Detaildaten zu Beinträchtigungen: Vogelarten

Uferschwalbe - Riparia riparia

Natura 2000-Code: A 249; Bearbeitungstand: III

Wirkfaktorengruppe: 5 Nichtstoffliche Einwirkungen
Wirkfaktor: 5-2 Optische Reizauslöser / Bewegung (ohne Licht)
Relevanz des Wirkfaktors:  regelmäßig relevant (2)

     Auswertekategorien:

  1. Empfindlichkeiten/Wirkungen (10)
  2. Regenerationsfähigkeit (0)
  3. Prognosemethoden (4)
  4. Relevanzschwelle (2)
  5. Erheblichkeitsschwelle (3)

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1. Empfindlichkeiten/Wirkungen

1.72 Blew, J., Günther, K., Laursen, K., Roomen, M. van, Südbeck, P., Eskildsen, K. & Potel, P. (2007)

"Dass sich direkt an den Steilwänden aufhaltende Personen das Brutgeschehen negativ beeinflussen, ist bekannt (Loske 1980). Dabei reagieren Uferschwalben besonders anfällig gegenüber Erholungssuchenden während der Koloniegründung und der Eiablage, da z. B. das Röhrengraben neben dem Nestbau auch ein wichtiger Bestandteil des Paarbildungsprozesses ist (Loske et al. 1999)."

Qualifizierung der Quelle: A



1.73 Berndt, R. K. (1983)

"An Kolonien, die zugänglich sind [...] machen sich stellenweise menschliche Störungen bemerkbar durch Badebetrieb, Spaziergänger, Klettern am Steilhang mit verschütteten oder mit Steinen verstopften Brutröhren. In wenigen Fälllen mögen diese Störungen zur weitgehenden Aufgabe einer Kolonie führen [...]."

Qualifizierung der Quelle: A



1.74 Blew, J., Günther, K., Laursen, K., Roomen, M. van, Südbeck, P., Eskildsen, K. & Potel, P. (2007)

Kanufahrer können eine gravierende Störung für fütternde Uferschwalben darstellen, wenn sie einer vorhandenen Kolonie besonders nahe kommen.

Qualifizierung der Quelle: A



1.75 Heneberg, P. (2007)

Im Rahmen einer Untersuchung von Uferschwalben-Kolonien in Tschechien beobachtete der Autor direkte willentliche Störungen durch Menschen, wie das Schließen von Brutröhren, Ausgraben der Röhren etc., an etwa ein Drittel der gefundenen Kolonie-Standorte. Mehr als die Hälfte der gefundenen Kolonien waren für Menschen zugänglich und dadurch einem hohen Störungsrisiko ausgesetzt.

Qualifizierung der Quelle: A



1.91 BearbeiterInnen FFH-VP-Info (siehe Impressum) (o. J.)

III: Störwirkungen durch Bewegung und Reflektionen von Anlagen

Störwirkungen durch optische Reize in Form von Bewegung, Reflektionen, Lichtblitzen etc. sind bisher wenig untersucht. Verschiedene diesbezügliche Ansätze der Vertreibung von Vögeln im landwirtschaftlichen, garten- und obstbaulichen bzw. fischereilichen Bereich oder bei der Flugsicherheit scheinen jedoch auf eine gewisse Wirkung hinzuweisen. Die spezifischen Wirkungsbezüge dürften in den meisten Fällen allerdings noch schwer bestimmbar sein.

Häufig treten sie ohnehin nicht singulär, sondern nur in Verbindung mit anderen optischen oder akustischen Störreizen auf. So dürften die Störwirkungen aufgrund der Bewegungen oder Reflektionen von Fahrzeugen (Kfz, Züge, Flugzeuge) methodisch in den Untersuchungen Teilmenge allgemeiner Störwirkungen sein (vgl. Wirkfaktor 5-1). Die Störwirkung der bewegten Rotoren von Windenergieanlagen ist unter den strukturbedingten Störwirkungen von WEA subsumiert. Auf die Störwirkungen durch die Bewegung von Personen und/oder bestimmte Geräte des Flug- oder Wassersports ist bereits unter dem Punkt menschliche Anwesenheit und Tätigkeit hingewiesen worden.

Bestimmte bauliche Anlagen (wie z. B. Solaranlagen, Spiegelteleskope) können ggf. zu eigenständigen Störwirkungen durch Reflektionen, Blinken, Spiegeln oder Ähnlichem führen. Zudem gibt es Hinweise, dass die Reflektion bei großflächigen Solaranlagen vermeintlich als Wasserfläche erscheint und die Vögel anlockt oder zur Landung verführt, und so ggf. auch Kollisionen hervorrufen kann (vgl. Wirkfaktor 4-2). Ähnliche Irritationen lösen Spiegelungen regennasser Straßen aus. Auch wenn in Einzelfällen (möglicherweise tödliche) Landeversuche nicht auszuschließen sind, so wird dieser Wirkpfad bislang anhand der wenigen vorliegenden Untersuchungen in Deutschland in der Regel als vernachlässigbar eingestuft; vgl. Aussagen von GfN (2007) in ARGE Monitoring PV-Anlagen (2007), Herden et al. (2009).

Qualifizierung der Quelle: E



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Reports: aktueller Wirkfaktor   aktuelle Wirkfaktorengruppe   alle Wirkfaktoren
 

Qualifizierung der Quellen für Vogelarten

Averallgemeinerbarer, in der Literatur dokumentierter Nachweis für diese spezielle Art
Bin der Literatur dokumentierter Nachweis für diese spezielle Art, aber möglicherweise Ausnahmefall
Cin der Literatur dokumentierter Nachweis für verwandte Arten bzw. andere Arten dieser Artengruppe, der als übertragbar eingestuft wird
Din der Literatur dokumentierter Hinweis für diese spezielle Art oder verwandte Arten bzw. andere Arten dieser Artengruppe
Eeigene Einschätzung oder Aussage Dritter, ohne in der Literatur dokumentierten Nachweis/Hinweis (Experteneinschätzung)
Fkeine Literatur verfügbar / Auswertung bzw. Einschätzung mit aktuellem Bearbeitungsstand noch nicht erfolgt

Legende: Bearbeitungsstand zum Bereich "Beeinträchtigungen"

-bislang noch nicht bearbeitet
Iderzeit nur Einschätzungen zur Relevanz der Wirkfaktoren vorhanden
IIzudem Detaildaten zur Auswertekategorie "1. Empfindlichkeiten/Wirkungen" vorhanden
IIIzudem Detaildaten zu den weiteren Auswertekategorien "2. bis 5." vorhanden
ihre meinung

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dirk.bernotat@bfn.de