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Fachinformationssystem des BfN zur
FFH-Verträglichkeitsprüfung
Stand: 10. Juni 2025 |
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| 1308 |
Mopsfledermaus
(Barbastella barbastellus) |
| 5 Nichtstoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
5-1 Akustische Reize (Schall)
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Akustische Reize können auf unterschiedliche Weise zu Beeinträchtigungen von Fledermäusen führen.
A: Störung im Bereich der Quartiere
Fledermäuse sind in ihren Quartieren empfindlich gegenüber Störungen, die auch aus akustischen Reizen resultieren können, zumal diese häufig kumulativ mit anderen störenden Wirkfaktoren (z. B. 5-3, 5-4) verbunden und von diesen ursächlich nicht immer eindeutig zu unterscheiden sind.
Konsequenzen von akustischen Störungen in Quartieren können die Aufgabe der Quartiere oder Abwanderung bzw. Vergrämung eines hohen Anteils an Individuen und somit Bestandsrückgang oder Beeinträchtigung bzw. Erlöschen lokaler (Teil-)Bestände sein.
B: Störung im Bereich der Nahrungshabitate
Fledermäuse orientieren sich im Flug und bei der Beutesuche insbesondere aktiv akustisch mittels Echoortung. Bei einzelnen Arten (insbesondere Bechsteinfledermaus, Großes Mausohr, Braunes und Graues Langohr) spielt daneben aber auch eine passiv akustische Orientierung eine Rolle, d. h., sie nutzen die Geräusche der Beutetiere, um diese zu finden. Durch z. B. verkehrsbedingte Verlärmung der Jagdhabitate können diese Beutetiergeräusche teilweise "maskiert" werden. Dadurch kann der Jagderfolg dieser Arten in trassennahen Jagdhabitaten reduziert werden.
Dies wurde von Schaub et al. (2008) im Rahmen von Grundlagenforschung zu den Auswirkungen von Verkehrslärm auf das Verhalten von Großen Mausohren festgestellt (vgl. auch Siemers & Schaub 2010). Dabei wurde ermittelt, dass sich die Frequenzbereiche von Laufkäfergeräuschen und Verkehrslärm weitgehend überlappen und es zu Maskierungseffekten kommen kann, die die Suchzeiten bis zum Beutefang erhöhen und den Jagderfolg der Fledermäuse reduzieren.
Der auf dem F+E-Vorhaben "Zerschneidungswirkungen von Straßen und Schienenverkehr auf Fledermäuse. Quantifizierung und Bewältigung verkehrsbedingter Trennwirkungen auf Fledermauspopulationen als Arten des Anhangs der FFH-Richtlinie" basierende Entwurf der "Arbeitshilfe Fledermäuse und Straßenverkehr" (FÖA Landschaftsplanung 2011:38) sieht einen methodischen Vorschlag zur planerischen Bewertung der Beeinträchtigungen der Habitateignung in Form gradueller Funktionsminderungen (in %) für passiv akustisch ortende Fledermausarten in Abhängigkeit von der Verkehrsbelastung und der Entfernung vom Straßenrand vor. Zu den passiv detektierenden Fledermausarten zählen insbesondere die Arten Bechsteinfledermaus, Großes Mausohr und die beiden Langohr-Arten.
Auch Steck & Brinkmann (2013:169) schlagen für diese Arten die planerische Berücksichtigung gradueller Funktionsminderungen - der Einfachheit halber in Form einer linearen Abnahme der Beeinträchtigung vor (zwischen 100 % unmittelbar am Straßenrand und 0 % in einer Entfernung von 50 m).
