 2004 zu individuenbezogenen Beeinträchtigungen).

Tendenziell sind Arten mit hoher Lebenserwartung und geringerer Reproduktionsrate (K-Strategen) und / oder geringeren Beständen im Schutzgebiet bzw. einer allgemeinen Gefährdungseinstufung und ohnehin negativer Populationsentwicklung stärker beeinträchtigt als Arten mit geringer Lebenserwartung und hoher Reproduktionsrate (r-Strategen) und / oder großen Beständen im Schutzgebiet bzw. einer allgemein weiten Verbreitung und fehlenden Gefährdung in Deutschland.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
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4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

2021
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E
5.02 Bernotat, D. & Dierschke, V.
Bernotat & Dierschke (2021) haben mit dem sog. Mortalitäts-Gefährdungs-Index (MGI) ein einheitliches Klassifizierungssystem für die Einstufung von Arten hinsichtlich ihrer Empfindlichkeit gegenüber zusätzlicher anthropogener Mortalität entwickelt. Über einen gestuften methodischen Ansatz wurden dabei sowohl verschiedene populationsbiologische Parameter wie die Mortalitätsrate, das maximale Lebensalter, das Alter beim Eintritt in die Reproduktion, das Reproduktionspotenzial, die Reproduktionsrate sowie Bestandsgröße und Bestandstrend der Arten als auch verschiedene naturschutzfachliche Parameter wie z. B. der Gefährdungsgrad, die Häufigkeit, der Erhaltungszustand und die nationale Verantwortlichkeit Deutschlands für die Arten berücksichtigt.

Daraus lassen sich nach einem einheitlichen und nachvollziehbaren Bewertungssystem - auch für Planungs- und Prüfungsentscheidungen - Hinweise zur Relevanz und Erheblichkeit des Verlustes einzelner Individuen ableiten. Die Differenzierung des MGI in 6 Haupt- bzw. 13 Unterklassen dient somit dazu, die Bewertung von Mortalitätsrisiken stärker zu objektivieren.

In einem nächsten Schritt wurde für alle heimischen Fledermausarten jeweils das Kollisionsrisiko an Straßen und Windenergieanlagen in einer 5-stufigen Skala von sehr gering bis sehr hoch eingestuft. Diese Bewertung basiert auf Totfundzahlen, Kenntnissen zur Biologie und zum Verhalten der Art, auf publizierten Skalierungen sowie eigenen Einschätzungen. Dieses vorhabentypspezifische Tötungsrisiko wurde dann mit der allgemeinen Mortalitätsgefährdung (MGI) der Art zu einer vorhabentypspezifischen Mortalitätsgefährdung (vMGI) aggregiert.

Darauf aufbauend wurde schließlich ein methodischer Ansatz zur Bewertung von Tötungsrisiken im Hinblick auf konkrete rechtliche Verbotstatbestände unter Berücksichtigung des konstellationsspezifischen Risikos im jeweiligen Einzelfall erarbeitet.
Dabei gehen auch die konkrete Konfliktträchtigkeit des jeweiligen Vorhabens sowie die betroffenen Individuenzahlen bzw. ihre Nutzungsfrequenz im Gefährdungsbereich des Vorhabens ein.

Der Bewertungsansatz soll und kann die Prognose und Bewertung der Mortalität im jeweiligen Einzelfall nicht ersetzen. Die differenzierten und auf naturschutzfachlichen Grundlagen beruhenden Einstufungen können aber einen transparenten und objektiven Bewertungsrahmen für die Bewertung von Mortalitätsrisiken in Prüfungen bieten.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
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4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

o. J.
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E
5.03 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Die Mopsfledermaus (B. barbastellus) ist in Deutschland stark gefährdet (Rote Liste 2) (Meinig et al. 2009:121) - vgl. auch die Gefährdungseinstufungen in den jeweiligen Bundesländern (Meinig et al. 2009:126).

Fledermäuse haben generell eine relativ geringe Reproduktionsrate (ungefähr zwischen 0,5 und 2 Jungtieren pro Jahr) und eine hohe individuelle Lebenserwartung, so dass sie gegenüber anthropogen bedingter Mortalität grundsätzlich recht empfindlich sind (vgl. z. B. EU-Kommission 2010:37).

"Gewaltige Bestandseinbrüche in den 1950-1970er-Jahren, in denen die Winterpopulationen in den ehemaligen Massenquartieren zusammenbrachen" (nach Dietz et al. 2007:340f.).

Bernotat & Dierschke (2021) haben die Art im Mortalitäts-Gefährdungs-Index in die MGI-Klasse II.4 eingestuft, was einer "hohen" allgemeinen Mortalitätsgefährdung entspricht.

Hinsichtlich der Mortalitätsgefährdung durch Kollision an Windenergieanlagen wurde die Art in die Klasse B.6 eingestuft, was einer "hohen" vorhabentypspezifischen Mortalitätsgefährdung entspricht.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

2007
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10
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D
5.04 Niedersächsischer Landkreistag (Hrsg.)
Der Niedersächsische Landkreistag hat 2007 in zweiter Auflage "Hinweise zur Berücksichtigung des Naturschutzes und der Landschaftspflege sowie zur Durchführung der Umweltprüfung und Umweltverträglichkeitsprüfung bei Standortplanung und Zulassung von Windenergieanlagen" aufgestellt, nach denen zu FFH-Gebieten, soweit sie zum Schutz von Vogel- oder Fledermausarten erforderlich sind, mindestens 500 m Abstand eingehalten werden sollte, und zu wichtigen Fledermausjagdgebieten eingriffssensibler über dem Kronendach des Laubwaldes jagenden Arten mindestens 200 m.
Die erste Auflage dieser Empfehlungen wurde im Informationsdienst Naturschutz Niedersachsen 26 (1):16-37 veröffentlicht, die zweite ist online verfügbar.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

2008
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E
5.05 Landesamt für Natur und Umwelt Schleswig-Holstein (LANU SH) (Hrsg.)
Nach LANU (2008:69f.) kann für einige Schutzgebiete und Lebensräume unter vorsorgeorientierten Aspekten eine besondere Bedeutung für Fledermäuse angenommen werden. Danach können durch die Freihaltung der aufgeführten Gebiete von Windenergienutzung erhebliche Beeinträchtigungen von Fledermäusen vermieden werden. In einigen Gebieten kann aber auf der Grundlage von vorher durchzuführenden Untersuchungen entschieden werden, ob dennoch eine Windenergienutzung möglich ist.

Gebiete mit besonderer Bedeutung für den Fledermausschutz sind nach LANU (2008:69f.):

(a) NATURA 2000-Gebiete mit dem Schutzziel Fledermäuse: mindestens 1.000 m Abstand

(b) Fledermauswinterquartiere mit regelmäßig mehr als 100 überwinternden Individuen. Massenwinterquartiere mit weit mehr als 1.000 Individuen: mindestens 1.000 m Abstand

(c) stehende Gewässer >1 ha: mindestens 500 m Abstand

(d) Waldflächen: Wälder <10 ha: mindestens 200 m Abstand und Wälder >10 ha mindestens 500 m Abstand
Kann für Wälder >10 ha nur eine geringere Bedeutung des Waldes für Fledermäuse nachgewiesen werden, so ist der Abstand bis auf 200 m verringerbar. Die Bedeutung ist aufgrund einer Habitatanalyse und bei strukturreichen Laub- und Mischwaldbeständen stets aufgrund einer Erfassung des Lokalbestandes zu beurteilen. Naturferne Nadelholzbestände, Bestände mit hohem Anteil an fremdländischen Baumarten oder Sonderkulturen sind eher von geringerer Bedeutung für die Fledermäuse. Bei Neuanpflanzungen und sehr jungen Wäldern ist lediglich die Bedeutung als Jagdhabitat abzuklären.

(e) Städte und ländliche Siedlungen ohne Einzellagen (Einzellagen sind lediglich bei Nachweis einer Wochenstube zu berücksichtigen): mindestens 500 m Abstand

(f) Fließgewässer 1. Ordnung (teilweise einschließlich der Oberläufe): mindestens 500 m Abstand

Kriterien für zu erfassende Gebiete besonderer Bedeutung für den Fledermausschutz sind nach LANU (2008:70), da diese Gebietstypen erst aufgrund einer Erhebung identifiziert werden können:

"(a) Migrationsräume, in denen regelmäßig mehr als 50 migrations- / wanderfähige Fledermäuse zur Migrationszeit in einem kurzen Zeitabschnitt (ca. 30-60 min.) beobachtet werden und / oder in denen sehr hohe Aktivitäten von migrations- / wanderfähigen Fledermäusen zur Migrationszeit durch automatische Lauterfassungen (Horchboxen) registriert werden, die mit hoher Wahrscheinlichkeit einer hohen Anzahl an Individuen zuzuordnen sind: mindestens 1.000 m Abstand.
Ab einer Anzahl von 20 Individuen sind technische Lösungen zu prüfen, um erhebliche Beeinträchtigungen zu minimieren. (z. B. Betriebszeiteinschränkung bei niedrigen Windgeschwindigkeiten zur Nachtzeit).

(b) Sehr bedeutsame Jagdräume - dieses sind Gebiete, in denen mehr als 50 gleichzeitig jagende Fledermäuse beobachtet werden können. Bei automatischen Lauterfassungen (Horchboxen) müssen sehr hohe Aktivitäten schlagempfindlicher Fledermausarten registriert werden, die mit hoher Wahrscheinlichkeit einer hohen Anzahl an Individuen zuzuordnen sind: mindestens 1.000 m Abstand.
Ab einer Anzahl von 20 Individuen sind technische Lösungen zu prüfen, um erhebliche Beeinträchtigungen zu minimieren (z. B. Betriebszeiteinschränkung bei niedrigen Windgeschwindigkeiten zur Nachtzeit).

(c) Tradierte Flugwege zwischen bedeutenden Wochenstubenquartieren und Jagdhabitaten oder tradierte Flugwege zu Massenwinterquartieren: mindestens 1.000 m Abstand.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

2007
Seite(n):

242f.
Qualifizierung der Quelle:
D
5.06 Dürr, T.
Dürr (2007:242f.) empfiehlt für Brandenburg das Einhalten eines Abstandes von mindestens 1.000 m zu Windenergieanlagen bei Zutreffen folgender Kriterien:

1) zu Fledermauswochenstuben mit mehr als 30 adulten Weibchen oder zu Wochenstuben von Arten des Anhangs II der FFH-Richtlinie (unabhängig von deren Größe);
2) zu Fledermausnahrungshabitaten mit Konzentration von regelmäßig mehr als etwa 30 zeitgleich jagenden Exemplaren hoch fliegender, ziehender oder besonders durch Rotorschlag gefährdeter Arten (Großer Abendsegler, Kleiner Abendsegler, Breitflügel-, Nord-, Zweifarb-, Rauhaut-, Zwerg-, Mückenfledermaus)
3) zu für das Land Brandenburg bedeutsamen Winterquartieren.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

2007
Seite(n):

251
Qualifizierung der Quelle:
D
5.07 Dürr, T.
Dürr (2007:57) diskutiert tages- und jahreszeitlich befristete Abschaltzeiten als Möglichkeit zur Verminderung direkter Mortalität und schlägt die Anwendung von betriebsbedingten Abschaltzeiten bei >1,33 Flugaktivitäten je Stunde und Standort (ermittelt mit stationären Horchboxen) vor.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

2008
Seite(n):

171-176
Qualifizierung der Quelle:
D
5.08 Dürr, T.
Abstandsempfehlungen wie "150 m zzgl. Rotordurchmesser" (d. h. bei den meisten derzeitigen Anlagen ca. 200 m) und die Anwendung von betriebsbedingten Abschaltzeiten (vgl. Dürr 2007) wurden kürzlich kritisiert (Weber et al. 2008). Jedoch belegen die bei Dürr (2008) vorgelegten Ergebnisse eindeutig, dass die Fledermaus-Schlagopfer (Zeitraum 2001-2007, Zählungen an 107 Windenergieanlagen in Brandenburg) mit zunehmendem Abstand der Windenergieanlagen von Gehölzstrukturen abnehmen, und erst ab einer Entfernung von >200 m (Mastfuß - Gehölze) der Anteil an Funden toter Fledermäuse auf ca. 2,5 % (an der Gesamtzahl aller Schlagopfer) sinkt.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

2008
Seite(n):

15
Qualifizierung der Quelle:
D
5.10 Rodrigues, L., Bach, L., Dubourg-Savage, M., Goodwin, J.& Harbusch, C.
Nach den Empfehlungen von Rodrigues et al. (2008:15) sollten Windenergieanlagen in der Regel nicht in Wäldern und nicht innerhalb einer Distanz von 200 m zu Wäldern und Gehölzstrukturen errichtet werden, aufgrund des hohen Risikos für alle Fledermäuse. Unterschreitet der Abstand einer Windenergieanlage zu einem FFH-Gebiet mit Vorkommen von schutzrelevanten Fledermausarten diese 200 m-Abstandsempfehlung, ist in der Regel von einer erheblichen projektbedingten Beeinträchtigung auszugehen.

Diese Vermutung wird auch von neueren Untersuchungen gestützt. Ellerbrok et al. (2022) konnten bei einer Untersuchung in deutschen Mittelgebirgen nachweisen, dass die Waldspezialisten unter den Fledermäusen Windkraftanlagen auf Distanzen von mehreren hundert Metern mieden. Besonders auffällig war dieses Meidungsverhalten in der Nähe von Windkraftanlagen mit großem Rotordurchmesser. Weitere Informationen zu den Auswirkungen von Windkraftanlagen im Wald auf Fledermäuse finden sich u. a. bei Reers et al. (2017), Buchholz et al. (2021) und Gaultier et al. (2023).

Diese Empfehlungen geben den Kenntnisstand des Jahres 2008 wieder. Dies schließt nicht aus, dass ggf. durch Wissenszuwächse und neuere Erkenntnisse eine Überarbeitung der Empfehlungen bzw. Abweichungen in Detailpunkten künftig erforderlich werden kann.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Die betriebsbedingte Mortalität / Tötung von Fledermäusen resultiert insbesondere aus Kollisionen mit Kraftfahrzeugen und Zügen sowie ggf. Flugzeugen, die teilweise in großem Umfang zu schwerwiegenden Verletzungen oder direktem Tod der Individuen führen. Die Mortalität an Windenergieanlagen wird unter Wirkfaktor 4-2 behandelt.

Eine betriebsbedingte Barrierewirkung entsteht dann, wenn die Mortalität / Tötung aufgrund kritischer räumlicher Konstellationen ein hohes Maß annimmt oder wenn andere Faktoren zur Meidung bestimmter Bereiche führen und somit eine Barrierewirkung herbeiführen oder verstärken. Barrierewirkungen führen zu Lebensraumzerschneidung und somit u. a. zur Beeinträchtigung bzw. Trennung von räumlich-funktionalen Beziehungen (z. B. zw. Wochenstuben und Nahrungshabitaten oder zw. verschiedenen Quartieren).

Barrierewirkungen / Mortalität können - abhängig vom Umfang - zu Verlust von Teilhabitaten, Verringerung des Fortpflanzungserfolgs, zu Individuenverlust, Bestandsrückgang oder Beeinträchtigung bzw. Erlöschen lokaler (Teil-)Populationen führen.

