FFH-VP-Info

Fachinformationssystem des BfN
zur FFH-Verträglichkeitsprüfung

Stand: 10. Juni 2025
Bundesamt für Naturschutz
1361 Luchs (Lynx lynx)
1 Direkter Flächenentzug Relevanz des Wirkfaktors: 3
1-1 Überbauung / Versiegelung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Überbauung / Versiegelung führt grundsätzlich zum vollständigen und i. d. R. dauerhaften Verlust der Lebensraumfunktionen der betreffenden Flächen und ihrer Eignung als Habitat der Art (s. "Vertiefende Ausführungen" unter "Wirkfaktoren").

Der Verlust essentieller (Teil-)Habitate senkt die Überlebenswahrscheinlichkeit und kann in Abhängigkeit von der Jahreszeit, der Größe des Bestandes und dem Angebot an Ausweichmöglichkeiten zum lokalen oder regionalen Erlöschen der Art führen.

Konsequenzen können - abhängig vom Umfang - z. B. Verlust von Teilhabitaten, Verringerung der Fortpflanzungsrate bzw. der Überlebenswahrscheinlichkeit von Individuen, Bestandsrückgang oder Beeinträchtigung bzw. Erlöschen lokaler (Teil-)Bestände sein.
1361 Luchs (Lynx lynx)
1 Direkter Flächenentzug Relevanz des Wirkfaktors: 3
1-1 Überbauung / Versiegelung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2015
Seite(n):

276
Qualifizierung der Quelle:
B
1.02 Bouyer, Y., Gervasi, V., Poncin, P., Beudels-Jamar, R. C., Odden, J. & Linnell, J. D. C.
Bouyer et al. (2015b:276) untersuchten die Toleranz des Eurasischen Luchses gegenüber anthropogenen Störungen in Südost-Norwegen. Hierbei zeigte sich, dass Luchse offenbar gut an dicht besiedelte und anthropogen veränderte ländliche Gebiete angepasst waren (solange im Gebiet Waldflächen zur Verfügung standen). Die Aktionsräume der untersuchten Tiere erstreckten sich zwar über Dörfer und Städte, allerdings drangen sie fast nie in bebaute Gebiete ein, sondern hielten sich nur in den Randbereichen auf.
1361 Luchs (Lynx lynx)
1 Direkter Flächenentzug Relevanz des Wirkfaktors: 3
1-1 Überbauung / Versiegelung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2015
Seite(n):

7
Qualifizierung der Quelle:
A
1.03 Kowalczyk, R., Górny, M. & Schmidt, K.
Die Fragmentierung von Luchshabitaten könnte nach wie vor einen der Hauptfaktoren darstellen, welcher das Wachstum und die Ausbreitung der Bestände behindert, da Ausbreitung und Genfluss zwischen den Beständen starken Randeffekten bezüglich der Mortalität unterworfen sind (Kowalczyk et al. 2015:7). Dies unterstreicht die Notwendigkeit der Verknüpfung von Lebensräumen durch ökologische Korridore und die Einrichtung von geeigneten Querungshilfen an Strukturen mit Barrierewirkung als wichtige Maßnahmen für den erfolgreichen Schutz des Luchses.
1361 Luchs (Lynx lynx)
1 Direkter Flächenentzug Relevanz des Wirkfaktors: 3
1-1 Überbauung / Versiegelung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2019
Seite(n):

4
Qualifizierung der Quelle:
A
1.04 Signer, J., Filla, M., Schoneberg, S., Kneib, T., Bufka, L., Belotti, E. & Heurich, M.
Im ostbayerischen Böhmerwald untersuchten Signer et al. (2019:4) den Einfluss von Felsformationen auf die Wahl der Ruheplätze von Eurasischen Luchsen. Die Autor*innen konnten zeigen, dass Felsen zu einer verbesserten Eignung eines Ortes als Ruheplatz beitragen können. Dies gilt vor allem dann, wenn diese Orte eine Distanz von mehr als 200 m zu Straßen aufweisen und bestenfalls auf einem Hügel statt in flachem Gelände liegen. Um diese Plätze für den Luchs zu erhalten, sollten solche Orte beim Ausbau von Infrastruktur gemieden werden.
1361 Luchs (Lynx lynx)
1 Direkter Flächenentzug Relevanz des Wirkfaktors: 3
1-1 Überbauung / Versiegelung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2017
Seite(n):

6377
Qualifizierung der Quelle:
A
1.05 Filla, M., Premier, J., Magg, N., Dupke, C., Khorozyan, I., Waltert, M., Bufka, L. & Heurich, M.
Untersuchungen von Filla et al. (2017:6367) zur Habitatwahl des Eurasischen Luchses im Böhmerwald an der deutsch-tschechischen Grenze ergaben, dass Luchse tagsüber Wege mit einer Distanz von 300 m und Siedlungen mit einer Distanz von 1.000 m mieden.
1361 Luchs (Lynx lynx)
1 Direkter Flächenentzug Relevanz des Wirkfaktors: 3
1-1 Überbauung / Versiegelung
2. Regenerationsfähigkeit Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
2.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Die Regenerationsfähigkeit ist nur unter der Voraussetzung der Wiederherstellung der notwendigen strukturellen, standörtlichen und funktionalen Habitatbedingungen (z. B. Bodenparameter, Struktur, Flächengröße) sowie einer hohen Wahrscheinlichkeit der Wiederbesiedlung gegeben. Im Falle stofflicher Belastung (s. Wirkfaktorgruppe 6) als Ursache eines Bestandsrückgangs oder -verlustes ist neben der Beseitigung der Belastungsquelle ggf. auch die Sanierung erforderlich.

Die zeitliche Dimension ist bei der Beurteilung zu beachten. In bestimmten Fällen können derzeit (noch) nicht geeignete Flächen in kürzeren als den für entsprechende Lebensraumtypen angenommenen Regelzeiträumen (s. Riecken et al. 2006 u. a.) als Habitat entwickelt werden.

Unter Berücksichtigung der bodengebundenen Ausbreitung der Individuen und ihrer Empfindlichkeit gegenüber Barrieren und Mortalität ist für eine erfolgreiche Regeneration eine vorhandene Population im Umfeld mit relativ durchlässiger Landschaftsstruktur dazwischen Voraussetzung. In Räumen, in denen die Art insgesamt noch gut verbreitet ist, ist eine Besiedlung geeigneter Standorte innerhalb der artspezifischen Ausbreitungsdistanzen zu erwarten (vgl. auch Angaben zur Mobilität unter "Raumbedarf und Aktionsräume von Arten").

Im Falle einer projektbedingten Barrierewirkung (s. Wirkfaktorgruppe 4) kann diese streng genommen nur durch Vermeidungsmaßnahmen reduziert oder durch die Wiederherstellung oder Neuschaffung entsprechender räumlich-funktionaler Verbindungen zwischen den betroffenen Teilhabitaten an anderer Stelle kompensiert werden.

Eine etwaige projektbedingt erhöhte Mortalität kann nur durch Vermeidungsmaßnahmen reduziert oder durch Kohärenzsicherungsmaßnahmen auf Populationsebene kompensiert werden.
1361 Luchs (Lynx lynx)
1 Direkter Flächenentzug Relevanz des Wirkfaktors: 3
1-1 Überbauung / Versiegelung
3. Prognosemethoden Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
3.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
I. d. R. erfolgt die Wirkungsbeurteilung durch Überlagerung der vom Projekt beanspruchten Flächen mit allen nach den Erhaltungszielen zu bewahrenden bzw. zu entwickelnden (Teil-)Habitaten.

Dabei sind zum einen die absoluten Habitatverluste (m²) und zum anderen die relativen Habitatverluste (%) bezogen auf den Gesamtbestand im Gebiet bzw. die funktional zusammengehörenden Habitate der Art zu ermitteln. Darauf aufbauend sind die qualitativen und quantitativen Funktionsverluste für die betroffenen Individuen bzw. (Teil-)Bestände zu beurteilen.

Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.

Etwaige kumulative Wirkungen additiver oder synergistischer Art durch andere Wirkfaktoren des Projekts / Plans oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten / Plänen sind zu berücksichtigen.

Im Einzelfall können aus Gründen der Prognosesicherheit auch weitergehende Methoden notwendig werden (z. B. Populationsgefährdungsanalysen, s. Rassmus et al. 2003, Lambrecht et al. 2004).
1361 Luchs (Lynx lynx)
1 Direkter Flächenentzug Relevanz des Wirkfaktors: 3
1-1 Überbauung / Versiegelung
4. Relevanzschwelle Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
4.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Soweit die Bestände der Art und ihre Habitate nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln sind, wird die Relevanzschwelle grundsätzlich bei jedem Flächenentzug in einem (Teil-)Habitat im Gebiet unabhängig vom insgesamt zu erwartenden Umfang überschritten.

Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.

Literaturangaben als Orientierungswerte für Aktionsräume, Wanderdistanzen bzw. Ausbreitungspotenzial sowie zu Flächenansprüchen sind - soweit für die Art nach aktuellem Auswertungsstand verfügbar - separat unter "Raumbedarf und Aktionsräume von Arten" zusammengestellt.
1361 Luchs (Lynx lynx)
1 Direkter Flächenentzug Relevanz des Wirkfaktors: 3
1-1 Überbauung / Versiegelung
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
5.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Von Lambrecht & Trautner (2007) wurden basierend auf Lambrecht et al. (2004) Fachkonventionen entwickelt, die einer einheitlicheren und nachvollziehbaren Beurteilung der Erheblichkeit von Beeinträchtigungen im jeweiligen Einzelfall dienen. Nach den Fachkonventionen ist die direkte und dauerhafte Inanspruchnahme eines nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahrenden oder zu entwickelnden (Teil-)Habitats der Art innerhalb des Gebiets im Regelfall eine erhebliche Beeinträchtigung.

Dies berücksichtigt u. a., dass Ausweichmöglichkeiten bei Habitatverlusten i. d. R. dadurch stark eingeschränkt sind, dass gerade bei spezialisierten Arten das Vorhandensein günstiger bzw. geeigneter Lebensräume ohnehin schon bestandslimitierend wirkt oder ein Wechsel in benachbarte Gebiete aufgrund intraspezifischer oder interspezifischer Konkurrenzverhältnisse nicht erfolgreich möglich ist.

Ein Habitatverlust kann im Rahmen der Fachkonventionen jedoch im Einzelfall auch als nicht erheblich eingestuft werden, wenn verschiedene qualitativ-funktionale, quantitativ absolute und relative sowie kumulative Aspekte gemeinsam erfüllt sind und alle Wirkfaktoren berücksichtigt werden.

Hierbei werden ggf. essentielle / obligate Teilhabitate von fakultativen Teilhabitaten unterschieden. Im Hinblick auf die quantitative Dimension basiert die Fachkonvention darauf, dass bei Tieren mit großen Aktionsräumen auch größere Habitatverluste noch tolerierbar sein können als bei Tieren mit kleinen Aktionsräumen. Zudem wird jeder gebietsbezogene Einzelfall u. a. dahingehend berücksichtigt, dass bei sehr großen Gebietsbeständen einer Art neben dem Grund-Orientierungswert noch höhere Orientierungswerte für ggf. noch tolerable Verluste angegeben werden.

Die in den Fachkonventionen vorgeschlagenen Schwellenwerte für eine quantitative 'Nicht-Erheblichkeit' sind fachliche Orientierungswerte. Diese wie auch die Fachkonventionen überhaupt sollen und können die Einzelfallbeurteilung und einen entsprechenden fachlichen Begründungszusammenhang nicht ersetzten, sondern sie sollen hierfür eine objektive Orientierung und Hilfestellung bieten.

Die Fachkonventionen stellen den bislang differenziertesten wissenschaftlichen und zugleich einzigen lebensraumtyp- und artspezifischen Methodenansatz zur Bestimmung der Erheblichkeit entsprechender Beeinträchtigungen dar. Sie sind daher für ihren Anwendungsbereich als Stand von Wissenschaft und Praxis anzusehen.

Die Fachkonventionen wurden inzwischen vielfach in FFH-Verträglichkeitsprüfungen in der Praxis angewandt, von der LANA wohlwollend zur Kenntnis genommen (14.09.2007), in Leitfäden empfohlen und in der Rechtsprechung u. a. des Bundesverwaltungsgerichts anerkannt (vgl. z. B. BVerwG v. 12.03.2008, Az. 9 A 3.06, u.a. Rn. 125; BVerwG v. 09.07.2008, Az. 9 A 14.07, u.a. Rn. 64; BVerwG v. 13.05.2009, Az. 9 A 73.07, u.a. Rn. 50; BVerwG v. 12.06.2019, Az. 9 A 2/18, Rn. 67; Niedersächsisches OVG v. 10.11.2008, Az. 7 KS 1/05, S. 26f.; Bay. VGH v. 30.09.2009, Az. 8 A 05.40050, Rn. 61ff.; Sächsisches OVG v. 8.9.2020, Az. 4 C 18/17, Rn. 119ff.). Auch für den Bereich der Tierarten werden die Fachkonventionen inzwischen in der Rechtsprechung grundsätzlich bestätigt, vgl. z.B. BVerwG zur A 33 (BVerwG, Urt. v. 6.11.2012, Az. 9 A 17.11, Rn. 46 f.) oder zur A 49 (BVerwG, Urt. v. 23.04.2014, Az. 9 A 25.12, z. B. Rn. 66), Niedersächsisches OVG v. 23.05.2019, Az. 7 KS 78/17, Rn. 94 ff. oder Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg v. 18.06.2024, Az. 10 S 1546/23, Rn. 96ff.

Im Einzelfall kann darüber hinaus ein direkter Flächenentzug auch außerhalb des Schutzgebietes erheblich sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die Bestände der Art im Gebiet aufweisen.
1361 Luchs (Lynx lynx)
1 Direkter Flächenentzug Relevanz des Wirkfaktors: 3
1-1 Überbauung / Versiegelung
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

2007
Seite(n):

43ff.
Qualifizierung der Quelle:
E
5.02 Lambrecht, H. & Trautner, J.
Fachkonventionsvorschlag zur Bewertung der Erheblichkeit von Beeinträchtigungen bei direktem Flächenentzug in Habitaten der Tierarten nach Anhang II FFH-RL in FFH-Gebieten:

Grundannahme:
Die direkte und dauerhafte Inanspruchnahme eines (Teil-)Habitats einer Art des Anhangs II FFH-RL, das in einem FFH-Gebiet nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln ist, ist im Regelfall eine erhebliche Beeinträchtigung.

Abweichung von der Grundannahme:
Im Einzelfall kann die Beeinträchtigung als nicht erheblich eingestuft werden, wenn kumulativ folgende Bedingungen erfüllt werden:

A: Qualitativ-funktionale Besonderheiten
Die in Anspruch genommene Fläche ist kein für die Art essenzieller bzw. obligater Bestandteil des Habitats. D. h. es sind keine Habitatteile betroffen, die für die Tiere von zentraler Bedeutung sind, da sie z. B. an anderer Stelle fehlen bzw. qualitativ oder quantitativ nur unzureichend oder deutlich schlechter vorhanden sind; und

B: Orientierungswert "quantitativ-absoluter Flächenverlust"
Der Umfang der direkten Flächeninanspruchnahme überschreitet nicht die für die jeweilige Art dargestellten Orientierungswerte, soweit diese für das betroffene Teilhabitat anwendbar sind (1).

Für den Luchs liegt der Orientierungswert für Habitatverluste bei 40 ha (wenn relativer Verlust ?1 %, siehe Kriterium C); und

C: Ergänzender Orientierungswert "quantitativ-relativer Flächenverlust" (1 %-Kriterium)
Der Umfang der direkten Flächeninanspruchnahme ist nicht größer als 1 % der Gesamtfläche des jeweiligen Lebensraums bzw. Habitates der Art im Gebiet bzw. in einem definierten Teilgebiet (2); und

D: Kumulation "Flächenentzug durch andere Pläne / Projekte"
Auch nach Einbeziehung etwaiger Flächenverluste durch kumulativ zu berücksichtigende Pläne und Projekte werden die Orientierungswerte (B und C) nicht überschritten; und

E: Kumulation mit "anderen Wirkfaktoren"
Auch durch andere Wirkfaktoren des Projekts oder Plans (einzeln oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten oder Plänen) werden keine erheblichen Beeinträchtigungen verursacht.

(1): Der Luchs wurde hierbei von Lambrecht & Trautner (2007:56ff.) der Habitatkonstellation 6b zugeordnet. Diese umfasst Arten in meist großräumigen Biotopkomplexen bei räumlich direkt zusammenhängenden Teilhabitaten und vielfältiger Nutzung spezieller Strukturen / Straten.

(2): Diese Formulierung bedeutet, dass dort, wo dies fachlich geboten ist, als Bezugsmaßstab auch ein räumlich-funktional getrenntes Teilgebiet eines Natura 2000-Gebietes herangezogen werden sollte. Dies kann z. B. dort erforderlich sein, wo sich das gemeldete Gebiet aus mehreren räumlich und funktional nicht zusammenhängenden Teilgebieten zusammensetzt. Auch kann z. B. bei einem großen Fluss-Natura 2000-Gebiet eine Unterscheidung zwischen Ober-, Mittel- und Unterlauf aus fachlichen Gründen ebenso geboten sein, wie andererseits z. B. die zusammenschauende Betrachtung eines Gewässerabschnitts, der lediglich aufgrund seiner Lage in mehreren benachbarten Bundesländern als jeweils eigenständige Natura 2000-Gebiete gemeldet wurde.
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Die Beseitigung oder Veränderung typischer Vegetations- oder Biotopstrukturen kann zu einer Minderung der Habitatqualität und -funktionen für die Art führen.

In bestehenden Habitaten kann auch die Neuschaffung von Strukturen - sofern sie den Ansprüchen der Art entgegenstehen oder nicht entsprechen - zu einer Beeinträchtigung der Habitatqualität führen.

Da der Luchs (L. lynx) ein sehr großes Revier besitzt (vgl. unter "Raumbedarf und Aktionsräume von Arten"), haben kleinflächige Änderungen von Biotopstrukturen wohl einen geringen Einfluss auf seine Raumnutzung.

Großräumige Änderungen können dagegen zu deutlichen Minderungen der Habitatqualität führen. Direkte Veränderungen von Vegetations-/Biotopstrukturen erlangen z. B. dann besondere Relevanz, wenn sie flächige Änderungen der Struktur, wie z. B. Kahlschläge mit nachfolgender Wiederaufforstung (statt natürlicher Sukzession) betreffen. Dabei sind auch die Auswirkungen auf die zentralen Beutetiere zu berücksichtigen (vgl. auch Wirkfaktor 2-3).

Wird während der Phase der Jungenaufzucht die Biotopstruktur der Umgebung geändert, könnte dies zur Aufgabe des Wurfplatzes, an dem die Jungen aufgezogen werden, führen (vgl. a. Wirkfaktoren 5-1 u. 5-2).