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Mopsfledermaus
(Barbastella barbastellus) |
| 5 Nichtstoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
5-1 Akustische Reize (Schall)
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2003 |
Seite(n):
497
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Qualifizierung
der Quelle:
A |
| 1.02 |
Nagel, A. |
"Die Mopsfledermaus gilt als am Quartier störungsanfällige [...] Art".
| 1308 |
Mopsfledermaus
(Barbastella barbastellus) |
| 5 Nichtstoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
5-1 Akustische Reize (Schall)
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2004b |
Seite(n):
366f.
|
Qualifizierung
der Quelle:
C |
| 1.03 |
Rudolph, B.-U. |
"Problematisch erscheinen [...] Störungen durch Feste und andere Feiern in Verbindung mit Lagerfeuern in Eingangsbereich von Höhlen."
| 1308 |
Mopsfledermaus
(Barbastella barbastellus) |
| 5 Nichtstoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
5-1 Akustische Reize (Schall)
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
1995 |
Seite(n):
940
|
Qualifizierung
der Quelle:
C |
| 1.04 |
Thomas, D. W. |
Der Autor weist in einem (mit 1.300 Tieren besetzten) Winterquartier in Kanada nach, dass die Fledermausaktivität nach Besuchen von Menschen "dramatisch zunimmt". 30 Minuten nach dem Besuch beginnt die Aktivität zu steigen, erreicht 1 bis 7,5 Stunden später seinen Höhepunkt und ist noch nach 2,5 bis 8,5 Stunden signifikant höher.
| 1308 |
Mopsfledermaus
(Barbastella barbastellus) |
| 5 Nichtstoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
5-1 Akustische Reize (Schall)
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2004a |
Seite(n):
352-353
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Qualifizierung
der Quelle:
D |
| 1.05 |
Rudolph, B.-U. |
Störungen der Schwarm- und der Winterquartiere (z. B. durch Höhlentourismus, Feuerstellen, Freizeitaktivitäten im Höhleneingangsbereich) stellen schwerwiegende Beeinträchtigungen dar und müssen vermieden werden (Rudolph 2004:352f.). Neben Freizeitaktivitäten spielen v. a. Nutzungsänderungen von Kellern und Stollen eine wichtige Rolle (z. B. Pläne zur Nutzung alter Bahntunnel, Renovierung von Gewölben und Kasematten in Burgen, touristische Nutzung von Gewölben) (nach Rudolph 2004:352).
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Mopsfledermaus
(Barbastella barbastellus) |
| 5 Nichtstoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
5-1 Akustische Reize (Schall)
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.06 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Bei der Mopsfledermaus gibt es neben Wochenstuben und Winterquartieren weitere essenzielle Teilhabitate im Jahreslebensraum, wie Männchenquartiere, Paarungsquartiere und Schwärmquartiere, die ebenso traditionell genutzt und über Jahre hinweg aufgesucht werden (Meschede & Rudolph 2004). Diese sind für den Fortbestand einer Population ebenso notwendig und bedürfen des besonderen Schutzes, insbesondere vor Störungen (Meschede & Rudolph 2004:91), und müssen bei der Beurteilung der Wirkfaktoren ebenso wie Wochenstuben oder Winterquartiere berücksichtigt werden. Für Höhlen kann sich neben ihrer Funktion als Winterquartiere auch die als Schwärmquartiere im (Spät-)Sommer bzw. Herbst ergeben (Meschede & Rudolph 2004:86ff.).
Störungen (z. B. durch Freizeitaktivitäten, Höhlenerkundung, Höhlentourismus, Feuerstellen, touristische Erschließung etc.) von Schwärmquartieren stellen eine wesentliche Gefährdung für Fledermäuse dar, wobei die überregionale Bedeutung (oft ein Einzugsgebiet der Schwärmquartiere von bis zu 100 km) besonders zu berücksichtigen ist.
| 1308 |
Mopsfledermaus
(Barbastella barbastellus) |
| 5 Nichtstoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
5-1 Akustische Reize (Schall)
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2004 |
Seite(n):
246
|
Qualifizierung
der Quelle:
D |
| 1.07 |
Bach, L. & Rahmel, U. |
"Schröder (1997) konnte zeigen, dass einige WEA-Typen Ultraschall bis 32 kHz emittieren, andere dagegen nicht. Fledermäuse reagieren auf Ultraschall, wenn sich die Intensität und / oder die Frequenzen der Emission im Bereich der eigenen Lautäußerung bewegt (Neuweiler 1980, Schmidt & Joermann 1986, Simmons et al. 1978). Von Einzelbeobachtungen unterschiedlicher Art abgesehen, ist bislang jedoch nichts darüber bekannt, wie Fledermäuse auf Ultraschall emittierende WEA reagieren."