Die nachfolgenden Datensätze sind nach den Konfliktfeldern A: "Straßenverkehr" und B: "Schienenverkehr" sortiert.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.02 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
A: Straßenverkehr

Dass Straßen zu Verlusten bei Fledermäusen führen, ist bekannt und bereits vielfach dokumentiert. Kollisionen mit Fahrzeugen ergeben sich beim Überflug über die Straße oder beim Jagdflug im Trassenbereich zur Nahrungssuche. Bei manchen Arten oder in bestimmten räumlichen Konstellationen kann auch ein gewisser Falleneffekt von Straßen ausgehen, z. B. wenn sich bei bestimmten Wetterlagen besonders viele nachtaktive Insekten über aufgeheizten Straßenbelägen aufhalten oder durch Lichtquellen (z. B. Straßenlaternen, Autoscheinwerfer) angezogen werden.

Bei den Beobachtungen zur Mortalität von Fledermäusen an Straßen wurden mehr oder weniger aus allen taxonomischen Gruppen und ökologischen Gilden Opfer registriert, so dass davon auszugehen ist, dass grundsätzlich alle Arten von Verkehrsverlusten betroffen sein können. Allerdings zeichnen sich in Empfindlichkeit bzw. Gefährdung z. T. deutliche artspezifische Unterschiede ab. Basierend auf Erkenntnissen und Einschätzungen zu Flughöhe, Mobilität, Strukturbindung beim Flug und nachgewiesenen Totfunden kann das artspezifische Kollisionsrisiko an Straßen bzw. dessen Relevanz eingestuft werden. Dies können nur erste Einschätzungen auf Artniveau sein, das konkrete Gefährdungspotenzial muss immer unter Berücksichtigung des konstellationsspezifischen Risikos des konkreten Einzelfalls (s. ff. Datensätze) ermittelt werden.

Obwohl es sich bei Fledermäusen um eine sehr mobile Artengruppe handelt, ist von einer gewissen Barrierewirkung von Autobahntrassen auf manche Fledermausarten auszugehen. Für Fledermausarten, die in besonderer Weise an Leitstrukturen gebunden sind, kann eine Trasse auch ohne fließenden Verkehr eine gewisse Trennwirkung entfalten.

Differenzierte Ausführungen zu Mortalität / Barrierewirkung an Straßen, eine Zusammenstellung verschiedener Fakten und Beispiele sowie Hinweise für die Planung finden sich z. B. bei:
Krull et al. (1991), Merz (1993), Kiefer & Sander (1993), Blake et al. (1994), Rackow & Schlegel (1994), Kiefer et al. (1995), Haensel & Rackow (1996), Bafaluy (2000), Lesinski & Gwardjan (2001), Richarz (2000), Rudolph (2004:372ff.), Biedermann et al. (2004), Arthur & Lemaire (2005), Limpens et al. (2005), Brinkmann (2005), Capo et al (2006), National Roads Authority (2006), NACHTaktiv & SWILD (2006), Lesinski (2007, 2008), Bach (2008), Bach & Limpens (2008), Arbeitsgemeinschaft Querungshilfen (2008), Kerth & Melber (2009), FÖA Landschaftsplanung (2009), Gaisler et al. (2009), Russel et al. (2009), Lesinski et al. (2011), O"Connor et al. (2011), Berthinussen & Altringham (2012a), Abbott et al. (2012), Medinas et al. (2013), Dietz & Kiefer (2014:28f.), Abbott et al. (2015), Altringham & Kerth (2016), Fensome & Mathews (2016), Nowicki et al. (2016), Karst et al. (2019), Roemer et al. (2020), Laforge et al. (2022), Matthews et al. (2025).

Leitfäden/Arbeitshilfen:
Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (Hrsg.) (2023),
Bernotat & Dierschke (2021h, Teil II.7),
Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (Hrsg.) (2020),
Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit u. Verkehr (Hrsg.) / Brinkmann et al. (2012),
Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz (Hrsg.) (2011).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2012
Seite(n):

28
Qualifizierung der Quelle:
A
1.03 Brinkmann, R., Biedermann, M., Bontadina, F., Dietz, M., Hintemann, G., Karst, I., Schmidt, C. & Schorcht, W.
Zunehmend wird bekannt, dass Fledermäuse trotz ihrer Flugfähigkeit durch Kollisionen mit Fahrzeugen zu Tode kommen. Von fast allen in Mitteleuropa vorkommenden Fledermausarten wurden bereits Verkehrsopfer, mehrheitlich "zufällig" an Straßen gefunden. [...] Mehrere Untersuchungen belegen, dass Totfunde gehäuft in den Trassenbereichen gefunden wurden, die von Fledermäusen bevorzugte Leitstrukturen kreuzen oder attraktive Jagdgebiete, wie z. B. Wälder oder Gewässer, queren. Jahreszeitlich traten bei den bisherigen Untersuchungen verstärkt Totfunde im Hoch- und Spätsommer auf. In dieser Zeit sind die Jungtiere bereits flügge und die Fledermäuse unternehmen größere Ortswechsel zu ihren Balz-, Schwarm- und Winterquartieren.

Fledermäuse können beim niedrigen Überflug von Straßen (wie z. B. auf Transferflügen) oder auch beim Beutefang (Jagdflug) mit Fahrzeugen kollidieren. Auf den Transferflügen sind insbesondere Arten betroffen, die sich sehr strukturgebunden orientieren. Weniger strukturgebunden fliegende Arten, wie z. B. der Abendsegler, sind vor allem während ihrer straßennahen Jagdflüge durch Kollisionen gefährdet. Aufgewärmte Asphaltdecken und starke Lichtquellen (Autoscheinwerfer, Straßenlaternen) locken nachtaktive Insekten an, die von diesen Fledermausarten spontan als reichhaltiges Nahrungsangebot erkannt und als Nahrungsquelle sofort genutzt werden (nach Brinkmann et al. 2012:28).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004b
Seite(n):

372f.
Qualifizierung der Quelle:
C
1.04 Rudolph, B.-U.
Fledermäuse werden regelmäßig Opfer des Autoverkehrs, allerdings ist das Ausmaß der möglichen Gefährdung, die daraus resultiert nicht genau zu bestimmen, weil systematische Untersuchungen fehlen. Fledermäuse werden an allen Straßentypen (selbst Feldwegen) und offenbar in verschiedensten Flugsituationen Opfer des Autoverkehrs. Das Ortungssystem der Fledermäuse ist nicht geeignet, die Gefährdung durch mit großer Geschwindigkeit herannahenden Autos rechtzeitig zu erkennen.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004b
Seite(n):

373
Qualifizierung der Quelle:
C
1.05 Rudolph, B.-U.
Der Autor, der die in Bayern gefundenen Verkehrsopfer analysiert, kann keine Häufung dieser Opfer im innerörtlichen Bereich erkennen. Die höchsten Opferzahlen werden im August erreicht, wenn durch die Jungtiere die Populationsdichte erhöht wird und diese aufgrund ihrer Unerfahrenheit gleichzeitig einer erhöhten Gefährdung unterliegen dürften. Die meisten der bekannt gewordenen Verkehrsopfer wurden von Autos erfasst, weitere Tötungen durch Züge, ein Fahrrad und einen Traktor sind belegt.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.06 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Nach den Untersuchungen von Lesinski (2008) können Straßen eine wichtige Mortalitätsquelle für Fledermäuse sein, wobei Querungen linearer Landschaftselemente wie Baumreihen besonders konfliktträchtig sind.
"A three-year (2004-2006) study on a 1-km road section near Warsaw (central Poland) indicated that road traffic may be an important cause of mortality in bats, at least locally. The total number of bat casualties was 52, mostly recorded on a short subsection (up to 9 individuals per 100 m of roadway and year). The bats were killed near two linear landscape elements - tree lanes, during the migration to mating and hibernation roosts. Myotis nattereri dominated the sample of dead individuals (over 70%)."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.07 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Für die Mopsfledermaus geben Bernotat & Dierschke (2016) in einer Zusammenstellung von Totfundzahlen an Straßen in Europa 47 Verkehrsopfer an, davon 19 aus Deutschland.

Aufgrund der engen Strukturbindung auf den Flugwegen (z. B. Jagdflüge entlang von Schneisen oder Gehölzreihen) und der z. T. niedrigen Flughöhe (bei oft hohen Geschwindigkeiten) ist die Art relativ empfindlich gegenüber Mortalität an Straßen und Schienenwegen.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004a
Seite(n):

353
Qualifizierung der Quelle:
D
1.08 Rudolph, B.-U.
Die Funde von verunglückten Mopsfledermäusen "nicht nur innerhalb von Ortschaften oder an Hauptverkehrsstraßen, sondern auch an verkehrsarmen, teilweise von Gehölzen umsäumten Straßen" deuten darauf hin, dass "Gebüsch- und Waldränder Jagdhabitate oder bevorzugte Flugkorridore von Mopsfledermäusen darstellen und entsprechende Straßenränder als eine Art Falle wirken können."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

1996
Seite(n):

30f.
Qualifizierung der Quelle:
A
1.09 Haensel, J. & Rackow, W.
Unter den Opfern von Kollisionen mit Fahrzeugen befindet sich in dieser Auswertung der bundesweiten Zahlen auch die Mopsfledermaus (B. barbastellus) (1,5 % aller Opfer).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2000
Seite(n):

441f.
Qualifizierung der Quelle:
A
1.10 Globig, M.
Der Autor beschreibt eine tödliche Kollision einer Mopsfledermaus (B. barbastellus) mit einem Auto, das eine Fahrgeschwindigkeit von weniger als 45 km/h hatte. Vor der Kollision flog die Mopsfledermaus in einem langsamen Flug in ca. 0,5 m Höhe über dem Straßenbelag.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2016
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
A
1.11 Bernotat, D. & Dierschke, V.
Bernotat & Dierschke (2021) haben für alle heimischen Fledermausarten jeweils das Kollisionsrisiko an Straßen und Windenergieanlagen in einer 5-stufigen Skala von sehr gering bis sehr hoch eingestuft.
In diese den Stand des Wissens zusammenfassenden Bewertungen sind Totfundzahlen, Kenntnisse zur Biologie und zum Verhalten der Art, bislang publizierte Einstufungen sowie eigene Einschätzungen eingeflossen.

Die Mopsfledermaus weist danach im Hinblick auf Straßen ein "hohes" Kollisionsrisiko auf.

Dieses Kollisions- bzw. Tötungsrisiko wurde von den Autoren dann mit der allgemeinen Mortalitätsgefährdung (MGI) der Art zu einer vorhabentypspezifischen Mortalitätsgefährdung (vMGI) aggregiert. Diese stellt das maßgebliche Klassifizierungssystem für die Einstufung von Arten hinsichtlich ihrer Empfindlichkeit gegenüber zusätzlicher anthropogener Mortalität dar und ist in FFH-VP-Info unter der Auswertekategorie 5 als Grundlage zur Bewertung der Erheblichkeit von Beeinträchtigungen wiedergegeben.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004
Seite(n):

354
Qualifizierung der Quelle:
A
1.12 Boye, P. & Meinig, H.
"Lokale Populationen können durch Straßenverkehr gefährdet sein. Bedingt durch ihre Jagdflüge entlang von Schneisen und die schnellen Streckenflüge in z. T. geringer Höhe über Wegen und Straßen kollidieren Mopsfledermäuse relativ häufig mit Autos. [...] Die bekannten Gebiete mit Wochenstubennachweisen sind überwiegend in verkehrstechnisch wenig erschlossenen Räumen."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004b
Seite(n):

372, 373
Qualifizierung der Quelle:
C
1.14 Rudolph, B.-U.
Im Verhältnis zu ihrer Häufigkeit in Bayern ist vor allem die Mopsfledermaus (B. barbastellus) mit 13 % aller Funde unter den Verkehrsopfern "deutlich überrepräsentiert". Der Autor führt dies auf die Neigung der Art zurück, entlang von Gehölzrändern (wie sie entlang von gehölzbestandenen Straßen entstehen) zu jagen.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.15 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Nach Dietz et al. (2007:340) ist eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen für die Mopsfledermaus "Erhalt bzw. Wiederherstellung großräumig zusammenhängender und unzerschnittener Waldbiotope." Da die Mopsfledermaus häufig dicht über den Baumkronen jagt, aber auch unter dem Kronendach, oder entlang von Vegetationskanten, meist schnell und dicht an der Vegetation (Dietz et al. 2007:339), kann das Risiko von Kollisionen und Individuenverlusten durch die Anlage von Verkehrswegen deutlich steigen.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2006
Seite(n):

33-45
Qualifizierung der Quelle:
D
1.16 Hübner, G., Papadopoulos, R. & Papadopoulos, D.
Ein hohes Risiko von Kollisionen und eine Häufung von Individuenverlusten ist regional gut dokumentiert, z. B. bei Hübner et al. (2006).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2001
Seite(n):

5
Qualifizierung der Quelle:
A
1.17 Bach, L. & Limpens, H. J. G. A.
Beobachtungen von Mopsfledermäusen, die Unterführungen vielbefahrener Straßen nutzen, deuten darauf hin, dass diese Straßen eine trennende Wirkung auf die Lebensräume haben können.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2009
Seite(n):

270, 277
Qualifizierung der Quelle:
D
1.18 Kerth, G. & Melber, M.
Kerth & Melber (2009:270) gehen nach ihren Untersuchungen davon aus, dass sogar stark befahrene Autobahnen für Fledermäuse, die in offenen Landschaften nach Nahrung suchen, keine Barriere darstellen. In ihrer Studie überquerten fünf der sechs besenderten Mopsfledermäuse (B. barbastellus) die untersuchte Autobahn bei der Nahrungssuche und beim Quartierwechsel. Nur 43 % dieser Überquerungen erfolgten durch Unterführungen, weshalb die Autor*innen davon ausgehen, dass diese eine geringere Bedeutung für die Mopsfledermaus (B. barbastellus) haben als für andere Fledermausarten.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2011
Seite(n):

221
Qualifizierung der Quelle:
D
1.19 Lesi?ski, G., Sikora, A. & Olszewski, A.
Der Straßenverkehr könnte zu den Hauptursachen für die Mortalität von Fledermäusen zählen. Für die Mopsfledermaus (B. barbastellus) könnte er besonders während der Wanderung zu den Winterquartieren eine Gefahr darstellen: An der von Lésinki et al. (2018:221) untersuchten Straße wurden die meisten Tot-Funde der Art im Herbst und außerhalb von Wäldern verzeichnet. Zudem gehörte die Art in der Studie zu den drei am häufigsten tot aufgefundenen Fledermausarten.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2012
Seite(n):

1117
Qualifizierung der Quelle:
D
1.20 Zeale, M. R., Davidson-Watts, I. & Jones, G.
Zeale et al. (2012:1117) kommen in ihrer Untersuchung zu Aktionsräumen und Habitat-Wahl der Mopsfledermaus (B. barbastellus) in Südengland zu dem Schluss, dass bei der Erstellung und Umsetzung von Managementplänen für die Art Flächen mit bis zu 7 km Radius um die Wochenstuben beachtet werden müssen. Bekannte Nahrungshabitate außerhalb dieser Flächen sollten ebenfalls geschützt werden.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2016
Seite(n):

500
Qualifizierung der Quelle:
D
1.21 Kühnert, E., Schönbächler, C., Arlettaz, R. & Christe, P.
Bei Untersuchungen zur Mopsfledermaus (B. barbastellus) in der Schweiz stellten Kühnert et al. (2016:500) einen Mindestabstand von 5,2 km zwischen den Schlafplätzen der Art und der Fangstelle fest. Die Distanz zwischen Schlaf- und Futterplätzen lässt darauf schließen, dass Managementpläne für die Art sowohl den Wald als Nahrungshabitat als auch die umgebende Landschaft berücksichtigen sollten.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.22 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
B: Schienenverkehr

Die Mortalität von Fledermäusen an Schienenwegen resultiert aus der Kollision mit den Zügen. Ob ähnlich wie bei Vögeln auch Kollision mit den Oberleitungen stattfinden, konnte bislang nicht ermittelt werden, es dürfte aber auf jeden Fall nicht die gleiche Bedeutung haben. Insgesamt sind die Nachweise relativ gering, was sicher zum Teil auch an der geringen Datenlage liegt.