Konsequenzen können - abhängig vom Umfang - z. B. der Verlust von Teilhabitaten, die Verringerung der Fortpflanzungsrate bzw. der Überlebenswahrscheinlichkeit von Individuen, Bestandsrückgang oder Beeinträchtigung bzw. Erlöschen lokaler (Teil-)Bestände sein.
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

1986
Seite(n):

305
Qualifizierung der Quelle:
A
1.02 Haller, H. & Breitenmoser, U.
"Voraussetzung für das Vorkommen ist allerdings, daß die hinreichenden Lebensbedingungen großräumig erfüllt sind. Wichtig ist eine zusammenhängende Waldzone. Der Waldmantel darf von Landwirtschaftsflächen unterbrochen sein, sofern die nötige Deckung gewährleistet und vom Menschen kaum begangene Rückzugsgebiete fast überall vorhanden sind. [...] Der Luchs meidet die menschliche Nähe nicht grundsätzlich. Waldfreie, vom Menschen besiedelte Talböden von 1 km Breite stellen [...] bereits beträchtliche Hindernisse dar. Zusammenhängender Lebensraum ist entscheidender als einzelne noch so naturnahe Refugien."
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2001
Seite(n):

8
Qualifizierung der Quelle:
A
1.03 Breitenmoser-Würsten, C., Zimmermann, F., Ryser, A., Capt, S., Laass, J., Siegenthaler, A. & Breitenmoser, U.
"In den 1980er Jahren war nur der westliche Teil der Nordwestalpen permanent vom Luchs besiedelt, 1997-1999 hingegen auch der östliche Teil. Die Gebiete der Nordwestalpen, die bereits in den 1980er Jahren von Luchsen besiedelt waren, weisen einen höheren Anteil an geschlossenem Wald auf als die Region, die erst in den 1990er Jahren permanent besetzt wurde (Tab. 7.3). Während die Luchse 1983-1988 vegetationslose Flächen mieden (Tab. 7.6), nutzten in der neuen Untersuchung 10 von 14 Tieren diese entsprechend dem Angebot. Zusammen mit einigen anekdotischen Beobachtungen zeigt dies, dass sich der Luchs im Laufe der Zeit an die halboffene Kulturlandschaft der Alpen angepasst hat."
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2002
Seite(n):

15
Qualifizierung der Quelle:
A
1.04 Boutros, D.
"Important habitat features are mixed forest and vegetation that is rather open to grant the female a visibility of 10-20 m."
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2001a
Seite(n):

215
Qualifizierung der Quelle:
D
1.05 Wölfl, M.
"Ansonsten ist Lynx lynx als hochmobile und großräumig agierende Tierart offensichtlich wenig anfällig gegenüber [...] kleinräumigen Eingriffen in seinen Lebensraum."
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004
Seite(n):

65
Qualifizierung der Quelle:
D
1.06 Matjuschkin, E. N.
"Auf offenen Flächen zeigt er sich nur zeitweilig, besonders auf Wanderungen in nahrungsarmen Jahren."
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004
Seite(n):

72
Qualifizierung der Quelle:
D
1.07 Matjuschkin, E. N.
"Insgesamt gesehen ist die Bindung des Luchses an geschlossenen Wald unterschiedlicher Zusammensetzung recht deutlich zu erkennen [...]. Man kann auch nicht sagen, daß er Wälder aus bestimmten Baumarten bevorzugt, doch sind verschiedene Fichten- und Tannenarten noch am charakteristischsten für die Luchshabitate."
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2009
Seite(n):

688
Qualifizierung der Quelle:
A
1.08 Basille, M., Herfindal, I., Santin-Janin, H., Linnell, J. D. C., Odden, J., Andersen, R., Høgda, K. A. & Gaillard, J.?M.
Basille et al. (2009:688) konnten bei der Untersuchung der bevorzugten Aufenthaltsbereiche Eurasischer Luchse in Südnorwegen einen Tradeoff zwischen der Dichte an Rehen und der Stärke der menschlichen Störung nachweisen. Hierbei wurden Gebiete mit einer mittleren Rehdichte stärker genutzt als dies durch Zufall zu erwarten gewesen wäre. Auch Gebiete mit einer mittleren Straßendichte zwischen 0,22 und 1,1 km Straße pro qkm wurden häufiger als durch Zufall erwartbar genutzt. Die Gebiete mit der höchsten Rehdichte wurden wohl aufgrund der in denselben Bereichen vorherrschenden hohen Straßen- und Menschendichte gemieden. Dies zeigt, dass Gebiete mit einer hohen Straßendichte vom Eurasischen Luchs gemieden werden.
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2012
Seite(n):

235
Qualifizierung der Quelle:
A
1.09 Belotti, E., Heurich, M., Kreisinger, J., ?ustr, P. & Bufka, L.
Belotti et al. (2012:235-241) untersuchten den Einfluss von Tourismus und Verkehr auf Bewegungsverhalten und Jagdaktivität des Eurasischen Luchses im Böhmerwald (Tschechische Republik). Hierbei konnten die Autor*innen beobachten, dass sich Luchse tagsüber aufgrund menschlicher Aktivitäten in sichere Unterschlüpfe zurückzogen. Allerdings wurde die Toleranz der Tiere gegenüber menschlicher Störung durch eine dichte Vegetation erhöht. Nachts hingegen, bei geringer menschlicher Aktivität, konnte ein Meidungsverhalten von Straßen und touristischen Wegen nicht festgestellt werden. Generell schienen Luchse auf das Vorhandensein von Wanderwegen, Radwegen und Loipen zu reagieren. Beutetiere, die sich näher an derartige Wegen aufhielten, wurden von Luchsen eher verschmäht, wobei diese negative Korelation bei Hauptwegen ausgeprägter war. Bezüglich des Einflusses der Anwesenheit von Menschen und dem Vorhandensein von Deckung auf die Anwesenheit von Luchsen machen die Belotti et al. (2018:181) folgende Aussage: "Throughout the year, the local intensity and recurrence of recreation was negatively correlated with the probability that lynx would use a given location for daytime resting and with the number of hours that lynx spent at a given killed prey each night. Furthermore, habitat features providing protective cover positively correlated with both behaviors, and the probability that lynx would use a given location for daytime resting was higher inside than outside protected areas." Zudem konnten Belotti et al. (2018:184) zeigen, dass Rasterzellen mit Tagesruheplätzen (im Vergleich zum Durchschnitt aller Rasterzellen) durch eine höhere Waldbedeckung, steilere Hänge und einen niedrigeren Freizeitaktivitätsindex gekennzeichnet waren.
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2015
Seite(n):

296
Qualifizierung der Quelle:
A
1.10 Bouyer, Y., San Martin, G., Poncin, P., Beudels-Jamar, R. C., Odden, J. & Linell, J. D. C.
In der vorliegenden Studie von Bouyer et al. (2015a:296) in Norwegen wählten Eurasische Luchse bevorzugt wilde/schroffe Gebiete ("rugged areas") mit einem hohen Grad an Bewaldung. Bewaldete Flächen boten Luchsen Schutz gegenüber menschlichen Störungen bzw. erhöhen die Toleranz gegenüber Menschen. Ebenso könnte die Wahl von "rugged areas" und steilen Gebieten in stark anthropogen veränderten Landschaften auf die Meidung von Menschen zurückzuführen sein.
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2017
Seite(n):

6367
Qualifizierung der Quelle:
A
1.11 Filla, M., Premier, J., Magg, N., Dupke, C., Khorozyan, I., Waltert, M., Bufka, L. & Heurich, M.
Untersuchungen von Filla et al. (2017:6367) zur Habitatwahl des Eurasischen Luchses ergaben, dass realistische Habitatmodelle auch offene Lebensräume berücksichtigen müssen, da diese Gebiete ebenfalls einen Beitrag zum Management und Schutz des Luchses in Zentraleuropa leisten. Solche offenen Lebensräume (z. B. Wiesen) zeichnen sich durch ein hohes Huftiervorkommen aus und wurden in der vorliegenden Studie nachts von Luchsen aufgesucht, wohingegen tagsüber wilde/schroffe Gebiete ("rugged terrain") und Lebensräume mit dichtem Unterholz abseits menschlicher Infrastruktur bevorzugt wurden.
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2020
Seite(n):

7
Qualifizierung der Quelle:
D
1.12 Hemmingmoore, H., Aronsson, M., Åkesson, M., Persson, J. & Andrén, H.
Hemmingmoore et al. (2020:7) konnten im Rahmen einer Studie in Schweden zeigen, dass die untersuchten Luchse im Allgemeinen Gebiete mit hoher menschlicher Siedlungsdichte mieden. Allerdings suchten die Tiere oft die Nähe kleiner Straßen und landwirtschaftlicher Flächen auf.
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2014
Seite(n):

210, 213
Qualifizierung der Quelle:
A
1.16 Müller, J., Wölfl, M., Wölfl, S., Müller, D. W. H., Hothorn, T. & Heurich, M.
Müller et al. (2014:210, 213) untersuchten den Einfluss von Schutzgebieten auf die räumliche Verbreitung des Luchses 20 Jahre nach seiner Wiedereinführung im Böhmerwald. Hierbei zeigte sich unter anderem der positive Einfluss eines hohen Waldanteils und einer hohen Reh-Dichte. Auch ein hoher Anteil von Staatswald wirkte sich positiv auf das Vorkommen des Luchses aus. Ein Rückgang der Rehwildbestände würde sich vermutlich negativ auf den Luchs auswirken: " [A] scenario of a severe reduction in roe deer (the main prey of lynx) would decrease the area suitable for lynx by roughly 1/3".
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2019
Seite(n):

4
Qualifizierung der Quelle:
A
1.17 Signer, J., Filla, M., Schoneberg, S., Kneib, T., Bufka, L., Belotti, E. & Heurich, M.
Im ostbayerischen Böhmerwald untersuchten Signer et al. (2019:4) den Einfluss von Felsformationen auf die Wahl der Ruheplätze von Eurasischen Luchsen. Die Autor*innen konnten zeigen, dass Felsen zu einer verbesserten Eignung eines Ortes als Ruheplatz beitragen können. Dies gilt vor allem dann, wenn diese Orte eine Distanz von mehr als 200 m zu Straßen aufweisen und bestenfalls auf einem Hügel statt in flachem Gelände liegen. Um diese Plätze für den Luchs zu erhalten, sollten solche Orte beim Ausbau von Infrastruktur gemieden werden.
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2017
Seite(n):

6377
Qualifizierung der Quelle:
A
1.18 Filla, M., Premier, J., Magg, N., Dupke, C., Khorozyan, I., Waltert, M., Bufka, L. & Heurich, M.
Untersuchungen von Filla et al. (2017:6367) zur Habitatwahl des Eurasischen Luchses im Böhmerwald an der deutsch-tschechischen Grenze ergaben, dass Luchse tagsüber Wege mit einer Distanz von 300 m und Siedlungen mit einer Distanz von 1.000 m mieden.
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2014
Seite(n):

215
Qualifizierung der Quelle:
A
1.19 Müller, J., Wölfl, M., Wölfl, S., Müller, D. W. H., Hothorn, T. & Heurich, M.
Müller et al. (2014:215) kamen bei Untersuchungen an Eurasischen Luchsen im ostbayerischen Böhmerwald zu dem Ergebnis, dass Wälder im Untersuchungsgebiet das Haupthabitat von Luchsen darstellten. Gemeinden mit einer hohen Walddeckung von 60-90 % hatten einen positiven Effekt auf die Anzahl an Luchssichtungen.
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
3. Prognosemethoden Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
3.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
I. d. R. erfolgt die Wirkungsbeurteilung durch Überlagerung der vom Projekt entsprechend beeinflussten Flächen mit allen nach den Erhaltungszielen zu bewahrenden bzw. zu entwickelnden (Teil-)Habitaten.

Die betroffenen Habitate bzw. Habitatstrukturen sind hinsichtlich ihrer längerfristigen Entwicklung und der qualitativen Abweichung zu bewerten. Soweit erforderlich, sind unterschiedliche Teilhabitate der Art in der Prognose differenziert zu betrachten. Dabei sind zum einen die absoluten Habitatverluste bzw. -verschlechterungen (m²) sowie die relativen (%) bezogen auf den Gesamtbestand im Gebiet bzw. die funktional zusammengehörenden Habitate der Art zu ermitteln bzw. abzuschätzen.

Darauf aufbauend sind die qualitativen und quantitativen Funktionsverluste für die betroffenen Individuen bzw. (Teil-)Bestände zu beurteilen. Soweit möglich, ist die Prognose durch Vergleich mit standörtlich und strukturell ähnlichen Habitaten bzw. solchen, die bereits entsprechenden Veränderungen unterlagen, abzusichern.

Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.

Etwaige kumulative Wirkungen additiver oder synergistischer Art durch andere Wirkfaktoren des Projekts / Plans oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten / Plänen sind zu berücksichtigen.

Im Einzelfall können aus Gründen der Prognosesicherheit auch weitergehende Methoden notwendig werden (z. B. Populationsgefährdungsanalysen, s. Rassmus et al. 2003, Lambrecht et al. 2004).
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
4. Relevanzschwelle Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
4.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Soweit die Bestände der Art bzw. ihre Habitate nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln sind, wird die Relevanzschwelle grundsätzlich bei jeder negativen Veränderung von Vegetations- oder Biotopstrukturen eines (Teil-)Habitats im Gebiet überschritten.

Im Einzelfall können Veränderungen auch außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die Bestände der Art im Gebiet aufweisen.
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
4. Relevanzschwelle Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
4.02 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Bei der Beurteilung der Relevanzschwelle sind die großräumigen Reviere der Art (durchschnittliches Weibchenterritorium ca. 50-100 qkm) zu berücksichtigen, so dass nicht jede kleinflächige Veränderung im Gebiet als relevant angenommen werden muss.
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
5.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Die Beeinträchtigungsintensität resultiert einerseits aus der artspezifischen Empfindlichkeit und andererseits aus der Intensität und Dimension der Veränderung der Habitatstrukturen.

Die absolute und die relative Dimension des Habitatverlustes bzw. seiner qualitativen Funktionsminderung sind wesentliche Größen der Beurteilung.

Wichtig für die Erheblichkeitsbeurteilung sind zudem die funktionale Bedeutung der einzelnen betroffenen Flächen / Teilhabitate sowie die zeitliche Dimension der Beeinträchtigung (Zeitpunkt, Häufigkeit und Dauer).

In bestimmten Fällen kann der Konventionsvorschlag für direkten Flächenentzug / -verlust in Habitaten zur Orientierung herangezogen werden (s. Wirkfaktor 1-1). Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die in diesem Ansatz integrierten Orientierungswerte für vollständige / dauerhafte Habitatverluste konzipiert wurden. Für graduelle Funktionsminderungen sind dagegen eigenständige Bewertungsansätze zu entwickeln oder die Funktionsverluste müssten als (ggf. prozentuale) Funktionsminderung bilanziert und dann mit den Orientierungswerten des Konventionsvorschlags ins Verhältnis gesetzt werden (vgl. Beispiel in Lambrecht & Trautner 2007:83).
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 0
2-2 Verlust / Änderung charakteristischer Dynamik
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Hinweise auf eine Relevanz dieses Wirkfaktors liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht vor.
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Als Art der großräumig naturnahen Wälder, ist die Intensivierung der Forst- bzw. Landwirtschaft vor allem dann relevant, wenn Rückzugsräume fehlen und die Habitatfragmentierung (vgl. Wirkfaktor 4-2) zu groß wird.

Konsequenzen können - abhängig vom Umfang - z. B. Verlust von Teilhabitaten, Verringerung der Fortpflanzungsrate bzw. der Überlebenswahrscheinlichkeit von Individuen, Bestandsrückgang oder Beeinträchtigung bzw. Erlöschen lokaler (Teil-)Bestände sein.

Anmerkung: Pestizide werden separat unter Wirkfaktor 8-3 behandelt.
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2000
Seite(n):

21
Qualifizierung der Quelle:
D
1.02 Breitenmoser, U., Breitenmoser-Würsten, C., Okarma, H., Kaphegyi, T., Kaphygyi-Wallmann, U. & Müller, U. M.
"We can assume that the disappearance of the lynx from the European lowlands was the result of persecution combined with deforestation and the expansion of cultivated areas and the human population, and that its final destruction during the 18th and 19th centuries was additionally promoted through the decline of the wild ungulate populations, which were very low or even extinct in many European countries between 1800 and 1950."
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2001
Seite(n):

7
Qualifizierung der Quelle:
A
1.03 Breitenmoser-Würsten, C., Zimmermann, F., Ryser, A., Capt, S., Laass, J., Siegenthaler, A. & Breitenmoser, U.
"Bei allen untersuchten Individuen wich die festgestellte Habitatnutzung vom Angebot im Wohngebiet ab. Alle Luchse bevorzugten den geschlossenen Wald und die meisten nutzten den aufgelösten Wald, Gehölze und Gebüsche sowie vegetationslose Flächen entsprechend dem Angebot [...]. Einige mieden extensiv, vor allem aber intensiv genutzte Landwirtschaftsflächen und die meisten Siedlungsgebiete."
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.04 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Forstwirtschaftliche Maßnahmen in Nähe von Wurfplätzen zur Zeit der Jungenaufzucht können zum Verlassen des Wurfplatzes und Wegtragen der Jungen führen. (Bsp. Luchsin trug ihr Junges aufgrund von nahe gelegenen Holzfällarbeiten zu einer 300 m entfernten neuen Wurfhöhle) (Wölfl 2009, schriftl. Mitt.).
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2002a
Seite(n):

193, 200
Qualifizierung der Quelle:
D
1.05 Schadt, S., Revilla, E., Wiegand, T., Knauer, F., Kaczensky, P., Breitenmoser, U., Bufka, L., Cerveny, J., Koubek, P., Huber, T., Stanisa C. & Trepl, L.
"Intensive land use is tolerated as long as there is enough connected forest for retreat (Haller & Breitenmoser 1986; Breitenmoser & Baettig 1992; Haller 1992; Breitenmoser et al. 1993; Schmidt, Jedrzejewski & Okarma 1997). [...] We found a significantly high proportion of other non-wooded semi-natural land-cover types within lynx home ranges. A fragmented forest area interrupted by semi-natural non-wooded areas could also attract roe deer, which is the main prey of lynx. We can therefore assume that in the study area the absence of intense human land use is the decisive factor for establishing lynx home ranges."
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004
Seite(n):

157
Qualifizierung der Quelle:
D
1.06 Okarma, H. & Olzsanska, A.
Großräumige Änderungen in der Landnutzung z. B. Umwandlung von Wald- in Ackerbaunutzung können zum Fehlen von Wanderkorridoren und somit zur Isolation von Populationen führen (vgl. Wirkfaktor 4-2): "An important threat is the fragmentation of forest habitats resulting in a lack of migration possibilities, when forest corridors between major forest complexes inhabited by lynx are interrupted. Often the habitat is fine, however lynx are not able to recolonise a given area because there is a lack of dispersal routes (mainly forest belts connecting larger complexes of forests)."
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2015
Seite(n):

276
Qualifizierung der Quelle:
B
1.07 Bouyer, Y., Gervasi, V., Poncin, P., Beudels-Jamar, R. C., Odden, J. & Linnell, J. D. C.
Bouyer et al. (2015b:276) untersuchten die Toleranz des Eurasischen Luchses gegenüber anthropogenen Störungen in Südost-Norwegen. Hierbei zeigte sich, dass Luchse offenbar gut an dicht besiedelte und anthropogen veränderte ländliche Gebiete angepasst waren (solange im Gebiet Waldflächen zur Verfügung standen). Die Aktionsräume der untersuchten Tiere erstreckten sich zwar über Dörfer und Städte, allerdings drangen sie fast nie in bebaute Gebiete ein, sondern hielten sich nur in den Randbereichen auf.
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2015
Seite(n):

291, 294, 296
Qualifizierung der Quelle:
A
1.08 Bouyer, Y., San Martin, G., Poncin, P., Beudels-Jamar, R. C., Odden, J. & Linell, J. D. C.
Bouyer et al. (2015a:291) konnten bei der Untersuchung der Habitatwahl Eurasischer Luchse in anthropogen veränderten Landschaften in Norwegen zeigen, dass weibliche Luchse im Allgemeinen weniger tolerant gegenüber anthropogenen Veränderungen zu sein schienen als Männchen. Dies betraf besonders die Auswahl der Ruheplätze. Insgesamt zeigte sich, dass stark durch den Menschen beeinflusste Gebiete selbst bei hoher Rehwilddichte gemieden wurden. Auch in relativ unveränderten (halbnatürlichen) und stark bewaldete Gebieten war die Bestandsdichte der Luchse oft gering. Dies wird von den Autor*innen auf die geringe Dichte von Rehwild in diesen Gebieten zurückgeführt, wodurch sich für die Luchse höhere energetische Kosten bei der Jagd ergaben. Dies zeigt einen Trade-off zwischen Rehwilddichte und anthropogenen Störungen.
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2017
Seite(n):

6367
Qualifizierung der Quelle:
D
1.09 Filla, M., Premier, J., Magg, N., Dupke, C., Khorozyan, I., Waltert, M., Bufka, L. & Heurich, M.
Untersuchungen von Filla et al. (2017:6367) zur Habitatwahl des Eurasischen Luchses ergaben, dass realistische Habitatmodelle auch offene Lebensräume berücksichtigen müssen, da diese Gebiete ebenfalls einen Beitrag zum Management und Schutz des Luchses in Zentraleuropa leisten. Solche offenen Lebensräume (z. B. Wiesen) zeichnen sich durch ein hohes Huftiervorkommen aus und wurden in der vorliegenden Studie nachts von Luchsen aufgesucht, wohingegen tagsüber wilde/schroffe Gebiete ("rugged terrain") und Lebensräume mit dichtem Unterholz abseits menschlicher Infrastruktur bevorzugt wurden.
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
3. Prognosemethoden Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
3.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
I. d. R. erfolgt die Wirkungsbeurteilung durch Überlagerung der vom Projekt entsprechend beeinflussten Flächen mit allen nach den Erhaltungszielen zu bewahrenden bzw. zu entwickelnden (Teil-)Habitaten.

Die betroffenen Habitate bzw. Habitatstrukturen sind hinsichtlich ihrer längerfristigen Entwicklung und der qualitativen Abweichung zu bewerten. Soweit erforderlich, sind unterschiedliche Teilhabitate der Art in der Prognose differenziert zu betrachten. Dabei sind zum einen die absoluten Habitatverluste bzw. -verschlechterungen (m²) sowie die relativen (%) bezogen auf den Gesamtbestand im Gebiet bzw. die funktional zusammengehörenden Habitate der Art zu ermitteln bzw. abzuschätzen.

Darauf aufbauend sind die qualitativen und quantitativen Funktionsverluste für die betroffenen Individuen bzw. (Teil-)Bestände zu beurteilen. Soweit möglich, ist die Prognose durch Vergleich mit standörtlich und strukturell ähnlichen Habitaten bzw. solchen, die bereits entsprechenden Veränderungen unterlagen, abzusichern.

Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.

Etwaige kumulative Wirkungen additiver oder synergistischer Art durch andere Wirkfaktoren des Projekts / Plans oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten / Plänen sind zu berücksichtigen.

Im Einzelfall können aus Gründen der Prognosesicherheit auch weitergehende Methoden notwendig werden (z. B. Populationsgefährdungsanalysen, s. Rassmus et al. 2003, Lambrecht et al. 2004).
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
4. Relevanzschwelle Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
4.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Soweit die Art bzw. deren Habitat nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln ist, wird die Relevanzschwelle grundsätzlich bei jeder Nutzungsintensivierung in einem (Teil-)Habitat im Gebiet überschritten.

Im Einzelfall können Veränderungen auch außerhalb des Gebietes relevant sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die Bestände der Art im Gebiet aufweisen.
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 2
2-3 Intensivierung der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
5.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Die Beeinträchtigungsintensität resultiert einerseits aus der artspezifischen Empfindlichkeit und andererseits aus der Intensität und Dimension der Veränderung der Habitatstrukturen.

Die absolute und die relative Dimension des Habitatverlustes bzw. seiner qualitativen Funktionsminderung sind wesentliche Größen der Beurteilung.

Wichtig für die Erheblichkeitsbeurteilung sind zudem die funktionale Bedeutung der einzelnen betroffenen Flächen / Teilhabitate sowie die zeitliche Dimension der Beeinträchtigung (Zeitpunkt, Häufigkeit und Dauer).