Unklar ist, ob die Beobachtungen von Schröder (1997) an damaligen Anlagen auf heutige Anlagen übertragbar sind (Anmerkung BearbeiterInnen).
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Mopsfledermaus
(Barbastella barbastellus) |
| 5 Nichtstoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
5-1 Akustische Reize (Schall)
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.08 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Brinkmann et al. (2008:45) stufen die Empfindlichkeit der Art gegenüber verkehrsbedingten Lärmemissionen auf einer 5-stufigen Skala als "gering (?)" ein.
| 1308 |
Mopsfledermaus
(Barbastella barbastellus) |
| 5 Nichtstoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
5-1 Akustische Reize (Schall)
| 3. Prognosemethoden
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Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 3.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
I. d. R. erfolgt die Wirkungsbeurteilung durch Überlagerung der vom Projekt entsprechend beeinflussten Flächen mit allen nach den Erhaltungszielen zu bewahrenden bzw. zu entwickelnden (Teil-)Habitaten.
Die betroffenen Habitate bzw. Habitatstrukturen sind hinsichtlich ihrer längerfristigen Entwicklung und der qualitativen Abweichung zu bewerten. Soweit erforderlich, sind unterschiedliche Teilhabitate der Art in der Prognose differenziert zu betrachten. Dabei sind zum einen die absoluten Habitatverluste bzw. -verschlechterungen (m²) sowie die relativen (%) bezogen auf den Gesamtbestand im Gebiet bzw. die funktional zusammengehörenden Habitate der Art zu ermitteln bzw. abzuschätzen.
Darauf aufbauend sind die qualitativen und quantitativen Funktionsverluste für die betroffenen Individuen bzw. (Teil-)Bestände zu beurteilen. Soweit möglich, ist die Prognose durch Vergleich mit standörtlich und strukturell ähnlichen Habitaten bzw. solchen, die bereits entsprechenden Veränderungen unterlagen, abzusichern.
Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.
Etwaige kumulative Wirkungen additiver oder synergistischer Art durch andere Wirkfaktoren des Projekts / Plans oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten / Plänen sind zu berücksichtigen.
Im Einzelfall können aus Gründen der Prognosesicherheit auch weitergehende Methoden notwendig werden (z. B. Populationsgefährdungsanalysen, s. Rassmus et al. 2003, Lambrecht et al. 2004).
| 1308 |
Mopsfledermaus
(Barbastella barbastellus) |
| 5 Nichtstoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
5-1 Akustische Reize (Schall)
| 4. Relevanzschwelle
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Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 4.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Soweit die Bestände der Art bzw. ihre Habitate nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln sind, wird die Relevanzschwelle grundsätzlich bei jeder möglichen signifikanten Störung der Individuen bzw. ihrer (Teil-) Habitate im Gebiet überschritten.
Da Arten unterschiedlich empfindlich sind, können als Relevanzschwelle nur Fachkonventionen oder artspezifische Orientierungswerte herangezogen werden.
Im Einzelfall können Störungen auch außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-) Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die Bestände der Art im Gebiet aufweisen.
| 1308 |
Mopsfledermaus
(Barbastella barbastellus) |
| 5 Nichtstoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
5-1 Akustische Reize (Schall)
| 5. Erheblichkeitsschwelle
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Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 5.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Die Beeinträchtigungsintensität resultiert einerseits aus der artspezifischen Empfindlichkeit und andererseits aus der Intensität und Dimension der akustischen Reize.
Die absolute und die relative Dimension des Habitatverlustes bzw. seiner qualitativen Funktionsminderung sind wesentliche Größen der Beurteilung.