Hilfreiche Ausführungen zur Mortalität von Fledermäusen an Schienenwegen, eine Zusammenstellung verschiedener Fakten und Beispiele sowie Hinweise für die Planung finden sich z. B. bei Lugon & Roué (2002), Vollmer & Rackow (2002), AG Querungshilfen (2003), Roll (2004), Rudolph (2004:372ff.), Roemer et al. (2014), Borda-de-Água et al. (2017) oder Paku?a & Furmankiewicz (2022).

Ggf. können zudem Erkenntnisse aus dem Konfliktfeld Straße teilweise übertragen werden.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2019
Seite(n):

415f
Qualifizierung der Quelle:
A
1.23 Laforge, A., Archaux, F., Bas, Y., Gouix, N., Calatayud, F., Latge, T. & Barbaro, L.
Laforge et al. (2019:415f.) veröffentlichten 2019 Untersuchungen zur Attraktivität von Straßenunterführungen für Fledermäuse in Abhängigkeit von der umgebenden Landschaft. Diese zeigten, dass für die Mopsfledermaus (B. barbastellus) die Waldbedeckung die Attraktivität einer Unterführung im Vergleich zu angrenzenden Lebensräumen erhöhte. Auf Landschaftsebene erhöhte die Waldbedeckung ab einem Wert von über 30 Prozent zudem die Attraktivität von Unterführungen gegenüber Straßenabschnitten ohne Unterführung.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
3. Prognosemethoden Jahr:

o. J.
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E
3.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Bei der Wirkungsprognose sind die qualitativen und quantitativen Betroffenheiten der Art durch betriebsbedingte Barrierewirkungen und / oder Mortalität einzuschätzen (vgl. auch Lambrecht et al. 2004:147ff. zu individuenbezogenen Beeinträchtigungen). Dabei sind die Wirkintensität des Projekts und seiner Bestandteile (z. B. Lage im Raum, Verkehrsintensität u. -geschwindigkeit) und die Empfindlichkeit der Art (z. B. Mobilität, Aktionsräume, Fortbewegungsgeschwindigkeit, Verhalten bei Gefahr, räumlich-funktionale Beziehungen) zu analysieren.

Es sind alle relevanten (Teil-)Habitate sowie die räumlich-funktionalen Beziehungen zwischen Teilhabitaten mit den vom Projekt beanspruchten Flächen zu überlagern. Grundsätzlich ist insbesondere die Betroffenheit der räumlich-funktionalen Beziehungen zwischen den verschiedenen Teilhabitaten einer Art auf Individuums- und / oder Bestandsniveau qualitativ und quantitativ einzuschätzen.

Es sind die quantitativen und qualitativen Funktionsverluste für die betroffenen Individuen bzw. (Teil-)Populationen zu beurteilen. Zudem ist die Beurteilung der vorhandenen Bestandsgrößen und eine Einschätzung der langfristigen Auswirkungen der Barrierewirkungen bzw. Mortalität auf die Bestände im Gebiet vorzunehmen.

Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.

Eine Berücksichtigung etwaiger kumulativer Wirkungen additiver oder synergistischer Art durch andere Wirkfaktoren des Projekts / Plans oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten / Plänen ist notwendig.

Im Einzelfall können aus Gründen der Prognosesicherheit auch weitergehende Methoden notwendig werden (z. B. Populationsgefährdungsanalysen, s. Rassmus et al. 2003, Lambrecht et al. 2004).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
3. Prognosemethoden Jahr:

o. J.
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E
3.02 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Projektbezogene Parameter bzw. räumliche Konstellationen:

Bei der Ermittlung des konstellationsspezifischen Risikos eines Vorhabens sind grundsätzlich verschiedene projektbezogene Parameter zu berücksichtigen, um das jeweilige Projekt hinsichtlich seiner spezifischen Wirkintensität bzw. seines Risikopotenzials beurteilen zu können.
A) Bei Straßen und Schienenwegen sind v. a. Verkehrsdichte und Verkehrsaufkommen, Verkehrsgeschwindigkeit, Trassierung, landschaftliche Situation, Lage im Raum und Trassenbegleitvegetation von Bedeutung.
B) Bei Schienenwegen kommt ggf. noch die Ausgestaltung der Oberleitungen als maßgeblicher Parameter hinzu.
C) Bei Flughäfen spielen v. a. die Lage im Raum, Biotoptypen auf dem Gelände, landschaftliche Gegebenheiten im Umfeld und das Flugverkehrsaufkommen eine Rolle.

Die bisherigen Zusammenstellungen von Fledermausverlusten an Straßen unter Auswertung ihrer jeweiligen Konstellationen legen eine Abhängigkeit von folgenden Faktoren nahe (vgl. auch Bernotat & Dierschke 2021, Teil II.7):

1. Verkehrsdichte / Verkehrsaufkommen
In der Regel steigt mit zunehmendem Verkehrsaufkommen die Wahrscheinlichkeit einer Kollision offenbar stärker an, als die durch regelmäßigeren Verkehrsfluss ermöglichten Lerneffekte oder die durch Lärmimmissionen bedingte Verdrängung (vgl. Wirkfaktor 5-1) eine Reduktion der Verlustrate bewirken können (vgl. z. B. Medinas et al. 2013: 235, Ikovic et al. 2014, Fensome & Matthews 2016: 319, Roemer et al. 2020: 22 oder Ramalho et al. 2021).

2. Verkehrsgeschwindigkeit
Wahrscheinlich ist, dass auch die Verkehrsgeschwindigkeit die Rate der Verkehrsopfer unter den Fledermäusen beeinflusst. Schnell fahrende Fahrzeuge können von Fledermäusen vermutlich nicht rechtzeitig wahrgenommen bzw. nicht richtig eingeschätzt werden, so dass es vermehrt zu Kollisionen kommt (vgl. z. B. Haensel & Rackow 1996: 39, Bafaluy 2000: 15, Limpens et al. 2005: 14, Sétra 2008: 18, Stratmann 2008, Lugon et al. 2017: 16, Roemer 2018, Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig Holstein 2020: 57ff.).

3. Trassierung
Die Gestaltung des Trassenprofils hat ebenfalls einen Einfluss auf die Verkehrsverluste. Bei höhengleicher Trassenführung und insbesondere bei Dammlage dürften sich aufgrund der ungünstigeren, da niedrigeren, Überfluglinie mehr Kollisionen ereignen als bei Trassen, die im Einschnitt verlaufen.

4. Landschaftliche Situation
Ein wesentlicher Faktor ist die an die Trasse angrenzende Gelände- und Vegetationsstruktur (z. B. Wald, extensiv genutztes Grünland, Feuchtgebiete oder Gewässer), die über die Eignung und Attraktivität als Habitat oder Flugroute mit entscheidet.

5. Lage im Raum
Hinsichtlich der Lage im Raum und der Ausrichtung sind v. a. Anordnungen quer zu den (Haupt-)Flugbewegungen problematisch. Dazu können z. B. auch lineare Strukturen (wie Hecken, Säume, Waldschneisen, Gräben oder Bäche) oder Lebensraumgrenzen (z. B. Waldrand, Ufer) zählen, da sich mehrere FFH-Fledermausarten in ihrem Flug- bzw. Wanderverhalten häufig an solchen "Leitstrukturen" orientieren.

6. Trassenbegleitvegetation
Die Wirkungen von Trassenbegleitgrün auf die Verkehrsopferrate von Fledermäusen sind kaum untersucht. Jedoch sollten etwaige Falleneffekte durch die an die Straßen angrenzenden Bereiche vermieden werden.

7. Gestaltung der Oberleitungen bei Schienenwegen
Detaillierte Untersuchungen hierzu liegen für Fledermäuse bislang nicht vor.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
3. Prognosemethoden Jahr:

o. J.
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3.03 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Empfindlichkeiten von Arten und räumlichen Konstellationen:

Grundsätzlich muss auch bei der betriebsbedingten Mortalität von artspezifischen Empfindlichkeiten ausgegangen werden, die aus unterschiedlichen Verhaltensweisen resultieren und die somit zu berücksichtigen sind. Dabei spielen v. a. folgende Parameter eine Rolle:
1. Mobilität und Flughöhe bei Trassenquerungen
2. Flug- und Manövrierfähigkeiten
3. Attraktions- bzw. Störwirkungen der Verkehrsflächen

1. Mobilität und typische Flughöhe bei Trassenquerungen
Eine besondere Empfindlichkeit kann grundsätzlich jenen Fledermausarten zugesprochen werden, die eine hohe Mobilität und große Aktionsradien aufweisen und obligatorisch auf verschiedene, i. d. R. räumlich getrennt liegende Teillebensräume angewiesen sind (z. B. Wochenstuben in Gebäude-Quartieren, und Jagdgebiete im Wald, an und über Gewässern oder in strukturreicher Kulturlandschaft).
Weiter ist von großer Bedeutung, ob die Arten bei ihren (regelmäßigen) lokalen Flugbewegungen so niedrig fliegen, dass sie von Fahrzeugen erfasst werden können. Arten mit niedriger durchschnittlicher Flughöhe und stärkerer Strukturbindung beim Flug unterliegen einem hohen Kollisionsrisiko. Besonders gefährdet sind zudem Arten, die am Boden lebende Beute (z. B. Insekten, Käfer oder Spinnentiere) jagen (z. B. Großes Mausohr).
Für die Beurteilung der Kollisionswahrscheinlichkeit mit Flugzeugen liegen keine abgesicherten Informationen vor.

2. Flug- und Manövrierfähigkeiten
Neben der Flughöhe sind ggf. auch die artspezifischen Flug- und Manövrierfähigkeiten im Hinblick auf etwaige Reaktions- bzw. Ausweichmöglichkeiten relevant.

3. Attraktions- bzw. Störwirkungen der Verkehrsflächen, artspezifische Verhaltensmuster
Es ist zu prüfen, ob es eine risikoerhöhende Attraktionswirkung der Trasse auf die Art gibt (z. B. durch Nahrungsangebot, Randbepflanzung etc.) bzw. inwieweit die artspezifische Empfindlichkeit gegen die vom Projekt ausgehenden Störwirkungen (vgl. Wirkfaktoren 5-1 bis 5-4) zwar zu Lebensraumverlusten oder Barrieren führen, jedoch andererseits das Mortalitätsrisiko reduzieren.
Insbesondere Arten, die typischer Weise an Grenzlinien (z. B. Waldrand - Offenland, Ufergehölze) nach Nahrung suchen, können auch oft Verkehrsopfer werden.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
4. Relevanzschwelle Jahr:

o. J.
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4.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Soweit die Art und deren Habitate nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln sind, wird die Relevanzschwelle grundsätzlich bei jeder Barrierewirkung zwischen Teilhabitaten im Gebiet überschritten. Gleiches gilt, soweit eine projektbedingt erhöhte Mortalität eintreten kann.

Im Einzelfall gilt dies auch bei Zerschneidungswirkungen (Barriere und / oder Mortalität) zwischen dem Schutzgebiet und seiner Umgebung, wenn Hinweise auf dort vorkommende wesentliche Teillebensräume bzw. Teilbestände mit räumlich-funktionalen Beziehungen zum Gebiet vorliegen, sowie bei Zerschneidungswirkungen zwischen dem Schutzgebiet und anderen Schutzgebieten.

Für die Beurteilung einer etwaigen Betroffenheit von Beständen im Gebiet, sind Mobilität und Aktionsradien der Art zu berücksichtigen. Dabei sind die verschiedenen räumlich-funktionalen Beziehungen zwischen Teilhabitaten zu unterscheiden.

Um eine erhebliche Beeinträchtigung durch ein Vorhaben mit der rechtlich gebotenen Sicherheit ausschließen zu können, sind i. d. R. die oberen Angaben zu Habitatgrößen bzw. (regelmäßigen) Flugbeziehungen heranzuziehen und auf die potenziell geeigneten Lebensräume im Untersuchungsgebiet zu übertragen. Vorhaben, die in größerem Abstand als diesem "Aktionsradius" geplant sind, können i. d. R. zu keinen relevanten Zerschneidungswirkungen führen.

Literaturangaben als Orientierungswerte für Aktionsräume, Wanderdistanzen bzw. Ausbreitungspotenzial sowie zu Flächenansprüchen sind separat unter "Raumbedarf und Aktionsräume von Arten" zusammengestellt.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

o. J.
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5.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Die Beeinträchtigungsintensität resultiert einerseits aus der artspezifischen Empfindlichkeit und andererseits aus der Intensität der Barrierewirkung bzw. Mortalität. Unterschiedliche Intensitäten können auch auf die funktionale Differenzierung verschiedener betroffener Teilhabitate zurückgehen.

Die absolute und relative Dimension der Barriere- oder Fallenwirkung sind wesentliche Größen der Beurteilung. Hierbei ist der Bezug sowohl zur (Teil-)Habitatfläche wie auch zu Größenordnungen / Anteilen betroffener Individuen herzustellen.

Wichtig für die Erheblichkeitsbeurteilung sind zudem die funktionale Bedeutung der einzelnen betroffenen Flächen / räumlich-funktionalen Beziehungen sowie die zeitliche Dimension der Beeinträchtigung (Zeitpunkt, Häufigkeit und Dauer).

Soweit die Bestände der Art und ihre Habitate nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln sind, wird die Erheblichkeitsschwelle grundsätzlich bei jeder signifikanten Barrierewirkung zwischen Teilhabitaten im Gebiet überschritten.

Im Einzelfall gilt dies auch bei Zerschneidungswirkungen (Barriere und / oder Mortalität) zwischen dem Schutzgebiet und seiner Umgebung, wenn dort wesentliche Teillebensräume bzw. Teilbestände mit räumlich-funktionalen Beziehungen zum Gebiet vorkommen. Dies gilt gleichermaßen für Zerschneidungswirkungen zwischen dem Schutzgebiet und anderen Schutzgebieten, sofern hier maßgebliche räumlich-funktionale Beziehungen bestehen.

Für die Bewertung einer projektbedingt erhöhten Mortalität sind verschiedene artspezifische und populationsbezogene Parameter einzubeziehen. Dazu zählen die natürliche Reproduktionsrate und Sterblichkeit, durchschnittliches Lebensalter der Tiere, Bestandsgrößen und allgemeine Gefährdungssituation (vgl. auch Lambrecht et al. 2004 oder Bernotat & Dierschke 2021).