In bestimmten Fällen kann der Konventionsvorschlag für direkten Flächenentzug / -verlust in Habitaten zur Orientierung herangezogen werden (s. Wirkfaktor 1-1). Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die in diesem Ansatz integrierten Orientierungswerte für vollständige / dauerhafte Habitatverluste konzipiert wurden. Für graduelle Funktionsminderungen sind dagegen eigenständige Bewertungsansätze zu entwickeln oder die Funktionsverluste müssten als (ggf. prozentuale) Funktionsminderung bilanziert und dann mit den Orientierungswerten des Konventionsvorschlags ins Verhältnis gesetzt werden (vgl. Beispiel in Lambrecht & Trautner 2007:83).
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 0
2-4 Kurzzeitige Aufgabe habitatprägender Nutzung / Pflege
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Ausgehend von den Habitatansprüchen der Art kann bereits der kurzzeitige Ausfall einer habitatprägenden Nutzung oder Pflege (z. B. Einstellung des militärischen Betriebes auf Übungsflächen) positive Effekte wie z. B. verstärkte Gebüschsukzession mit Ansiedlung von Nahrungstieren des Luchses (L. lynx) bedingen.
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 1
2-5 (Länger) andauernde Aufgabe habitatprägender Nutzung / Pflege
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Die langfristige Aufgabe von menschlicher Nutzung führt zum Ablauf von standortspezifischer Sukzession (z. B. Windwurf ohne Wiederaufforstung), wodurch im Klimaxstadium und auch schon zuvor (vgl. Wirkfaktor 2-4) für den Luchs (L. lynx) günstige Habitate entstehen können.
1361 Luchs (Lynx lynx)
2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung Relevanz des Wirkfaktors: 1
2-5 (Länger) andauernde Aufgabe habitatprägender Nutzung / Pflege
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2017
Seite(n):

6367
Qualifizierung der Quelle:
D
1.02 Filla, M., Premier, J., Magg, N., Dupke, C., Khorozyan, I., Waltert, M., Bufka, L. & Heurich, M.
Untersuchungen von Filla et al. (2017:6367) zur Habitatwahl des Eurasischen Luchses ergaben, dass realistische Habitatmodelle auch offene Lebensräume berücksichtigen müssen, da diese Gebiete ebenfalls einen Beitrag zum Management und Schutz des Luchses in Zentraleuropa leisten. Solche offenen Lebensräume (z. B. Wiesen) zeichnen sich durch ein hohes Huftiervorkommen aus und wurden in der vorliegenden Studie nachts von Luchsen aufgesucht, wohingegen tagsüber wilde/schroffe Gebiete ("rugged terrain") und Lebensräume mit dichtem Unterholz abseits menschlicher Infrastruktur bevorzugt wurden.
1361 Luchs (Lynx lynx)
3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren Relevanz des Wirkfaktors: 0
3-1 Veränderung des Bodens bzw. Untergrundes
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Hinweise auf eine Relevanz dieses Wirkfaktors liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht vor.
1361 Luchs (Lynx lynx)
3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren Relevanz des Wirkfaktors: 1
3-2 Veränderung der morphologischen Verhältnisse
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2019
Seite(n):

4
Qualifizierung der Quelle:
A
1.01 Signer, J., Filla, M., Schoneberg, S., Kneib, T., Bufka, L., Belotti, E. & Heurich, M.
Im ostbayerischen Böhmerwald untersuchten Signer et al. (2019:4) den Einfluss von Felsformationen auf die Wahl der Ruheplätze von Eurasischen Luchsen. Die Autor*innen konnten zeigen, dass Felsen zu einer verbesserten Eignung eines Ortes als Ruheplatz beitragen können. Dies gilt vor allem dann, wenn diese Orte eine Distanz von mehr als 200 m zu Straßen aufweisen und bestenfalls auf einem Hügel statt in flachem Gelände liegen. Um diese Plätze für den Luchs zu erhalten, sollten solche Orte beim Ausbau von Infrastruktur gemieden werden.
1361 Luchs (Lynx lynx)
3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren Relevanz des Wirkfaktors: 0
3-3 Veränderung der hydrologischen / hydrodynamischen Verhältnisse
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Hinweise auf eine Relevanz dieses Wirkfaktors liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht vor.
1361 Luchs (Lynx lynx)
3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren Relevanz des Wirkfaktors: 0
3-4 Veränderung der hydrochemischen Verhältnisse (Beschaffenheit)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Hinweise auf eine Relevanz dieses Wirkfaktors liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht vor.
1361 Luchs (Lynx lynx)
3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren Relevanz des Wirkfaktors: 0
3-5 Veränderung der Temperaturverhältnisse
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Hinweise auf eine Relevanz dieses Wirkfaktors liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht vor.
1361 Luchs (Lynx lynx)
3 Veränderung abiotischer Standortfaktoren Relevanz des Wirkfaktors: 0
3-6 Veränderung anderer standort-, vor allem klimarelevanter Faktoren
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Hinweise auf eine Relevanz dieses Wirkfaktors liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht vor.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 1
4-1 Baubedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Baubedingte Beeinträchtigungen sind prinzipiell den anlage- und betriebsbedingten Beeinträchtigungen vergleichbar (vgl. Wirkfaktoren 4-2 u. 4-3) und i. d. R. nur durch andere Elemente (z. B. Baustraßen, Baugruben, Bauzäune, Baubetrieb) ausgelöst sowie zeitlich in ihrer Dauer beschränkt.

Die möglichen Konsequenzen für die Individuen und Bestände sind daher prinzipiell ebenfalls vergleichbar, in ihrer Intensität jedoch auf Grund der befristeten Dauer oft geringer bzw. durch räumliche und zeitliche Steuerung besser vermeidbar.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 1
4-1 Baubedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2015
Seite(n):

7
Qualifizierung der Quelle:
D
1.02 Kowalczyk, R., Górny, M. & Schmidt, K.
Die Fragmentierung von Luchshabitaten könnte nach wie vor einen der Hauptfaktoren darstellen, welcher das Wachstum und die Ausbreitung der Bestände behindert, da Ausbreitung und Genfluss zwischen den Beständen starken Randeffekten bezüglich der Mortalität unterworfen sind (Kowalczyk et al. 2015:7). Dies unterstreicht die Notwendigkeit der Verknüpfung von Lebensräumen durch ökologische Korridore und die Einrichtung von geeigneten Querungshilfen an Strukturen mit Barrierewirkung als wichtige Maßnahmen für den erfolgreichen Schutz des Luchses.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 1
4-1 Baubedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2020
Seite(n):

584
Qualifizierung der Quelle:
B
1.03 Mueller, S. A., Reiners, T. E., Middelhoff, T. L., Anders, O., Kasperkiewicz, A. & Nowak, C.
Bei der Untersuchung von Eurasischen Luchsen im Harz konnten Mueller et al. (2020:584) feststellen, dass einzelne männliche Luchse aus dem Harz Distanzen von bis zu 280 km überwinden können. Dies dokumentiert das Ausbreitungspotenzial des Luchses. Problematisch ist allerdings die starke Fragmentierung der mitteleuropäischen Landschaften. Dies erschwert bzw. behindert den gentischen Austausch, was in der Folge zu Generosion führt: "The ongoing genetic erosion in the Harz population along with a lack of geneflow from adjacent populations indicates that such connectivity is urgently needed to ensure long-term population persistence."
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 1
4-1 Baubedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2017
Seite(n):

6378
Qualifizierung der Quelle:
A
1.04 Filla, M., Premier, J., Magg, N., Dupke, C., Khorozyan, I., Waltert, M., Bufka, L. & Heurich, M.
Rehe weichen den harten Winterbedingungen höherer Lagen aus, indem sie in tiefere Gebiete abwandern. Da Rehe die Hauptbeutetiere des Eurasischen Luchses darstellen, folgen Luchse dieser Abwanderung (Filla et al. 2017:6378). Hierfür ist es wichtig, Strukturen mit Barrierewirkung mit geeigneten Querungshilfen zu versehen.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 1
4-1 Baubedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2009
Seite(n):

7
Qualifizierung der Quelle:
A
1.05 Kusak, J., Huber, D., Gomer?i?, T., Schwaderer, G. & Gu?vica, G.
Kusak et al. (2009:7) untersuchten die Auswirkungen einer 100 m breiten Grünbrücke bei Dedin (Kroatien). Hierbei konnten 41 Überquerungen von "radio-tracked large carnivores" nachgewiesen werden, wodurch die Autoren zu folgendem Schluss kamen: "[T]his green bridge, constructed as a measure to mitigate the negative effects of the studied highway, served its purpose acceptably. [...] Overall, the highway in Gorski kotar does not seem to be a barrier. This demonstrates that it is possible to maintain habitat connectivity during the process of planning the highway route."
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Gewisse anlagebedingte Barrierewirkungen können beim Luchs (L. lynx) durch technische Bauwerke bzw. anlagebezogene Bestandteile (z. B. Straßen, Zäune, Kanäle, künstliche Seen, größere Gebäudekomplexe bzw. Siedlungen) hervorgerufen werden. Einrichtungen der Verkehrsinfrastruktur haben i. d. R. sowohl anlage- als auch betriebsbedingte Barrierewirkungen und Mortalität zur Folge (vgl. auch Wirkfaktor 4-3).

Daneben haben jedoch auch größere waldfreie Bereiche, die vom Luchs weitestgehend gemieden werden, sowie starke landschaftliche Fragmentierungen und Zerschneidungen Barrierewirkungen zur Folge (s. auch nachfolgende Datensätze).

Barrierewirkungen führen zu Lebensraumzerschneidung und somit u. a. zur Trennung räumlich-funktionaler Beziehungen zw. Teilhabitaten, zu Verinselung, Verhinderung des Individuen- / Genaustauschs zw. Populationen bzw. einer Neubesiedlung von Räumen (s. a. "Vertiefende Ausführungen" unter "Wirkfaktoren").

Barrierewirkungen und Mortalität können - abhängig vom Umfang - zu Verlust von (Teil-)habitaten, Bestandsrückgang oder zur Beeinträchtigung lokaler (Teil-)Populationen bzw. zur Gefährdung von Metapopulationen führen.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2002a
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
A
1.02 Schadt, S., Revilla, E., Wiegand, T., Knauer, F., Kaczensky, P., Breitenmoser, U., Bufka, L., Cerveny, J., Koubek, P., Huber, T., Stanisa C. & Trepl, L.
Nach Aussage dieser Autoren sind die geringen Populationsgrößen in Deutschland in ihrer Isolation und der geringen Ausdehnung geeigneten Lebensraumes begründet. 81% der Landesfläche werden als ungeeignet für eine Besiedlung erachtet, geeignete Habitate sind oft nur fragmentarisch vorhanden.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004
Seite(n):

157
Qualifizierung der Quelle:
D
1.03 Okarma, H. & Olzsanska, A.
Die Autoren machen bezüglich der Habitatfragmentierung in Polen folgende Aussage: "An important threat is the fragmentation of forest habitats resulting in a lack of migration possibilities, when forest corridors between major forest complexes inhabited by lynx are interrupted. Often the habitat is fine, however lynx are not able to recolonise a given area because there is a lack of dispersal routes (mainly forest belts connecting larger complexes of forests)."
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

1986
Seite(n):

305
Qualifizierung der Quelle:
A
1.04 Haller, H. & Breitenmoser, U.
"Waldfreie, vom Menschen besiedelte Talböden von 1 km Breite stellen [...] bereits beträchtliche Hindernisse dar." Des Weiteren bezeichnen die Autoren Siedlungen und Verkehrsachsen als Ausbreitungsbarrieren.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2001
Seite(n):

6
Qualifizierung der Quelle:
A
1.05 Breitenmoser-Würsten, C., Zimmermann, F., Ryser, A., Capt, S., Laass, J., Siegenthaler, A. & Breitenmoser, U.
Jungtierdispersal: "Die während der Abwanderung zurückgelegte Distanz betrug im Mittel 68 km (2-164 km; Tab. 4.7)." Dass Autobahnen während dieser Abwanderungsphase Ausbreitungsbarrieren darstellen, konnten die Autoren bei einer Telemetrierungsstudie nachweisen: "Drei Tiere kehrten um, nachdem sie auf eine Autobahn gestoßen waren."
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004
Seite(n):

109
Qualifizierung der Quelle:
D
1.06 Wölfl, M., Huckschlag, D., Hohmann, U., Anders, O., Hullen, M., Kaphegyi, T. A. M., Kaphegyi, U. & Riebe, H.
"The extremely high road density in Germany (see map) is not only a threat for the lynx within the suitable patches, but is also a problem hard to overcome in regard to the creation of a network of potential lynx areas (Schadt et al. 2002a, 2002b)."
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004
Seite(n):

300
Qualifizierung der Quelle:
D
1.07 Arx, M. von, Breitenmoser-Würsten, C., Zimmermann, F. & Breitenmoser, U. (Bearb.)
"Infrastructure development: Human settlement" und "Infrastructure development: Road building" werden als "Major threats" für Luchspopulationen der Alpen, Bayerns und auch Gesamteuropas genannt.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004
Seite(n):

255
Qualifizierung der Quelle:
D
1.08 Arx, M. von, Breitenmoser-Würsten, C., Zimmermann, F. & Breitenmoser, U. (Bearb.)
Zur Situation der Böhmisch-Bayerischen Population schreiben die Autoren: "In Austria, occupied areas are actually quite close (see map), but the Danube river and a motorway separate them. On the German side, several motorways in the plain between the Bavarian forest and the Alps make it very unlikely for the lynx to expand to the south and south-west. To the west (direction Black Forest) the barriers are even worse (see map), as Germany has one of the most dense road networks in Europe (Schadt et al. 2002a)."
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2001a
Seite(n):

215
Qualifizierung der Quelle:
D
1.09 Wölfl, M.
"Langfristig erscheint eine Zerschneidung von Waldlandschaften durch Verkehrswege und Siedlungsachsen als größtes Hindernis für ein Überleben des Luchses in Mitteleuropa (ÖKO-LOG 2000, Wölfl 2000a, KORA unveröffentl.)."
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004
Seite(n):

81-88
Qualifizierung der Quelle:
D
1.10 Matjuschkin, E. N.
Die Autoren beschreiben das Vorhandensein von regelmäßig genutzten Wechseln, die auch von Luchsen (L. lynx), die einen ehemaligen Revierinhaber ersetzten, übernommen werden können. Werden diese Wechsel durch Straßen unterbrochen, wird die Lebensraumqualität für Luchse deutlich herabgesetzt.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004
Seite(n):

438
Qualifizierung der Quelle:
D
1.11 Meinig, H. & Boye, P.
"Wegen der Bindung an große, zusammenhängende, störungsarme Gebiete besteht ein Risiko für kleine Populationen in der Lebensraumzerschneidung durch Straßen- und Schienenwege, in genetischer Verarmung [...]."
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2008
Seite(n):

294ff.
Qualifizierung der Quelle:
A
1.12 Breitenmoser, U. & Breitenmoser-Würsten, C.
"In den Alpen bilden die Talsohlen mit ihren Gewässern, Agrarflächen, Siedlungen und Verkehrsadern Hindernisse für die Bewegungen der Luchse. Unüberwindbare Barrieren bilden eigentlich nur die Seen, alle anderen Hürden kann ein Luchs bewältigen: Das Männchen Balu überquerte zwischen Brienz und Meiringen mehrmals das Aaretal [...]. Eine solche Barriere mag für ein einzelnes Individuum nicht unbezwingbar sein, aber sie trennt die Luchse voneinander. Wohngebiete erstrecken sich nie über ein solches Hindernis hinweg, und die regelmässige Kontaktaufnahme zwischen Nachbarn ist nicht möglich. Die ausgeprägten Strukturen der Kulturlandschaft formen die Luchspopulation. In Hochgebirgen wie den Alpen gliedern jedoch nicht nur die Gewässer und die von Menschenhand geschaffenen Hindernisse in den Tälern die Population, sondern auch die hochalpinen Zonen" (Breitenmoser & Breitenmoser-Würsten 2008:294f.).

"Luchse, die einander im Abstand von mehreren Jahren in einem Geländeabschnitt nachfolgen, besetzen oftmals die gleichen Reviere. [...] Die vom Menschen beanspruchten Täler der Aare, der Simme und der Saane bilden fast zwangsläufig Reviergrenzen; aber auch hoch gelegene Gebiete wie die Kämme der Gantrischkette gliedern die Aufenthaltsräume der grossen Katzen. Selbst in Mittelgebirgen geben topographische Formen und die anthropogene Prägung der Landschaft die Anordnung der Wohngebiete weitgehend vor" (Breitenmoser & Breitenmoser-Würsten 2008:295f.).
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2009
Seite(n):

688
Qualifizierung der Quelle:
A
1.13 Basille, M., Herfindal, I., Santin-Janin, H., Linnell, J. D. C., Odden, J., Andersen, R., Høgda, K. A. & Gaillard, J.?M.
Basille et al. (2009:688) konnten bei der Untersuchung der bevorzugten Aufenthaltsbereiche Eurasischer Luchse in Südnorwegen einen Tradeoff zwischen der Dichte an Rehen und der Stärke der menschlichen Störung nachweisen. Hierbei wurden Gebiete mit einer mittleren Rehdichte stärker genutzt als dies durch Zufall zu erwarten gewesen wäre. Auch Gebiete mit einer mittleren Straßendichte zwischen 0,22 und 1,1 km Straße pro qkm wurden häufiger als durch Zufall erwartbar genutzt. Die Gebiete mit der höchsten Rehdichte wurden wohl aufgrund der in denselben Bereichen vorherrschenden hohen Straßen- und Menschendichte gemieden. Dies zeigt, dass Gebiete mit einer hohen Straßendichte vom Eurasischen Luchs gemieden werden.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2013
Seite(n):

9
Qualifizierung der Quelle:
A
1.14 Basille, M., Moorter, B. van, Herfindal, I., Martin, J., Linnell, J. D. C., Odden, J., Andersen, R. & Gaillard, J.?M.
Basille et al. (2013:9) heben eine abnehmende Affinität von Eurasischen Luchsen zu Gebieten mit hoher Straßendichte ("high-risk areas") hervor, wobei sie bei den höchsten Dichten gemieden wurden. Die Präsenz von Beutetieren scheint der Grund der Auswahl von Straßen zu sein. Die Autoren vermuten in Fällen der Auswahl von Gebieten mit hohem Sterberisiko einen Trade-off zwischen Überleben und Fortpflanzung.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2012
Seite(n):

241
Qualifizierung der Quelle:
A
1.15 Belotti, E., Heurich, M., Kreisinger, J., ?ustr, P. & Bufka, L.
Belotti et al. (2012:241) untersuchten den Einfluss von Tourismus und Verkehr auf Bewegungsverhalten und Jagdaktivität des Eurasischen Luchses im Böhmerwald (Tschechische Republik). Generell schienen Luchse auf das Vorhandensein von Wanderwegen, Radwegen und Loipen zu reagieren. Beutetiere, die sich näher an derartige Wegen aufhielten, wurden von Luchsen eher verschmäht, wobei diese negative Korelation bei Hauptwegen ausgeprägter war.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2015
Seite(n):

7
Qualifizierung der Quelle:
D
1.16 Kowalczyk, R., Górny, M. & Schmidt, K.
Die Fragmentierung von Luchshabitaten könnte nach wie vor einen der Hauptfaktoren darstellen, welcher das Wachstum und die Ausbreitung der Bestände behindert, da Ausbreitung und Genfluss zwischen den Beständen starken Randeffekten bezüglich der Mortalität unterworfen sind (Kowalczyk et al. 2015:7). Dies unterstreicht die Notwendigkeit der Verknüpfung von Lebensräumen durch ökologische Korridore und die Einrichtung von geeigneten Querungshilfen an Strukturen mit Barrierewirkung als wichtige Maßnahmen für den erfolgreichen Schutz des Luchses.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2020
Seite(n):

584
Qualifizierung der Quelle:
B
1.17 Mueller, S. A., Reiners, T. E., Middelhoff, T. L., Anders, O., Kasperkiewicz, A. & Nowak, C.
Bei der Untersuchung von Eurasischen Luchsen im Harz konnten Mueller et al. (2020:584) feststellen, dass einzelne männliche Luchse aus dem Harz Distanzen von bis zu 280 km überwinden können. Dies dokumentiert das Ausbreitungspotenzial des Luchses. Problematisch ist allerdings die starke Fragmentierung der mitteleuropäischen Landschaften. Dies erschwert bzw. behindert den gentischen Austausch, was in der Folge zu Generosion führt: "The ongoing genetic erosion in the Harz population along with a lack of geneflow from adjacent populations indicates that such connectivity is urgently needed to ensure long-term population persistence."
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2015
Seite(n):

93
Qualifizierung der Quelle:
D
1.18 White, S., Briers, R. A., Bouyer, Y., Odden, J. & Linnell, J. D. C.
Bei der Untersuchung Eurasischer Luchse in Norwegen konnten White et al. (2015:93) zeigen, dass weibliche Luchse, welche während der Aufzucht der Jungtiere Verstecke in größerer Entfernung zu regelmäßig genutzten Straßen auswählten, hierdurch vermutlich das Mortalitätsrisiko senken können. Ein Grund dafür ist, dass Wilderei, welche als eine der Haupttodesursachen für Luchse in Norwegen gilt, durch Straßen erleichtert wird: "The presence of roads increases human accessibility and directly relate to mortality risk as harvested lynx in Norway are predominately killed within 3 km of a road."
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2013
Seite(n):

7
Qualifizierung der Quelle:
A
1.19 Basille, M., Moorter, B. van, Herfindal, I., Martin, J., Linnell, J. D. C., Odden, J., Andersen, R. & Gaillard, J.?M.
Basille et al. (2013:7) untersuchten den Einfluss der Straßendichte auf Eurasische Luchse (n=46) in Südost-Norwegen mit Hilfe von Telemetrie-Daten. Bezüglich des Einflusses befestigter Straßen bei der Habitatwahl machen die Autor*innen folgende Aussage: "[A]lthough the selection of paved road density was generally not different from zero, there was a strong negative interaction between their selection and their general availability in the lifetime home range [...]. Lynx established in areas below a threshold of 0.47 [km per sq km] of paved roads selected for areas with higher densities of paved roads within their home range, after which they consistently avoided paved roads within their home range [...]." Innerhalb ihrer Aktionsräume mieden Eurasische Luchse nur die Gebiete mit der höchsten Dichte befestigter Straßen das ganze Jahr über.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2017
Seite(n):

6377
Qualifizierung der Quelle:
A
1.20 Filla, M., Premier, J., Magg, N., Dupke, C., Khorozyan, I., Waltert, M., Bufka, L. & Heurich, M.
Untersuchungen von Filla et al. (2017:6367) zur Habitatwahl des Eurasischen Luchses im Böhmerwald an der deutsch-tschechischen Grenze ergaben, dass Luchse tagsüber Wege mit einer Distanz von 300 m und Siedlungen mit einer Distanz von 1.000 m mieden.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2017
Seite(n):

6378
Qualifizierung der Quelle:
A
1.21 Filla, M., Premier, J., Magg, N., Dupke, C., Khorozyan, I., Waltert, M., Bufka, L. & Heurich, M.
Rehe weichen den harten Winterbedingungen höherer Lagen aus, indem sie in tiefere Gebiete abwandern. Da Rehe die Hauptbeutetiere des Eurasischen Luchses darstellen, folgen Luchse dieser Abwanderung (Filla et al. 2017:6378). Hierfür ist es wichtig, Strukturen mit Barrierewirkung mit geeigneten Querungshilfen zu versehen.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2015
Seite(n):

7
Qualifizierung der Quelle:
D
1.22 Kowalczyk, R., Górny, M. & Schmidt, K.
Die Fragmentierung von Luchshabitaten könnte nach wie vor einen der Hauptfaktoren darstellen, welcher das Wachstum und die Ausbreitung der Bestände behindert, da Ausbreitung und Genfluss zwischen den Beständen starken Randeffekten bezüglich der Mortalität unterworfen sind (Kowalczyk et al. 2015:7). Dies unterstreicht die Notwendigkeit der Verknüpfung von Lebensräumen durch ökologische Korridore und die Einrichtung von geeigneten Querungshilfen an Strukturen mit Barrierewirkung als wichtige Maßnahmen für den erfolgreichen Schutz des Luchses.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2009
Seite(n):

7
Qualifizierung der Quelle:
A
1.23 Kusak, J., Huber, D., Gomer?i?, T., Schwaderer, G. & Gu?vica, G.
Kusak et al. (2009:7) untersuchten die Auswirkungen einer 100 m breiten Grünbrücke bei Dedin (Kroatien). Hierbei konnten 41 Überquerungen von "radio-tracked large carnivores" nachgewiesen werden, wodurch die Autoren zu folgendem Schluss kamen: "[T]his green bridge, constructed as a measure to mitigate the negative effects of the studied highway, served its purpose acceptably. [...] Overall, the highway in Gorski kotar does not seem to be a barrier. This demonstrates that it is possible to maintain habitat connectivity during the process of planning the highway route."
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
3. Prognosemethoden Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
3.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Bei der Wirkungsprognose sind die qualitativen und quantitativen Betroffenheiten der Art durch anlagebedingte Barrierewirkungen und / oder Mortalität einzuschätzen (vgl. auch Lambrecht et al. 2004:147ff. zu individuenbezogenen Beeinträchtigungen). Dabei sind die Wirkintensität des Projekts und seiner Bestandteile (z. B. Lage im Raum, Dimension, Bauweise) und die Empfindlichkeit der Art (z. B. Mobilität, Aktionsräume, Fortbewegungsgeschwindigkeit, Bedeutung räumlich-funktionaler Beziehungen zw. Teilhabitaten) zu analysieren.