Wichtig für die Erheblichkeitsbeurteilung sind zudem die funktionale Bedeutung der einzelnen betroffenen Flächen / Teilhabitate sowie die zeitliche Dimension der Beeinträchtigung (Zeitpunkt, Häufigkeit und Dauer).
In bestimmten Fällen kann der Konventionsvorschlag für direkten Flächenentzug / -verlust in Habitaten zur Orientierung herangezogen werden (s. Wirkfaktor 1-1). Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die in diesem Ansatz integrierten Orientierungswerte für vollständige / dauerhafte Habitatverluste konzipiert wurden. Für graduelle Funktionsminderungen sind dagegen eigenständige Bewertungsansätze zu entwickeln oder die Funktionsverluste müssten als (ggf. prozentuale) Funktionsminderung bilanziert und dann mit den Orientierungswerten des Konventionsvorschlags ins Verhältnis gesetzt werden (vgl. Beispiel in Lambrecht & Trautner 2007:83).
| 1308 |
Mopsfledermaus
(Barbastella barbastellus) |
| 5 Nichtstoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
2 |
5-1 Akustische Reize (Schall)
| 5. Erheblichkeitsschwelle
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Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 5.02 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Wenn durch geplante Projekte oder Pläne die Wirkfaktoren der Gruppe 5 (nicht-stoffliche Einwirkungen, 5-1 bis 5-5, insbesondere akustische, optische und mechanische Einwirkungen) aller Voraussicht nach zur Aufgabe oder zu völligen oder teilweisen Funktionsverlusten von Sommer- oder Winterquartieren oder von Paarungs- und Schwärmquartieren im Schutzgebiet führen, sind diese im Regelfall als eine erhebliche Beeinträchtigung zu werten.
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Mopsfledermaus
(Barbastella barbastellus) |
| 5 Nichtstoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
5-2 Optische Reizauslöser / Bewegung (ohne Licht)
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Das Sehvermögen von Fledermäusen ist unterschiedlich gut entwickelt, woraus eine artspezifisch unterschiedliche Empfindlichkeit gegenüber optischen Reizauslösern resultiert. Ein Teil der Arten verfügt in der Dämmerung über ein besseres Sehvermögen als der Mensch (Neuweiler 1993:237f.).
Außerdem dient der Sehsinn hauptsächlich zur Wahrnehmung von weit entfernten Landschaftselementen (Boonman et al. 2013).
Bei nachgewiesenen Störereignissen in Quartieren ist oft nicht klar zu unterscheiden, welchen Anteil die häufig kumulativ auftretenden Wirkfaktoren 5-1 bis 5-5 jeweils daran hatten.
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Mopsfledermaus
(Barbastella barbastellus) |
| 5 Nichtstoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
5-3 Licht
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
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Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Anthropogene Lichtquellen können auf unterschiedliche Weise zu Beeinträchtigungen von Fledermäusen führen.
A: Störung an und in den Quartieren
Gegenüber der Beleuchtung von Quartieren oder Ausflugöffnungen sind unterschiedliche Reaktionen bekannt. Sommerquartiere wie Kirchen und Schlösser werden vielerorts in der Nacht angestrahlt. Dadurch fliegen Licht-empfindliche Arten später aus; die ersten insektenreichen Stunden der Nacht fehlen dann zur Nahrungssuche. Dies kann eine Beeinträchtigung einer lokalen Population darstellen (vgl. Beispiele bei Reiter & Zahn 2006 oder Lewanzik & Voigt 2016:67). Boldog et al. (2007) stellten fest, dass die Beleuchtung von Wochenstuben einen negativen Einfluss auf Gewicht und Größe von Jungtieren haben kann. Die Meidung ausgeleuchteter Bereiche kann in Quartieren im schlimmsten Fall zur Aufgabe des Quartiers führen.