Tendenziell sind Arten mit hoher Lebenserwartung und geringerer Reproduktionsrate (K-Strategen) und / oder geringeren Beständen im Schutzgebiet bzw. einer allgemeinen Gefährdungseinstufung und ohnehin negativer Populationsentwicklung stärker beeinträchtigt als Arten mit geringer Lebenserwartung und hoher Reproduktionsrate (r-Strategen) und / oder großen Beständen im Schutzgebiet bzw. einer allgemein weiten Verbreitung und fehlenden Gefährdung in Deutschland.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

2021
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5.02 Bernotat, D. & Dierschke, V.
Bernotat & Dierschke (2021) haben mit dem sog. Mortalitäts-Gefährdungs-Index (MGI) ein einheitliches Klassifizierungssystem für die Einstufung von Arten hinsichtlich ihrer Empfindlichkeit gegenüber zusätzlicher anthropogener Mortalität entwickelt. Über einen gestuften methodischen Ansatz wurden dabei sowohl verschiedene populationsbiologische Parameter wie die Mortalitätsrate, das maximale Lebensalter, das Alter beim Eintritt in die Reproduktion, das Reproduktionspotenzial, die Reproduktionsrate sowie Bestandsgröße und Bestandstrend der Arten als auch verschiedene naturschutzfachliche Parameter wie z. B. der Gefährdungsgrad, die Häufigkeit, der Erhaltungszustand und die nationale Verantwortlichkeit Deutschlands für die Arten berücksichtigt.

Daraus lassen sich nach einem einheitlichen und nachvollziehbaren Bewertungssystem - auch für Planungs- und Prüfungsentscheidungen - Hinweise zur Relevanz und Erheblichkeit des Verlustes einzelner Individuen ableiten. Die Differenzierung des MGI in 6 Haupt- bzw. 13 Unterklassen dient somit dazu, die Bewertung von Mortalitätsrisiken stärker zu objektivieren.

In einem nächsten Schritt wurde für alle heimischen Fledermausarten jeweils das Kollisionsrisiko an Straßen und Windenergieanlagen in einer 5-stufigen Skala von sehr gering bis sehr hoch eingestuft. Diese Bewertung basiert auf Totfundzahlen, Kenntnissen zur Biologie und zum Verhalten der Art, auf publizierten Skalierungen sowie eigenen Einschätzungen. Dieses vorhabentypspezifische Tötungsrisiko wurde dann mit der allgemeinen Mortalitätsgefährdung (MGI) der Art zu einer vorhabentypspezifischen Mortalitätsgefährdung (vMGI) aggregiert.

Darauf aufbauend wurde schließlich ein methodischer Ansatz zur Bewertung von Tötungsrisiken im Hinblick auf konkrete rechtliche Verbotstatbestände unter Berücksichtigung des konstellationsspezifischen Risikos im jeweiligen Einzelfall erarbeitet.
Dabei gehen auch die konkrete Konfliktträchtigkeit des jeweiligen Vorhabens sowie die betroffenen Individuenzahlen bzw. ihre Nutzungsfrequenz im Gefährdungsbereich des Vorhabens ein.

Der Bewertungsansatz soll und kann die Prognose und Bewertung der Mortalität im jeweiligen Einzelfall nicht ersetzen. Die differenzierten und auf naturschutzfachlichen Grundlagen beruhenden Einstufungen können aber einen transparenten und objektiven Bewertungsrahmen für die Bewertung von Mortalitätsrisiken in Prüfungen bieten.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

o. J.
Seite(n):

343-350
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E
5.03 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Die Mopsfledermaus (B. barbastellus) ist in Deutschland stark gefährdet (Rote Liste 2) (Meinig et al. 2009:121) - vgl. auch die Gefährdungseinstufungen in den jeweiligen Bundesländern (Meinig et al. 2009:126).

Fledermäuse haben generell eine relativ geringe Reproduktionsrate (ungefähr zwischen 0,5 und 2 Jungtieren pro Jahr) und eine hohe individuelle Lebenserwartung, so dass sie gegenüber anthropogen bedingter Mortalität grundsätzlich recht empfindlich sind (vgl. z. B. EU-Kommission 2010:37).

Bernotat & Dierschke (2021) haben die Art im Mortalitäts-Gefährdungs-Index in die MGI-Klasse II.4 eingestuft, was einer "hohen" allgemeinen Mortalitätsgefährdung entspricht.

Hinsichtlich der Mortalitätsgefährdung durch Kollision an Straßen wurde die Art in die Klasse B.5 eingestuft, was einer "hohen" vorhabentypspezifischen Mortalitätsgefährdung entspricht.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

o. J.
Seite(n):

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5.04 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Nach Dietz et al. (2007:339) umfassen die Wochenstubenverbände der Baumquartiere durchschnittlich etwa 10-20 Tiere, die der Gebäude bis zu 100 und mehr Weibchen. In manchen Gebieten Deutschlands sind auch bei Gebäudequartieren nur meist 10-25, oder auch in Fledermauskästen 10-17 Tiere in Wochenstuben beobachtet worden (Schober 2003:665f., für Sachsen).
Die Weibchen haben pro Fortpflanzungsperiode 1-2 Junge. Bei der geringen Größe der Wochenstubenverbände und der geringen Vermehrungsrate stellen Individuenverluste i. d. R. ein hohes Risiko für den lokalen Bestand dar, so dass von einer erheblichen projekt- oder planbedingten Beeinträchtigung der Art schon bei geringen Individuenverlusten auszugehen ist (vgl. auch Lambrecht et al. 2004:114).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

2012
Seite(n):

29
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A
5.06 Brinkmann, R., Biedermann, M., Bontadina, F., Dietz, M., Hintemann, G., Karst, I., Schmidt, C. & Schorcht, W.
"In unserer durch vielfältige Verkehrsachsen erschlossenen Zivilisationslandschaft sind Kollisionen im Verkehr bereits jetzt ein bedeutender Mortalitätsfaktor. Bei Aus- und Neubauplanungen von Straßen stellt sich die Frage, inwieweit eine durch das Vorhaben zusätzlich verursachte Mortalität den Erhaltungszustand der lokalen Populationen beeinflusst. Anhand von Modellrechnungen wurde gezeigt, dass der Verkehrstod von nur wenigen adulten Individuen / Jahr (d. h. als zusätzliche verkehrsbedingte Mortalität) die Fledermausbestände spürbar verringern und somit das Aussterberisiko lokaler Fledermauspopulationen erhöhen kann (vgl. Biedermann et al. 2004, Dietz & Birlenbach 2006).

So besteht in den untersuchten Fallbeispielen bei der Kleinen Hufeisennase und dem Mausohr, d. h. bei zwei langlebigen Arten, bereits bei einer zusätzlichen, verkehrsbedingten Mortalität von 3 bis 7 erwachsenen Weibchen pro Jahr bei einer Koloniegröße von insgesamt 100 Weibchen eine deutliche Gefahr einer negativen Bestandsentwicklung. Da alle Fledermausarten verhältnismäßig langlebig sind und nur maximal 1-2 Jungtiere pro Jahr bekommen, reagieren Bestände empfindlich auf äußere, negative Einflüsse und geschwächte Bestände können sich nur langsam erholen" (Brinkmann et al. 2012:29).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
5-1 Akustische Reize (Schall)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

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E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Akustische Reize können auf unterschiedliche Weise zu Beeinträchtigungen von Fledermäusen führen.

A: Störung im Bereich der Quartiere
Fledermäuse sind in ihren Quartieren empfindlich gegenüber Störungen, die auch aus akustischen Reizen resultieren können, zumal diese häufig kumulativ mit anderen störenden Wirkfaktoren (z. B. 5-3, 5-4) verbunden und von diesen ursächlich nicht immer eindeutig zu unterscheiden sind.

Konsequenzen von akustischen Störungen in Quartieren können die Aufgabe der Quartiere oder Abwanderung bzw. Vergrämung eines hohen Anteils an Individuen und somit Bestandsrückgang oder Beeinträchtigung bzw. Erlöschen lokaler (Teil-)Bestände sein.


B: Störung im Bereich der Nahrungshabitate
Fledermäuse orientieren sich im Flug und bei der Beutesuche insbesondere aktiv akustisch mittels Echoortung. Bei einzelnen Arten (insbesondere Bechsteinfledermaus, Großes Mausohr, Braunes und Graues Langohr) spielt daneben aber auch eine passiv akustische Orientierung eine Rolle, d. h., sie nutzen die Geräusche der Beutetiere, um diese zu finden. Durch z. B. verkehrsbedingte Verlärmung der Jagdhabitate können diese Beutetiergeräusche teilweise "maskiert" werden. Dadurch kann der Jagderfolg dieser Arten in trassennahen Jagdhabitaten reduziert werden.

Dies wurde von Schaub et al. (2008) im Rahmen von Grundlagenforschung zu den Auswirkungen von Verkehrslärm auf das Verhalten von Großen Mausohren festgestellt (vgl. auch Siemers & Schaub 2010). Dabei wurde ermittelt, dass sich die Frequenzbereiche von Laufkäfergeräuschen und Verkehrslärm weitgehend überlappen und es zu Maskierungseffekten kommen kann, die die Suchzeiten bis zum Beutefang erhöhen und den Jagderfolg der Fledermäuse reduzieren.

Der auf dem F+E-Vorhaben "Zerschneidungswirkungen von Straßen und Schienenverkehr auf Fledermäuse. Quantifizierung und Bewältigung verkehrsbedingter Trennwirkungen auf Fledermauspopulationen als Arten des Anhangs der FFH-Richtlinie" basierende Entwurf der "Arbeitshilfe Fledermäuse und Straßenverkehr" (FÖA Landschaftsplanung 2011:38) sieht einen methodischen Vorschlag zur planerischen Bewertung der Beeinträchtigungen der Habitateignung in Form gradueller Funktionsminderungen (in %) für passiv akustisch ortende Fledermausarten in Abhängigkeit von der Verkehrsbelastung und der Entfernung vom Straßenrand vor. Zu den passiv detektierenden Fledermausarten zählen insbesondere die Arten Bechsteinfledermaus, Großes Mausohr und die beiden Langohr-Arten.

Auch Steck & Brinkmann (2013:169) schlagen für diese Arten die planerische Berücksichtigung gradueller Funktionsminderungen - der Einfachheit halber in Form einer linearen Abnahme der Beeinträchtigung vor (zwischen 100 % unmittelbar am Straßenrand und 0 % in einer Entfernung von 50 m).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
5-1 Akustische Reize (Schall)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2003
Seite(n):

497
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A
1.02 Nagel, A.
"Die Mopsfledermaus gilt als am Quartier störungsanfällige [...] Art".
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
5-1 Akustische Reize (Schall)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004b
Seite(n):

366f.
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C
1.03 Rudolph, B.-U.
"Problematisch erscheinen [...] Störungen durch Feste und andere Feiern in Verbindung mit Lagerfeuern in Eingangsbereich von Höhlen."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
5-1 Akustische Reize (Schall)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

1995
Seite(n):

940
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C
1.04 Thomas, D. W.
Der Autor weist in einem (mit 1.300 Tieren besetzten) Winterquartier in Kanada nach, dass die Fledermausaktivität nach Besuchen von Menschen "dramatisch zunimmt". 30 Minuten nach dem Besuch beginnt die Aktivität zu steigen, erreicht 1 bis 7,5 Stunden später seinen Höhepunkt und ist noch nach 2,5 bis 8,5 Stunden signifikant höher.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
5-1 Akustische Reize (Schall)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004a
Seite(n):

352-353
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D
1.05 Rudolph, B.-U.
Störungen der Schwarm- und der Winterquartiere (z. B. durch Höhlentourismus, Feuerstellen, Freizeitaktivitäten im Höhleneingangsbereich) stellen schwerwiegende Beeinträchtigungen dar und müssen vermieden werden (Rudolph 2004:352f.). Neben Freizeitaktivitäten spielen v. a. Nutzungsänderungen von Kellern und Stollen eine wichtige Rolle (z. B. Pläne zur Nutzung alter Bahntunnel, Renovierung von Gewölben und Kasematten in Burgen, touristische Nutzung von Gewölben) (nach Rudolph 2004:352).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
5-1 Akustische Reize (Schall)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

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E
1.06 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Bei der Mopsfledermaus gibt es neben Wochenstuben und Winterquartieren weitere essenzielle Teilhabitate im Jahreslebensraum, wie Männchenquartiere, Paarungsquartiere und Schwärmquartiere, die ebenso traditionell genutzt und über Jahre hinweg aufgesucht werden (Meschede & Rudolph 2004). Diese sind für den Fortbestand einer Population ebenso notwendig und bedürfen des besonderen Schutzes, insbesondere vor Störungen (Meschede & Rudolph 2004:91), und müssen bei der Beurteilung der Wirkfaktoren ebenso wie Wochenstuben oder Winterquartiere berücksichtigt werden. Für Höhlen kann sich neben ihrer Funktion als Winterquartiere auch die als Schwärmquartiere im (Spät-)Sommer bzw. Herbst ergeben (Meschede & Rudolph 2004:86ff.).
Störungen (z. B. durch Freizeitaktivitäten, Höhlenerkundung, Höhlentourismus, Feuerstellen, touristische Erschließung etc.) von Schwärmquartieren stellen eine wesentliche Gefährdung für Fledermäuse dar, wobei die überregionale Bedeutung (oft ein Einzugsgebiet der Schwärmquartiere von bis zu 100 km) besonders zu berücksichtigen ist.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
5-1 Akustische Reize (Schall)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004
Seite(n):

246
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D
1.07 Bach, L. & Rahmel, U.
"Schröder (1997) konnte zeigen, dass einige WEA-Typen Ultraschall bis 32 kHz emittieren, andere dagegen nicht. Fledermäuse reagieren auf Ultraschall, wenn sich die Intensität und / oder die Frequenzen der Emission im Bereich der eigenen Lautäußerung bewegt (Neuweiler 1980, Schmidt & Joermann 1986, Simmons et al. 1978). Von Einzelbeobachtungen unterschiedlicher Art abgesehen, ist bislang jedoch nichts darüber bekannt, wie Fledermäuse auf Ultraschall emittierende WEA reagieren."

Unklar ist, ob die Beobachtungen von Schröder (1997) an damaligen Anlagen auf heutige Anlagen übertragbar sind (Anmerkung BearbeiterInnen).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
5-1 Akustische Reize (Schall)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

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E
1.08 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Brinkmann et al. (2008:45) stufen die Empfindlichkeit der Art gegenüber verkehrsbedingten Lärmemissionen auf einer 5-stufigen Skala als "gering (?)" ein.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
5-1 Akustische Reize (Schall)
3. Prognosemethoden Jahr:

o. J.
Seite(n):

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E
3.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
I. d. R. erfolgt die Wirkungsbeurteilung durch Überlagerung der vom Projekt entsprechend beeinflussten Flächen mit allen nach den Erhaltungszielen zu bewahrenden bzw. zu entwickelnden (Teil-)Habitaten.