Es sind alle relevanten (Teil-)Habitate sowie die räumlich-funktionalen Beziehungen zwischen Teilhabitaten mit den vom Projekt beanspruchten Flächen zu überlagern. Grundsätzlich ist insbesondere die Betroffenheit der räumlich-funktionalen Beziehungen zwischen den verschiedenen Teilhabitaten einer Art auf Individuums- und / oder Bestandsniveau qualitativ und quantitativ einzuschätzen.

Es sind die quantitativen und qualitativen Funktionsverluste für die betroffenen Individuen bzw. (Teil-)Populationen zu beurteilen. Zudem ist die Beurteilung der vorhandenen Bestandsgrößen und eine Einschätzung der langfristigen Auswirkungen der Barrierewirkungen bzw. Mortalität auf die Bestände im Gebiet vorzunehmen.

Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.

Eine Berücksichtigung etwaiger kumulativer Wirkungen additiver oder synergistischer Art durch andere Wirkfaktoren des Projekts / Plans oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten / Plänen ist notwendig.

Im Einzelfall können aus Gründen der Prognosesicherheit auch weitergehende Methoden notwendig werden (z. B. Populationsgefährdungsanalysen, s. Rassmus et al. 2003, Lambrecht et al. 2004).
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
4. Relevanzschwelle Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
4.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Soweit die Art und deren Habitate nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln sind, wird die Relevanzschwelle grundsätzlich bei jeder Barrierewirkung zwischen Teilhabitaten im Gebiet überschritten. Gleiches gilt, soweit eine projektbedingt erhöhte Mortalität eintreten kann.

Im Einzelfall gilt dies auch bei Zerschneidungswirkungen (Barriere und / oder Mortalität) zwischen dem Schutzgebiet und seiner Umgebung, wenn Hinweise auf dort vorkommende wesentliche Teillebensräume bzw. Teilbestände mit räumlich-funktionalen Beziehungen zum Gebiet vorliegen, sowie bei Zerschneidungswirkungen zwischen dem Schutzgebiet und anderen Schutzgebieten.

Für die Beurteilung einer etwaigen Betroffenheit von Beständen im Gebiet, sind Mobilität, Aktionsradien bzw. Ausbreitungspotenzial der Art zu berücksichtigen. Dabei sind die verschiedenen räumlich-funktionalen Beziehungen zwischen Teilhabitaten bzw. die unterschiedlichen Wanderbewegungen zu unterscheiden.

Um eine erhebliche Beeinträchtigung durch ein Vorhaben mit der rechtlich gebotenen Sicherheit ausschließen zu können, sind i. d. R. die oberen Angaben zu (saisonalen) Wanderleistungen heranzuziehen und auf die potenziell geeigneten Lebensräume im Untersuchungsgebiet zu übertragen. Vorhaben, die in größerem Abstand als diesem "Aktionsradius" geplant sind, können i. d. R. zu keinen relevanten Zerschneidungswirkungen führen.

Literaturangaben als Orientierungswerte für Aktionsräume, Wanderdistanzen bzw. Ausbreitungspotenzial sowie zu Flächenansprüchen sind - soweit für die Art nach aktuellem Auswertungsstand verfügbar - separat unter "Raumbedarf und Aktionsräume von Arten" zusammengestellt.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 2
4-2 Anlagebedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
5.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Die Beeinträchtigungsintensität resultiert einerseits aus der artspezifischen Empfindlichkeit und andererseits aus der Intensität der Barrierewirkung bzw. Mortalität. Unterschiedliche Intensitäten können auch auf die funktionale Differenzierung verschiedener betroffener Teilhabitate zurückgehen.

Die absolute und relative Dimension der Barriere- oder Fallenwirkung sind wesentliche Größen der Beurteilung. Hierbei ist der Bezug sowohl zur (Teil-)Habitatfläche wie auch zu Größenordnungen bzw. Anteilen betroffener Individuen herzustellen.

Wichtig für die Erheblichkeitsbeurteilung sind zudem die funktionale Bedeutung der einzelnen betroffenen Flächen bzw. räumlich-funktionalen Beziehungen sowie die zeitliche Dimension der Beeinträchtigung (Zeitpunkt, Häufigkeit und Dauer).

Soweit die Bestände der Art und ihre Habitate nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln sind, wird die Erheblichkeitsschwelle grundsätzlich bei jeder signifikanten Barrierewirkung zwischen Teilhabitaten im Gebiet überschritten.

Im Einzelfall gilt dies auch bei Zerschneidungswirkungen (Barriere und / oder Mortalität) zwischen dem Schutzgebiet und seiner Umgebung, wenn dort wesentliche Teillebensräume bzw. Teilbestände mit räumlich-funktionalen Beziehungen zum Gebiet vorkommen. Dies gilt gleichermaßen für Zerschneidungswirkungen zwischen dem Schutzgebiet und anderen Schutzgebieten, sofern hier maßgebliche räumlich-funktionale Beziehungen bestehen.

Für die Bewertung einer projektbedingt erhöhten Mortalität sind verschiedene artspezifische und populationsbezogene Parameter einzubeziehen. Dazu zählen die natürliche Reproduktionsrate und Sterblichkeit, durchschnittliches Lebensalter der Tiere, Bestandsgrößen und allgemeine Gefährdungssituation (vgl. auch Lambrecht et al. 2004 zu individuenbezogenen Beeinträchtigungen).

Tendenziell sind Arten mit hoher Lebenserwartung und geringerer Reproduktionsrate (K-Strategen) und / oder geringeren Beständen im Schutzgebiet bzw. einer allgemeinen Gefährdungseinstufung und ohnehin negativer Populationsentwicklung stärker beeinträchtigt als Arten mit geringer Lebenserwartung und hoher Reproduktionsrate (r-Strategen) und / oder großen Beständen im Schutzgebiet bzw. einer allgemein weiten Verbreitung und fehlenden Gefährdung in Deutschland.

Bernotat & Dierschke (2021) haben mit dem sog. Mortalitäts-Gefährdungs-Index (MGI) ein einheitliches Klassifizierungssystem für die Einstufung von Arten hinsichtlich ihrer Empfindlichkeit gegenüber zusätzlicher anthropogener Mortalität entwickelt. Über einen gestuften methodischen Ansatz wurden dabei sowohl verschiedene populationsbiologische Parameter wie die Mortalitätsrate, das maximale Lebensalter, das Alter beim Eintritt in die Reproduktion, das Reproduktionspotenzial, die Reproduktionsrate sowie Bestandsgröße und Bestandstrend der Arten als auch verschiedene naturschutzfachliche Parameter wie z. B. der Gefährdungsgrad, die Häufigkeit, der Erhaltungszustand und die nationale Verantwortlichkeit Deutschlands für die Arten berücksichtigt.

Daraus lassen sich nach einem einheitlichen und nachvollziehbaren Bewertungssystem - auch für Planungs- und Prüfungsentscheidungen - Hinweise zur Relevanz und Erheblichkeit des Verlustes einzelner Individuen ableiten. Die Differenzierung des MGI in 6 Haupt- bzw. 13 Unterklassen dient somit dazu, die Bewertung von Mortalitätsrisiken stärker zu objektivieren.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 3
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Die betriebsbedingte Mortalität / Tötung des Luchses (L. lynx) resultiert insbesondere aus Kollisionen mit Kraftfahrzeugen an Straßen, zum Teil auch mit Zügen, die i. d. R. zu direktem Tod oder aber zu schwerwiegenden Verletzungen der Individuen führen.

Eine betriebsbedingte Barrierewirkung entsteht dann, wenn die Mortalität / Tötung ein hohes Maß annimmt. Barrierewirkungen führen zu Lebensraumzerschneidung und somit u. a. zur Trennung räumlich-funktionaler Beziehungen zw. Teilhabitaten, zu Verinselung, Verhinderung des Individuen- / Genaustauschs zw. Populationen bzw. einer Neubesiedlung von Gebieten.

Barrierewirkungen / Mortalität können - abhängig vom Umfang - zu Verlust von (Teil-)Habitaten, Bestandsrückgang oder zu Beeinträchtigung bzw. Erlöschen lokaler (Teil-)Populationen führen.

Ausführungen zur Mortalität von Luchsen an Straßen, eine Zusammenstellung verschiedener Fakten und Beispiele sowie Hinweise für die Planung finden sich z. B. bei:
Stahl & Vandel (1999), Böer et al. (2000), Breitenmoser et al. (2001), Breitenmoser et al. (2002), Schmidt-Posthaus et al. (2002), Hullen (2004), Zimmermann (2004), Andrén et al. (2006), Klar et al. (2006), Wölfl (2001), Wölfl (2007), Breitenmoser & Breitenmoser-Würsten (2008:331).

Hinweise zur Mortalität an Schienenwegen:
Breitenmoser et al. (1993), COST (2000c, zit. in Roll 2004:32), Anders & Sacher (2005), Wölfl (2001).

Hinweise zu Querungshilfen für Wildtiere allgemein finden sich z. B. bei:
Righetti (1997), Kneitz & Oerter (1997), Pfister et al. (1997), Kramer-Rowold & Rowold (2001), Akademie für Natur- und Umweltschutz (2002), Iuell et al. (2003), Surkus & Tegethof (2004), Georgii et al. (2007), Reck et al. (2007), FGSV (2008).

Bibliographien: z. B. Glitzner (1999).
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 3
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2008
Seite(n):

331ff.
Qualifizierung der Quelle:
A
1.02 Breitenmoser, U. & Breitenmoser-Würsten, C.
"Mit 29 % sind Verkehrsunfälle die häufigste Verlustursache bei jungen Luchsen, gefolgt von den als verwaist aufgegriffenen (23 %), unbekannten Ursachen (14 %), illegal getöteten (12 %) und an Krankheit verendeten (7 %; Abb. 9.11). Die prozentuale Zusammensetzung der bekannt gewordenen Verluste entspricht kaum den tatsächlichen Verhältnissen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein auf der Strasse überfahrener Jungluchs gefunden wird, ist wesentlich grösser, als ein gewildertes oder irgendwo an Krankheit verendetes Tier zu entdecken" (Breitenmoser & Breitenmoser-Würsten 2008:331).

"Im Jura konnten sieben der sendermarkierten subadulten Luchse nach erfolgreichem Dispersal ein eigenes Revier besetzen (Zimmermann et al. 2005a). Die mittlere Distanz zwischen dem mütterlichen und dem eigenen Wohngebiet betrug für drei Männchen 70 km (Bereich 31-97 km), für vier Weibchen 58 km (28-81 km). In den Alpen waren die Distanzen geringer: 31 km (5-56 km) für sieben Männchen und 19 im (7-33 km) für fünf Weibchen. Im Jura gestatten parallel laufende, stark bewaldete Höhenzüge eine weite, fast geradlinige Wanderung, ohne auf wesentliche Hindernisse zu stossen (Abb. 9.14), während im zerklüfteten Gelände der Alpen immer wieder stark besiedelte Täler oder hohe, waldlose Bergkämme die Dispersalwanderung hemmen" (alle Angaben in Breitenmoser & Breitenmoser-Würsten 2008:341).

"Stephanie Kramer-Schadt schloss aus ihren Untersuchungen, dass ohne eine Verbesserung der Korridore zwischen den einzelnen Teilgebieten in Deutschland nur entlang der Grenze mit Tschechien eine lebensfähige Luchspopulation aufgebaut werden kann" (Breitenmoser & Breitenmoser-Würsten 2008:466).
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 3
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2002
Seite(n):

11
Qualifizierung der Quelle:
A
1.03 Breitenmoser, U., Capt, S., Breitenmoser-Würsten, C., Angst, C., Zimmermann, F. & Molinari-Jobin, A.
Schweizer Jura: "Bei den Todesursachen (Tab. 3) stehen Verkehrsunfälle mit 18 [...] [von 58] Fällen an der Spitze."
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 3
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2001
Seite(n):

55
Qualifizierung der Quelle:
A
1.04 Breitenmoser-Würsten, C., Zimmermann, F., Ryser, A., Capt, S., Laass, J., Siegenthaler, A. & Breitenmoser, U.
Fünf von 54 tot gefundenen oder aus der Population entnommenen Luchsen waren Verkehrsopfer.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 3
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004
Seite(n):

300
Qualifizierung der Quelle:
D
1.05 Arx, M. von, Breitenmoser-Würsten, C., Zimmermann, F. & Breitenmoser, U. (Bearb.)
"Vehicle and train collision" wird als "Major threat" für Luchspopulationen der Alpen bzw. Gesamteuropas genannt.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 3
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004
Seite(n):

439
Qualifizierung der Quelle:
A
1.06 Meinig, H. & Boye, P.
"Wegen der Bindung an große, zusammenhängende, störungsarme Gebiete besteht ein Risiko für kleine Populationen in der Lebensraumzerschneidung durch Straßen- und Schienenwege [...]" "In der Schweiz kamen seit Beginn der Wiedereinbürgerung 25 % aller tot aufgefundenen Luchse durch Verkehrsunfälle ums Leben."
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 3
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2005
Seite(n):

456
Qualifizierung der Quelle:
D
1.07 Günther, A., Nigmann, U., Achtziger, R. & Gruttke, H. (Bearb.)
Sehr wichtige Gefährdungsursachen für die Art sind nach Günther et al. (2005:456) Verkehrsopfer und Zerschneidung.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 3
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2002a
Seite(n):

193
Qualifizierung der Quelle:
D
1.08 Schadt, S., Revilla, E., Wiegand, T., Knauer, F., Kaczensky, P., Breitenmoser, U., Bufka, L., Cerveny, J., Koubek, P., Huber, T., Stanisa C. & Trepl, L.
"Human activity may strongly affect the presence of large carnivores by direct elimination or by individual avoidance of areas used by humans (Mladenoff et al. 1995; Woodroffe & Ginsberg 1998; Revilla, Palomares & Delibes 2001; Palomares et al. 2001)."
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 3
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2009
Seite(n):

688
Qualifizierung der Quelle:
A
1.09 Basille, M., Herfindal, I., Santin-Janin, H., Linnell, J. D. C., Odden, J., Andersen, R., Høgda, K. A. & Gaillard, J.?M.
Basille et al. (2009:688) konnten bei der Untersuchung der bevorzugten Aufenthaltsbereiche Eurasischer Luchse in Südnorwegen einen Tradeoff zwischen der Dichte an Rehen und der Stärke der menschlichen Störung nachweisen. Hierbei wurden Gebiete mit einer mittleren Rehdichte stärker genutzt als dies durch Zufall zu erwarten gewesen wäre. Auch Gebiete mit einer mittleren Straßendichte zwischen 0,22 und 1,1 km Straße pro qkm wurden häufiger als durch Zufall erwartbar genutzt. Die Gebiete mit der höchsten Rehdichte wurden wohl aufgrund der in denselben Bereichen vorherrschenden hohen Straßen- und Menschendichte gemieden. Dies zeigt, dass Gebiete mit einer hohen Straßendichte vom Eurasischen Luchs gemieden werden.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 3
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2013
Seite(n):

9
Qualifizierung der Quelle:
A
1.10 Basille, M., Moorter, B. van, Herfindal, I., Martin, J., Linnell, J. D. C., Odden, J., Andersen, R. & Gaillard, J.?M.
Basille et al. (2013:9) heben eine abnehmende Affinität von Eurasischen Luchsen zu Gebieten mit hoher Straßendichte ("high-risk areas") hervor, wobei sie bei den höchsten Dichten gemieden wurden. Die Präsenz von Beutetieren scheint der Grund der Auswahl von Straßen zu sein. Die Autoren vermuten in Fällen der Auswahl von Gebieten mit hohem Sterberisiko einen Trade-off zwischen Überleben und Fortpflanzung.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 3
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2013
Seite(n):

9
Qualifizierung der Quelle:
B
1.11 Basille, M., Moorter, B. van, Herfindal, I., Martin, J., Linnell, J. D. C., Odden, J., Andersen, R. & Gaillard, J.?M.
Eurasische Luchse in Südost-Norwegen, die innerhalb ihres Aktionsraums Gebiete mit hoher Straßendichte wählten, welche für den Menschen gut zugänglich waren, waren einem hohem jagdbedingten Sterberisiko ausgesetzt. Die Autor*innen erwähnen, dass bereits viele vorausgegangene empirische Studien von negativen Auswirkungen von Straßen auf Wildtiere berichteten. Eine direkte Auswirkung stellt der erhöhte Jagddruck dar, indirekte Auswirkungen sind Lärmbelästigung und menschliche Aktivitäten an Straßen und in deren Umfeld (Basille et al. 2013:9).
"[I]ndividuals (Anm.: of Lynx lynx, Bearbeiter*innen FFH-VP-Info) that selected areas highly accessible to humans within their home range - i.e. with a high road density - were exposed to a high risk of mortality through hunting. Lynx responded to that threat by consistently avoiding the areas with the greatest hunting access. Many empirical studies have previously reported negative impacts of roads on wildlife, either with the direct effect of an increased hunting pressure [...], or the indirect effect of noise disturbance [...] or human activity on roads and in their vicinity."
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 3
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2012
Seite(n):

235
Qualifizierung der Quelle:
A
1.12 Belotti, E., Heurich, M., Kreisinger, J., ?ustr, P. & Bufka, L.
Belotti et al. (2012:235) untersuchten den Einfluss von Tourismus und Verkehr auf Bewegungsverhalten und Jagdaktivität des Eurasischen Luchses im Böhmerwald (Tschechische Republik). Hierbei konnten die Autor*innen beobachten, dass sich Luchse tagsüber aufgrund menschlicher Aktivitäten in sichere Unterschlüpfe zurückzogen. Allerdings wurde die Toleranz der Tiere gegenüber menschlicher Störung durch eine dichte Vegetation erhöht. Nachts hingegen, bei geringer menschlicher Aktivität, konnte ein Meidungsverhalten von Straßen und touristischen Wegen nicht festgestellt werden.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 3
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2012
Seite(n):

241
Qualifizierung der Quelle:
A
1.13 Belotti, E., Heurich, M., Kreisinger, J., ?ustr, P. & Bufka, L.
Belotti et al. (2012:241) untersuchten den Einfluss von Tourismus und Verkehr auf Bewegungsverhalten und Jagdaktivität des Eurasischen Luchses im Böhmerwald (Tschechische Republik). Generell schienen Luchse auf das Vorhandensein von Wanderwegen, Radwegen und Loipen zu reagieren. Beutetiere, die sich näher an derartige Wegen aufhielten, wurden von Luchsen eher verschmäht, wobei diese negative Korelation bei Hauptwegen ausgeprägter war.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 3
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2018
Seite(n):

181
Qualifizierung der Quelle:
A
1.14 Belotti, E., Mayer, K., Kreisinger, J., Heurich, M. & Bufka, L.
Belotti et al. (2018:181) untersuchten, inwiefern Freizeitaktivitäten die Ruheplatzwahl und das Jagdverhalten des Eurasischen Luchses beeinflussten. Bezüglich des Einflusses der Anwesenheit von Menschen und dem Vorhandensein von Deckung auf die Anwesenheit von Luchsen machen die Autor*innen folgende Aussage: "Throughout the year, the local intensity and recurrence of recreation was negatively correlated with the probability that lynx would use a given location for daytime resting and with the number of hours that lynx spent at a given killed prey each night. Furthermore, habitat features providing protective cover positively correlated with both behaviors, and the probability that lynx would use a given location for daytime resting was higher inside than outside protected areas."
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 3
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2018
Seite(n):