Auch neuere Literatur (Zschorn & Fritze 2022) bestätigen die negativen Auswirkungen von Lichteinstrahlung auf Fledermäuse in und an Quartieren. Als Folge von Beleuchtung innerhalb der Quartiere oder des Anstrahlens der Ein- und Ausflugsöffnungen werden "erhebliche Beeinträchtigungen, die eine Störung, eine Aufgabe (=Verlust) des Quartiers und im schlimmsten Fall sogar eine Schädigung der Tiere bedeuten können" genannt. Auch während des Winterschlafs reagieren Fledermäuse äußerst sensibel gegenüber Störungen wie künstlichem Licht (Stone et al. 2015).
B: Störung in Nahrungshabitaten und auf Flugrouten
Die Ausleuchtung von Nahrungshabitaten sowie von Flugrouten bzw. zentralen Querungspunkten wie Straßenunterführungen kann bei empfindlichen Arten zu Meidereaktionen führen (vgl. z. B. Limpens et al. 2005:14, Biedermann et al. 2007:16f., Stone et al. 2012, Le Gouil 2012, Brinkmann et al. 2012:32ff. oder Lewanzik & Voigt 2016:66).
Insbesondere z. T. relativ langsam fliegende Waldfledermausarten meiden Licht, da sie sich durch gestört fühlen bzw. da sie als Arten einem höheren Prädationsdruck durch Eulen ausgesetzt sein könnten (Rydell et al. 1996, Brinkmann 2012:32, Altringham & Kerth 2016:44). Wasserfledermäuse, Mausohren und Kleine Hufeisennasen reduzieren die Nutzung von Flugrouten oder verlagern sie bei Beleuchtung (Stone et al. 2009, BMVBS 2011:39, Brinkmann 2012:32, Arthur & Feneron 2012).
Als lichtempfindliche Arten gelten grundsätzlich die Arten der Gattungen Rhinolophus, Myotis und Plecotus (vgl. z. B. Altringham & Kerth 2016:44) bzw. nach Brinkmann (2012:38ff.), BMVBS (2011:44ff.) oder Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr SH (2011:84) folgende Arten: Große und Kleine Hufeisennase, Großes Mausohr, Wasserfledermaus, Teichfledermaus, Bechsteinfledermaus, Große und Kleine Bartfledermaus, Fransenfledermaus, Graues und Braunes Langohr.
Als gering oder nicht lichtempfindliche Arten gelten Zwergfledermaus, Weißrandfledermaus, Mückenfledermaus, Rauhautfledermaus, Großer und Kleiner Abendsegler, Breitflügelfledermaus, Nordfledermaus und Zweifarbfledermaus.
C: Anlockung an künstliche Lichtquellen und ggf. damit verbundener Falleneffekt
Andere Fledermausarten suchen gezielt Lichtquellen wie z. B. Straßenlaternen auf, um die dort - insbesondere durch Lampentypen mit hohem Anteil an kurzwelligem Licht-- verstärkt angelockten Insekten zu jagen (vgl. z. B. Rydell & Racey 1995, Shiel & Fairley 1998, Dietz et al. 2007, Lewanzik & Voigt 2016:66 oder Zusammenstellung bei Bernotat & Dierschke 2021).
Danach jagen typischerweise an Straßenlaternen: Zwergfledermaus, Weißrandfledermaus, Breitflügelfledermaus, Großer Abendsegler, Kleiner Abendsegler, Rauhautfledermaus, Mückenfledermaus, Alpenfledermaus, Zweifarbfledermaus, Langflügelfledermaus und Nordfledermaus.
Eine Anlockung an Verkehrswegebeleuchtungen birgt ein erhöhtes Unfallrisiko für die jagenden Fledermäuse (vgl. z. B. auch Haensel & Rackow 1996:39, Richarz 2000:74, FGSV 2008:45, Brinkmann et al. 2012:32, Altringham & Kerth 2016:44).