Die betroffenen Habitate bzw. Habitatstrukturen sind hinsichtlich ihrer längerfristigen Entwicklung und der qualitativen Abweichung zu bewerten. Soweit erforderlich, sind unterschiedliche Teilhabitate der Art in der Prognose differenziert zu betrachten. Dabei sind zum einen die absoluten Habitatverluste bzw. -verschlechterungen (m²) sowie die relativen (%) bezogen auf den Gesamtbestand im Gebiet bzw. die funktional zusammengehörenden Habitate der Art zu ermitteln bzw. abzuschätzen.

Darauf aufbauend sind die qualitativen und quantitativen Funktionsverluste für die betroffenen Individuen bzw. (Teil-)Bestände zu beurteilen. Soweit möglich, ist die Prognose durch Vergleich mit standörtlich und strukturell ähnlichen Habitaten bzw. solchen, die bereits entsprechenden Veränderungen unterlagen, abzusichern.

Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.

Etwaige kumulative Wirkungen additiver oder synergistischer Art durch andere Wirkfaktoren des Projekts / Plans oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten / Plänen sind zu berücksichtigen.

Im Einzelfall können aus Gründen der Prognosesicherheit auch weitergehende Methoden notwendig werden (z. B. Populationsgefährdungsanalysen, s. Rassmus et al. 2003, Lambrecht et al. 2004).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
5-1 Akustische Reize (Schall)
4. Relevanzschwelle Jahr:

o. J.
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E
4.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Soweit die Bestände der Art bzw. ihre Habitate nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln sind, wird die Relevanzschwelle grundsätzlich bei jeder möglichen signifikanten Störung der Individuen bzw. ihrer (Teil-) Habitate im Gebiet überschritten.

Da Arten unterschiedlich empfindlich sind, können als Relevanzschwelle nur Fachkonventionen oder artspezifische Orientierungswerte herangezogen werden.

Im Einzelfall können Störungen auch außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-) Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die Bestände der Art im Gebiet aufweisen.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
5-1 Akustische Reize (Schall)
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

o. J.
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5.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Die Beeinträchtigungsintensität resultiert einerseits aus der artspezifischen Empfindlichkeit und andererseits aus der Intensität und Dimension der akustischen Reize.

Die absolute und die relative Dimension des Habitatverlustes bzw. seiner qualitativen Funktionsminderung sind wesentliche Größen der Beurteilung.

Wichtig für die Erheblichkeitsbeurteilung sind zudem die funktionale Bedeutung der einzelnen betroffenen Flächen / Teilhabitate sowie die zeitliche Dimension der Beeinträchtigung (Zeitpunkt, Häufigkeit und Dauer).

In bestimmten Fällen kann der Konventionsvorschlag für direkten Flächenentzug / -verlust in Habitaten zur Orientierung herangezogen werden (s. Wirkfaktor 1-1). Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die in diesem Ansatz integrierten Orientierungswerte für vollständige / dauerhafte Habitatverluste konzipiert wurden. Für graduelle Funktionsminderungen sind dagegen eigenständige Bewertungsansätze zu entwickeln oder die Funktionsverluste müssten als (ggf. prozentuale) Funktionsminderung bilanziert und dann mit den Orientierungswerten des Konventionsvorschlags ins Verhältnis gesetzt werden (vgl. Beispiel in Lambrecht & Trautner 2007:83).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
5-1 Akustische Reize (Schall)
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

o. J.
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E
5.02 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Wenn durch geplante Projekte oder Pläne die Wirkfaktoren der Gruppe 5 (nicht-stoffliche Einwirkungen, 5-1 bis 5-5, insbesondere akustische, optische und mechanische Einwirkungen) aller Voraussicht nach zur Aufgabe oder zu völligen oder teilweisen Funktionsverlusten von Sommer- oder Winterquartieren oder von Paarungs- und Schwärmquartieren im Schutzgebiet führen, sind diese im Regelfall als eine erhebliche Beeinträchtigung zu werten.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 1
5-2 Optische Reizauslöser / Bewegung (ohne Licht)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
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1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Das Sehvermögen von Fledermäusen ist unterschiedlich gut entwickelt, woraus eine artspezifisch unterschiedliche Empfindlichkeit gegenüber optischen Reizauslösern resultiert. Ein Teil der Arten verfügt in der Dämmerung über ein besseres Sehvermögen als der Mensch (Neuweiler 1993:237f.).
Außerdem dient der Sehsinn hauptsächlich zur Wahrnehmung von weit entfernten Landschaftselementen (Boonman et al. 2013).

Bei nachgewiesenen Störereignissen in Quartieren ist oft nicht klar zu unterscheiden, welchen Anteil die häufig kumulativ auftretenden Wirkfaktoren 5-1 bis 5-5 jeweils daran hatten.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 1
5-3 Licht
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
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1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Anthropogene Lichtquellen können auf unterschiedliche Weise zu Beeinträchtigungen von Fledermäusen führen.

A: Störung an und in den Quartieren
Gegenüber der Beleuchtung von Quartieren oder Ausflugöffnungen sind unterschiedliche Reaktionen bekannt. Sommerquartiere wie Kirchen und Schlösser werden vielerorts in der Nacht angestrahlt. Dadurch fliegen Licht-empfindliche Arten später aus; die ersten insektenreichen Stunden der Nacht fehlen dann zur Nahrungssuche. Dies kann eine Beeinträchtigung einer lokalen Population darstellen (vgl. Beispiele bei Reiter & Zahn 2006 oder Lewanzik & Voigt 2016:67). Boldog et al. (2007) stellten fest, dass die Beleuchtung von Wochenstuben einen negativen Einfluss auf Gewicht und Größe von Jungtieren haben kann. Die Meidung ausgeleuchteter Bereiche kann in Quartieren im schlimmsten Fall zur Aufgabe des Quartiers führen.
Auch neuere Literatur (Zschorn & Fritze 2022) bestätigen die negativen Auswirkungen von Lichteinstrahlung auf Fledermäuse in und an Quartieren. Als Folge von Beleuchtung innerhalb der Quartiere oder des Anstrahlens der Ein- und Ausflugsöffnungen werden "erhebliche Beeinträchtigungen, die eine Störung, eine Aufgabe (=Verlust) des Quartiers und im schlimmsten Fall sogar eine Schädigung der Tiere bedeuten können" genannt. Auch während des Winterschlafs reagieren Fledermäuse äußerst sensibel gegenüber Störungen wie künstlichem Licht (Stone et al. 2015).

B: Störung in Nahrungshabitaten und auf Flugrouten
Die Ausleuchtung von Nahrungshabitaten sowie von Flugrouten bzw. zentralen Querungspunkten wie Straßenunterführungen kann bei empfindlichen Arten zu Meidereaktionen führen (vgl. z. B. Limpens et al. 2005:14, Biedermann et al. 2007:16f., Stone et al. 2012, Le Gouil 2012, Brinkmann et al. 2012:32ff. oder Lewanzik & Voigt 2016:66).
Insbesondere z. T. relativ langsam fliegende Waldfledermausarten meiden Licht, da sie sich durch gestört fühlen bzw. da sie als Arten einem höheren Prädationsdruck durch Eulen ausgesetzt sein könnten (Rydell et al. 1996, Brinkmann 2012:32, Altringham & Kerth 2016:44). Wasserfledermäuse, Mausohren und Kleine Hufeisennasen reduzieren die Nutzung von Flugrouten oder verlagern sie bei Beleuchtung (Stone et al. 2009, BMVBS 2011:39, Brinkmann 2012:32, Arthur & Feneron 2012).
Als lichtempfindliche Arten gelten grundsätzlich die Arten der Gattungen Rhinolophus, Myotis und Plecotus (vgl. z. B. Altringham & Kerth 2016:44) bzw. nach Brinkmann (2012:38ff.), BMVBS (2011:44ff.) oder Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr SH (2011:84) folgende Arten: Große und Kleine Hufeisennase, Großes Mausohr, Wasserfledermaus, Teichfledermaus, Bechsteinfledermaus, Große und Kleine Bartfledermaus, Fransenfledermaus, Graues und Braunes Langohr.
Als gering oder nicht lichtempfindliche Arten gelten Zwergfledermaus, Weißrandfledermaus, Mückenfledermaus, Rauhautfledermaus, Großer und Kleiner Abendsegler, Breitflügelfledermaus, Nordfledermaus und Zweifarbfledermaus.

C: Anlockung an künstliche Lichtquellen und ggf. damit verbundener Falleneffekt
Andere Fledermausarten suchen gezielt Lichtquellen wie z. B. Straßenlaternen auf, um die dort - insbesondere durch Lampentypen mit hohem Anteil an kurzwelligem Licht-- verstärkt angelockten Insekten zu jagen (vgl. z. B. Rydell & Racey 1995, Shiel & Fairley 1998, Dietz et al. 2007, Lewanzik & Voigt 2016:66 oder Zusammenstellung bei Bernotat & Dierschke 2021).
Danach jagen typischerweise an Straßenlaternen: Zwergfledermaus, Weißrandfledermaus, Breitflügelfledermaus, Großer Abendsegler, Kleiner Abendsegler, Rauhautfledermaus, Mückenfledermaus, Alpenfledermaus, Zweifarbfledermaus, Langflügelfledermaus und Nordfledermaus.
Eine Anlockung an Verkehrswegebeleuchtungen birgt ein erhöhtes Unfallrisiko für die jagenden Fledermäuse (vgl. z. B. auch Haensel & Rackow 1996:39, Richarz 2000:74, FGSV 2008:45, Brinkmann et al. 2012:32, Altringham & Kerth 2016:44).

Differenzierte Ausführungen zum Sehvermögen, zu Stör- oder Anlockwirkungen von künstlichen Lichtquellen auf Fledermäuse sowie Ansätze zur Vermeidung finden sich z. T. in den nachfolgenden artbezogenen Datensätzen oder z. B. bei:
Brinkmann et al. (2012:32ff.), Lewanzik & Voigt (2013) oder Rowse et al. (2016), Pauwels et al. (2021), Zschorn & Fritze (2022), Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (Hrsg.) (2023).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 1
5-3 Licht
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
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Qualifizierung der Quelle:
E
1.02 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Die Empfindlichkeit gegenüber verkehrsbedingten Lichtemissionen (z. B. durch Straßen, Straßenverkehr und Straßenbeleuchtung) wird von Brinkmann et al. (2012:38ff.) auf einer 3-stufigen Skala als "hoch (?)" eingeschätzt.

Der Leitfaden-Entwurf des BMVBS (2011:44ff.) geht von "schwach meidend" aus.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 1
5-3 Licht
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2018
Seite(n):

9
Qualifizierung der Quelle:
D
1.03 Apozna?ski, G., Sánchez-Navarro, S., Kokurewicz, T., Pettersson, S. & Rydell, J.
Apozna?ski et al. (2018:9) vermuten eine hohe Lichtempfindlichkeit der Mopsfledermaus (B. barbastellus) und empfehlen daher ungestörte Dunkelheit, um die Bestände dieser Art zu schützen: "Finally, we noticed during our study that the entire home ranges of the barbastelles [...] was free of street-lights and other forms of outdoor lighting, the red warning lights on top of the wind turbines being the only exceptions."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 1
5-3 Licht
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2019
Seite(n):

127f., 131
Qualifizierung der Quelle:
A
1.04 Russo, D., Ancillotto, L., Cistrone, L., Libralato, N., Domer, A., Cohen, S. & Korine, C.
Russo et al. (2019:127f., 131) untersuchten die Auswirkungen von künstlichem Licht auf das Trinkverhalten von Fledermäusen in Wäldern in Italien (n=6). Für Waldspezialisten, darunter die Mopsfledermaus (B. barbastellus), ergab sich ein stark signifikanter negativer Effekt von nächtlicher Beleuchtung auf das Trinkverhalten. Das Trinkverhalten veränderte sich nicht über die Zeit, so dass nicht von einer Gewöhnung an konstante Beleuchtung ausgegangen werden kann. Eine mögliche Gewöhnung nach mehreren Tagen oder Wochen wurden nicht untersucht, da eine Gefährdung der Tiere durch die Untersuchung vermieden werden sollte. Die Autor*innen gehen jedoch nicht von einer langfristigen Gewöhnung aus, sondern vermuten, dass künstliche Beleuchtung Trinkmöglichkeiten ungeeignet macht. Zudem äußern sie aufgrund der Ergebnisse auch Bedenken gegenüber der Beleuchtung von Teichen in Stadt- und Landschaftsparks. Als Maßnahmen werden eine zeitlich begrenzte Beleuchtung (außerhalb der kritischen ersten vier Stunden der Nacht) sowie eine "intelligente" Beleuchtung, die sich nur bei Bedarf einschaltet, genannt.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 1
5-4 Erschütterungen / Vibrationen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Erschütterungen durch Bau- und Betriebsprozesse, Sprengungen, Baumfällungen etc. können auf Fledermäuse direkte und indirekte Auswirkungen haben (vgl. auch Limpens et al. 2005:20, Summers et al. 2023). Sie können in den Quartieren und dabei v. a. in den Winterquartieren relevant werden. Problematisch sind u. a. Erschütterungen, die zu Störungen z. B. durch Erwachen während der Winterruhe führen.

Erschütterungen können auch durch den Einsturz von Höhlenbereichen, Stollen, Spalten etc. oder das Verschütten von Ein- bzw. Ausgängen zu partiellem oder völligem Habitatverlust und ggf. zu hohen Individuenverlusten führen.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 1
5-4 Erschütterungen / Vibrationen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

1997
Seite(n):

10f.
Qualifizierung der Quelle:
C
1.02 Anlauf, A., Kallasch, C. & Lehnert, M.
Die Recherchen der Autoren ergeben, dass Vibrationen im Winterquartier von unter 30 Minuten Dauer weniger kritisch sind als längere Ereignisse. Sehr problematisch sind demnach Ereignisse, die mehrere Stunden anhalten.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 1
5-4 Erschütterungen / Vibrationen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2006
Seite(n):

344-358
Qualifizierung der Quelle:
D
1.03 Haensel, J. & Thomas, H.-P.
Eine Übersicht zu den Auswirkungen von Sprengungen (oder vergleichbaren Erschütterungen) auf Fledermäuse, insbesondere winterschlafende Tiere, liefern Haensel & Thomas (2006). Demnach ist der Kenntnisstand zur Problematik sehr gering, Langzeit-Untersuchungen und Messungen scheinen nicht vorzuliegen. Die Autoren folgern aus einer umfangreichen Literatursichtung und eigenen Erfahrungen, dass "Fledermäuse, die zum Winterschlaf freiwillig auch solche Quartiere aufsuchen, in deren nächster Umgebung Sprengungen (oder andere vergleichbare Ereignisse) stattfinden, dadurch offensichtlich nicht erkennbar beeinträchtigt werden." Weiter wird eine Reihe von Hinweisen zur Intensität, zu Stäuben oder zu Sprengpausen gegeben.

Die Autoren halten eine Schutzzone von 250 m (Winterquartier zu Abbaugebiet) in Anbetracht der Tatsache, dass sich Fledermäuse gegenüber Erschütterungen und Lärm tolerant erweisen und Gewöhnungseffekte festzustellen sind, für ausreichend. Zur Gefahrenvermeidung sollten vom 1. November bis 31. März keine Sprengungen in unmittelbarer Nähe (Minimum: 100 m davon entfernt) stattfinden.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 1
5-5 Mechanische Einwirkung (Wellenschlag, Tritt)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Mechanische Einwirkungen können sich insbesondere während der Winterruhe negativ auf Fledermäuse auswirken.