184
Qualifizierung der Quelle:
A
1.15 Belotti, E., Mayer, K., Kreisinger, J., Heurich, M. & Bufka, L.
Belotti et al. (2018:184) untersuchten, inwiefern Freizeitaktivitäten die Ruheplatzwahl und das Jagdverhalten des Eurasischen Luchses beeinflussten. Die Autor*innen konnten zeigen, dass im Winter eine negative Korrelation zwischen dem Freizeitaktivitätsindex des Gebiets und der Anzahl an Nächten, in denen Luchse erlegte Beute aufsuchten, bestand. Im Gegensatz dazu konnte im Sommer ein solcher Zusammenhang nicht festgestellt werden.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 3
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2018
Seite(n):

184
Qualifizierung der Quelle:
A
1.16 Belotti, E., Mayer, K., Kreisinger, J., Heurich, M. & Bufka, L.
Belotti et al. (2018:184) untersuchten, inwiefern Freizeitaktivitäten die Ruheplatzwahl und das Jagdverhalten des Eurasischen Luchses beeinflussten. Hierbei konnten die Autor*innen zeigen, dass Rasterzellen mit Tagesruheplätzen (im Vergleich zum Durchschnitt aller Rasterzellen) durch eine höhere Waldbedeckung, steilere Hänge und einen niedrigeren Freizeitaktivitätsindex gekennzeichnet waren.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 3
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2018
Seite(n):

187
Qualifizierung der Quelle:
A
1.17 Belotti, E., Mayer, K., Kreisinger, J., Heurich, M. & Bufka, L.
Belotti et al. (2018:187) untersuchten, inwiefern Freizeitaktivitäten die Ruheplatzwahl und das Jagdverhalten des Eurasischen Luchses beeinflussten. Hierbei konnten die Autor*innen zeigen, dass die Gebiete mit den intensivsten und regelmäßigsten Freizeitaktivitäten von Luchsen im gesamten Untersuchungsgebiet gemieden wurden.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 3
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2015
Seite(n):

7
Qualifizierung der Quelle:
D
1.18 Kowalczyk, R., Górny, M. & Schmidt, K.
Die Fragmentierung von Luchshabitaten könnte nach wie vor einen der Hauptfaktoren darstellen, welcher das Wachstum und die Ausbreitung der Bestände behindert, da Ausbreitung und Genfluss zwischen den Beständen starken Randeffekten bezüglich der Mortalität unterworfen sind (Kowalczyk et al. 2015:7). Dies unterstreicht die Notwendigkeit der Verknüpfung von Lebensräumen durch ökologische Korridore und die Einrichtung von geeigneten Querungshilfen an Strukturen mit Barrierewirkung als wichtige Maßnahmen für den erfolgreichen Schutz des Luchses.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 3
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2020
Seite(n):

584
Qualifizierung der Quelle:
B
1.19 Mueller, S. A., Reiners, T. E., Middelhoff, T. L., Anders, O., Kasperkiewicz, A. & Nowak, C.
Bei der Untersuchung von Eurasischen Luchsen im Harz konnten Mueller et al. (2020:584) feststellen, dass einzelne männliche Luchse aus dem Harz Distanzen von bis zu 280 km überwinden können. Dies dokumentiert das Ausbreitungspotenzial des Luchses. Problematisch ist allerdings die starke Fragmentierung der mitteleuropäischen Landschaften. Dies erschwert bzw. behindert den gentischen Austausch, was in der Folge zu Generosion führt: "The ongoing genetic erosion in the Harz population along with a lack of geneflow from adjacent populations indicates that such connectivity is urgently needed to ensure long-term population persistence."
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 3
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2015
Seite(n):

93
Qualifizierung der Quelle:
D
1.20 White, S., Briers, R. A., Bouyer, Y., Odden, J. & Linnell, J. D. C.
Bei der Untersuchung Eurasischer Luchse in Norwegen konnten White et al. (2015:93) zeigen, dass weibliche Luchse, welche während der Aufzucht der Jungtiere Verstecke in größerer Entfernung zu regelmäßig genutzten Straßen auswählten, hierdurch vermutlich das Mortalitätsrisiko senken können. Ein Grund dafür ist, dass Wilderei, welche als eine der Haupttodesursachen für Luchse in Norwegen gilt, durch Straßen erleichtert wird: "The presence of roads increases human accessibility and directly relate to mortality risk as harvested lynx in Norway are predominately killed within 3 km of a road."
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 3
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2013
Seite(n):

7
Qualifizierung der Quelle:
A
1.21 Basille, M., Moorter, B. van, Herfindal, I., Martin, J., Linnell, J. D. C., Odden, J., Andersen, R. & Gaillard, J.?M.
Basille et al. (2013:7) untersuchten den Einfluss der Straßendichte auf Eurasische Luchse (n=46) in Südost-Norwegen mit Hilfe von Telemetrie-Daten. Bezüglich des Einflusses befestigter Straßen bei der Habitatwahl machen die Autor*innen folgende Aussage: "[A]lthough the selection of paved road density was generally not different from zero, there was a strong negative interaction between their selection and their general availability in the lifetime home range [...]. Lynx established in areas below a threshold of 0.47 [km per sq km] of paved roads selected for areas with higher densities of paved roads within their home range, after which they consistently avoided paved roads within their home range [...]." Innerhalb ihrer Aktionsräume mieden Eurasische Luchse nur die Gebiete mit der höchsten Dichte befestigter Straßen das ganze Jahr über.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 3
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2017
Seite(n):

6377
Qualifizierung der Quelle:
A
1.22 Filla, M., Premier, J., Magg, N., Dupke, C., Khorozyan, I., Waltert, M., Bufka, L. & Heurich, M.
Untersuchungen von Filla et al. (2017:6367) zur Habitatwahl des Eurasischen Luchses im Böhmerwald an der deutsch-tschechischen Grenze ergaben, dass Luchse tagsüber Wege mit einer Distanz von 300 m und Siedlungen mit einer Distanz von 1.000 m mieden.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 3
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2018
Seite(n):

188
Qualifizierung der Quelle:
A
1.23 Belotti, E., Mayer, K., Kreisinger, J., Heurich, M. & Bufka, L.
Belotti et al. (2018:188) untersuchten, inwiefern Freizeitaktivitäten die Ruheplatzwahl und das Jagdverhalten des Eurasischen Luchses beeinflussten. Um die negativen Effekte von Freizeitaktivitäten auf den Luchs zu reduzieren, empfahlen die Autor*innen Flächen mit einer hohen Deckung an schützender Vegetation (wie beispielsweise dichte Sträucher) zu erhalten, besonders in den Bereichen mit der höchsten Konzentration an Freizeitaktivitäten und in flachem Gelände.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 3
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2017
Seite(n):

6378
Qualifizierung der Quelle:
A
1.24 Filla, M., Premier, J., Magg, N., Dupke, C., Khorozyan, I., Waltert, M., Bufka, L. & Heurich, M.
Rehe weichen den harten Winterbedingungen höherer Lagen aus, indem sie in tiefere Gebiete abwandern. Da Rehe die Hauptbeutetiere des Eurasischen Luchses darstellen, folgen Luchse dieser Abwanderung (Filla et al. 2017:6378). Hierfür ist es wichtig, Strukturen mit Barrierewirkung mit geeigneten Querungshilfen zu versehen.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 3
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2015
Seite(n):

7
Qualifizierung der Quelle:
D
1.25 Kowalczyk, R., Górny, M. & Schmidt, K.
Die Fragmentierung von Luchshabitaten könnte nach wie vor einen der Hauptfaktoren darstellen, welcher das Wachstum und die Ausbreitung der Bestände behindert, da Ausbreitung und Genfluss zwischen den Beständen starken Randeffekten bezüglich der Mortalität unterworfen sind (Kowalczyk et al. 2015:7). Dies unterstreicht die Notwendigkeit der Verknüpfung von Lebensräumen durch ökologische Korridore und die Einrichtung von geeigneten Querungshilfen an Strukturen mit Barrierewirkung als wichtige Maßnahmen für den erfolgreichen Schutz des Luchses.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 3
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2009
Seite(n):

7
Qualifizierung der Quelle:
A
1.26 Kusak, J., Huber, D., Gomer?i?, T., Schwaderer, G. & Gu?vica, G.
Kusak et al. (2009:7) untersuchten die Auswirkungen einer 100 m breiten Grünbrücke bei Dedin (Kroatien). Hierbei konnten 41 Überquerungen von "radio-tracked large carnivores" nachgewiesen werden, wodurch die Autoren zu folgendem Schluss kamen: "[T]his green bridge, constructed as a measure to mitigate the negative effects of the studied highway, served its purpose acceptably. [...] Overall, the highway in Gorski kotar does not seem to be a barrier. This demonstrates that it is possible to maintain habitat connectivity during the process of planning the highway route."
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 3
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
3. Prognosemethoden Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
3.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Bei der Wirkungsprognose sind die qualitativen und quantitativen Betroffenheiten der Art durch betriebsbedingte Barrierewirkungen und / oder Mortalität einzuschätzen (vgl. auch Lambrecht et al. 2004:147ff. zu individuenbezogenen Beeinträchtigungen). Dabei sind die Wirkintensität des Projekts und seiner Bestandteile (z. B. Lage im Raum, Verkehrsintensität u. -geschwindigkeit) und die Empfindlichkeit der Art (z. B. Mobilität, Aktionsräume, Fortbewegungsgeschwindigkeit, Verhalten bei Gefahr, räumlich-funktionale Beziehungen) zu analysieren.

Es sind alle relevanten (Teil-)Habitate sowie die räumlich-funktionalen Beziehungen zwischen Teilhabitaten mit den vom Projekt beanspruchten Flächen zu überlagern. Grundsätzlich ist insbesondere die Betroffenheit der räumlich-funktionalen Beziehungen zwischen den verschiedenen Teilhabitaten einer Art auf Individuums- und / oder Bestandsniveau qualitativ und quantitativ einzuschätzen.

Es sind die quantitativen und qualitativen Funktionsverluste für die betroffenen Individuen bzw. (Teil-)Populationen zu beurteilen. Zudem ist die Beurteilung der vorhandenen Bestandsgrößen und eine Einschätzung der langfristigen Auswirkungen der Barrierewirkungen bzw. Mortalität auf die Bestände im Gebiet vorzunehmen.

Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.

Eine Berücksichtigung etwaiger kumulativer Wirkungen additiver oder synergistischer Art durch andere Wirkfaktoren des Projekts / Plans oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten / Plänen ist notwendig.

Im Einzelfall können aus Gründen der Prognosesicherheit auch weitergehende Methoden notwendig werden (z. B. Populationsgefährdungsanalysen, s. Rassmus et al. 2003, Lambrecht et al. 2004).
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 3
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
4. Relevanzschwelle Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
4.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Soweit die Art und deren Habitate nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln sind, wird die Relevanzschwelle grundsätzlich bei jeder Barrierewirkung zwischen Teilhabitaten im Gebiet überschritten. Gleiches gilt, soweit eine projektbedingt erhöhte Mortalität eintreten kann.

Im Einzelfall gilt dies auch bei Zerschneidungswirkungen (Barriere und / oder Mortalität) zwischen dem Schutzgebiet und seiner Umgebung, wenn Hinweise auf dort vorkommende wesentliche Teillebensräume bzw. Teilbestände mit räumlich-funktionalen Beziehungen zum Gebiet vorliegen, sowie bei Zerschneidungswirkungen zwischen dem Schutzgebiet und anderen Schutzgebieten.

Für die Beurteilung einer etwaigen Betroffenheit von Beständen im Gebiet, sind Mobilität und Aktionsradien der Art zu berücksichtigen. Dabei sind die verschiedenen räumlich-funktionalen Beziehungen zwischen Teilhabitaten zu unterscheiden.

Um eine erhebliche Beeinträchtigung durch ein Vorhaben mit der rechtlich gebotenen Sicherheit ausschließen zu können, sind i. d. R. die oberen Angaben zu Habitatgrößen bzw. (regelmäßigen) Wanderungen heranzuziehen und auf die potenziell geeigneten Lebensräume im Untersuchungsgebiet zu übertragen. Vorhaben, die in größerem Abstand als diesem "Aktionsradius" geplant sind, können i. d. R. zu keinen relevanten Zerschneidungswirkungen führen.

Literaturangaben als Orientierungswerte für Aktionsräume, Wanderdistanzen bzw. Ausbreitungspotenzial sowie zu Flächenansprüchen sind - soweit für die Art nach aktuellem Auswertungsstand verfügbar - separat unter "Raumbedarf und Aktionsräume von Arten" zusammengestellt.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 3
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
5.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Die Beeinträchtigungsintensität resultiert einerseits aus der artspezifischen Empfindlichkeit und andererseits aus der Intensität der Barrierewirkung bzw. Mortalität. Unterschiedliche Intensitäten können auch auf die funktionale Differenzierung verschiedener betroffener Teilhabitate zurückgehen.

Die absolute und relative Dimension der Barriere- oder Fallenwirkung sind wesentliche Größen der Beurteilung. Hierbei ist der Bezug sowohl zur (Teil-)Habitatfläche wie auch zu Größenordnungen / Anteilen betroffener Individuen herzustellen.

Wichtig für die Erheblichkeitsbeurteilung sind zudem die funktionale Bedeutung der einzelnen betroffenen Flächen / räumlich-funktionalen Beziehungen sowie die zeitliche Dimension der Beeinträchtigung (Zeitpunkt, Häufigkeit und Dauer).

Soweit die Bestände der Art und ihre Habitate nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln sind, wird die Erheblichkeitsschwelle grundsätzlich bei jeder signifikanten Barrierewirkung zwischen Teilhabitaten im Gebiet überschritten.

Im Einzelfall gilt dies auch bei Zerschneidungswirkungen (Barriere und / oder Mortalität) zwischen dem Schutzgebiet und seiner Umgebung, wenn dort wesentliche Teillebensräume bzw. Teilbestände mit räumlich-funktionalen Beziehungen zum Gebiet vorkommen. Dies gilt gleichermaßen für Zerschneidungswirkungen zwischen dem Schutzgebiet und anderen Schutzgebieten, sofern hier maßgebliche räumlich-funktionale Beziehungen bestehen.

Für die Bewertung einer projektbedingt erhöhten Mortalität sind verschiedene artspezifische und populationsbezogene Parameter einzubeziehen. Dazu zählen die natürliche Reproduktionsrate und Sterblichkeit, durchschnittliches Lebensalter der Tiere, Bestandsgrößen und allgemeine Gefährdungssituation (vgl. auch Lambrecht et al. 2004 zu individuenbezogenen Beeinträchtigungen).

Tendenziell sind Arten mit hoher Lebenserwartung und geringerer Reproduktionsrate (K-Strategen) und / oder geringeren Beständen im Schutzgebiet bzw. einer allgemeinen Gefährdungseinstufung und ohnehin negativer Populationsentwicklung stärker beeinträchtigt als Arten mit geringer Lebenserwartung und hoher Reproduktionsrate (r-Strategen) und / oder großen Beständen im Schutzgebiet bzw. einer allgemein weiten Verbreitung und fehlenden Gefährdung in Deutschland.

Bernotat & Dierschke (2021) haben mit dem sog. Mortalitäts-Gefährdungs-Index (MGI) ein einheitliches Klassifizierungssystem für die Einstufung von Arten hinsichtlich ihrer Empfindlichkeit gegenüber zusätzlicher anthropogener Mortalität entwickelt. Über einen gestuften methodischen Ansatz wurden dabei sowohl verschiedene populationsbiologische Parameter wie die Mortalitätsrate, das maximale Lebensalter, das Alter beim Eintritt in die Reproduktion, das Reproduktionspotenzial, die Reproduktionsrate sowie Bestandsgröße und Bestandstrend der Arten als auch verschiedene naturschutzfachliche Parameter wie z. B. der Gefährdungsgrad, die Häufigkeit, der Erhaltungszustand und die nationale Verantwortlichkeit Deutschlands für die Arten berücksichtigt.

Daraus lassen sich nach einem einheitlichen und nachvollziehbaren Bewertungssystem - auch für Planungs- und Prüfungsentscheidungen - Hinweise zur Relevanz und Erheblichkeit des Verlustes einzelner Individuen ableiten. Die Differenzierung des MGI in 6 Haupt- bzw. 13 Unterklassen dient somit dazu, die Bewertung von Mortalitätsrisiken stärker zu objektivieren.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 3
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
5.02 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Der Luchs (L. lynx) ist bundesweit stark gefährdet (Rote Liste 2) (Meinig et al. 2009:123) - vgl. auch die Gefährdungseinstufungen in den jeweiligen Bundesländern (Meinig et al. 2009:128).

Der Luchs erreicht in Gefangenschaft ein Alter von bis zu 25 Jahren. Im Bayerischen Wald wurden Luchse nachgewiesener Maßen mindestens 7 Jahre alt (Zachariae et al. 1987, zit. in Meinig & Boye 2004:438).

Im Urwald von Bialowieza ermittelten Jedrzejewski et al. (1996) eine jährliche Mortalität der Jungtiere von mindestens 48 %, die der Subadulten und Adulten von 37 %, wobei zwei Drittel der Tiere durch Wilderei getötet wurden.

Aufgrund der relativ hohen Empfindlichkeit gegenüber Verkehrsmortalität einerseits und andererseits der allgemeinen Gefährdung der Art, der kleinen Populationen, der hohen natürlichen Sterblichkeit etc., wird die Erheblichkeitsschwelle bei großen Verkehrsinfrastrukturprojekten innerhalb der Luchslebensräume relativ leicht überschritten.

Bernotat & Dierschke (2021) haben die Art im Mortalitäts-Gefährdungs-Index in die MGI-Klasse I.3 eingestuft, was einer "sehr hohen" Mortalitätsgefährdung entspricht.
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 3
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

2006
Seite(n):

330
Qualifizierung der Quelle:
A
5.03 Klar, N., Herrmann, M. & Kramer-Schadt, S.
"Straßen als Barrieren und Mortalitätsrisiko sind für Säugetierpopulationen mit großen Raumansprüchen wie den Luchs (Lynx lynx, L. 1758) ein ernstes Problem [...].

"Die Vermeidung stark befahrener Straßen innerhalb des Waldgebietes durch den Luchs kann einen entscheidenden Einfluss auf die Überlebenswahrscheinlichkeit der gesamten Population haben, da diese in kleinere Teilpopulationen mit erhöhtem Aussterberisiko gespalten wird. Straßen mit starker Barrierewirkung am Rande des Biosphärenreservates wie die A 4 (Col du Saverne/Zaberner Steige) verhindern dagegen die Besiedlung angrenzender Lebensräume. Erhöhte Mortalität an einer einzelnen Straße wie der B 10 im Pfälzerwald kann das Aussterberisiko der Population erheblich steigern. Eine intelligente Platzierung von Grünbrücken kann die Überlebenschancen erhöhen."
1361 Luchs (Lynx lynx)
4 Barriere- oder Fallenwirkung / Individuenverlust Relevanz des Wirkfaktors: 3
4-3 Betriebsbedingte Barriere- oder Fallenwirkung / Mortalität
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

2005
Seite(n):

10
Qualifizierung der Quelle:
A
5.04 Anders, O. & Sacher, P.
"Bei der Einschätzung der Vernutzungsmöglichkeiten der genannten Lebensräume ist auch die aktuelle und künftige Zerschneidung der Landschaft durch Straßen, insbesondere Autobahnen zu berücksichtigen, die möglicherweise als ernste Ausbreitungsbarrieren wirken. Die Anzahl mehrspurig ausgebauter Straßen rund um den Harz erscheint schon jetzt erheblich und wird in den nächsten Jahren noch zunehmen."
1361 Luchs (Lynx lynx)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 1
5-1 Akustische Reize (Schall)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Der Luchs (L. lynx) hat einen sehr gut ausgebildeten Gehörsinn. Die Reaktion auf Geräusche ist jedoch von der Quelle, der Intensität und der Gewöhnung an das Geräusch abhängig.