Differenzierte Ausführungen zum Sehvermögen, zu Stör- oder Anlockwirkungen von künstlichen Lichtquellen auf Fledermäuse sowie Ansätze zur Vermeidung finden sich z. T. in den nachfolgenden artbezogenen Datensätzen oder z. B. bei:
Brinkmann et al. (2012:32ff.), Lewanzik & Voigt (2013) oder Rowse et al. (2016), Pauwels et al. (2021), Zschorn & Fritze (2022), Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (Hrsg.) (2023).
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Mopsfledermaus
(Barbastella barbastellus) |
| 5 Nichtstoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
5-3 Licht
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.02 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Die Empfindlichkeit gegenüber verkehrsbedingten Lichtemissionen (z. B. durch Straßen, Straßenverkehr und Straßenbeleuchtung) wird von Brinkmann et al. (2012:38ff.) auf einer 3-stufigen Skala als "hoch (?)" eingeschätzt.
Der Leitfaden-Entwurf des BMVBS (2011:44ff.) geht von "schwach meidend" aus.
| 1308 |
Mopsfledermaus
(Barbastella barbastellus) |
| 5 Nichtstoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
5-3 Licht
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2018 |
Seite(n):
9
|
Qualifizierung
der Quelle:
D |
| 1.03 |
Apozna?ski, G., Sánchez-Navarro, S., Kokurewicz, T., Pettersson, S. & Rydell, J. |
Apozna?ski et al. (2018:9) vermuten eine hohe Lichtempfindlichkeit der Mopsfledermaus (B. barbastellus) und empfehlen daher ungestörte Dunkelheit, um die Bestände dieser Art zu schützen: "Finally, we noticed during our study that the entire home ranges of the barbastelles [...] was free of street-lights and other forms of outdoor lighting, the red warning lights on top of the wind turbines being the only exceptions."
| 1308 |
Mopsfledermaus
(Barbastella barbastellus) |
| 5 Nichtstoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
5-3 Licht
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2019 |
Seite(n):
127f., 131
|
Qualifizierung
der Quelle:
A |
| 1.04 |
Russo, D., Ancillotto, L., Cistrone, L., Libralato, N., Domer, A., Cohen, S. & Korine, C. |
Russo et al. (2019:127f., 131) untersuchten die Auswirkungen von künstlichem Licht auf das Trinkverhalten von Fledermäusen in Wäldern in Italien (n=6). Für Waldspezialisten, darunter die Mopsfledermaus (B. barbastellus), ergab sich ein stark signifikanter negativer Effekt von nächtlicher Beleuchtung auf das Trinkverhalten. Das Trinkverhalten veränderte sich nicht über die Zeit, so dass nicht von einer Gewöhnung an konstante Beleuchtung ausgegangen werden kann. Eine mögliche Gewöhnung nach mehreren Tagen oder Wochen wurden nicht untersucht, da eine Gefährdung der Tiere durch die Untersuchung vermieden werden sollte. Die Autor*innen gehen jedoch nicht von einer langfristigen Gewöhnung aus, sondern vermuten, dass künstliche Beleuchtung Trinkmöglichkeiten ungeeignet macht. Zudem äußern sie aufgrund der Ergebnisse auch Bedenken gegenüber der Beleuchtung von Teichen in Stadt- und Landschaftsparks. Als Maßnahmen werden eine zeitlich begrenzte Beleuchtung (außerhalb der kritischen ersten vier Stunden der Nacht) sowie eine "intelligente" Beleuchtung, die sich nur bei Bedarf einschaltet, genannt.
| 1308 |
Mopsfledermaus
(Barbastella barbastellus) |
| 5 Nichtstoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
5-4 Erschütterungen / Vibrationen
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Erschütterungen durch Bau- und Betriebsprozesse, Sprengungen, Baumfällungen etc. können auf Fledermäuse direkte und indirekte Auswirkungen haben (vgl. auch Limpens et al. 2005:20, Summers et al. 2023). Sie können in den Quartieren und dabei v. a. in den Winterquartieren relevant werden. Problematisch sind u. a. Erschütterungen, die zu Störungen z. B. durch Erwachen während der Winterruhe führen.