Auf die möglichen betriebsbedingten Auswirkungen von Windenergieanlagen wird unter Wirkfaktor 4-2 eingegangen.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 1
5-5 Mechanische Einwirkung (Wellenschlag, Tritt)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

1991
Seite(n):

1087ff.
Qualifizierung der Quelle:
C
1.02 Speakman, J. R., Webb, P. I. & Racey, P. A.
Die Autoren untersuchten Reaktionen der winterschlafenden Fledermäuse auf verschiedene Störungsarten im Winterquartier. Signifikante Reaktionen wurden nach Berührungsreizen festgestellt.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 0
6-1 Stickstoff- u. Phosphatverbindungen / Nährstoffeintrag
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Hinweise auf eine Relevanz dieses Wirkfaktors liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht vor.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
6-2 Organische Verbindungen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Unter diesem Wirkfaktor werden sämtliche Arten von organischen Verbindungen bzw. Umweltchemikalien gefasst, die Pflanzen wie Tiere schädigen können (vgl. auch "Vertiefende Ausführungen" unter "Wirkfaktoren").

Endokrin wirksame oder hormonaktive Stoffe werden unter Wirkfaktor 6-8 und Pestizide - einschließlich der Holzschutzmittel - werden unter Wirkfaktor 8-3 behandelt (dort auch weitergehende Ausführungen).

Organische Verbindungen können meist im Fettgewebe akkumuliert werden. Als Insektenfresser sind Fledermäuse von der Akkumulation in der Nahrungskette und der Persistenz der organischen Verbindungen besonders betroffen. Neben subletalen Effekten (z. B. verringerte Fruchtbarkeit) oder der Wirkung als Nervengift (z. B. Beeinflussung der Echoortung) sind auch die verzögerten Effekte (z. B. durch Mobilisation der fettlöslichen organischen Verbindungen erhöhte Mortalität im Winterschlaf oder bei Wanderungen, oder toxische Konzentrationen in der Muttermilch und erhöhte Jungensterblichkeit) von Bedeutung.
Eine Zusammenfassung findet sich bei Bayat et al. (2014).

Konsequenzen können - abhängig vom Umfang - z. B. die Verringerung des Reproduktionserfolgs bzw. der Überlebenswahrscheinlichkeit von Individuen, Bestandsrückgang oder Beeinträchtigung bzw. Erlöschen lokaler (Teil-)Populationen sein.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
6-2 Organische Verbindungen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004b
Seite(n):

368
Qualifizierung der Quelle:
D
1.02 Rudolph, B.-U.
"Insbesondere Substanzen in der Gruppe der chlorierten Kohlenwasserstoffe (CKW) wirken aber auch in geringeren Konzentrationen schädigend, da sie als Nervengifte u. a. die Echoortung beeinflussen können. Bei manchen Stoffen ist außerdem nachgewiesen, dass sie die Fruchtbarkeit von Säugetieren negativ beeinflussen können. [...] CKW sind fettlöslich und schwer abbaubar und reichern sich dadurch im Körper, v. a. im Fettgewebe an. Dies vollzieht sich bei Fledermäusen stärker als bei Kleinsäugern, die keinen Winterschlaf halten. [...] Solange die Fettvorräte nicht vom Körper gebraucht werden, richten die Gifte nicht unbedingt einen Schaden an. Beim Abbau des Fettes, z. B. im Winterschlaf oder auf Wanderungen, kann es zu tödlichen Giftkonzentrationen im Körper der Tiere kommen, und ebenso können Jungtiere mit der fettreichen Muttermilch letale Konzentrationen aufnehmen."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
6-2 Organische Verbindungen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2003
Seite(n):

497
Qualifizierung der Quelle:
D
1.03 Nagel, A.
"Die schlagartigen Populationszusammenbrüche deuteten zunächst auf eine Vergiftung durch Umweltchemikalien in der Nahrungskette hin."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
6-2 Organische Verbindungen
3. Prognosemethoden Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
3.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
I. d. R. erfolgt die Wirkungsbeurteilung durch Überlagerung der vom Projekt entsprechend beeinflussten Flächen mit allen nach den Erhaltungszielen zu bewahrenden bzw. zu entwickelnden (Teil-)Habitaten.

Die betroffenen Habitate bzw. Habitatstrukturen sind hinsichtlich ihrer längerfristigen Entwicklung und der qualitativen Abweichung zu bewerten. Soweit erforderlich, sind unterschiedliche Teilhabitate der Art in der Prognose differenziert zu betrachten. Dabei sind zum einen die absoluten Habitatverluste bzw. -verschlechterungen (m²) sowie die relativen (%) bezogen auf den Gesamtbestand im Gebiet bzw. die funktional zusammengehörenden Habitate der Art zu ermitteln bzw. abzuschätzen.

Darauf aufbauend sind die qualitativen und quantitativen Funktionsverluste für die betroffenen Individuen bzw. (Teil-)Bestände zu beurteilen. Soweit möglich, ist die Prognose durch Vergleich mit standörtlich und strukturell ähnlichen Habitaten bzw. solchen, die bereits entsprechenden Veränderungen unterlagen, abzusichern.

Im jeweiligen Fall können neben dem faktischen Verlust oder der Qualitätsminderung von Habitaten / Habitatstrukturen auch der direkte Verlust von Individuen bzw. eine erhöhte Mortalitäts- und eine verringerte Fortpflanzungsrate eine wesentliche Rolle spielen und sind entsprechend in der Wirkungsprognose zu berücksichtigen.

Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.

Etwaige kumulative Wirkungen additiver oder synergistischer Art durch andere Wirkfaktoren des Projekts / Plans oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten / Plänen sind zu berücksichtigen.

Im Einzelfall können aus Gründen der Prognosesicherheit auch weitergehende Methoden notwendig werden (z. B. Populationsgefährdungsanalysen, s. Rassmus et al. 2003, Lambrecht et al. 2004).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
6-2 Organische Verbindungen
4. Relevanzschwelle Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
4.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Soweit die Art bzw. deren Habitat nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln ist, wird die Relevanzschwelle grundsätzlich bei jeder Einbringung von toxischen organischen Verbindungen in ein (Teil-)Habitat im Gebiet überschritten.

Im Einzelfall können Veränderungen auch außerhalb des Gebietes relevant sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die Bestände der Art im Gebiet aufweisen.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
6-2 Organische Verbindungen
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
5.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Die Beeinträchtigungsintensität resultiert einerseits aus der artspezifischen Empfindlichkeit und andererseits aus der Intensität und Dimension der Veränderung durch Belastungen von Land- und Gewässerökosystemen mit organischen Verbindungen.

Die absolute und die relative Dimension der qualitativen Funktionsminderung betroffener Habitatkomplexe sind wesentliche Größen der Beurteilung.

Wichtig für die Erheblichkeitsbeurteilung sind zudem die funktionale Bedeutung der einzelnen betroffenen Teilhabitate sowie die zeitliche Dimension der Beeinträchtigung (Zeitpunkt, Häufigkeit und Dauer).

Für die Bewertung einer projektbedingt erhöhten Mortalität sind verschiedene artspezifische und populationsbezogene Parameter einzubeziehen. Dazu zählen die natürliche Reproduktionsrate und Sterblichkeit, durchschnittliches Lebensalter der Tiere, Bestandsgrößen und allgemeine Gefährdungssituation (vgl. auch Lambrecht et al. 2004 zu individuenbezogenen Beeinträchtigungen).

Tendenziell sind Arten mit hoher Lebenserwartung und geringerer Reproduktionsrate (K-Strategen) und / oder geringeren Beständen im Schutzgebiet bzw. einer allgemeinen Gefährdungseinstufung und ohnehin negativer Populationsentwicklung stärker beeinträchtigt als Arten mit geringer Lebenserwartung und hoher Reproduktionsrate (r-Strategen) und / oder großen Beständen im Schutzgebiet bzw. einer allgemein weiten Verbreitung und fehlenden Gefährdung in Deutschland (vgl. auch Bernotat & Dierschke 2021).

Nach derzeitigem Bearbeitungsstand liegen keine hinreichenden Informationen zur Bestimmung einer Erheblichkeitsschwelle im Sinne allgemeiner fachlicher Orientierungswerte vor.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
6-2 Organische Verbindungen
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
5.02 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Auch wenn für einzelne Substanzen keine quantifizierten Erheblichkeitsschwellen angebbar sind, sollte aus Gründen der Vorsorge-Orientierung und der dargestellten Gefährdungsfaktoren und -situation der Art (vgl. hierzu auch Wirkfaktor 4-2) davon ausgegangen werden, dass die Einbringung von toxischen organischen Verbindungen im Bereich von Jagdgebieten der Art die Erheblichkeitsschwelle i. d. R. überschreitet.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
6-2 Organische Verbindungen
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
5.03 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Aufgrund der vielen dokumentierten Individuen-Verluste und Aufgaben von Wochenstuben muss aus Gründen der Vorsorge-Orientierung und der dargestellten Gefährdungsfaktoren und -situation der Art die Einbringung von toxischen organischen Verbindungen im Bereich von Wochenstuben, sonstigen Sommerquartieren und Winterquartieren i. d. R. als erhebliche Gefährdung angesehen werden und grundsätzlich unterbleiben.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
6-3 Schwermetalle
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Grundsätzlich können Schwermetalle bei Fledermäusen - wie auch bei anderen Tieren - verschiedenste schädigende Wirkungen entfalten (vgl. "Vertiefende Ausführungen" unter "Wirkfaktoren").

Für Fledermäuse sind vorrangig akute und chronische Vergiftungen mit den Schwermetallen Blei und Cadmium relevant. Blei steht im Verdacht, v. a. in den 1960-70er Jahren "Schwerhörigkeit" bei Fledermäusen ausgelöst zu haben (Hartmann 2002).

Differenzierte Ausführungen und Untersuchungen zur Schwermetall-Belastung von Fledermäusen, eine Zusammenstellung verschiedener Hinweise, Fakten und Beispiele finden sich z. B. bei: Braun (2003:237f.), Lüftl et al. (2003:353ff.), Rudolph (2004:372), Walker et al. (2007:483ff.), Zocche et al. (2010), Zukal et al. (2015).

Konsequenzen einer erhöhten Schwermetallbelastung können - abhängig vom Umfang - z. B. Verringerung des Reproduktionserfolgs bzw. der Überlebenswahrscheinlichkeit von Individuen, Bestandsrückgang oder Beeinträchtigung bzw. Erlöschen lokaler (Teil-) Populationen sein.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
6-3 Schwermetalle
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2000
Seite(n):

95ff.
Qualifizierung der Quelle:
C
1.02 Hartmann, R.
Es gibt verschiedene Ursachen der Schwermetallbelastung von Fledermäusen: die Verbrennung verbleiter Kraftstoffe, die Vorbelastungen im Boden (z. B. im Harz) und wasserlösliche Holzschutzmittel.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
6-3 Schwermetalle
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2000
Seite(n):

104f.
Qualifizierung der Quelle:
C
1.03 Hartmann, R.
"Grundsätzlich ist zunächst festzustellen, daß die vorliegenden Daten in keinem Falle Hinweise auf eine akute Schwermetallintoxikation geben, die zum Tode eines Tieres hätte führen können." Der Autor vermutet, dass die erhöhten inkorporierten Bleigehalte bei Fledermäusen eine Reduzierung der Leistungsfähigkeit des Nervensystems (Echoortung) bewirken, wodurch sich der Jagderfolg im Vergleich zu anderen Säugern in besonderer Weise vermindert. "Aufgrund der Ergebnisse [...] kann [...] davon ausgegangen werden, daß der seit etwa Mitte des 20. Jahrhunderts beobachtete Bestandsrückgang der Fledermäuse auch durch den steigenden Bleigehalt in allen Umweltkompartimenten mit verursacht worden ist."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
6-3 Schwermetalle
3. Prognosemethoden Jahr:

o. J.
Seite(n):

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E
3.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
I. d. R. erfolgt die Wirkungsbeurteilung durch Überlagerung der vom Projekt entsprechend beeinflussten Flächen mit allen nach den Erhaltungszielen zu bewahrenden bzw. zu entwickelnden (Teil-)Habitaten.

Die betroffenen Habitate bzw. Habitatstrukturen sind hinsichtlich ihrer längerfristigen Entwicklung und der qualitativen Abweichung zu bewerten. Soweit erforderlich, sind unterschiedliche Teilhabitate der Art in der Prognose differenziert zu betrachten. Dabei sind zum einen die absoluten Habitatverluste bzw. -verschlechterungen (m²) sowie die relativen (%) bezogen auf den Gesamtbestand im Gebiet bzw. die funktional zusammengehörenden Habitate der Art zu ermitteln bzw. abzuschätzen.

Darauf aufbauend sind die qualitativen und quantitativen Funktionsverluste für die betroffenen Individuen bzw. (Teil-)Bestände zu beurteilen. Soweit möglich, ist die Prognose durch Vergleich mit standörtlich und strukturell ähnlichen Habitaten bzw. solchen, die bereits entsprechenden Veränderungen unterlagen, abzusichern.

Im jeweiligen Fall können neben dem faktischen Verlust oder der Qualitätsminderung von Habitaten/Habitatstrukturen auch der direkte Verlust von Individuen bzw. eine erhöhte Mortalitäts- und eine verringerte Fortpflanzungsrate eine wesentliche Rolle spielen und sind entsprechend in der Wirkungsprognose zu berücksichtigen.

Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.

Etwaige kumulative Wirkungen additiver oder synergistischer Art durch andere Wirkfaktoren des Projekts / Plans oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten / Plänen sind zu berücksichtigen.

Im Einzelfall können aus Gründen der Prognosesicherheit auch weitergehende Methoden notwendig werden (z. B. Populationsgefährdungsanalysen, s. Rassmus et al. 2003, Lambrecht et al. 2004).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
6-3 Schwermetalle
4. Relevanzschwelle Jahr:

o. J.
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4.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Soweit die Art bzw. deren Habitat nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln ist, wird die Relevanzschwelle grundsätzlich bei jeder negativen Veränderung (i. d. R. Erhöhung) des Schwermetallgehaltes bzw. der Schwermetallfracht in einem (Teil-)Habitat im Gebiet überschritten.

Im Einzelfall können Veränderungen auch außerhalb des Gebietes relevant sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die Bestände der Art im Gebiet aufweisen.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
6-3 Schwermetalle
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

o. J.
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5.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Die Beeinträchtigungsintensität resultiert einerseits aus der artspezifischen Empfindlichkeit und andererseits aus der Intensität und Dimension der Belastungen mit bioverfügbaren Schwermetallen und ihren Verbindungen.

Die absolute und die relative Dimension der qualitativen Funktionsminderung betroffener Habitatkomplexe sind wesentliche Größen der Beurteilung.

Wichtig für die Erheblichkeitsbeurteilung sind zudem die funktionale Bedeutung der einzelnen betroffenen Teilhabitate sowie die zeitliche Dimension der Beeinträchtigung (Zeitpunkt, Häufigkeit und Dauer).

Für die Bewertung einer projektbedingt erhöhten Mortalität sind verschiedene artspezifische und populationsbezogene Parameter einzubeziehen. Dazu zählen die natürliche Reproduktionsrate und Sterblichkeit, durchschnittliches Lebensalter der Tiere, Bestandsgrößen und allgemeine Gefährdungssituation (vgl. auch Lambrecht et al. 2004 zu individuenbezogenen Beeinträchtigungen).