Luchse sind gegenüber (gleichförmigen) Geräuschen relativ unempfindlich bzw. können sich daran gewöhnen. Die Wahl der Tageslager oder Jungenaufzuchtplätze stehen in keinem Zusammenhang mit geräuschemitierenden Quellen, sondern sind vielmehr von anderen Faktoren abhängig.
1361 Luchs (Lynx lynx)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 1
5-1 Akustische Reize (Schall)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2002
Seite(n):

15
Qualifizierung der Quelle:
A
1.02 Boutros, D.
"Although maternal dens were situated closer to roads (206 m) than natal dens (305 m), the distances did not differ significantly. In the Jura Mts., however, dens lay significantly closer to roads than in the NW Alps (U-Test, p< 0.01) (Fig. 8). This could be explained by the correlation between distance to road and altitude (r = 0.53, n = 66, p< 0.01). As dens in the NWAlps were located higher than those in the Jura Mts., they were at the same time more distant from roads. Besides, the vicinity to roads also correlated with the slope, i.e. the flatter the area the nearer the roads (r = 0.38, n = 66, p< 0.01) [...] I recorded a significant difference in the distance to settlements between the dens of the NW-Alps and the Jura Mts. (U-Test, p< 0.05); in the NW-Alps dens were located nearer to settlements than in the Jura Mts. (Fig. 8). As with the distance to the road, I noticed a correlation between the vicinity to settlements and the slope (r = 0.29, n = 66, p< 0.05): The flatter the den site area the closer the settlements."
1361 Luchs (Lynx lynx)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 1
5-1 Akustische Reize (Schall)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2002
Seite(n):

15, 19
Qualifizierung der Quelle:
A
1.03 Boutros, D.
"The vicinity of settlements was also correlated with the noise level (r = 0.31, n = 40, p< 0.05): The more distant the dens from the settlements, the calmer the den site surroundings. Around most dens the noise level was neither loud nor silent, but medium (n = 21). [...] lynx have a very good hearing. They hear a police whistle at a distance of 4.5 km (Vollrath 1981), and can locate noise according to distance and height and differentiate between noises (Haltenorth 1957)."
1361 Luchs (Lynx lynx)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 1
5-1 Akustische Reize (Schall)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2001a
Seite(n):

215
Qualifizierung der Quelle:
D
1.04 Wölfl, M.
"Ansonsten ist Lynx lynx als hochmobile und großräumig agierende Tierart offensichtlich wenig anfällig gegenüber Störungen (z. B. Tourismus) [...]."
1361 Luchs (Lynx lynx)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 1
5-1 Akustische Reize (Schall)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004
Seite(n):

137
Qualifizierung der Quelle:
D
1.05 Matjuschkin, E. N.
"Wenn dem Tier nicht ständig nachgestellt wird, läßt es sich durch die bloße Nähe des Menschen nicht verdrängen." Nachfolgend beschreibt der Autor mehrere Beispiele mit Siedlungen, Straßen, bellenden Hofhunden, Motorengeräusche etc., die dies belegen. Jedoch wird meist ein Mindestabstand von mehreren hundert Metern erwähnt, die der Luchs (L. lynx) zu den Siedlungen einhält.
1361 Luchs (Lynx lynx)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 1
5-1 Akustische Reize (Schall)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004
Seite(n):

438
Qualifizierung der Quelle:
A
1.06 Meinig, H. & Boye, P.
"In ungestörten Lagen werden von Paarhufern durchschnittlich 88 % der verwertbaren Teile gefressen, in Zivilisationsnähe nur 62 %."
1361 Luchs (Lynx lynx)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 1
5-1 Akustische Reize (Schall)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2013
Seite(n):

9
Qualifizierung der Quelle:
B
1.07 Basille, M., Moorter, B. van, Herfindal, I., Martin, J., Linnell, J. D. C., Odden, J., Andersen, R. & Gaillard, J.?M.
Eurasische Luchse in Südost-Norwegen, die innerhalb ihres Aktionsraums Gebiete mit hoher Straßendichte wählten, welche für den Menschen gut zugänglich waren, waren einem hohem jagdbedingten Sterberisiko ausgesetzt. Die Autor*innen erwähnen, dass bereits viele vorausgegangene empirische Studien von negativen Auswirkungen von Straßen auf Wildtiere berichteten. Eine direkte Auswirkung stellt der erhöhte Jagddruck dar, indirekte Auswirkungen sind Lärmbelästigung und menschliche Aktivitäten an Straßen und in deren Umfeld (Basille et al. 2013:9).
"[I]ndividuals (Anm.: of Lynx lynx, Bearbeiter*innen FFH-VP-Info) that selected areas highly accessible to humans within their home range - i.e. with a high road density - were exposed to a high risk of mortality through hunting. Lynx responded to that threat by consistently avoiding the areas with the greatest hunting access. Many empirical studies have previously reported negative impacts of roads on wildlife, either with the direct effect of an increased hunting pressure [...], or the indirect effect of noise disturbance [...] or human activity on roads and in their vicinity."
1361 Luchs (Lynx lynx)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 1
5-1 Akustische Reize (Schall)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2020
Seite(n):

7
Qualifizierung der Quelle:
D
1.08 Hemmingmoore, H., Aronsson, M., Åkesson, M., Persson, J. & Andrén, H.
Hemmingmoore et al. (2020:7) konnten im Rahmen einer Studie in Schweden zeigen, dass die untersuchten Luchse im Allgemeinen Gebiete mit hoher menschlicher Siedlungsdichte mieden. Allerdings suchten die Tiere oft die Nähe kleiner Straßen und landwirtschaftlicher Flächen auf.
1361 Luchs (Lynx lynx)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
5-2 Optische Reizauslöser / Bewegung (ohne Licht)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Der Luchs (L. lynx) sieht sehr gut. Die Reaktion auf optische Reize ist jedoch von der Quelle, der Intensität und der Gewöhnung abhängig.

Als Großsäugetier ist der Luchs grundsätzlich störungsempfindlich. Dies gilt umso mehr, wenn eine zumindest temporäre Jagdausübung stattfindet. Andererseits zeigen die nachfolgenden Quellen, dass es durchaus unterschiedliche Einschätzungen darüber gibt, wie störungsempfindlich die vorwiegend dämmerungs- und nachtaktive Art z. B. gegenüber menschlicher Anwesenheit oder gegenüber Straßenverkehr ist. Dabei ist aber auch zu berücksichtigen, dass der Luchs aufgrund seines großen Gesamtlebensraums den durchaus vorhandenen Störungen ggf. relativ gut ausweichen kann.

Wichtig sind jedoch von Menschen kaum begangene Rückzugsgebiete im Gesamthabitat. Störungen dort oder auch an den Wurfplätzen zur Fortpflanzungszeit können schnell zu relevanten Beeinträchtigungen führen.

Konsequenzen können - abhängig vom Umfang - z. B. Verlust von Teilhabitaten, Verringerung der Fortpflanzungsrate bzw. der Überlebenswahrscheinlichkeit von Individuen, Bestandsrückgang oder Beeinträchtigung bzw. Erlöschen lokaler (Teil-)Bestände sein.
1361 Luchs (Lynx lynx)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
5-2 Optische Reizauslöser / Bewegung (ohne Licht)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2002
Seite(n):

15
Qualifizierung der Quelle:
A
1.02 Boutros, D.
"Although maternal dens were situated closer to roads (206 m) than natal dens (305 m), the distances did not differ significantly. In the Jura Mts., however, dens lay significantly closer to roads than in the NW Alps (U-Test, p< 0.01) (Fig. 8). This could be explained by the correlation between distance to road and altitude (r = 0.53, n = 66, p< 0.01). As dens in the NWAlps were located higher than those in the Jura Mts., they were at the same time more distant from roads. Besides, the vicinity to roads also correlated with the slope, i.e. the flatter the area the nearer the roads (r = 0.38, n = 66, p< 0.01) [...] I recorded a significant difference in the distance to settlements between the dens of the NW-Alps and the Jura Mts. (U-Test, p< 0.05); in the NW-Alps dens were located nearer to settlements than in the Jura Mts. (Fig. 8). As with the distance to the road, I noticed a correlation between the vicinity to settlements and the slope (r = 0.29,n = 66, p< 0.05): The flatter the den site area the closer the settlements."
1361 Luchs (Lynx lynx)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
5-2 Optische Reizauslöser / Bewegung (ohne Licht)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2001a
Seite(n):

215
Qualifizierung der Quelle:
D
1.03 Wölfl, M.
"Ansonsten ist Lynx lynx als hochmobile und großräumig agierende Tierart offensichtlich wenig anfällig gegenüber Störungen (z. B. Tourismus) [...]."
1361 Luchs (Lynx lynx)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
5-2 Optische Reizauslöser / Bewegung (ohne Licht)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

1986
Seite(n):

303ff.
Qualifizierung der Quelle:
D
1.04 Haller, H. & Breitenmoser, U.
"Die Zivilisationsnähe (Dauersiedlungen oder dazuführende Verkehrsachsen horizontal <500 m, vertikal <200 m vom Luchs entfernt) wurde von allen drei Individuen signifikant gemieden."

"Wichtig ist eine zusammenhängende Waldzone. Der Waldmantel darf von Landwirtschaftsflächen durchbrochen sein, sofern die nötige Deckung gewährleistet und von Menschen kaum begangene Rückzugsgebiete fast überall vorhanden sind. In den aufgelockerten Wäldern der schweizerischen Nordalpen leben hohe Bestände an Rehen und Gemsen, die für den Luchs die Nahrungsgrundlage bilden (Breitenmoser und Haller in Vorb.). Der Luchs meidet die menschliche Nähe nicht grundsätzlich. Waldfreie, vom Menschen besiedelte Talböden von 1 km Breite stellen aber (wie beim Braunbären, Roth 1978) bereits beträchtliche Hindernisse dar. Zusammenhängender Lebensraum ist entscheidender als einzelne noch so naturnahe Refugien. So sind heute Alpenteile besiedelt, die längst nicht zu den am stärksten bewaldeten oder vom Menschen am wenigsten berührten gehören, die aber dem Luchs Bewegungsfreiheit bieten. Hingegen ins (zivilisatorisch besonders stark beeinflusste) Mittelland hat sich die Luchspopulation trotz hohem Bestand an Rehwild nicht ausgebreitet."

Wenn der Luchs vom Tageslager aufgescheucht wurde, betrug die Fluchtdistanz "meist weniger als 100 m, minimal 10 m."
1361 Luchs (Lynx lynx)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
5-2 Optische Reizauslöser / Bewegung (ohne Licht)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004
Seite(n):

100f.
Qualifizierung der Quelle:
D
1.05 Matjuschkin, E. N.
"Wenn ein Wurflager von Menschen entdeckt worden ist, kann die Mutter die Jungen an einen anderen Platz schleppen."
1361 Luchs (Lynx lynx)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
5-2 Optische Reizauslöser / Bewegung (ohne Licht)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2008
Seite(n):

326f.
Qualifizierung der Quelle:
D
1.06 Breitenmoser, U. & Breitenmoser-Würsten, C.
"Wenn die Mutter bei den Jungen ist, zieht sie sich meistens zurück, bevor ein sich nähernder Mensch sie zu Gesicht bekommen kann. Selbst wenn das Weibchen in der Nähe bleibt, verhält es sich nicht aggressiv gegenüber Menschen. Hunde - und sicherlich auch andere Raubtiere -, die sich den Jungen nähern, werden sofort angegriffen, aber Menschen gegenüber verteidigt die Luchsin ihre Jungen nicht. Bei der Arbeit im Jura haben wir erlebt, dass das Weibchen Aida aus einer Entfernung von 20 m zuschaute, wie wir ihre Jungen untersuchten, und sogleich zu ihnen zurückkehrte, als wir abzogen. Danach blieb sie mit den Jungen weiterhin in der gleichen Wurfhöhle. Das ist aber die Ausnahme. Normalerweise ziehen die Luchsinnen mit den Jungen nach solchen Erlebnissen um. Allerdings tun sie das auch ohne Störung" (Breitenmoser & Breitenmoser-Würsten 2008:326).

"Solange die Jungen noch nicht mobil sind, bewohnt die Familie meist zwei bis drei Unterschlüpfe. Von der eigentlichen Wurfhöhle tragen die Luchsinnen die Jungen nach wenigen Wochen an einen anderen Ort (primäre und sekundäre Wurfplätze in Tab. 9.1). Die Entfernungen zwischen 32 nacheinander benutzen Lagern im Jura und in den Alpen betrugen mindestens 27 und höchstens 1500 m (Zentralwert 541 m; Boutros et al. 2007). Die Weibchen mögen für einen Umzug mehrere Gründe haben. Lange benutzte Lager könnten mit Parasiten verseucht oder unsicher werden, weil zu viele Spuren dorthin führen. Vielleicht sind die ursprünglich gewählten, oft in sehr steilem Gebiet liegenden Wurfplätze auch für die Jungen zu gefährlich, wenn sie sich mit ein paar Wochen zu balgen beginnen. (Foto 9.9). Die Zoologin Dominique Boutros (2002) hat für ihre Diplomarbeit die Lage verschiedener primärer und sekundärer Lagerplätze im Jura und in den Alpen verglichen und festgestellt, dass die primären Plätze sowohl in den Alpen als auch im Jura im steilen und deshalb schwer zugänglichen Gelände liegen. Für die sekundären Lager wählten die Weibchen einen Ort in flacherem Gebiet, in geringerer Höhe und näher am Waldrand. Das gewährt ihnen besseren Zugang zu ihren wichtigsten Beutetieren, den Rehen, bringt sie aber auch näher zu den Menschen und damit zu potenziellen Gefahren" (Breitenmoser & Breitenmoser-Würsten 2008:326f.).
1361 Luchs (Lynx lynx)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
5-2 Optische Reizauslöser / Bewegung (ohne Licht)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2008
Seite(n):

302f, 466ff.
Qualifizierung der Quelle:
D
1.07 Breitenmoser, U. & Breitenmoser-Würsten, C.
"Wie gut Luchse sich in die vom Menschen geprägte Welt einfügen können, zeigt das Beispiel des Männchens Turo, das über ein Jahr am Stadtrand von Zürich lebte [...]. Turo geriet zufällig auf den Zürichberg, ein Naherholungsgebiet der Stadt - und damit wohl in einen der am intensivsten begangenen Wälder der Schweiz. Aber er hat offenbar entdeckt, dass sich dort gut leben lässt; sonst wäre er kaum so lange geblieben. Turos Vorstoss in die grösste Schweizer Agglomeration ist nicht die Regel, sondern eine bisher einmalige Ausnahme. Aber er demonstriert, wie anpassungsfähig ein Luchs sein kann und wie weit allenfalls die Rückeroberung der Kulturlandschaft gehen kann" (Breitenmoser & Breitenmoser-Würsten 2008:302f.).

"[...] Luchse sind nicht scheu (jedoch heimlich) und lassen sich durch die Nähe von Menschen kaum stören" (Breitenmoser & Breitenmoser-Würsten 2008:466).

"Er ist ruhig. Unmittelbar neben uns fahren in stetigem Strom Autos auf der Autobahn und Spaziergänger mit Hunden flanieren nur wenige Meter an dem im Gebüsch versteckten Luchs vorbei" (Breitenmoser & Breitenmoser-Würsten 2008:468).

"Drei Wochen später ist Turo zurück auf dem Zürichberg. Vier Monate lang hält er sich in diesem kleinen, knapp vier Quadratkilometer grossen Wald auf. Scheinbar unbeeindruckt lebt er inmitten von Autos, Spaziergängern, Velofahrern, Joggern und Hunden" (Breitenmoser & Breitenmoser-Würsten 2008:470).
1361 Luchs (Lynx lynx)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
5-2 Optische Reizauslöser / Bewegung (ohne Licht)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004
Seite(n):

137
Qualifizierung der Quelle:
D
1.08 Matjuschkin, E. N.
"Wenn dem Tier nicht ständig nachgestellt wird, läßt es sich durch die bloße Nähe des Menschen nicht verdrängen." Nachfolgend beschreibt der Autor mehrere Beispiele mit Siedlungen, Straßen, bellenden Hofhunden, Motorengeräusche etc., die dies belegen. Jedoch wird meist ein Mindestabstand von mehreren hundert Metern erwähnt, die der Luchs zu den Siedlungen einhält.
1361 Luchs (Lynx lynx)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
5-2 Optische Reizauslöser / Bewegung (ohne Licht)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2003
Seite(n):

31f.
Qualifizierung der Quelle:
D
1.09 Müller-Kroehling, S., Franz, C., Binner, V., Müller, J., Pechacek, P. & Zahner, V.
"Gegenüber kalkulierbaren Gefahren (Wanderparkplätze o. ä.) ist der Luchs vergleichsweise wenig störungsempfindlich (Kalb 1992). [...] Nach Wotschikowski (1987) werden Störungen als Faktor der Lebensraumeignung allerdings überschätzt."
1361 Luchs (Lynx lynx)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
5-2 Optische Reizauslöser / Bewegung (ohne Licht)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004
Seite(n):

438
Qualifizierung der Quelle:
A
1.10 Meinig, H. & Boye, P.
"In ungestörten Lagen werden von Paarhufern durchschnittlich 88 % der verwertbaren Teile gefressen, in Zivilisationsnähe nur 62 %."
1361 Luchs (Lynx lynx)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
5-2 Optische Reizauslöser / Bewegung (ohne Licht)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

1998
Seite(n):

106
Qualifizierung der Quelle:
A
1.11 Hucht-Ciorga, I
Im Berner Oberland blieben Luchse oft während der gesamten Nutzung eines Rissplatzes in dessen Nähe. Bei Störungen durch Wanderer, Waldarbeiter oder in Siedlungsnähe freilaufende Hundezogen sie sich in unzugängliche Felsengebiete zurück und wechselten dann aus größerer Entfernung zum Fressen, oder aber sie gaben den Riss auf.
1361 Luchs (Lynx lynx)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
5-2 Optische Reizauslöser / Bewegung (ohne Licht)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004
Seite(n):

104
Qualifizierung der Quelle:
D
1.12 Matjuschkin, E. N.
"Seine Sehschärfe ist sprichwörtlich. Einen fliegenden Greifvogel bemerkt er auf etwa 3 km. Im Experiment sah ein Luchs die bewegliche Figur eines dunkel gefärbten künstlichen Hasen im Schnee auf eine Entfernung von etwa 300 m. Die Silhouette eines Schneehasen nahm er im Schnee erst bei einer Verringerung des Abstandes auf mehr als ein Zehntel wahr (Höhn 1973). Beobachtungen über die Jagdweise von Karpaten-Luchsen im Freigehege haben gezeigt, daß sie unbewegliche Beutetiere in ihrem Blickfeld nicht beachten, jedoch die geringste Bewegung wahrnehmen (Kunc 1975)."
1361 Luchs (Lynx lynx)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
5-2 Optische Reizauslöser / Bewegung (ohne Licht)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2009
Seite(n):

688
Qualifizierung der Quelle:
D
1.13 Basille, M., Herfindal, I., Santin-Janin, H., Linnell, J. D. C., Odden, J., Andersen, R., Høgda, K. A. & Gaillard, J.?M.
Basille et al. (2009:688) konnten bei der Untersuchung der bevorzugten Aufenthaltsbereiche Eurasischer Luchse in Südnorwegen eine Präferenz für Bereiche mit geringer menschlicher Siedlungsdichte nachweisen. Hierbei lag das Optimum bei einer Siedlungsdichte zwischen 2,3 und 6,5 Einwohnern pro qkm. Insgesamt wurden Gebiete mit Siedlungsdichten zwischen 0,6 und 90 Personen stärker genutzt als dies durch Zufall zu erwarten gewesen wäre. Dies zeigt, dass der Eurasische Luchs bevölkerungsschwache Gebiete eindeutig bevorzugt.
1361 Luchs (Lynx lynx)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
5-2 Optische Reizauslöser / Bewegung (ohne Licht)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2013
Seite(n):

9
Qualifizierung der Quelle:
B
1.14 Basille, M., Moorter, B. van, Herfindal, I., Martin, J., Linnell, J. D. C., Odden, J., Andersen, R. & Gaillard, J.?M.
Eurasische Luchse in Südost-Norwegen, die innerhalb ihres Aktionsraums Gebiete mit hoher Straßendichte wählten, welche für den Menschen gut zugänglich waren, waren einem hohem jagdbedingten Sterberisiko ausgesetzt. Die Autor*innen erwähnen, dass bereits viele vorausgegangene empirische Studien von negativen Auswirkungen von Straßen auf Wildtiere berichteten. Eine direkte Auswirkung stellt der erhöhte Jagddruck dar, indirekte Auswirkungen sind Lärmbelästigung und menschliche Aktivitäten an Straßen und in deren Umfeld (Basille et al. 2013:9).
"[I]ndividuals (Anm.: of Lynx lynx, Bearbeiter*innen FFH-VP-Info) that selected areas highly accessible to humans within their home range - i.e. with a high road density - were exposed to a high risk of mortality through hunting. Lynx responded to that threat by consistently avoiding the areas with the greatest hunting access. Many empirical studies have previously reported negative impacts of roads on wildlife, either with the direct effect of an increased hunting pressure [...], or the indirect effect of noise disturbance [...] or human activity on roads and in their vicinity."
1361 Luchs (Lynx lynx)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
5-2 Optische Reizauslöser / Bewegung (ohne Licht)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2012
Seite(n):

235
Qualifizierung der Quelle:
A
1.15 Belotti, E., Heurich, M., Kreisinger, J., ?ustr, P. & Bufka, L.
Belotti et al. (2012:235) untersuchten den Einfluss von Tourismus und Verkehr auf Bewegungsverhalten und Jagdaktivität des Eurasischen Luchses im Böhmerwald (Tschechische Republik). Hierbei konnten die Autor*innen beobachten, dass sich Luchse tagsüber aufgrund menschlicher Aktivitäten in sichere Unterschlüpfe zurückzogen. Allerdings wurde die Toleranz der Tiere gegenüber menschlicher Störung durch eine dichte Vegetation erhöht. Nachts hingegen, bei geringer menschlicher Aktivität, konnte ein Meidungsverhalten von Straßen und touristischen Wegen nicht festgestellt werden.
1361 Luchs (Lynx lynx)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
5-2 Optische Reizauslöser / Bewegung (ohne Licht)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2020
Seite(n):

7
Qualifizierung der Quelle:
D
1.16 Hemmingmoore, H., Aronsson, M., Åkesson, M., Persson, J. & Andrén, H.
Hemmingmoore et al. (2020:7) konnten im Rahmen einer Studie in Schweden zeigen, dass die untersuchten Luchse im Allgemeinen Gebiete mit hoher menschlicher Siedlungsdichte mieden. Allerdings suchten die Tiere oft die Nähe kleiner Straßen und landwirtschaftlicher Flächen auf.
1361 Luchs (Lynx lynx)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
5-2 Optische Reizauslöser / Bewegung (ohne Licht)
3. Prognosemethoden Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
3.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
I. d. R. erfolgt die Wirkungsbeurteilung durch Überlagerung der vom Projekt entsprechend beeinflussten Flächen mit allen nach den Erhaltungszielen zu bewahrenden bzw. zu entwickelnden (Teil-)Habitaten.

Die betroffenen Habitate bzw. Habitatstrukturen sind hinsichtlich ihrer längerfristigen Entwicklung und der qualitativen Abweichung zu bewerten. Soweit erforderlich, sind unterschiedliche Teilhabitate der Art in der Prognose differenziert zu betrachten. Dabei sind zum einen die absoluten Habitatverluste bzw. -verschlechterungen (m²) sowie die relativen (%) bezogen auf den Gesamtbestand im Gebiet bzw. die funktional zusammengehörenden Habitate der Art zu ermitteln bzw. abzuschätzen.

Darauf aufbauend sind die qualitativen und quantitativen Funktionsverluste für die betroffenen Individuen bzw. (Teil-)Bestände zu beurteilen. Soweit möglich, ist die Prognose durch Vergleich mit standörtlich und strukturell ähnlichen Habitaten bzw. solchen, die bereits entsprechenden Veränderungen unterlagen, abzusichern.

Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.

