Detaildaten zu Beinträchtigungen: Vogelarten

Saatkrähe - Corvus frugilegus

Natura 2000-Code: A 348; Bearbeitungstand: III

Wirkfaktorengruppe: 2 Veränderung der Habitatstruktur / Nutzung
Wirkfaktor: 2-1 Direkte Veränderung von Vegetations- / Biotopstrukturen
Relevanz des Wirkfaktors:  regelmäßig relevant - besondere Intensität (3)

     Auswertekategorien:

  1. Empfindlichkeiten/Wirkungen (5)
  2. Regenerationsfähigkeit (0)
  3. Prognosemethoden (1)
  4. Relevanzschwelle (1)
  5. Erheblichkeitsschwelle (1)

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1. Empfindlichkeiten/Wirkungen

1.01 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) (o. J.)

Die Beseitigung oder Veränderung der für den artspezifischen Brutvogellebensraum typischen Vegetations- oder Biotopstrukturen kann in Abhängigkeit von der Eingriffsdimension zu einer Minderung der Habitatqualität und -funktionen für die Art führen.

In bestehenden Habitaten kann auch die Neuschaffung von Strukturen - sofern sie den Ansprüchen der Art entgegenstehen oder nicht entsprechen - zu einer Beeinträchtigung der Habitatqualität führen.

Direkte Veränderungen von Vegetations- bzw. Biotopstrukturen erlangen insbesondere dann besondere Relevanz, wenn sie die Brutplätze bzw. -reviere oder deren direktes Umfeld bzw. Hauptnahrungshabitate betreffen.

Konsequenzen können - abhängig vom Umfang - z. B. Verlust von Teilhabitaten, Verringerung des Bruterfolgs bzw. der Überlebenswahrscheinlichkeit von Individuen, Brutpaarverlust, Bestandsrückgang oder Beeinträchtigung bzw. Erlöschen lokaler (Teil-) Populationen sein.

Qualifizierung der Quelle: E



1.02 Kulemeyer, C., Asbahr, K., Vogel, I., Frahnert, S. & Bairlein, F. (2007)

"Kolkrabe, Nebelkrähe, Saatkrähe und Dohle bevorzugen offene Habitate (Bossema et al. 1986), in denen die Feindentdeckung erleichtert und der ausdauernde Flug vorteilha?t ist. [...] Saatkrähen bevorzugen kurze Vegetation, da sie sich meist grabend ernähren (Haffer & Bauer 1993)."

Qualifizierung der Quelle: A



1.03 Hötker, H. (2004a)

Durch die direkte Beseitigung von Feldgehölzen und Zerstörung von Auwäldern gehen der Saatkrähe wichtige Niststandorte verloren.

Qualifizierung der Quelle: A



1.04 Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein (2012)

In Schleswig-Hostein wird die zu beobachtende Bestandsabnahme der Saatkrähe auf dem Land (im Gegensatz zu den Städten) hauptsächlich auf nahrungsökologische Gründe zurückgeführt. Der großflächige Anbau von Wintergetreide und Raps führt früh zu einer geschlossenen Vegetationsdecke. So wird die Nahrung für die Saatkrähe gerade während der Brutzeit unerreichbar. Im Gegensatz dazu bieten die ständig kurz gehaltenen Grünflächen in den Städten permanent Nahrung.

Qualifizierung der Quelle: A



1.05 Rudolph, B. & Putze, M. (2022)

In einer Brutkolonie in Bayern bevorzugten Saatkrähen zur Nahrungssuche - in Bezug auf landwirtschaftliche Nutzflächen - Grünland, gefolgt von Kartoffeln, Mais und Weiden/Rasen. Dabei präferierten die Vögel Vegetationshöhen von 0-10 cm (einschließlich Rohböden), Flächen mit Vegetationshöhen zwischen 11-30 cm wurden deutlich seltener frequentiert. Am häufigsten waren Saatkrähen jedoch zur Nahrungssuche an Biogasanlagen und Fahrsilos (Maissilage) anzutreffen, die während der gesamten Brutzeit unabhängig von der Vegetationshöhe der umliegenden Felder aufgesucht und gezielt bis in Entfernungen >8 km angeflogen wurden (Niederlechner 2022, zit. in Rudolph & Putze 2022:20f.)

Qualifizierung der Quelle: A



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Reports: aktueller Wirkfaktor   aktuelle Wirkfaktorengruppe   alle Wirkfaktoren
 

Qualifizierung der Quellen für Vogelarten

Averallgemeinerbarer, in der Literatur dokumentierter Nachweis für diese spezielle Art
Bin der Literatur dokumentierter Nachweis für diese spezielle Art, aber möglicherweise Ausnahmefall
Cin der Literatur dokumentierter Nachweis für verwandte Arten bzw. andere Arten dieser Artengruppe, der als übertragbar eingestuft wird
Din der Literatur dokumentierter Hinweis für diese spezielle Art oder verwandte Arten bzw. andere Arten dieser Artengruppe
Eeigene Einschätzung oder Aussage Dritter, ohne in der Literatur dokumentierten Nachweis/Hinweis (Experteneinschätzung)
Fkeine Literatur verfügbar / Auswertung bzw. Einschätzung mit aktuellem Bearbeitungsstand noch nicht erfolgt

Legende: Bearbeitungsstand zum Bereich "Beeinträchtigungen"

-bislang noch nicht bearbeitet
Iderzeit nur Einschätzungen zur Relevanz der Wirkfaktoren vorhanden
IIzudem Detaildaten zur Auswertekategorie "1. Empfindlichkeiten/Wirkungen" vorhanden
IIIzudem Detaildaten zu den weiteren Auswertekategorien "2. bis 5." vorhanden
ihre meinung

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dirk.bernotat@bfn.de