Tendenziell sind Arten mit hoher Lebenserwartung und geringerer Reproduktionsrate (K-Strategen) und / oder geringeren Beständen im Schutzgebiet bzw. einer allgemeinen Gefährdungseinstufung und ohnehin negativer Populationsentwicklung stärker beeinträchtigt als Arten mit geringer Lebenserwartung und hoher Reproduktionsrate (r-Strategen) und / oder großen Beständen im Schutzgebiet bzw. einer allgemein weiten Verbreitung und fehlenden Gefährdung in Deutschland (vgl. Bernotat & Dierschke 2021).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
6-3 Schwermetalle
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

o. J.
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E
5.02 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Auch wenn für einzelne Substanzen keine quantifizierten Erheblichkeitsschwellen angebbar sind, sollte aus Gründen der Vorsorge-Orientierung und der dargestellten Gefährdungsfaktoren und -situation der Art (vgl. hierzu auch Wirkfaktor 4-2) davon ausgegangen werden, dass die Einbringung von Schwermetallen im Bereich von Jagdgebieten der Art die Erheblichkeitsschwelle i. d. R. überschreitet.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
6-3 Schwermetalle
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

o. J.
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5.03 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Aus Gründen der Vorsorge-Orientierung und der dargestellten Gefährdungsfaktoren und -situation der Art (vgl. hierzu auch Wirkfaktor 4-2) muss die Einbringung von Schwermetallen im Bereich von Wochenstuben, sonstigen Sommerquartieren und Winterquartieren i. d. R. als erhebliche Gefährdung angesehen werden und grundsätzlich unterbleiben.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 1
6-4 Sonstige durch Verbrennungs- u. Produktionsprozesse entstehende Schadstoffe
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

1971
Seite(n):

97
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D
1.01 Frank, H.
Der Autor vermutet, dass Fledermäuse verrußte Höhlen meiden.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 0
6-5 Salz
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
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E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Hinweise auf eine Relevanz dieses Wirkfaktors liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht vor.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 0
6-6 Depositionen mit strukturellen Auswirkungen (Staub / Schwebst. u. Sedimente)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
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E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Hinweise auf eine Relevanz dieses Wirkfaktors liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht vor.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 0
6-7 Olfaktorische Reize (Duftstoffe, auch: Anlockung)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
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E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Hinweise auf eine Relevanz dieses Wirkfaktors liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht vor.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 0
6-8 Endokrin wirkende Stoffe
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
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1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Obwohl auch von einer grundsätzlichen Empfindlichkeit von Fledermäusen gegenüber endokrin wirkenden Substanzen auszugehen ist (vgl. "Vertiefende Ausführungen" unter "Wirkfaktoren"), konnten nach derzeitigem Bearbeitungsstand keine spezifischen Untersuchungen zur Relevanz dieses Wirkfaktors für Fledermäuse ermittelt werden. Neueren Untersuchungen zur Folge (Secord et al. 2015) konnten diese Stoffe bereits in Fledermäusen nachgewiesen werden, allerdings sind die Auswirkungen noch größtenteils unklar.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 0
6-9 Sonstige Stoffe
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
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1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Hinweise auf eine Relevanz dieses Wirkfaktors liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht vor.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
7 Strahlung Relevanz des Wirkfaktors: 0
7-1 Nichtionisierende Strahlung / Elektromagnetische Felder
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
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1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Hinweise auf eine Relevanz dieses Wirkfaktors liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht vor.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
7 Strahlung Relevanz des Wirkfaktors: 1
7-2 Ionisierende / Radioaktive Strahlung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

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E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Grundsätzlich sind alle Tiere gegenüber radioaktiver Strahlung empfindlich, da diese eine direkt schädigende Wirkung auf die Zelle als kleinster biologischer Einheit haben und zelluläre Bestandteile und hier insbesondere die zelluläre Erbsubstanz (DNS) verändern oder zerstören kann (vgl. "Vertiefende Ausführungen" unter "Wirkfaktoren").
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
7 Strahlung Relevanz des Wirkfaktors: 1
7-2 Ionisierende / Radioaktive Strahlung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

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E
1.02 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Aktuell gibt es kaum spezifischen Untersuchungen zur Relevanz von radioaktiver Strahlung für Fledermäuse. Einige Informationen zu Strontium- und Caesium-Konzentrationen in Fledermäusen in der Nähe von Chernobyl finden sich bei Gashchak et al. (2010).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 1
8-1 Management gebietsheimischer Arten
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2019
Seite(n):

435
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D
1.02 Rachwald, A. & Gottfried, I.
Rachwald & Gottfried (2019:435) untersuchten die Nutzung von speziellen Fledermauskästen durch die Mopsfledermaus (B. barbastellus). Diese imitierten stärker als andere Kästen natürliche Risse in Baumstämmen und entsprechen damit mehr den ökologischen Ansprüchen der Art. Diese Spaltenkästen wurden im Gegensatz zu herkömmlichen Kästen sowohl von Individuen als auch von Kolonien genutzt. Die Autor*innen empfehlen daher den Einsatz der Spaltkästen als Übergangslösung in Wäldern mit wenig natürlichen Unterschlupf-Möglichkeiten.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 1
8-1 Management gebietsheimischer Arten
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2018
Seite(n):

236
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D
1.03 Rachwald, A., Gottfried, I., Gottfried, T. & Szurlej, M.
Die Besiedelung von speziell für die Mopsfledermaus (B. barbastellus) entwickelten Spaltkästen wurde von Rachwald et al. (2018:236) untersucht. Die Autor*innen kamen zu dem Ergebnis, dass die Kästen von der Art angenommen und bevorzugt werden. Sie schlagen daher die Nutzung dieses Kastentyps als Erhaltungsmaßnahme vor, um die Lebensraumbedingungen für die Art zu verbessern.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 0
8-2 Förderung / Ausbreitung gebietsfremder Arten
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

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1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Hinweise auf eine Relevanz dieses Wirkfaktors liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht vor.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 2
8-3 Bekämpfung von Organismen (Pestizide u.a.)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

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E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Der Einsatz von Pestiziden in Habitaten von Fledermausarten ist im Wesentlichen auf Anwendungen in der land-, forst- und fischereiwirtschaftlichen Bewirtschaftung zurückzuführen. Auswirkungen ergeben sich direkt durch Schadstoffkonzentrationen im Individuum über die Nahrungskette.

Darüber hinaus ist die Verwendung von Holzschutzmitteln an den Hangplätzen in den Quartieren (z. B. Dachstühle) extrem problematisch. Holzschutzmittel in Quartieren werden von vielen Autoren als eine wesentliche Ursache des Populationsrückgangs bei Fledermäusen benannt. Auch vor Jahrzehnten eingebrachte Holzschutzmittel können insbesondere in Hitzeperioden wieder ausdünsten und Tiere vergiften. So sind Fälle dadurch ausgelöster Massensterben (340 tote Mausohren, 2 Graue Langohren) bekannt (MURL Sachsen-Anhalt & AK Fledermäuse Sachsen-Anhalt e.V. 1996, zit. in Tress et al. 2012:61).

Für Fledermäuse ist somit v. a. die Aufnahme der Pestizide über die Nahrung (in Mitteleuropa: Insekten) sowie über die Haut oder Atmung (Holzschutzmittel am Hangplatz) von Bedeutung. Als weiterer Aspekt kann die durch das großflächige Ausbringen von Pestiziden hervorgerufene Verknappung von Nahrungstieren eine Rolle spielen. Auch die in der konventionellen Weidewirtschaft eingesetzten Substanzen von Antiparasitenmitteln (z. B. Abamectine, Milbemyctine) fanden sich in der Muttermilch von Fledermäusen wieder und reduzieren die Besiedelung des von Weidetieren ausgeschiedenen Dungs durch koprophage Insekten (Ransome & Hutson 2000, Tress et al. 2012:63).

Die Vielfalt der ökotoxikologischen Wirkprozesse ist bei Fent (2007) dargestellt, wobei zwischen Auswirkungen auf physiologischer und zellulärer Ebene, auf der Ebene von Individuen und Populationen sowie Lebensgemeinschaften und Ökosystemen zu unterscheiden ist. Über die Verbreitung in der Umwelt geben z. B. Alloway & Ayres (1996) einen Überblick (vgl. auch "Vertiefende Ausführungen" unter "Wirkfaktoren").

Als Insektenfresser sind Fledermäuse von der Akkumulation in der Nahrungskette und der Persistenz der Pestizide oder ihrer Metabolite besonders betroffen. Pestizide können neben akuten auch chronische Auswirkungen auf Fledermäuse haben. Neben subletalen Effekten (z. B. verringerte Fruchtbarkeit) oder der Wirkung als Nervengift (z. B. Beeinflussung der Echoortung) sind auch die verzögerten Effekte (z. B. durch Mobilisation der fettlöslichen Pestizide erhöhte Mortalität im Winterschlaf oder bei Wanderungen, oder toxische Konzentrationen in der Muttermilch und erhöhte Jungensterblichkeit) von Bedeutung.

Konsequenzen können - abhängig vom Umfang - z. B. die Verringerung des Fortpflanzungserfolgs bzw. der Überlebenswahrscheinlichkeit von Individuen, Bestandsrückgang oder die Beeinträchtigung bzw. das Erlöschen lokaler (Teil-) Populationen sein.

Die nachfolgenden Datensätze sind nach den Konfliktfeldern "unmittelbare Schädigung durch Pestizide" und "Reduktion der Nahrungsressourcen" sortiert.

Detaillierte Ausführungen zur Wirkungen von Pestiziden auf Fledermäuse, eine Zusammenstellung verschiedener Fakten und Beispiele sowie Hinweise für die Planung finden sich z. B. bei:
Braun (2003:236f.), Rudolph (2004:368ff.), Dietz et al. (2007:116ff.), Stahlschmidt & Brühl (2012), Mineau & Callaghan (2018), Oliveira et al. (2020), Schanzer et al. (2022).

Hinweise auf die Wirkung von Pestiziden auf einzelne Fledermausarten finden sich z. B. in den Artkapiteln bei Braun & Dieterlein (2003), Meschede & Rudolph (2004), Dietz et al. (2007).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 2
8-3 Bekämpfung von Organismen (Pestizide u.a.)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004b
Seite(n):

368
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D
1.02 Rudolph, B.-U.
"Fledermäuse sind durch Pestizide in dreierlei Weise gefährdet: durch Holzschutzmittel und hier insbesondere die Wirkstoffe Lindan und Pentachlorphenol (PCP), die von den Fledermäusen v. a. am Hangplatz im Quartier aufgenommen werden; durch Pflanzenschutzmittel, die insbesondere in der Landwirtschaft ausgebracht und von den Fledermäusen über belastete Nahrungstiere aufgenommen werden; durch die mit dem Einsatz von Pestiziden verbundene Reduktion der Insektendichte. [...] Pestizide können schnell zum Tod führen, wenn Fledermäuse in direkten Kontakt mit den Giften kommen (z. B. Holzschutzmittel) oder über vergiftete Nahrungstiere hohe Dosen aufnehmen."

"Insbesondere Substanzen in der Gruppe der chlorierten Kohlenwasserstoffe (CKW) wirken aber auch in geringeren Konzentrationen schädigend, da sie als Nervengifte u. a. die Echoortung beeinflussen können. Bei manchen Stoffen ist außerdem nachgewiesen, dass sie die Fruchtbarkeit von Säugetieren negativ beeinflussen können. [...] CKW sind fettlöslich und schwer abbaubar und reichern sich dadurch im Körper, v. a. im Fettgewebe an. Dies vollzieht sich bei Fledermäusen stärker als bei Kleinsäugern, die keinen Winterschlaf halten. [...] Solange die Fettvorräte nicht vom Körper gebraucht werden, richten die Gifte nicht unbedingt einen Schaden an. Beim Abbau des Fettes, z. B. im Winterschlaf oder auf Wanderungen, kann es zu tödlichen Giftkonzentrationen im Körper der Tiere kommen, und ebenso können Jungtiere mit der fettreichen Muttermilch letale Konzentrationen aufnehmen."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 2
8-3 Bekämpfung von Organismen (Pestizide u.a.)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2003
Seite(n):

237
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D
1.03 Braun, M.
"Im Rahmen des Forschungsprojektes "Wild lebende Säugetiere in Baden-Württemberg" gelang es, einige frischtot aufgesammelte Kleinsäuger auf ihre Rückstände zu untersuchen. Ganz besonders hoch war auch hier die Belastung bei den (insektivoren) Fledermäusen, gefolgt von den (insektivoren) Spitzmäusen" (Braun 2003:237).

Die Autorin listet zudem eine Reihe von Arbeiten auf, die Rückstandsanalysen an Fledermäusen in Baden-Württemberg und anderen Bundesländern durchgeführt haben, z. B. zu Chlorkohlenwasserstoffen (Braun 2003:237).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 2
8-3 Bekämpfung von Organismen (Pestizide u.a.)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2005
Seite(n):

167-172
Qualifizierung der Quelle:
D
1.04 Lüftl, S., Freitag, B., Deutz, A., Steineck, T. & Tataruch, F.
Aktuelle Untersuchungen der Leber toter Fledermäuse aus Österreich zeigen eine hohe Rückstandsbelastung von Fledermäusen, die - zumindest lokal - nach wie vor aktuell ist, und bei vielen Individuen zu histopathologischen Effekten bzw. Schädigungen des Immunsystems führt:

"Liver samples of 149 bats belonging to 16 European species found dead or moribund in Styria (Austria) were analysed for organochlorine pesticides (HCB, gamma-HCH, p,p'-DDT and pp'-DDE) and 7 PCBs (No. 28, 52, 101, 118, 138, 153 and 180). The detected concentrations in liver tissue varied between species, age, year of collection and collection site, but, in general, not between sex of the animals, with exception of the higher-chlorinated PCBs No. 153 and 180, showing higher concentrations for males. Juvenile bats had higher gamma-HCH and PCB No. 52 tissue concentrations than adult ones. Histopathological examinations showed in nearly all 54 lungs signs for inflammatory processes, that could be the result of a deficiency in the immune system initiated by the action of organochlorine compounds."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 2
8-3 Bekämpfung von Organismen (Pestizide u.a.)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

1999
Seite(n):

169-177
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D
1.05 Swanepoel, R. E., Racey, P. A., Shore, R. F.& Speakman, J. R.
Auch subletale Konzentrationen von Holzschutzmitteln und anderen organischen Verbindungen können Fledermäuse schädigen, indem sie die Stoffwechselrate um ca. 15-25 % erhöhen, insbesondere bei kühlen Temperaturen, und damit einen erhöhten Nahrungsbedarf bewirken, wie Untersuchungen aus England zeigen. Die Arbeit zeigt somit bislang unberücksichtige, mögliche indirekte Effekte subletaler Schadstoff-Konzentrationen auf Fledermäuse auf:

"Many vespertilionid bats roost in proximity to roofing timbers and are therefore potentially exposed to organochlorines used as wood preservatives. Organochlorines elevate metabolic rate (MR) in some vertebrate species and any such effect in bats may threaten survival. The aim of this study was to determine whether sublethal exposure to lindane affected the body mass, food intake and MR of pipistrelle bats Pipistrellus pipistrellus and whether any such effects were modified by environmental conditions and the presence of co-roosting bats. Bats held indoors and receiving repeated doses of 50 µg of lindane lost mass (-0.26 g) relative to coroosting bats receiving either 10 or 0 µg. Lindane increased the mealworm intake of bats, those with 0.45 g of body lipid increased their mealworm intake by 0.29 g DW night(-1) when given lindane doses of 50 µg bat(-1) 3 days(-1). The magnitude of this effect decreased as bats became heavier. Lindane significantly increased MR in bats and the effect was most pronounced in lean individuals. Environmental temperature and the presence of co-roosting bats altered the impact of lindane, the pesticide-mediated elevation of MR being greater under cold conditions. It was predicted that, under the environmental conditions of the experiment, exposure to 50 µg lindane bat(-1) 3 days(-1) would increase the 24-h MR of a 7.3 g bat by 3.4 kJ (15 %) and that of a 6.3 g bat by 4.8 kJ (23 %). Such sublethal exposure might constitute a significant threat to free-living bats."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 2
8-3 Bekämpfung von Organismen (Pestizide u.a.)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2007
Seite(n):

116
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D
1.06 Dietz, C., Helversen, O. von & Nill, D.
Nicht nur Gebäude bewohnende Fledermäuse haben - durch Einsatz hochtoxischer Holzschutzmittel auf DDT- und Lindanbasis - in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts drastische Bestandseinbrüche erlitten, sondern auch Arten, die zu einem weitaus geringeren Anteil Gebäudequartiere nutzen.