Etwaige kumulative Wirkungen additiver oder synergistischer Art durch andere Wirkfaktoren des Projekts / Plans oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten / Plänen sind zu berücksichtigen.

Im Einzelfall können aus Gründen der Prognosesicherheit auch weitergehende Methoden notwendig werden (z. B. Populationsgefährdungsanalysen, s. Rassmus et al. 2003, Lambrecht et al. 2004).
1361 Luchs (Lynx lynx)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
5-2 Optische Reizauslöser / Bewegung (ohne Licht)
4. Relevanzschwelle Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
4.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Soweit die Bestände der Art bzw. ihre Habitate nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln sind, wird die Relevanzschwelle grundsätzlich bei jeder möglichen signifikanten Störung der Individuen bzw. ihrer (Teil-) Habitate im Gebiet überschritten.

Da Arten unterschiedlich empfindlich sind, können als Relevanzschwelle nur Fachkonventionen oder artspezifische Orientierungswerte herangezogen werden.

Im Einzelfall können Störungen auch außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-) Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die Bestände der Art im Gebiet aufweisen.
1361 Luchs (Lynx lynx)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
5-2 Optische Reizauslöser / Bewegung (ohne Licht)
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
5.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Die Beeinträchtigungsintensität resultiert einerseits aus der artspezifischen Empfindlichkeit und andererseits aus der Intensität und Dimension der Störreize. Ggf. können bei der Bewertung der Beeinträchtigungen auch Orientierungswerte für artspezifische Fluchtdistanzen mit berücksichtigt werden.

Die absolute und die relative Dimension des Habitatverlustes bzw. seiner qualitativen Funktionsminderung sind wesentliche Größen der Beurteilung.

Wichtig für die Erheblichkeitsbeurteilung sind zudem die funktionale Bedeutung der einzelnen betroffenen Flächen / Teilhabitate sowie die zeitliche Dimension der Beeinträchtigung (Zeitpunkt, Häufigkeit und Dauer).

In bestimmten Fällen kann der Konventionsvorschlag für direkten Flächenentzug / -verlust in Habitaten zur Orientierung herangezogen werden (s. Wirkfaktor 1-1). Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die in diesem Ansatz integrierten Orientierungswerte für vollständige / dauerhafte Habitatverluste konzipiert wurden. Für graduelle Funktionsminderungen sind dagegen eigenständige Bewertungsansätze zu entwickeln oder die Funktionsverluste müssten als (ggf. prozentuale) Funktionsminderung bilanziert und dann mit den Orientierungswerten des Konventionsvorschlags ins Verhältnis gesetzt werden (vgl. Beispiel in Lambrecht & Trautner 2007:83).
1361 Luchs (Lynx lynx)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 0
5-3 Licht
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Hinweise auf eine Relevanz dieses Wirkfaktors liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht vor.
1361 Luchs (Lynx lynx)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 1
5-4 Erschütterungen / Vibrationen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
"Avalances / landslides" werden von Arx et al. (2004: 300) als "Major threat" für die Luchspopulation der Alpen genannt. Maßnahmen, die über Erschütterungen zu einer Zunahme hangabwärts gerichteter Massenbewegungen im Lebensraum des Luchses führen, könnten in bestimmten Konstellationen also eine Gefährdung für die Art darstellen.
1361 Luchs (Lynx lynx)
5 Nichtstoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 0
5-5 Mechanische Einwirkung (Wellenschlag, Tritt)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Hinweise auf eine Relevanz dieses Wirkfaktors liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht vor.
1361 Luchs (Lynx lynx)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 0
6-1 Stickstoff- u. Phosphatverbindungen / Nährstoffeintrag
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Hinweise auf eine Relevanz dieses Wirkfaktors liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht vor.
1361 Luchs (Lynx lynx)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 0
6-2 Organische Verbindungen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Hinweise auf eine Relevanz dieses Wirkfaktors liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht vor.
1361 Luchs (Lynx lynx)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
6-3 Schwermetalle
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Als Endglieder der Nahrungskette sind Karnivore einer Anreicherung von Schwermetallen besonders ausgesetzt. Hoch belastet sind dann Organe wie Leber und Nieren.

Konsequenzen können - abhängig vom Umfang - z. B. Verlust von Teilhabitaten, Verringerung der Fortpflanzungsrate bzw. der Überlebenswahrscheinlichkeit von Individuen, Bestandsrückgang oder Beeinträchtigung bzw. Erlöschen lokaler (Teil-)Bestände sein.
1361 Luchs (Lynx lynx)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
6-3 Schwermetalle
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2007
Seite(n):

52
Qualifizierung der Quelle:
D
1.02 Fent, K.
Vor allem Quecksilber bewirkt eine hohe Gefährdung durch seine gravierenden Schädigungen an Gehirnzellen.
1361 Luchs (Lynx lynx)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
6-3 Schwermetalle
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2012
Seite(n):

96ff.
Qualifizierung der Quelle:
A
1.03 Biland?i?, N., De??ek, D., Sedak, M., Doki?, M., Simi?, B., Rudan, N., Brstilo, M. & Lisicin, T.
Bei der Untersuchung von Spurenelementen im Gewebe verschiedener Säugetierarten in Kroatien konnten unterschiedliche Schwermetalle in Luchsen (n=2) nachgewiesen werden (Bilandzic et al. 2012:96ff.). Die Mittelwerte im Muskelgewebe betrugen für Arsen 0,009 mg/kg, für Cadmium 0,003 mg/kg, für Kupfer 1,51 mg/kg, für Quecksilber 0,008 mg/kg und für Blei 0,005 mg/kg. Maximal konnten beim Luchs im Muskelgewebe 0,011 mg/kg Arsen, 0,004 mg/kg Cadmium, 2,16 mg/kg Kupfer, 0,009 mg/kg Quecksilber und 0,006 mg/kg Blei nachgewiesen werden. Die Autoren nennen keine physiologischen bzw. pathologischen Auswirkungen.
1361 Luchs (Lynx lynx)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
6-3 Schwermetalle
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2017
Seite(n):

23986
Qualifizierung der Quelle:
D
1.04 Lazarus, M., Sekovani?, A., Orct, T., Relji?, S., Kusak, J., Jurasovi?, J. & Huber, ?.
Lazarus et al. (2017:23981) untersuchten die Schadstoffbelastung von Organen verschiedener Säugetierarten in Kroatien. Die Leber des untersuchten Luchses (n=1) wies für Arsen (12,5 ?g/kg) eine ähnliche Belastung auf wie in einer früheren Studie aus dem Jahr 2012, für Cd (8,29 ?g/kg) wurden dagegen höhere und für Pb (358 ?g/kg) niedrigere Werte gefunden. Ansonsten wurde die Leber auf den Gehalt an Magnesium (155 mg/kg), Mangan (5,26 mg/kg), Eisen (16,3 mg/kg), Kupfer (8,81 mg/kg), Zink (68,5 mg/kg), Selen (0,219 mg/kg) und Quecksilber (10,4 ?g/kg) untersucht. Alle untersuchten Werte galten als unbedenklich: "Toxic elements were in the safe range concerning adverse effects, and essential elements were within the range of normal levels for the cat and other domestic animals..
1361 Luchs (Lynx lynx)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
6-3 Schwermetalle
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2021
Seite(n):

170
Qualifizierung der Quelle:
A
1.05 Behrooz, R. D. & Poma, G.
Behrooz & Poma (2021:170) untersuchten die Quecksilberkontamination iranischer Wildkatzen (darunter auch der Eurasische Luchs) durch Haaranalysen. Quecksilberwerte von 30.000 ng/g dw (ng Hg/g dw Haar) wurden als "lowest observed adverse effect level" für landbewohnende Säugetiere ermittelt. Ander Autor*innen hingegen schlugen 1.000-5.000 ng/g dw als "normal background level" von Quecksilber in Haaren vor, der U.S. Fish and Wildlife Service legte 1.100 ng/g dw als "maximum standard for ecosystem health" fest. In der vorliegenden Studie wurde u. a. ein Wert von 1.703 ng/g dw bei einem Europäischen Luchs aus dem Zentraliran gemessen; insgesamt wurden in Wildkatzen Werte von 62-3.760 ng/g dw ermittelt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Quecksilberbelastung in bestimmten Regionen eine potenzielle Bedrohung darstellen könnte.
1361 Luchs (Lynx lynx)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
6-3 Schwermetalle
3. Prognosemethoden Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
3.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
I. d. R. erfolgt die Wirkungsbeurteilung durch Überlagerung der vom Projekt entsprechend beeinflussten Flächen mit allen nach den Erhaltungszielen zu bewahrenden bzw. zu entwickelnden (Teil-)Habitaten.

Die betroffenen Habitate bzw. Habitatstrukturen sind hinsichtlich ihrer längerfristigen Entwicklung und der qualitativen Abweichung zu bewerten. Soweit erforderlich, sind unterschiedliche Teilhabitate der Art in der Prognose differenziert zu betrachten. Dabei sind zum einen die absoluten Habitatverluste bzw. -verschlechterungen (m²) sowie die relativen (%) bezogen auf den Gesamtbestand im Gebiet bzw. die funktional zusammengehörenden Habitate der Art zu ermitteln bzw. abzuschätzen.

Darauf aufbauend sind die qualitativen und quantitativen Funktionsverluste für die betroffenen Individuen bzw. (Teil-)Bestände zu beurteilen. Soweit möglich, ist die Prognose durch Vergleich mit standörtlich und strukturell ähnlichen Habitaten bzw. solchen, die bereits entsprechenden Veränderungen unterlagen, abzusichern.

Im jeweiligen Fall können neben dem faktischen Verlust oder der Qualitätsminderung von Habitaten/Habitatstrukturen auch der direkte Verlust von Individuen bzw. eine erhöhte Mortalitäts- und eine verringerte Fortpflanzungsrate eine wesentliche Rolle spielen und sind entsprechend in der Wirkungsprognose zu berücksichtigen.

Im Einzelfall können auch Flächen außerhalb des Gebietes zu berücksichtigen sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die im Gebiet vorkommenden Bestände der Art aufweisen.

Etwaige kumulative Wirkungen additiver oder synergistischer Art durch andere Wirkfaktoren des Projekts / Plans oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten / Plänen sind zu berücksichtigen.

Im Einzelfall können aus Gründen der Prognosesicherheit auch weitergehende Methoden notwendig werden (z. B. Populationsgefährdungsanalysen, s. Rassmus et al. 2003, Lambrecht et al. 2004).
1361 Luchs (Lynx lynx)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
6-3 Schwermetalle
4. Relevanzschwelle Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
4.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Soweit die Art bzw. deren Habitat nach den gebietsspezifischen Erhaltungszielen zu bewahren oder zu entwickeln ist, wird die Relevanzschwelle grundsätzlich bei jeder negativen Veränderung (i. d. R. Erhöhung) des Schwermetallgehaltes bzw. der Schwermetallfracht in einem (Teil-)Habitat im Gebiet überschritten.

Im Einzelfall können Veränderungen auch außerhalb des Gebietes relevant sein, sofern die betroffenen (Teil-)Habitate eine wesentliche funktionale Bedeutung für die Bestände der Art im Gebiet aufweisen.
1361 Luchs (Lynx lynx)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 2
6-3 Schwermetalle
5. Erheblichkeitsschwelle Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
5.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Die Beeinträchtigungsintensität resultiert einerseits aus der artspezifischen Empfindlichkeit und andererseits aus der Intensität und Dimension der Veränderung durch Belastungen mit bioverfügbaren Schwermetallen und ihren Verbindungen.

Die absolute und die relative Dimension der qualitativen Funktionsminderung betroffener Habitatkomplexe sind wesentliche Größen der Beurteilung.

Wichtig für die Erheblichkeitsbeurteilung sind die funktionale Bedeutung der einzelnen betroffenen Teilhabitate sowie die zeitliche Dimension der Beeinträchtigung (Zeitpunkt, Häufigkeit und Dauer).

Für die Bewertung einer projektbedingt erhöhten Mortalität sind verschiedene artspezifische und populationsbezogene Parameter einzubeziehen. Dazu zählen die natürliche Reproduktionsrate und Sterblichkeit, durchschnittliches Lebensalter der Tiere, Bestandsgrößen und allgemeine Gefährdungssituation (vgl. auch Lambrecht et al. 2004 zu individuenbezogenen Beeinträchtigungen).

Tendenziell sind Arten mit hoher Lebenserwartung und geringerer Reproduktionsrate (K-Strategen) und / oder geringeren Beständen im Schutzgebiet bzw. einer allgemeinen Gefährdungseinstufung und ohnehin negativer Populationsentwicklung stärker beeinträchtigt als Arten mit geringer Lebenserwartung und hoher Reproduktionsrate (r-Strategen) und / oder großen Beständen im Schutzgebiet bzw. einer allgemein weiten Verbreitung und fehlenden Gefährdung in Deutschland (vgl. auch Bernotat & Dierschke 2021).

Nach derzeitigem Bearbeitungsstand liegen keine hinreichenden Informationen zur Bestimmung einer Erheblichkeitsschwelle im Sinne allgemeiner fachlicher Orientierungswerte vor.
1361 Luchs (Lynx lynx)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 0
6-4 Sonstige durch Verbrennungs- u. Produktionsprozesse entstehende Schadstoffe
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Hinweise auf eine Relevanz dieses Wirkfaktors liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht vor.
1361 Luchs (Lynx lynx)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 0
6-5 Salz
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Hinweise auf eine Relevanz dieses Wirkfaktors liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht vor.
1361 Luchs (Lynx lynx)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 0
6-6 Depositionen mit strukturellen Auswirkungen (Staub / Schwebst. u. Sedimente)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Hinweise auf eine Relevanz dieses Wirkfaktors liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht vor.
1361 Luchs (Lynx lynx)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 0
6-7 Olfaktorische Reize (Duftstoffe, auch: Anlockung)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Der Luchs (L. lynx) markiert, wie viele andere Säugetiere auch, mit Urin- und Kotmarken sein Revier. Inwieweit Stoffe geruchlich diese Marken überdecken können, ist unbekannt.

Hinweise auf eine Relevanz dieses Wirkfaktors liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand jedoch nicht vor.
1361 Luchs (Lynx lynx)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 0
6-7 Olfaktorische Reize (Duftstoffe, auch: Anlockung)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2002
Seite(n):

19
Qualifizierung der Quelle:
D
1.02 Boutros, D.
"[...] scent plays primarily a role in individual recognition, for identifying territorial markings, in assessment of sexual status, in finding a partner at mating time and in the interactions between mother and young (Ewer 1985, Guggisberg 1975)."
1361 Luchs (Lynx lynx)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 0
6-7 Olfaktorische Reize (Duftstoffe, auch: Anlockung)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004
Seite(n):

97
Qualifizierung der Quelle:
D
1.03 Matjuschkin, E. N.
"Die Ergänzung der Duftmarken durch optische erleichtert dem Tier erheblich das Auffinden der markierten Stellen, denn die räumliche Orientierung unmittelbar mit Hilfe des Geruchssinns ist bei Katzen nur sehr begrenzt möglich (Beritasvili 1959). Spezielle Experimente haben auch gezeigt, daß Frost und starker Wind das Wittern jeglicher Gerüche stark erschwert (Korytin 1970, 1971)."
1361 Luchs (Lynx lynx)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 0
6-7 Olfaktorische Reize (Duftstoffe, auch: Anlockung)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004
Seite(n):

106
Qualifizierung der Quelle:
A
1.04 Matjuschkin, E. N.
Der Autor beschreibt eine einer Hasenfährte folgende Luchsspur auf wechselnden Substraten (weicher Schnee und verharschter Schnee). Die Spuren beider Tiere waren nur im weichen Schnee zu sehen. Da der Luchs (L. lynx) dem Hasen auch über den verharschten Schnee ohne sichtbare Hasenfährte folgen konnte, muss er diese mit dem Geruchssinn wahrgenommen haben. Der Geruch spielt beim Luchs also auch durchaus bei der Jagd eine Rolle.
1361 Luchs (Lynx lynx)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 0
6-8 Endokrin wirkende Stoffe
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Hinweise auf eine Relevanz dieses Wirkfaktors liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht vor.
1361 Luchs (Lynx lynx)
6 Stoffliche Einwirkungen Relevanz des Wirkfaktors: 0
6-9 Sonstige Stoffe
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Hinweise auf eine Relevanz sonstiger Stoffe liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht vor.
1361 Luchs (Lynx lynx)
7 Strahlung Relevanz des Wirkfaktors: 0
7-1 Nichtionisierende Strahlung / Elektromagnetische Felder
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Nach dem derzeitigen Kenntnisstand konnten keine spezifischen Untersuchungen zur Relevanz dieses Wirkfaktors für die Art ermittelt werden.
1361 Luchs (Lynx lynx)
7 Strahlung Relevanz des Wirkfaktors: 1
7-2 Ionisierende / Radioaktive Strahlung
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Grundsätzlich sind alle Tiere gegenüber radioaktiver Strahlung empfindlich, da diese eine direkt schädigende Wirkung auf die Zelle als kleinster biologischer Einheit haben und zelluläre Bestandteile und hier insbesondere die zelluläre Erbsubstanz (DNS) verändern oder zerstören kann (vgl. "Vertiefende Ausführungen" unter "Wirkfaktoren").
1361 Luchs (Lynx lynx)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 2
8-1 Management gebietsheimischer Arten
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Das Management gebietsheimischer Arten in Wäldern spielt vielfach eine Rolle, insbesondere dann, wenn die Nahrungsbasis des Luchses (L. lynx) durch Aussetzen von Wild verbessert oder durch starke Bejagung verschlechtert wird.
1361 Luchs (Lynx lynx)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 2
8-1 Management gebietsheimischer Arten
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

1986
Seite(n):

305
Qualifizierung der Quelle:
D
1.02 Haller, H. & Breitenmoser, U.
"Die Zunahme des Schalenwildbestandes [...] im 20. Jahrhundert hat sich positiv ausgewirkt."
1361 Luchs (Lynx lynx)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 2
8-1 Management gebietsheimischer Arten
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004
Seite(n):

123
Qualifizierung der Quelle:
A
1.03 Matjuschkin, E. N.
"Es ist interessant, daß der Luchs im Schutzgebiet auftrat, nachdem hier Sika-Hirsche ausgesetzt worden waren (Starev 1964)."
1361 Luchs (Lynx lynx)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 2
8-1 Management gebietsheimischer Arten
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004
Seite(n):

130
Qualifizierung der Quelle:
A
1.04 Matjuschkin, E. N.
Matjuschkin fasst mehrere Arbeiten zusammen, die darauf hindeuten, dass zwischen dem Wolf (C. lupus) und dem Luchs (L. lynx) eine Konkurrenz besteht, bei der der Luchs unterlegen ist. Der Luchs scheint demnach nur in Gegenden mit sehr wenigen oder keinen Wölfen vorzukommen. "In Norwegen wird als eine der Ursachen für die starke Ausbreitung des Luchses nach Norden das Verschwinden des Wolfs aus diesen Gebieten angesehen (Myrberget 1970)."
1361 Luchs (Lynx lynx)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 2
8-1 Management gebietsheimischer Arten
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2005
Seite(n):

456
Qualifizierung der Quelle:
D
1.05 Günther, A., Nigmann, U., Achtziger, R. & Gruttke, H. (Bearb.)
Eine der wichtigsten Gefährdungsursachen für die Art ist nach Günther et al. (2005:456) die Verfolgung durch illegale Bejagung sowie die Tötung durch Privatpersonen. Diese wird unter Wirkfaktor 9-1 behandelt
1361 Luchs (Lynx lynx)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 2
8-1 Management gebietsheimischer Arten
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2013
Seite(n):

8f.
Qualifizierung der Quelle:
B
1.06 Basille, M., Moorter, B. van, Herfindal, I., Martin, J., Linnell, J. D. C., Odden, J., Andersen, R. & Gaillard, J.?M.
Basille et al. (2013:7) untersuchten den Einfluss der Straßendichte auf Eurasische Luchse (n=46) in Südost-Norwegen mit Hilfe von Telemetrie-Daten. Im Untersuchungsgebiet stellt das Reh die bedeutenste Beutetierart des Luchses dar, woran sich auch bei Dichten von <1 Reh pro qkm nichts ändert, insbesondere während der Luchs-Jagdzeit, wenn Rehe 83 % der von Luchsen verzehrten Biomasse ausmachen. Es zeigte sich, dass die Eurasischen Luchse bei geringer Rehdichte auch in stärker anthropogen beeinflusste Gebiete auswichen.
1361 Luchs (Lynx lynx)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 2
8-1 Management gebietsheimischer Arten
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2015
Seite(n):

291, 294, 296
Qualifizierung der Quelle:
A
1.07 Bouyer, Y., San Martin, G., Poncin, P., Beudels-Jamar, R. C., Odden, J. & Linell, J. D. C.
Bouyer et al. (2015a:291) konnten bei der Untersuchung der Habitatwahl Eurasischer Luchse in anthropogen veränderten Landschaften in Norwegen zeigen, dass weibliche Luchse im Allgemeinen weniger tolerant gegenüber anthropogenen Veränderungen zu sein schienen als Männchen. Dies betraf besonders die Auswahl der Ruheplätze. Insgesamt zeigte sich, dass stark durch den Menschen beeinflusste Gebiete selbst bei hoher Rehwilddichte gemieden wurden. Auch in relativ unveränderten (halbnatürlichen) und stark bewaldete Gebieten war die Bestandsdichte der Luchse oft gering. Dies wird von den Autor*innen auf die geringe Dichte von Rehwild in diesen Gebieten zurückgeführt, wodurch sich für die Luchse höhere energetische Kosten bei der Jagd ergaben. Dies zeigt einen Trade-off zwischen Rehwilddichte und anthropogenen Störungen.
1361 Luchs (Lynx lynx)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 2
8-1 Management gebietsheimischer Arten
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2014
Seite(n):