Erschütterungen können auch durch den Einsturz von Höhlenbereichen, Stollen, Spalten etc. oder das Verschütten von Ein- bzw. Ausgängen zu partiellem oder völligem Habitatverlust und ggf. zu hohen Individuenverlusten führen.
| 1308 |
Mopsfledermaus
(Barbastella barbastellus) |
| 5 Nichtstoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
5-4 Erschütterungen / Vibrationen
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
1997 |
Seite(n):
10f.
|
Qualifizierung
der Quelle:
C |
| 1.02 |
Anlauf, A., Kallasch, C. & Lehnert, M. |
Die Recherchen der Autoren ergeben, dass Vibrationen im Winterquartier von unter 30 Minuten Dauer weniger kritisch sind als längere Ereignisse. Sehr problematisch sind demnach Ereignisse, die mehrere Stunden anhalten.
| 1308 |
Mopsfledermaus
(Barbastella barbastellus) |
| 5 Nichtstoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
5-4 Erschütterungen / Vibrationen
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
2006 |
Seite(n):
344-358
|
Qualifizierung
der Quelle:
D |
| 1.03 |
Haensel, J. & Thomas, H.-P. |
Eine Übersicht zu den Auswirkungen von Sprengungen (oder vergleichbaren Erschütterungen) auf Fledermäuse, insbesondere winterschlafende Tiere, liefern Haensel & Thomas (2006). Demnach ist der Kenntnisstand zur Problematik sehr gering, Langzeit-Untersuchungen und Messungen scheinen nicht vorzuliegen. Die Autoren folgern aus einer umfangreichen Literatursichtung und eigenen Erfahrungen, dass "Fledermäuse, die zum Winterschlaf freiwillig auch solche Quartiere aufsuchen, in deren nächster Umgebung Sprengungen (oder andere vergleichbare Ereignisse) stattfinden, dadurch offensichtlich nicht erkennbar beeinträchtigt werden." Weiter wird eine Reihe von Hinweisen zur Intensität, zu Stäuben oder zu Sprengpausen gegeben.
Die Autoren halten eine Schutzzone von 250 m (Winterquartier zu Abbaugebiet) in Anbetracht der Tatsache, dass sich Fledermäuse gegenüber Erschütterungen und Lärm tolerant erweisen und Gewöhnungseffekte festzustellen sind, für ausreichend. Zur Gefahrenvermeidung sollten vom 1. November bis 31. März keine Sprengungen in unmittelbarer Nähe (Minimum: 100 m davon entfernt) stattfinden.
| 1308 |
Mopsfledermaus
(Barbastella barbastellus) |
| 5 Nichtstoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
5-5 Mechanische Einwirkung (Wellenschlag, Tritt)
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
o. J. |
Seite(n):
|
Qualifizierung
der Quelle:
E |
| 1.01 |
BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) |
Mechanische Einwirkungen können sich insbesondere während der Winterruhe negativ auf Fledermäuse auswirken.
Auf die möglichen betriebsbedingten Auswirkungen von Windenergieanlagen wird unter Wirkfaktor 4-2 eingegangen.
| 1308 |
Mopsfledermaus
(Barbastella barbastellus) |
| 5 Nichtstoffliche Einwirkungen |
Relevanz des Wirkfaktors: |
1 |
5-5 Mechanische Einwirkung (Wellenschlag, Tritt)
| 1. Empfindlichkeiten/Wirkungen
|
Jahr:
1991 |
Seite(n):
1087ff.
|
Qualifizierung
der Quelle:
C |
| 1.02 |
Speakman, J. R., Webb, P. I. & Racey, P. A. |
Die Autoren untersuchten Reaktionen der winterschlafenden Fledermäuse auf verschiedene Störungsarten im Winterquartier. Signifikante Reaktionen wurden nach Berührungsreizen festgestellt.
Bearbeitung und Zitiervorschlag: siehe Impressum von FFH-VP-Info