"Hier dürfte sich der Einsatz ebenfalls hochtoxischer Pestizide, insbesondere von Insektiziden, in Jagdgebieten ausgewirkt haben. Als Endglieder einer Nahrungskette reichern sich in Fledermäusen die fettlöslichen Toxine wie DDT und dessen Derivate stark an, und in Zeiten großen Energieverbrauch werden sie wieder freigesetzt und führen dann zum Tod."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 2
8-3 Bekämpfung von Organismen (Pestizide u.a.)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004
Seite(n):

200
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A
1.07 Rudolph, B.-U., Kerth, G., Schlapp, G. & Wolz, I.
"Ebenso können die Faktoren Giftbelastung und Nahrungsknappheit in Folge von Pestizidanwendung nicht genau abgeschätzt werden, da nicht genau bekannt ist, in welchem Ausmaß in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg Pestizide wie DDT regelmäßig im Wald angewandt wurden. [...] Relativ häufig kamen dieses und andere Gifte in verschiedenen, überwiegend staatlichen Nadelwäldern [...] zum Einsatz. [...] 1992 wurde im Frühjahr in mittel- und unterfränkischen Eichenwäldern in Befallsgebieten des Schwammspinners auf 8000 ha das Häutungsgift Dimilin ausgebracht, 1994 auf mehr als 14000 ha [...], was sicher nicht ohne Einfluss auf die Nahrungsverfügbarkeit für Fledermäuse blieb."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 2
8-3 Bekämpfung von Organismen (Pestizide u.a.)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2006
Seite(n):

8-9
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D
1.08 Schönfeld, F., Hacker, H., Bußler, H., Gruppe, A., Schlumprecht, H., Goßner, M. & Müller, J.
Nach Schönfeld et al. (2006) wird das Insektizid Dimilin zur Bekämpfung von Massenvermehrungen laubfressender Insekten, z. B. Schwammspinner (Lymantria dispar) und Eichenwickler (Tortrix viridana) im Forst verwendet. Dimilin wird seit etwa 1976 im Forst eingesetzt. Im Jahr 2005 wurden in Unterfranken (Bayern) insgesamt ca. 3.500 ha Wald behandelt. Schönfeld et al. (2006) liefern einen ausführlichen Literaturüberblick über die Auswirkungen von Dimilin auf die verschiedensten Artengruppen. Auswirkungen auf Wald bewohnende Fledermäuse wurden bei Schönfeld et al. (2006) jedoch nicht untersucht.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 2
8-3 Bekämpfung von Organismen (Pestizide u.a.)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.09 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Nach übereinstimmender Auffassung von Dietz et al. (2007:116), Nagel (2003:496f.) und Rudolph (2004:352f.) dürften die Bestandseinbrüche der Mopsfledermaus (v. a. 1950-1970) auf massive Pestizideinsätze in Wäldern und damit auf den Zusammenbruch der Nahrungsgrundlage für die hoch spezialisierte Art zurückzuführen sein.

Weiter kommt der Aspekt der direkten Vergiftung: "Hier dürfte sich der Einsatz ebenfalls hochtoxischer Pestizide, insbesondere von Insektiziden, in Jagdgebieten ausgewirkt haben. Als Endglieder einer Nahrungskette reichern sich in Fledermäusen die fettlöslichen Toxine wie DDT und dessen Derivate stark an, und in Zeiten großen Energieverbrauch werden sie wieder freigesetzt und führen dann zum Tod" (aus Dietz et al. 2007:116).

"Umso bedenklicher stimmt, dass heute wieder vermehrt mit Insektiziden in Waldökosystemen eingegriffen wird" (Dietz et al. 2007:116). Als eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen stellen diese Autoren den "Verzicht jeglicher Insekten-Bekämpfungsmaßnahmen in Wäldern" heraus.

Da die Mopsfledermaus (B. barbastellus) z. B. auch hinter Holzverschalungen Quartiere bezieht, kann sie auf diese Weise zudem in direkten Kontakt mit giftigen Holzschutzmitteln geraten.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 2
8-3 Bekämpfung von Organismen (Pestizide u.a.)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004a
Seite(n):

352
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D
1.10 Rudolph, B.-U.
"Die Mopsfledermaus ist auf ein ausreichendes Angebot an Kleinschmetterlingen über das ganze Jahr hinweg [...] angewiesen. Dieser hohe Spezialisierungsgrad auf eine Hauptbeutetiergruppe dürfte die Art sehr sensibel gegenüber Umweltveränderungen machen, z. B. hinsichtlich des Rückgangs der Insektendichte durch den Einsatz von Pestiziden oder den direkten Wirkungen der Umweltgifte auf den Organismus. In beidem dürften wesentliche Ursachen für den flächendeckenden Rückgang der Art in Mitteleuropa zu suchen sein, zumal auch der Einsatz von DDT in Wäldern zur Bekämpfung von Kalamitäten von Schmetterlingen bis Ende der 1960er Jahre gebräuchlich war, [...]. Seit 1975 wurde vor allem mit Dimilin, [...] gegen Schadinsekten im Forst vorgegangen."
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 2
8-3 Bekämpfung von Organismen (Pestizide u.a.)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
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1.11 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Rudolph (2004:352f.) stellt dar, dass seit 1975 vor allem mit Dimilin gegen Schadinsekten im Forst vorgegangen wird, so dass der Aspekt der reduzierten Nahrungsverfügbarkeit weiter zum Tragen kommen kann.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 2
8-3 Bekämpfung von Organismen (Pestizide u.a.)
3. Prognosemethoden Jahr:

o. J.
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3.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
I. d. R. erfolgt die Wirkungsbeurteilung durch Überlagerung der vom Projekt entsprechend beeinflussten Flächen mit allen nach den Erhaltungszielen zu bewahrenden bzw. zu entwickelnden (Teil-)Habitaten.

Die betroffenen Habitate bzw. Habitatstrukturen sind hinsichtlich ihrer längerfristigen Entwicklung und der qualitativen Abweichung zu bewerten. Soweit erforderlich, sind unterschiedliche Teilhabitate der Art in der Prognose differenziert zu betrachten. Dabei sind zum einen die absoluten Habitatverluste bzw. -verschlechterungen (m²) sowie die relativen (%) bezogen auf den Gesamtbestand im Gebiet bzw. die funktional zusammengehörenden Habitate der Art zu ermitteln bzw. abzuschätzen.

Darauf aufbauend sind die qualitativen und quantitativen Funktionsverluste für die betroffenen Individuen bzw. (Teil-)Bestände zu beurteilen. Soweit möglich, ist die Prognose durch Vergleich mit standörtlich und strukturell ähnlichen Habitaten bzw. solchen, die bereits entsprechenden Veränderungen unterlagen, abzusichern.

Im jeweiligen Fall können neben dem faktischen Verlust oder der Qualitätsminderung von Habitaten/Habitatstrukturen auch der direkte Verlust von Individuen bzw. eine erhöhte Mortalitäts- und eine verringerte Fortpflanzungsrate eine wesentliche Rolle spielen und sind entsprechend in der Wirkungsprognose zu berücksichtigen.

Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.

Etwaige kumulative Wirkungen additiver oder synergistischer Art durch andere Wirkfaktoren des Projekts / Plans oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten / Plänen sind zu berücksichtigen.

Im Einzelfall können aus Gründen der Prognosesicherheit auch weitergehende Methoden notwendig werden (z. B. Populationsgefährdungsanalysen, s. Rassmus et al. 2003, Lambrecht et al. 2004).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 2
8-3 Bekämpfung von Organismen (Pestizide u.a.)
4. Relevanzschwelle Jahr:

o. J.
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4.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Soweit die Art bzw. deren Habitat nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln ist, wird die Relevanzschwelle grundsätzlich bei jeder Einbringung von Pestiziden in ein (Teil-)Habitat im Gebiet überschritten.

Im Einzelfall können Veränderungen auch außerhalb des Gebietes relevant sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die Bestände der Art im Gebiet aufweisen.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 2
8-3 Bekämpfung von Organismen (Pestizide u.a.)
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

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5.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Die Beeinträchtigungsintensität resultiert einerseits aus der artspezifischen Empfindlichkeit und andererseits aus der Intensität und Dimension der Einbringung von Pestiziden in die Habitate.

Die absolute und die relative Dimension der qualitativen Funktionsminderung betroffener Habitatkomplexe sind wesentliche Größen der Beurteilung.

Wichtig für die Erheblichkeitsbeurteilung sind zudem die funktionale Bedeutung der einzelnen betroffenen Teilhabitate sowie die zeitliche Dimension der Beeinträchtigung (Zeitpunkt, Häufigkeit und Dauer).

Für die Bewertung einer projektbedingt erhöhten Mortalität sind verschiedene artspezifische und populationsbezogene Parameter einzubeziehen. Dazu zählen die natürliche Reproduktionsrate und Sterblichkeit, durchschnittliches Lebensalter der Tiere, Bestandsgrößen und allgemeine Gefährdungssituation (vgl. auch Lambrecht et al. 2004 zu individuenbezogenen Beeinträchtigungen).

Tendenziell sind Arten mit hoher Lebenserwartung und geringerer Reproduktionsrate (K-Strategen) und / oder geringeren Beständen im Schutzgebiet bzw. einer allgemeinen Gefährdungseinstufung und ohnehin negativer Populationsentwicklung stärker beeinträchtigt als Arten mit geringer Lebenserwartung und hoher Reproduktionsrate (r-Strategen) und / oder großen Beständen im Schutzgebiet bzw. einer allgemein weiten Verbreitung und fehlenden Gefährdung in Deutschland (vgl. Bernotat & Dierschke 2021).
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 2
8-3 Bekämpfung von Organismen (Pestizide u.a.)
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

o. J.
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5.02 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Aus Gründen der Vorsorge-Orientierung und der dargestellten Gefährdungsfaktoren und -situation der Art (vgl. hierzu auch Wirkfaktor 4-2) muss die Einbringung von Pestiziden im Bereich von Wochenstuben, sonstigen Sommerquartieren und Winterquartieren i. d. R. als erhebliche Gefährdung angesehen werden und grundsätzlich unterbleiben.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 0
8-4 Freisetzung gentechnisch neuer bzw. veränderter Organismen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
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1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Hinweise auf eine Relevanz dieses Wirkfaktors liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht vor.
1308 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
9 Sonstiges Relevanz des Wirkfaktors: 1
9-1 Sonstiges
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
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1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Es gibt immer wieder Berichte, nach denen Fledermäuse insbesondere in Gebäude-Quartieren Opfer von wildernden Hauskatzen werden (vgl. z. B. Meschede & Rudolph 2004:374f., Haensel et al. 2009:276, Meissner 2009:204, Ancillotto et al. (2013), Kistler et al. 2013:12ff.).

Ein Grund sind tiefliegende bzw. leicht zugängliche Einflugöffnungen, an denen Katzen die regelmäßig ein- und ausfliegenden Tiere problemlos erbeuten können. Als weitere Ursachen gelten generell für Katzen zugängliche Quartiere bzw. erreichbare Hangplätze. Durch offene bzw. verfallene Fenster oder Türen, Lüftungsschächte, Mauerlöcher oder andere Öffnungen können Katzen oder ggf. auch andere Prädatoren eindringen und die sich dort aufhaltenden Fledermäuse erbeuten. Zudem kann bereits eine regelmäßige Störung der Fledermäuse in den Quartieren z. B. während der Überwinterung oder aber auch während der Jungenaufzucht zu erheblichen Beeinträchtigungen führen.

Nach Meschede & Rudolph (2004:373ff.) wurden in Bayern im Zeitraum von 1950-2002 Fledermäuse von 15 Arten 145-mal als Beute von Katzen nachgewiesen. Zwergfledermaus und Kleine Bartfledermaus dominieren, es folgen Braunes Langohr und Zweifarbfledermaus, des weiteren noch Fransenfledermaus, Rauhautfledermaus, Große Mausohren, Mopsfledermaus, Großer Abendsegler, Wasserfledermaus, Breitflügelfledermaus, Große Bartfledermaus, Nordfledermaus, Bechsteinfledermaus, Große Hufeisennase. Vor allem Arten, welche im Siedlungsbereich überwintern und Spaltenquartiere nutzen, sind betroffen (69 %), danach folgen Arten, welche auf Dachböden ihr Quartier beziehen (22 %). Die wenigsten Opfer verzeichnen Arten mit Quartieren in Baumhöhlen (9 %). Fledermausopfer wurden besonders während der Wochenstubenzeit von Mai-August, insbesondere zur Zeit der Jungenaufzucht im Juni und Juli, aber auch in den Wintermonaten registriert.

In der Ruine der Ostquellbrauerei Frankfurt (Oder), die ein bedeutendes Massenwinter- und zum Teil auch ein Schwärmquartier für Fledermäuse darstellt, wurden im Jahr 1994 zahlreiche (45) tote Fledermäuse (Wasserfledermaus, Fransenfledermaus, Großes Mausohr) festgestellt. Grund waren 7 verwilderte Katzen. Diese lauerten an in Erdbodenhöhe befindlichen offenen Kellerfenstern den Fledermäusen auf. Die Katzen wurden umgehend eingefangen und die Kellerfenster zugemauert (Haensel et al. 2009:276).

Zum Schutz der Fledermäuse und ihrer Quartiere sind besondere Schutzmaßnahmen erforderlich. Zugänge können vermauert oder mit Gittern versehen werden. Die Einflugöffnungen sollten zudem gegen Katzen gesichert werden. Hangplätze und Versteckmöglichkeiten sollten so an der Decke angebracht werden, dass sie gegen Katzen geschützt sind (vgl. z. B. auch Meissner 2009:198ff.).

Bearbeitung und Zitiervorschlag: siehe Impressum von