210, 213
Qualifizierung der Quelle:
A
1.08 Müller, J., Wölfl, M., Wölfl, S., Müller, D. W. H., Hothorn, T. & Heurich, M.
Müller et al. (2014:210, 213) untersuchten den Einfluss von Schutzgebieten auf die räumliche Verbreitung des Luchses 20 Jahre nach seiner Wiedereinführung im Böhmerwald. Hierbei zeigte sich unter anderem der positive Einfluss eines hohen Waldanteils und einer hohen Reh-Dichte. Auch ein hoher Anteil von Staatswald wirkte sich positiv auf das Vorkommen des Luchses aus. Ein Rückgang der Rehwildbestände würde sich vermutlich negativ auf den Luchs auswirken: " [A] scenario of a severe reduction in roe deer (the main prey of lynx) would decrease the area suitable for lynx by roughly 1/3."
1361 Luchs (Lynx lynx)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 2
8-1 Management gebietsheimischer Arten
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2019
Seite(n):

6f.
Qualifizierung der Quelle:
D
1.09 López-Bao, J. V., Aronsson, M., Linnell, J. D. C., Odden, J., Persson, J. & Andrén, H.
Aus ihren Untersuchungen zur Fitness des Eurasischen Luchses in anthropogen beeinflussten Landschaften Skandinaviens schließen López-Bao et al. (2019:6f.), dass eine durch Jagd veränderte Beutedichte keine Auswirkung auf die Fortpflanzungsrate der Luchse hatte. Dies ist vermutlich auf das effiziente Jagdverhalten der Luchse zurückzuführen.
1361 Luchs (Lynx lynx)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 2
8-1 Management gebietsheimischer Arten
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2014
Seite(n):

215
Qualifizierung der Quelle:
A
1.10 Müller, J., Wölfl, M., Wölfl, S., Müller, D. W. H., Hothorn, T. & Heurich, M.
Müller et al. (2014:215) plädieren aufgrund ihrer Untersuchungen an Eurasischen Luchsen im ostbayerischen Böhmerwald dafür, dass beim zukünftigen Management von Rehwild ebenfalls die Bedürfnisse von Luchsen mit einbezogen werden sollten. Die Autor*innen konnten belegen, dass ein starker Rückgang der Rehwilddichte die Eignung vorhandener Luchshabitate beeinträchtigte.
1361 Luchs (Lynx lynx)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 2
8-1 Management gebietsheimischer Arten
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2015
Seite(n):

18
Qualifizierung der Quelle:
A
1.11 Belotti, E., Weder, N., Bufka, L., Kaldhusdal, A., Küchenhoff, H., Seibold, H., Woelfing, B. & Heurich, M.
Im Böhmerwald im deutsch-tschechischen Grenzgebiet untersuchten Belotti et al. (2015:18) die Muster der Luchsjagd an der Schnittstelle zwischen Schutzgebieten und unterschiedlich genutzten Landschaften. Die Autor*innen kamen zu dem Schluss, dass Rehwild innerhalb des Nationalparks nicht bejagd werden sollte, da hohe lokale Rehdichten die Attraktivität von Schutzgebieten für den Luchs erhöhen und somit die Prädation in angrenzenden Gebieten reduziert werden könnte. Hierdurch könnten Konflikte mit Jägern vermieden werden.
1361 Luchs (Lynx lynx)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 2
8-1 Management gebietsheimischer Arten
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2014
Seite(n):

210, 213
Qualifizierung der Quelle:
A
1.12 Müller, J., Wölfl, M., Wölfl, S., Müller, D. W. H., Hothorn, T. & Heurich, M.
Müller et al. (2014:210, 213) untersuchten den Einfluss von Schutzgebieten auf die räumliche Verbreitung des Luchses 20 Jahre nach seiner Wiedereinführung im Böhmerwald. Hierbei zeigte sich unter anderem der positive Einfluss eines hohen Waldanteils und einer hohen Reh-Dichte. Auch ein hoher Anteil von Staatswald wirkte sich positiv auf das Vorkommen des Luchses aus. Ein Rückgang der Rehwildbestände würde sich vermutlich negativ auf den Luchs auswirken: " [A] scenario of a severe reduction in roe deer (the main prey of lynx) would decrease the area suitable for lynx by roughly 1/3.".
1361 Luchs (Lynx lynx)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 1
8-2 Förderung / Ausbreitung gebietsfremder Arten
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Das Management gebietsfremder Arten spielt in Wäldern vielfach eine Rolle, insbesondere dann, wenn die Nahrungsbasis des Luchses (L. lynx) durch Aussetzen von Wild verbessert wird.
1361 Luchs (Lynx lynx)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 1
8-2 Förderung / Ausbreitung gebietsfremder Arten
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2000
Seite(n):

21
Qualifizierung der Quelle:
D
1.02 Breitenmoser, U., Breitenmoser-Würsten, C., Okarma, H., Kaphegyi, T., Kaphygyi-Wallmann, U. & Müller, U. M.
Für das 18. und 19. Jahrhundert machen die Autoren unter anderem das Fehlen von Beute für das Verschwinden der Luchspopulationen verantwortlich: "[...] its final destruction during the 18th and 19th centuries was additionally promoted through the decline of the wild ungulate populations, which were very low or even extinct in many European countries between 1800 and 1950. [...] The decline of wild prey forced the lynx to feed on domestic sheep and goats, which in turn promoted its persecution and caused a fatal lack of food in wintertime, when livestock was hardly available."
1361 Luchs (Lynx lynx)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 1
8-2 Förderung / Ausbreitung gebietsfremder Arten
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004
Seite(n):

283
Qualifizierung der Quelle:
A
1.03 Arx, M. von, Breitenmoser-Würsten, C., Zimmermann, F. & Breitenmoser, U. (Bearb.)
Bei der Aussetzung von Luchsen (L. lynx) sollte darauf geachtet werden, dass die Tiere aus lokalen Population stammen: "A total of 12 lynx (8 females and 4 males) has been released in 2000/2001 (Table 2.3, http://www.nationalpark-harz.de/aktuell/nr32.htm), and another five in 2003. The animals were taken from different zoos and breeding facilities and represent an obscure mixture of several subspecies (Böer 2001)."
1361 Luchs (Lynx lynx)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 1
8-3 Bekämpfung von Organismen (Pestizide u.a.)
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2020
Seite(n):

10
Qualifizierung der Quelle:
A
1.01 Behrooz, R., Poma, G. & Covaci, A.
Bei einer Untersuchung persistenter organischer Schadstoffe in Haarproben iranischer Wildkatzen konnte Beta-Hexachlorcyclohexan (HCH), ein Stoff, welcher als Insektizid genutzt und unbeabsichtigt bei der Produktion von Lindan hergestellt wurde, in 85 % der Luchs-Haarproben nachgewiesen werden und war somit weit verbreitet. Die Autor*innen nannten keine physiologischen bzw. pathologischen Auswirkungen der Substanz (Behrooz et al. 2020:10).
1361 Luchs (Lynx lynx)
8 Gezielte Beeinflussung von Arten und Organismen Relevanz des Wirkfaktors: 0
8-4 Freisetzung gentechnisch neuer bzw. veränderter Organismen
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Hinweise auf eine Relevanz dieses Wirkfaktors liegen nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand nicht vor.

Allerdings handelt es sich hierbei um einen relativ neuen Wirkbereich, in dem immer wieder neue GVO zur Freisetzung beantragt werden, so dass hier keine abschließenden Aussagen möglich sind (vgl. hierzu auch "Vertiefende Ausführungen" unter "Wirkfaktoren").
1361 Luchs (Lynx lynx)
9 Sonstiges Relevanz des Wirkfaktors: 3
9-1 Sonstiges
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

o. J.
Seite(n):

Qualifizierung der Quelle:
E
1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum)
Wie den folgenden Datensätzen zu entnehmen ist, stellt die direkte Verfolgung durch den Menschen mit die größte Bedrohung für den Luchs (L. lynx) dar.

Es werden immer wieder geschossene oder vergiftete Luchse aufgefunden (z. B. Zimmermann et al. 2004:18). Angesichts der geringen Populationsgröße sind solche Verluste für den Bestand i .d. R problematisch.

Konsequenzen können - abhängig vom Umfang - z. B. Verringerung der Fortpflanzungsrate bzw. der Überlebenswahrscheinlichkeit von Individuen, Bestandsrückgang oder Beeinträchtigung bzw. Erlöschen lokaler (Teil-)Bestände sein.

Nach Bundesjagdgesetz ist es verboten, Wildtiere zu vergiften oder betäubende Köder zu verwenden. Die Vergiftung von Luchsen ist eine illegale Handlung.
1361 Luchs (Lynx lynx)
9 Sonstiges Relevanz des Wirkfaktors: 3
9-1 Sonstiges
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2002
Seite(n):

11
Qualifizierung der Quelle:
A
1.02 Breitenmoser, U., Capt, S., Breitenmoser-Würsten, C., Angst, C., Zimmermann, F. & Molinari-Jobin, A.
Schweizer Jura: "Bei den Todesursachen (Tab. 3) stehen [...] illegale Tötungen mit 16 [von 58] Fällen an der Spitze. Da die Dunkelziffer bei gewilderten Luchsen höher sein dürfte als bei Verkehrsopfern, ist anzunehmen, dass illegale Tötungen die bedeutendste Todesursache sind."
1361 Luchs (Lynx lynx)
9 Sonstiges Relevanz des Wirkfaktors: 3
9-1 Sonstiges
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2001
Seite(n):

6
Qualifizierung der Quelle:
A
1.03 Ryser-Degiorgis, M.-P.
"Illegale Abschüsse und andere Tötungsarten (z. B. Vergiften) [...] stellen noch immer eine Bedrohung für das langfristige Überleben dieser Tierart dar."
1361 Luchs (Lynx lynx)
9 Sonstiges Relevanz des Wirkfaktors: 3
9-1 Sonstiges
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

1986
Seite(n):

305
Qualifizierung der Quelle:
D
1.04 Haller, H. & Breitenmoser, U.
"Der Luchs ist in der Schweiz in historischer Zeit nicht infolge von Landschaftsveränderungen, sondern durch die direkte Nachstellung des Menschen verschwunden."
1361 Luchs (Lynx lynx)
9 Sonstiges Relevanz des Wirkfaktors: 3
9-1 Sonstiges
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2001
Seite(n):

55
Qualifizierung der Quelle:
A
1.05 Breitenmoser-Würsten, C., Zimmermann, F., Ryser, A., Capt, S., Laass, J., Siegenthaler, A. & Breitenmoser, U.
Zehn von 54 in den Nordwestalpen der Schweiz tot gefundenen oder aus der Population entnommenen Luchsen (L. lynx) wurden illegal getötet.
1361 Luchs (Lynx lynx)
9 Sonstiges Relevanz des Wirkfaktors: 3
9-1 Sonstiges
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004
Seite(n):

300
Qualifizierung der Quelle:
D
1.06 Arx, M. von, Breitenmoser-Würsten, C., Zimmermann, F. & Breitenmoser, U. (Bearb.)
"Shooting (illegal)" und "poisoning" werden als "Major threats" für Luchspopulationen der Alpen, Bayerns und auch Gesamteuropas angegeben.
1361 Luchs (Lynx lynx)
9 Sonstiges Relevanz des Wirkfaktors: 3
9-1 Sonstiges
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2004
Seite(n):

69
Qualifizierung der Quelle:
A
1.07 Bufka, L. & J. Cerveny
"In the Czech Republic the main threat to lynx and most serious cause for the recent decrease is illegal killing (Table 8, Cerveny, Koubek & Bufka 2002). Although there is only data for the Bohemian-Bavarian population (6.5 known cases per year from 1996-2001, Table 4.3), all populations and occurrences are assumed to suffer from it (Cerveny, Koubek & Andera 1996, Kunc 1996, Benda 1996, Koubek & Babicka 1996, Okarma et al. 2000, Cerveny, Koubek & Bufka 2002). In the Bohemian-Bavarian population, which is the best studied in the Czech Republic, four out of nine radio-tagged lynx have probably been illegally shot (Cerveny, Koubek & Bufka 2002). An inquiry made by the same authors revealed that 36.9% of 204 hunters asked were aware of concrete cases of illegal killings and 10.3% even admitted to killing lynx illegally."
1361 Luchs (Lynx lynx)
9 Sonstiges Relevanz des Wirkfaktors: 3
9-1 Sonstiges
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

1998
Seite(n):

5
Qualifizierung der Quelle:
A
1.08 Müller-Stiess, H., Herrmann, M., Knapp, J., Trinzen, M., Stiess, B. & Förster, A.
"Große Beutegreifer, wie Wolf, Bär und Luchs [...] zählen heute zu den bedrohtesten Säugetieren Europas [...]. Verantwortlich dafür war und ist in erster Linie die Nachstellung durch den Menschen [...]. Gerade große Carnivoren wurden in der Vergangenheit geschossen, vergiftet und totgeschlagen [Nowak et al. 1994, Müller 1981, Grünwald, 1990, Wotschikowsky zit. in Acken & Grünwald 1977]."
1361 Luchs (Lynx lynx)
9 Sonstiges Relevanz des Wirkfaktors: 3
9-1 Sonstiges
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2000
Seite(n):

21
Qualifizierung der Quelle:
A
1.09 Breitenmoser, U., Breitenmoser-Würsten, C., Okarma, H., Kaphegyi, T., Kaphygyi-Wallmann, U. & Müller, U. M.
"On one hand, the lynx has a rather high reproductive potential [...] compared to other large carnivore species, and can compensate for certain losses, on the other hand, the specific land tenure system of the species does not allow a clumped distribution as in wolves or bears.As a consequence, the lynx is more vulnerable to a general reduction of its abundance. [...] Even today, poaching ist the most important mortality factor in Bialowieza."
1361 Luchs (Lynx lynx)
9 Sonstiges Relevanz des Wirkfaktors: 3
9-1 Sonstiges
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2018
Seite(n):

1, 12f.
Qualifizierung der Quelle:
A
1.10 ?ervený, J., Krojerová-Proke?ová, J., Ku?ta, T. & Koubek, P.
Illegale Jagd bzw. Wilderei ist eine der Hauptursachen für die Mortalität von Luchsen in Europa. ?ervený et al. (2018:1, 12f.) untersuchten, ob Wilderei auch das Populationswachstum des Luchses in Tschechien einschränkte. Hierbei konnten die Autor*innen zeigen, dass illegale Jagd der wichtigste Einflussfaktor der Populationswachstumsraten für den Luchs zu sein scheint. Die Wilderei stellt somit auch eine potenzielle Bedrohung für die Ausbreitung von Luchsen in "key areas" dar und bedroht insbesondere kleinen Bestände und Gründerpopulationen.
1361 Luchs (Lynx lynx)
9 Sonstiges Relevanz des Wirkfaktors: 3
9-1 Sonstiges
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2017
Seite(n):

6367
Qualifizierung der Quelle:
A
1.11 Filla, M., Premier, J., Magg, N., Dupke, C., Khorozyan, I., Waltert, M., Bufka, L. & Heurich, M.
Die vom Menschen verursachte Mortalität ist die größte Bedrohung für den Eurasischen Luchs in Zentraleuropa. Dies ergaben Untersuchungen von Filla et al. (2017:6367).
"The greatest threat to the protected Eurasian lynx (Lynx lynx) in Central Europe is human-induced mortality. As the availability of lynx prey often peaks in human-modified areas, lynx have to balance successful prey hunting with the risk of encounters with humans."
1361 Luchs (Lynx lynx)
9 Sonstiges Relevanz des Wirkfaktors: 3
9-1 Sonstiges
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2018
Seite(n):

362f.
Qualifizierung der Quelle:
B
1.12 Heurich, M., Schultze-Naumburg, J., Piacenza, N., Magg, N., ?ervený, J., Engleder, T., Herdtfelder, M., Sladova, M. & Kramer-Schadt, S.
Die Untersuchung des Einflusses der Wilderei auf den Eurasischen Luchs im Böhmerwald (Heurich et al. 2018:362f.) ergaben, dass nur 20 % der bekannten Todesfälle auf den Verkehr und 21 % auf sonstige Ursachen zurückgeführt werden konnten. Dagegen ist die illegale Jagd die mit Abstand wichtigste Todesursache mit einer hohen Dunkelziffer.
1361 Luchs (Lynx lynx)
9 Sonstiges Relevanz des Wirkfaktors: 3
9-1 Sonstiges
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2018
Seite(n):

224f.
Qualifizierung der Quelle:
B
1.13 Ko?odziej-Soboci?ska, M. & Miniuk, M.
Ko?odziej-Soboci?ska & Miniuk (2018:224) konnten mehrere Fälle von Sparganose, verursacht durch Spirometra sp,. in Zwischen- (Waschbär, Dachs, Wildschwein) und Endwirten (Wolf, Luchs) im Bia?owie?a-Urwald im Nordosten Polens feststellen. Die Autoren nennen keine physiologischen bzw. pathologischen Auswirkungen, es ist jedoch davon auszugehen, dass der Parasit zu einer Schwächung des Wirtes führen kann.
1361 Luchs (Lynx lynx)
9 Sonstiges Relevanz des Wirkfaktors: 3
9-1 Sonstiges
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2018
Seite(n):

2613
Qualifizierung der Quelle:
A
1.14 Ko?odziej-Soboci?ska, M., Yakovlev, Y., Schmidt, K., Hurníková, Z., Ruczy?ska, I., Bednarski, M. & Tokarska, M.
Ko?odziej-Soboci?ska et al. (2018:2613) untersuchten den Befall des Eurasischen Luchses mit parasitären Würmern in Polen. Dabei konnten Taenia lynciscapreoli, Mesocestoides lineatus, Spirometra sp. und Taenia krabbei zum ersten Mal in Eurasischen Luchsen in Polen nachgewiesen werden. Außerdem konnten die drei bereits aus polnischen Luchsen bekannten Arten Ancylostoma tubaeforme, Toxascaris leonina und Toxocara cati erneut nachgewiesen werden. Parasitenbefall kann bei Luchsen einen wichtiger Mortalitätsfaktor darstellen und sich, wie andere Krankheiten auch, negativ auf die Bestände auswirken. In der vorliegenden Arbeit werden jedoch keine physiologischen bzw. pathologischen Auswirkungen genannt.
1361 Luchs (Lynx lynx)
9 Sonstiges Relevanz des Wirkfaktors: 3
9-1 Sonstiges
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2015
Seite(n):

5ff.
Qualifizierung der Quelle:
B
1.15 Kowalczyk, R., Górny, M. & Schmidt, K.
Das vom Menschen dominierte Gebiet im Bia?owie?a-Urwald scheint für den Eurasischen Luchs immer noch eine populationsökologische Senke ("sink", vgl. source-sink dynamics) darzustellen. Derartige Senken können den Genfluss und die Ausbreitung von Luchsen in benachbarte Gebiete verringern. Von den 26 während des Untersuchungszeitraums im Bia?owie?a-Urwald festgestellten Todesfällen hatten 57,7 % anthropogene Ursachen, wovon wiederum 66,7 % auf Wilderei entfielen. Die Tötung erfolgte in der Regel mit Schlingen, welche Wilderer eigentlich zum Fang von Huftieren nutzten (Kowalczyk et al. 2015:5ff.).
1361 Luchs (Lynx lynx)
9 Sonstiges Relevanz des Wirkfaktors: 3
9-1 Sonstiges
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2015
Seite(n):

93
Qualifizierung der Quelle:
D
1.16 White, S., Briers, R. A., Bouyer, Y., Odden, J. & Linnell, J. D. C.
Bei der Untersuchung Eurasischer Luchse in Norwegen konnten White et al. (2015:93) zeigen, dass weibliche Luchse, welche während der Aufzucht der Jungtiere Verstecke in größerer Entfernung zu regelmäßig genutzten Straßen auswählten, hierdurch vermutlich das Mortalitätsrisiko senken können. Ein Grund dafür ist, dass Wilderei, welche als eine der Haupttodesursachen für Luchse in Norwegen gilt, durch Straßen erleichtert wird: "The presence of roads increases human accessibility and directly relate to mortality risk as harvested lynx in Norway are predominately killed within 3 km of a road."
1361 Luchs (Lynx lynx)
9 Sonstiges Relevanz des Wirkfaktors: 3
9-1 Sonstiges
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2014
Seite(n):

215
Qualifizierung der Quelle:
B
1.17 Müller, J., Wölfl, M., Wölfl, S., Müller, D. W. H., Hothorn, T. & Heurich, M.
Die Untersuchungen von Müller et al. (2014:215) an Eurasischen Luchsen im ostbayerischen Böhmerwald ergaben, dass illegale Jagd und nicht die generelle menschliche Besiedelungsdichte der Hauptgrund für den Rückgang der Luchsbeständen im Untersuchungsgebiet waren.
1361 Luchs (Lynx lynx)
9 Sonstiges Relevanz des Wirkfaktors: 3
9-1 Sonstiges
1. Empfindlichkeiten/Wirkungen Jahr:

2013
Seite(n):

9
Qualifizierung der Quelle:
B
1.18 Basille, M., Moorter, B. van, Herfindal, I., Martin, J., Linnell, J. D. C., Odden, J., Andersen, R. & Gaillard, J.?M.
Eurasische Luchse in Südost-Norwegen, die innerhalb ihres Aktionsraums Gebiete mit hoher Straßendichte wählten, welche für den Menschen gut zugänglich waren, waren einem hohem jagdbedingten Sterberisiko ausgesetzt. Die Autor*innen erwähnen, dass bereits viele vorausgegangene empirische Studien von negativen Auswirkungen von Straßen auf Wildtiere berichteten. Eine direkte Auswirkung stellt der erhöhte Jagddruck dar, indirekte Auswirkungen sind Lärmbelästigung und menschliche Aktivitäten an Straßen und in deren Umfeld (Basille et al. 2013:9).
"[I]ndividuals (Anm.: of Lynx lynx, Bearbeiter*innen FFH-VP-Info) that selected areas highly accessible to humans within their home range - i.e. with a high road density - were exposed to a high risk of mortality through hunting. Lynx responded to that threat by consistently avoiding the areas with the greatest hunting access. Many empirical studies have previously reported negative impacts of roads on wildlife, either with the direct effect of an increased hunting pressure [...], or the indirect effect of noise disturbance [...] or human activity on roads and in their vicinity."

Bearbeitung und Zitiervorschlag: siehe Impressum von